Heckmann kocht!

Die Donauwirtinnen

Die Donauwirtinnen: Ein Erlebnis der besonderen Art

 

Ein altes Restaurant mit neuem Koch

 

Eigentlich sind wir ja nicht wegen der Einrichtung hingegangen. Beschrieben wird das Restaurant der beiden Donauwirtinnen Julia Oswald und Tanja Oberberger als „entzückendes Lokal im Shabby Stil“ (siehe Foto). Das klingt zwar gut, sieht meiner Meinung nach aber nicht besonders gut aus. Also habe ich „Shabby-Stil“ gegoogelt und bin draufgekommen, dass diese Bezeichnung von schäbig, marode, heruntergekommen, etc. stammt. Das trifft die Sache ganz gut, meine ich. Die Inneneinrichtung sieht nämlich wirklich aus wie eine Mischung aus Erbstücken, Flohmarktkäufen und Selbstgemachten. Und den Wänden würde ein Neuanstrich auch nicht schaden.

 

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Einen Besuch durchaus wert: Die Donauwirtinnen in der Webergasse in Alt-Urfahr mit ihrem neuen

Koch Georg Friedl

 

Nein, hingegangen sind wir eigentlich wegen des Essens und vor allem wegen Georg Friedl (siehe Foto), der seit Mitte November bei den Donauwirtinnen in der Küche steht, und den wir schon seit geraumer Zeit – schon lange vor seinem Engagement im Salzamt – kennen und schätzen. Friedl mit seiner einschlägigen Vergangenheit passt gut zur Philosophie des Lokals, nämlich Grundprodukte aus dem direkten Umfeld, d.h. vorzugsweise aus dem Mühlviertel, zu verwenden. Und das auf einem kulinarisch sehr hohen Niveau, schließlich hatte sein Vorgänger das Lokal im A La Carte bereits auf Sterne-Niveau gebracht. Also, würde der gelernte Österreicher sagen, schaun wir mal…...

 

Der reservierte Tisch war für 4 Personen viel zu klein, aber wir haben anstandslos einen größeren erhalten. Wie überhaupt der Service zwar nicht perfekt, aber sehr höflich und flink war. Da es draußen einigermaßen kalt war, starteten meine Frau und unser gemeinsamer Freund Wolfgang mit einer „Frostschutzsuppe“, in diesem Fall mit einer Gemüse-Grießsuppe. Beide waren ebenso zufrieden wie Freundin Judith mit ihrem knackigen Gemüse in Essig und Öl. Ich entschied mich trotz einiger Bedenken - v.a. gegen den schwarzen Rettich - für ein Karpfenverhackertes mit Leindottercreme, eingelegtem schwarzen Rettich und Röstbrot. Meine Bedenken waren schnell ausgeräumt, es schmeckte ausgezeichnet (siehe Foto).

 

Karpfenverhackertes 2

Ein tolles Angebot von der Vorspeisenkarte: Karpfenverhackertes

mit Leindottercreme, eingelegtem schwarzen Rettich und Röstbrot

 

Bei den Hauptspeisen wählten wir dreimal aus dem Tagesangebot, und einmal Flammkuchen. Den (letzten) faschierten Hirschbraten von der Mittagskarte mit Jägersauce (was immer das war) und Cremepolenta verzehrte mein Freund Wolfgang mit großem Vergnügen. Schon weniger Vergnügen hatten wir mit den Filetspitzen mit Nudeln, Pilzen und Speck (siehe Foto). Die waren eindeutig zu sahnelastig und lagen mir sehr lange im Magen. Die kleine Ausgabe des Flammkuchens mit Speck und Lauch war leicht und geschmacklich in Ordnung, also für das Abendessen ideal. So war dann bei (fast) allen noch Platz für eine Nachspeise und Kaffee. Die beiden gewählten Kuchen - einmal Schoko-Brownie mit Schlagobers (siehe Foto) und einmal besoffener Kapuziner - waren ausgezeichnet. Das behauptete zumindest meine Gattin auch von ihrer Joghurtcreme mit Heidelbeerröster. Ich fand die Präsentation im Glas eigentlich besser als den Inhalt.

 

 

Filetspitzen 2  

Leider etwas zu üppig geraten: Die Filetspitzen mit Nudeln,

Pilzen und Speck

 

 

Zum Schluss noch zu den Getränken und zur Rechnung. Das Getränkeangebot scheint mir „übersichtlich“, aber es ist qualitativ in Ordnung. Vom Freistädter Bio-Zwickel und vom Bio-Frizzante am Anfang, über den offenen Grünen Veltliner um 3,90 je Achterl bis zum Espresso um 2,40 am Ende war alles okay. Und die Rechnung mit insgesamt € 114.- für 4 Personen zeugt von einem ausgesprochen guten Preis-Leistungsverhältnis. Ich glaube daher, dass wir doch wieder herkommen werden, zu den Donauwirtinnen. Vielleicht an einem lauschigen Sommerabend, um die lokalen Köstlichkeiten im gemütlichen Gastgarten zu geniessen!

 

Schoko Brownie 

Den süßen Abschluss keineswegs bereut: Der Schoko-

Brownie mit Schlag