Heckmann kocht!

Köstlich willkommen

Tagesfahrt nach Wien, Mittagessen am Traunsee, Herbst-

Bauernmarkt, wunderschöner Elsass, Knödelwochen

in Hörsching und Abendessen beim Göttfried.

Das neue Rezept: Palatschinken einmal anders!

Berichte von einer Fahrt ins Kabarett Simpl nach Wien, von einem Mittagessen im Hotel Schwan in Gmunden, vom Herbst-Bauernmarkt in Oftering, von einer Woche Rundreise durch das Elsass, von der Knödelwoche im Gasthof Mandorfer und vom Geburtstagsessen meines Bruders beim Göttfried. Und last but not least: Ein neues Rezept für panierte Palatschinken!

Bettelstudent Straßenansicht Bettelstudent Steinhpilzravioli

Mittagessen im Gasthaus "Zum  Bettelstudenten" im 1.Bezirk        Nicht typisch wienerisch, aber sehr gut: Steinpilzravioli

Ein Tag in Wien ist meist ein schöner Tag, auch wenn der Sonnenschein diesmal etwas ausgelassen hat. Grund unserer Busreise war ein Besuch im Kabarett Simpl, um das neue und erste Programm unter der Ägide von Michael Niawarani "Arche Noah Luxusklasse" zu sehen. Kurz zusammengefasst, weil das soll ja keine Theaterkritik werden: Es hat sich gelohnt, die Show ist außer einem etwas holprigen Start und einem etwas zu philosphisch geratenem Schluss absolut sehenswert. Natürlich muss man an so einem Tag auch essen und trinken, selbst wenn man gerade ein Diätprogramm absolviert. Für das Mittagessen war im Restaurant "Zum Bettelstudent" in der Johannesgasse reserviert, eine sogenannte urtypisch wienerische "Edelkneipe", mit durchaus ambitionierter Speisekarte. Neben den wichstigsten Klassikern wie z.B. Wiener Schnitzel, Saftgulasch oder Zwiebelrostbraten gibt es eine Vorspeisen- und Suppenkarte, eine feine Auswahl an Würsteln und Broten, sowie Burger, Feuerflecken und diverse Salate. Selbstverständlich fehlen auch das vegetarische Eck - u.a. mit gerösteten Knödeln, Kasnocken oder einem  Gemüsepfandl - und die Desserts - vom Apfelstrudel bis zum Kaiserschmarren - nicht. Mit Rücksicht auf unsere Diät begnügte sich meine Gattin mit einer einfachen Fritattensuppe, und ich mit den vegetarischen Steinpilzravioli. Beides hat gut geschmeckt, und auch die übrigen Gäste an unserem Tisch waren mit ihrer Wahl (Wiener Schnitzel vom Schwein und vom Kalb mit Erdäpfelsalat oder gebackene Blunznradl auf Erdäpfel-Vogerlsalat) sehr zufrieden. Die Bedienung ist schnell und höflich, das Preis-Leistungsverhältnis stimmt.

Aida Vitrine Aida Sachertorte mit C afe latte

  Konditorei AIDA - Süße Versuchung am Stephansplatz        Nur eine kleine Sünde: Ein Café Latte und eine Sachertorte

Nach einem Spaziergang durch die innere Stadt hatten wir dann auch noch Zeit für Kaffee und Kuchen in der Konditorei AIDA am Stephansplatz. Diese über 100,Jahre alte und von einem nordböhmischen Zuckerbäcker gegründete Chocolaterie- und Großkonditoreikette betreibt 31 Filialen, davon 28 im Wiener Stadtgebiet. Das Corporate Design ist rosa, und so sind auch alle Serviererinnen gekleidet. Das AIDA-Angebot umfasst alle traditionellen Torten und Kuchen und ein umfangreiches Kaffee- und Schokoladeangebot. Produziert wird in im 21. Bezirk in Floridsdorf, verkauft wird u.a. international über einen Online-Versand. Wir tranken Kaffe und hatten gemeinsam ein Stück Sachertorte (natürlich mit Schlag), von der meine Gattin behauptet, dass sie besser schmeckt als jene beim Sacher! Die Filiale am Stephansplatz ist meist gestopft voll, entsprechend überfordert ist leider das weitestgehend ausländische Personal.   

