Heckmann kocht!

 Köstlicher Mittagstisch, Sonntags-Brunch, Leopoldimarkt,

Ganslessen, Halloween-Abendessen, Heiligenstriezel-

Jause und Herbsttage in Sachsen.

Berichte von einem gemütlichen Mittagessen bei guten Freunden, vom sonntäglichen Brunch bei Ruth & Moritz, vom Leopoldimarkt in Marchtrenk, vom Ganslessen beim Kirchenwirt in Kirchberg-Thening, von einem Abendessen zu Halloween, von der Heiligenstriezel-Jause, und von einer Busreise nach Dresden und nach Leipzig.

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              Köstliche italienische Birnen-Kürbissuppe                        Zweierlei Kalbsbraten, einmal gerollt und einmal gefüllt

Eine Einaldung zu unseren guten Freunden anch Unterholz ist immer ein besonderes Vergnügen. Dies sowohl in gesellschaftlicher als auch in kulinarsicher Hinsicht. Diesmal warteten uns die Gatgeber mit einem dreigängigen Mittagsmenü auf, das ausschließlich aus Bioprodukten bestand, die noch dazu alle von Lieferanten aus der nächsten Umgebung stammten. Der Salat km übrigens noch aus dem eigenen Garten.

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          Alles Bio und alles regional, teilweise noch aus dem eigenen Garten                  Apfelkuchen mit Kokos und Mandeln

Nach einem Schluck vom appetitanregenden Cider gab es zu Beginn eine italienische Kürbissuppe mit Birnen. Passte perfekt in die Jahreszeit, und konnte noch dazu wahlweise mit gesalzenen Kürbiskernen, Kernöl und/oder gerösteten Brotwürfeln angereichert werden. Dann wurde zweierlei Kalbsbraten - einmal gerollt und einmal als gefüllte Kalbsbrust - serviert. Im Gemüse-Natursaftl, versteht sich. Dazu wurden Serviettenknödel und Petersilien-Erdäpfel gereicht. Und natürlich ein gemischter Salat. Dazu servierte der Hausherr einen glasklaren, trockenen und leicht säurebetonten Riesling vom Weingut Zorn aus Königsbrunn am Wagram, ein wirklich perfekter Begleiter zu diesem Gericht. Als süßen Abschluss verspeisten wir dann zum Kaffee noch einen Apfelkuchen mit Kokos, gerösteten Haselnüssen und Marillenmarmelade!

Brunch Ruth Tafelrunde links Brunch RuthKrautmandl

Es war sehr schön, es hat uns sehr gefreut (geschmeckt hat es auch!)        Kraumandl samt Krauthobel für die Gastgeber

Der Besuch letzten Samstag am Gemeindeamt Oftering hat sich in jeder Beziehung gelohnt. Die Schmuckausstellung der Goldschmiede Roithner und die Keramikstellung von Beate Freudenberg, aber auch die Weihnachtsbuchausstellung der Gemeindebücherei in Zusammenarbeit mit Buch Plus hatten für jedermann und in jeder Preislage hübsche, edle und interessante Angebote. Auch die Kulinarik bot Schmackhaftes: Brot und Käsestangerl mit diversen Aufstrichen von Kartoffel- und Heringskäse bis Liptauer und Bratlschmalz, sowie ein selbstgemachter, echter Dresdner Weihnachtsstollen und gute Kekserl. Natürlich haben meine Gattin und ich überall eine Kleinigkeit gekauft, und gestärkt haben wir uns ebenfalls.

Am Sonntag waren wir dann zum House-Warming Brunch bei unserer Nichte Ruth und Partner Moritz in ihrer neuen Wohnung in Linz eingeladen. Nachdem sich Ruth einen Krauthobel für ihren Haushalt gewünscht hatte, haben wir diesen einfach huckepack einem "Krautmandl" umgeschnallt. Wir wurden - mit vielen selbstgemachten Köstlichkeiten wie Vollkornbrot und Weckerl sowie einem Brioche-Striezel - mehr als liebevoll bewirtet. Natürlich durften Käse, Schinken, Speck, weichgekochte Eier, Streichwurst, sowie Rohkost - sowohl Gemüse als auch Obst - und verschiedene Marmeladen nicht fehlen. Neben Kaffee und Fruchtsäften gab es zur Feier des Tages auch einen erfrischenden Apfelcider vom Hirschvogel.

