Heckmann kocht!

Krankenhauskost in Klagenfurt und Muttertagslunch im Le Büsch. Mein neues Rezept ist wieder einmal eines für ein Dessert: Für eine Schoko-Espresso-Torte.

Kulinarische Erfahrungen im Landeskrankenhaus Klagenfurt und Muttertagslunch in der etwas anderen Linzer Buschenschank.Mein neues Rezeptist eines für ein einfaches aber überaus köstliches Dessert: Für eine feine Schoko-Espresso-Torte.

Schoko Espresso ferig bestäubt.2 Dr. Oetker

Diese Schoko-Torte wird Sie begeistern     Ohne Schnick-Schnack, nur mit etwas Staubzucker garniert

Ich habe diesen Schokoladekuchen - eigentlich handelt es sich dabei ja um eine Torte - schon vor längerer Zeit bei guten Bekannten zum Dessert gegessen. Ich war damals so begeistert, dass ich das Rezept gleich mit dem Handy fotografiert und mitgenommen habe. Gut Ding braucht bekanntlich Weile, und so hat es lange gedauert, bis ich diese köstliche Torte endlich selbst gebacken habe.

Anlass war die Malerrunde meiner Frau, die an der Reihe war, eine Mehlspeise mitzubringen. Diese Gelegenheit habe ich genützt, und die Künstler waren rundum begeistert. Ähnliche Rezepte gibt es im Übrigen im Internet, nämlich einen Schoko-Kuchen unter „Einfach backen“ - der hat sogar noch eine Schokoglasur - und von Dr. Oetker und Küppersbusch.

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      6.500 Mahlzeiten täglich im Landeskrankenhaus Klagenfurt        Gut behandelt, weniger gut gespeist

Jetzt bin ich bereits die zweite Woche im Landeskrankenhaus in Klagenfurt. Meine Hüftoperation ist zufriedenstellend verlaufen, und nach erfolgreicher "Mobilisierung" neigt sich mein Aufenthalt auch bereits wieder seinem Ende zu. Die medizinische und pflegerische Behandlung und Betreuung sind bestens, und das ist schließlich ja auch das wichtigste. Nicht nur Positives gibt es leider über die Verpflegung zu berichten, und das trotz Sonderklassepatienten-Status mit Zusatzversicherung. Aber die guten Nachrichten zuerst: Das Angebot für das Frühstück ist ausreichend, und sowohl für das tägliche Mittag- als auch für das Abendessen gibt es jeweils vier Auswahlmöglichkeiten, von Vollkost bis zu Vegetarisch. Dabei sind immer eine meist belanglose Suppe mit Einlage, und als Nachspeise ein kleines Stück Kuchen, das man sich für den Nachmittagskaffee aufheben kann.

LKH Räucherlachs mit Topfenkren 2 LKH Putenfilet m.Reis 1

            Räucherlachsplatte mit Topfenkren                      Gemüsebrühe, Putenfilet mit Reis, Apfelkuchen

Das Qualitätsniveau der einzelnen Gerichte ist dabei sehr unterschiedlich, aber insgesamt eher als nicht zufriedenstellend einzustufen. Das beste was ich bisher vorgesetzt bekam waren perfekt al dente gekochte Spaghetti mit einem köstlichen Fleischsugo. Der absolute Tiefpunkt war ein winziges, zu Tode gebackenes Stück Scholle mit Kartofferln, aber ohne die angekündigte Sauce Tatar. Dazwischen gab es zweifellos mehr Tiefen als Höhen. Die Räucherlachsplatte mit Topfenkren am Sonntagbend wäre perfekt gewesen, wenn die drei Scheiben Toast auch getoastet gewesen wären. Das Putenfilet mit Reis vom Montag war durchschnittlich, das Rindsragout mit Majoran und Hörnchen - nicht zuletzt aufgund der guten Fleischqualität - am Dienstag wieder deutlich besser. Bestenfalls als durchschnittlich zu beurteilen waren das Hendlfilet Stroganoff mit Rösti und Gemüse von gestern und der glacierte Kalbsbraten - diesmal mit Röstitaler und Kaisergemüse - von heute.