Waldorf Salat edited Fischcurry mit Basmati Reis

          Klein aber vom Feinsten: Waldorfsalat mit Hischschinken       Ebenfalls bestens: Fischcurry mit Duftreis und Zucchini

Es gibt kaum eine schönere Kombination, als an einem spätherstlichen Sonnentag auf der Terrasse des Hotels Schwan in Gmunden zu sitzen, den Blick auf den Traunsee zu genießen, und dazu auch noch gediegen und sehr preisgünstig zu Mittag zu essen. Manchmal haben dienstliche Besprechungen auch ihre Vorzüge, überhaupt wenn sie mit einem kleinen Business Lunch - in diesem Fall dem Mittagsmenü um wohlfeile € 9,50 - beginnen. Meiner bestand aus einem klassischen Waldorfsalat, in kleinen Streifen (Julienne) und mit ein bisschen Hirschschinken als Vorspeise. Dezent verfeinert mit Mayo-Joghurt-Dressing und garniert mit Orangenspalten und karamelieserten Nüssen. Es folgte ein Fischcurry mit Duftreis (Jasmin- bzw. Siamreis) mit Zucchini-Gemüse, in einer dezenten,  leicht scharfen Sauce, genau so, wie es sich gehört. Nur den dazu passenden Wein und das Dessert habe ich angesichts meines Diätplanes verschmäht, eine Cola Zero und zum Abschluss ein Großer Brauner mussten da helfend einspringen. Aber eine kleine Sünde konnte ich mir leisten: Zum Salat ein knuspriges Sazlstangerl!

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     Buntes Treiben am Herbst-Bauernmarkt in Oftering     Der Herbst beschert uns ein reiches Angebot an Obst und Gemüse

Kaiserwetter sorgte für beste Stimmung und Rekordbesuch beim Ofteringer Herbst-Bauernmarkt. Und das Angebot aus dem Ort und der Umgebung konnte sich durchaus sehen lassen. Zum Herbst passten ideal Frischfleisch vom Reh der Ofteringer Jägerschaft, Kürbisprodukte vom Steinhausergut, Obst und Gemüse aus Feld und Garten sowie der frische Sturm vom Stopfer.Dazu kamen noch u.a. Schnäpse, Speck, Forellen, Marmeladen, Käse, u.v.a.m.

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    Brot vom Allerfeinsten aus Hochis Outdoor-Holzofen        Schweinsbraten und Weisswurst bei der Fleischerei Führer

Auch für Speis und Trank war ausreichend gesorgt. Unser Fleischhauer servierte Köstlichkeiten am Mittagessenstand, und die Charity Griller boten wieder ihren beliebten Pulled Pork Burger an. Aus Hofis Laden gab es Bier und Getränke, der Chef selbst bot wieder seine Spezialbrote aus dem Outdoor-Holzofen an. Für Kaffee und Kuchen sorgte der Elternverein und aus dem Kremstal angereist waren gebackenen Mäuse und frische Bauernkrapfen. Die musikalische Untermalung besorgten auf neuer Bühne "Most Unlimited" und für die Kinder und Junggebliebenen verkehrte Schatzls Bummelzug. So war für jeden etwas dabei, an diesem schönen Samstag Vormittag. 

IMG 1688 edited Choucroute Elsass 10.2019

      Strassburg an der Ill und eine Fahrt mit dem Bateau Mouche       Unser Bauernschmaus heisst im Elsass: "Choucroute"!