 LKH Rindsragout m. Majoran u. Hörnchen 1  LKH Hendlfilet Stroganoff 1 

Majoran-Rindsragout mit Hörnchen & rote Rübe     Hendlfilet Stroganoff wiederum mit Rösti und Erbsen

Was die neuen Rezepte betrifft, habe in der letzten Zeit ja bereits "vorgekocht", d.h. das eine oder andere neue Rezept für Sie vorbereitet. Für Abwechslung bzw. Nachschub ist also gesorgt. Nur Restaurantkritiken wird es so schnell wohl keine geben!

LeBüsch. 5.22 Knusperbraten 2 LeBüsch. 5.22 Zitronen Backhenderl

Schweinsbraten, Stöcklkraut und Bärlauchknödel       Zitronen-Backhenderl mit Erdäpfel-Rucola-Salat

"LeBüsch" heisst der neue Stadtheurige am Graben in Linz. Haubenkoch Heinz Hanner kreiert hier exklusive Speisen, die von Koch Richard Schlögl perfekt umgesetzt werden. Highlights sind das mit viel Holz ausgestattete Innendesign, die einsehbare Küche, ein hübscher und ruhiger Gastgarten und last but not least der Shop und die Vinothek, in der man sich seine eigene Flasche Wein auswählen kann. Wir hatten zu viert einen Tisch reserviert, und waren am Samstag vor dem Muttertag um 12.30 h noch ziemlich allein im Lokal. Aber es füllte sich dann Zug um Zug, sodass letztlich ein bischen "Nobelheurigen-Stimmung" aufkam. Die Speisekarte ist überschaubar und umfasst jeweils drei Menüvorschläge, bei denen man aber die einzelnen Gänge auch untereinander austauschen kann. Zusätzlich gibt es noch eine Jausenzeit-Auswahl (Brettljause, Suppe des Tages und belegte bzw. bestrichene Bauernbrote) sowie eine Käseverkostung.

LeBüsch. 5.22 Linzer Nockerl 1 LeBüsch. 5.22 Schokokuchen 2

    Linzer Nockerl mit Rum und Ribiselcreme         Warmer Bitterschokoladekuchen mit Nusskern und Eis

Nach einem Aperitif starteten wir mit nur zwei Vorspeisen, einmal mit den Tapas und einmal mit den Rinderbackerln. Die Tapas waren mir - mit Ausnahme von einem bisschen Verhackertem - etwas zu vegetarisch, aber mit Hilfe der beiden Damen am Tisch konnten sie schliesslich auch aufgegessen werden. Die Rindsbackerl - geschmort und gezupft - waren köstlich. Als Geck mussten sie selbst in Salatherzen gefüllt und diese dann verzehrt werden. Die Hauptspeisen waren insgesamt einfach lecker, sowohl das Zitronen-Backhenderl mit Erdäpfel-Rucola-Salat - serviert im Heukörbchen - als auch der Knusperbraten vom Bioschwein mit Stöcklkraut und Bärlauchknödeln. Wunderschön und kreativ angerichtet, und vom Geschmack her erste Wahl. Dies trifft auch auf die Nachspeisen zu, von denen die dem Salzburger Vorbild nachempfundenen Linzer Nockerl mit Rum und Risbiselcreme besonders hervorzuheben sind. Aber auch der warme Bitterschokoladekuchen mit Nusskern und Erdbeereis, die Topfenknödel mit Rhabarber und Kokoseis und das Schokolademousse ließen keine Wünsche offen. Ein zufriedenstellender Service und ein mehr als faires Preis-Leistungsverhältnis komplettierten den positiven Gesamteindruck. Ein Besuch im Sommer im hübschen Gastagarten sollte auf jeden Fall eingeplant werden!  

Geniessen Sie jetzt das schöne Maiwetter in vollen Zügen, mit allem was auch kulinarisch dazugehört, vom frischen Spargel über die Maischolle bis zum Maibock.

 

Das wünscht Ihnen Ihr 

Georg Heckmann

  

Oftering, am 19. Mai 2022