Straßburg ist nicht zuletzt aufgrund seiner Internationalität bekannt für seine Spitzengastronomie. Die Elsässische Küche dagegen ist viel deftiger und bodenständiger. Der Klassiker unter den Hauptgerichten ist das Choucroute, in etwa vergleichbar mit unserem Bauernschmaus. Es handelt sich dabei um in Weisswein geschmortes Kraut, das in der Regel mit geräuchertem Schweinebauch, Würsten und Salzkartoffeln, aber auch mit Ente oder Fisch serviert wird. Dann kommt gleich die tarte flambée, der Flammkuchen, die Pizzaschnitte der Elsässer. Ein dünner Brotteig mit verschiedenen Belägen, serviert auf einem Holzbrett. Dort wird er auch in Portionen geteilt und in der Regel mit den Fingern gegessen. In der Reihenfolge würde ich dann den Guglhupf (elsässisch "Kougelhopf) nennen, der sowohl zum Kaffee als auch zum Wein (z.B. zu einem Gewürztraminer) gleich gut schmeckt. Und als krönenden Abschluss dann ein Stück vom Münsterkäse, ein Weichkäse aus dem  Münstertal, zu dem besonders Kümmel ganz gut passen. Fehlen noch ein paar Worte zum Trinken. Beim Wein dominieren die Weißweine, die auch relativ jung getrunken werden. Bekannt sind v.a. Riesling, Weiß- und Grauburgunder, sowie Gewürztraminer und Edelzwicker, eine Art Gemischter Satz. Daneben gibt es auch ausgezeichnete Edelbrände (Eau de vie) und einen nach der Champagner-Methode hergestellten, sehr guten aber viel preiswerteren Schaumwein, den Cremant. Die Elsässer können auch auf eine sehr lange Bierbrautradition zurückblicken, allerdings hat der holländische Heineken-Konzern so gut wie alle Brauereien übernommen.

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   Ganz typisch für die Elsässer Küche ist der Flammkuchen            Der Champagner muss im Elsass "Cremant" heissen

Unsere Route führte uns über Salzburg, München und den Bodensee nach Freiburg im Breisgau und weiter nach Straßburg, wo wir auch für die ganze Woche unser Quartier aufgeschlagen hatten. Der zweite Tag war der Stadt Straßburg gewidmet, die wir mit dem Bus, zu Fuß und mit dem Boot erkundeten. Am dritten Tag ging es in den Norden, zunächst nach Soufflenheim in eine Töpferei. Von dort dann weiter nach Niederbronn und schließlich nach Zabern (Saverne). Am vierten Tag machten wir uns in die gegenteilige Richtung auf, nach Süden bis Colmar. Die Rückfahrt nach Straßburg erfolgte auf der wunderschönen Weinstraße, mit einem Aufenthalt in Kaysersberg und einer Weinprobe beim Weingut Rentz. Und auf der Rückreise gab es zwei wesentliche Aufenthalte: Eine Mittagsrast in Ulm/Donau und eine Abschlußjause in Eschlried/OÖ. Das Flammkuchen-Rezept gibt es bereits schon lange im Rezeptteil.

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Was das Herz begehrt beim Mandorfer: Knödelpotpourrie deftig mit Sauerkraut oder süß mit Brölseln und/oder Eis

Meine Gattin und ich waren gestern bei einem begeisternden Kabarettabend im KUSZ in Hörsching. Viktor Gernot hat mit seinem Programm "Nicht wahr?" unsere Lachmuskeln ziemlich beanspricht. Angetan waren wir auch vom Abendessen im Gasthof Mandorfer in Neubau. Wir haben nämlich die Knödelwochen (vom 23.-27. September) erwischt, und konnten uns unseren Knödelmix selbst zusammenstellen. Die Auswahl war groß, neben Haschee- und Grammelknödeln gab es u.a. auch Blunzn- und Holzfällerknödeln (mit Speck gefüllt). Überall dabei ein köstliches Safterl und ein wirklich saures Sauerkraut mit Speckwürfeln. Dazu passend ein Zwickl vom Gösser. Ein bisschen Platz blieb noch für einen gemiensamen, sehr flaumigen Zwetschenködel, wobei uns auch die Eismarillenknödel sehr gereizt hätte. Die Knödelwoche ist zwar in der Zwischenzeit vorbei, aber auch sonst bietet die Speisekarte solide Hausmannskost und verschiedene Jausenangebote.

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Doppel erfreulicher Empfang beim Göttfried: Persönlich durch Chefin Simone und nach dem Gedeck mit einem köstlichen

Gruß aus der Küche: Ein feines Zwiebelschaumsüppchen mit einem kleinen Kaspressknödel

Sehr erfreulich verlief auch unser abendliches Geburtstagsessen beim Göttfried. Schon bei der Tür wurden wir von Chefin Simone wie alte Freunde mit dem Namen empfangen, obwohl wir das letzte Mal vor etwas mehr als 3 Jahren im Restaurant waren. „Gaumenfreuden für Feinschmecker“ heißt es schon auf der Homepage, und das stimmte vom Gruß aus der Küche bis zum Dessert. Wir waren insgesamt 7 Personen und früher, als die Göttfrieds noch beim Schrot in Alkoven aufkochten, eigentlich Stammgäste. Umso neugieriger machten wir uns über die kleine aber feine Speisekarte her und delektierten uns zunächst an einer Festtagssuppe vom Biorind, wunderschön garniert mit verschiedenen Einlagen (€ 6,50), an einer Rahmsuppe mit Mini-Grammeln, Leberwurst und Wan-Tan (€ 9.-) sowie am gebratenen Octopus mit Karottenpüree und Spinat (17.-). Dazu ein frisch gezapftes Pils oder ein Bio-Zwickl von Eggenberger und dann einen Gemischten Satz von Hajzan-Neumeister. Dieses Wiener Weingut am Nussberg wurde ja vom Wieninger übernommen, was der ohnehin nicht schlechten Qualität nicht geschadet hat. Mit so bereits aufgeschlossenem Gaumen ging es in den Hauptgang. Zweimal die Lammhaxe mit Ofengemüse und Rosmarin-Erdäpfeln (€ 24.-), wohlschmeckend und so zart, dass das Fleisch sich fast wie von selbst vom Knochen löste. Zuspruch und Lob fanden auch die Bio-Kalbsleber Saltimbocca mit Safran-Risotto und Spinat (€ 24,50), die Kürbis-Gnocchi mit Frischkäserolle (€ 17.-) und die Mascarpone-Ravioli mit Trüffel aus Istrien (€ 22.-. Dazu mundete perfekt eine Flasche Pinot Noir Schafleiten vom Leitner aus Gols.

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    Lammhaxe, zart wie sie sein soll, mit Ofengemüse und Erdäpfeln        Topfenknödel mit Zwetschkenröster und Vanilleeis

So - schon einigermaßen satt und zufrieden brummend - stürzte sich der eine oder die andere noch auf eines der verlockenden Desserts. Das Rennen machte hier das Valrhona-Schokoladesouflee mit Passionsfruchteis. Das allein ist schon ein Grund, zum Göttfried Essen zu kommen, zumindest für meine Nichte Lea. Geschmeckt haben aber auch die flaumigen Topfenknödel mit Zwetschkenröster und die Apfeltorte, beides mit Vanilleeis. Ich habe mich – ebenso wie mein Bruder, Geburtstagskind und Gastgeber des Abends – mit einem Espresso zufriedengegeben. Am Ende waren wir uns alle sicher: Bis zum nächsten Besuch wird es nicht mehr drei Jahre brauchen!

 

So geht´s ja auch, meint zumindest Ihr

Georg Heckmann

Oftering, am 20. Oktober 2019