Leierkasten Buntes Treiben

                  Alte Melodien vom Leierkastemann                          Buntes Treiben am Leopoldimarktin Marchtrenk   

„Genuss, Tradtion & Emotion“ war das Motto des 24. Marchtrenker Leopoldimarktes vergangenes Wochenende am Kirchenplatz. Kulinarische Leckerbissen und Schmankerln aus der Region, traditionelles Handwerk sowie Unterhaltung für Groß und Klein erwartete die Besucher. Neu waren die Alpakas das Kinderschminken und auch die "Heissen Maroni", gefehlt hat hingegen das Ponyreiten. Wir waren am sonnigen, frühen Sonntagnachmittag aber hauptsächlich an den Bratwürsteln mit Sauerkraut interessiert, die uns das Mittagessen ersetzten. Auf Punsch, Bauernkrapfen, Kekserl und alle sonstige mussten wir aufgrund unserer Diät ohnehin verzichten. 

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Die Weinrunde beim Ganslessen beim Kirchenwirt in Kirchberg             Nur zu empfehlen: Hirschcarpaccio mit Bergkäse

 Schon traditionell ist das jährliche Ganslessen unserer Weinrunde. Die Wahl fiel diesmal – auf meine Empfehlung und nach zweimaligem Probeessen - auf den Kirchenwirt in Kirchberg-Thening. Eine gute Entscheidung, auch wenn wir nicht 100%ig zufrieden waren. Wir hatten einen Tisch für 9 Personen reserviert und bekamen eine schön gedeckte Tafel in einem Extrazimmer. Das Service war perfekt: Freundlich, höflich, aufmerksam, flink und kompetent. Wir hatten auch vorbestellt, nämlich viermal Ganserl, dreimal Ente und zweimal à la carte. Die Wahl der beiden fiel dann auf ein Lachsfilet auf cremigem Pilzrisotto mit Schmortomaten und Limettensauce sowie auf ein klassisches Wiener Schnitzel von der heimischen Sau mit Pommes und Wildpreiselbeeren. Ich war der einzige, der eine Vorspeise bestellte, nämlich ein sehr schön angerichtetes Hirschcarpaccio mit Ruccola, Bergkäseflocken, Sauce Cumberland und Briochetoast. Eine gschmackige und stattlich Portion um € 14.-. Das erwies sich als sehr vernünftig, denn die Wartezeit für die Hauptspeise belief sich – obwohl das Gasthaus alles andere als voll besetzt war -auf nahezu eine volle Stunde.

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Herausfordernd: Monikas Kampf mit dem Gansl        Ein Traum von einem Dessert: Schokotörtchen mit Maronimousse

Um es kurz zusammenzufassen: Das Essen war - mit Ausnahme der Gansln - sehr gut. Enten und Gansln wurden mit Süßkartoffelpüree, Kürbisknödeln, Rotkraut und Orangensafterl serviert. Auf Wunsch konnte das Kraut auch gegen einen Salat eingetauscht werden. Die Enten waren zart und ließen sich einfach von den Knochen lösen, die Gansln dagegen leider etwas trocken und zäh, sodass es einer schon heftigeren Auseinandersetzung mit dem Federvieh bedurfte, um es in essbare Portionen zu zerlegen. Da wäre fast ein Steakmesser notwendig gewesen! Dies wurde auch dem Koch weitergemeldet. Gute Bekannte von uns waren hier zu Mittag zum Ganslessen und hatten keinerlei Beschwerden. Noch zwei Highlights zum Schluss: Die Weinauswahl - ein Blaufränkischer „Alte Weinberge“ 2013 vom Weingut Strass aus Drassmarkt um € 29,80 - erwies sich als kongenialer Begleiter unseres Essens - und die Auswahl der Nachspeise – ein Valhrona-Schokotörtchen mit flüssigem Kern, Maronimousse und Beerenspiegel – erwiesen sich als wirkliche Volltreffer. Alles in allem ein gelungener Abend mit einem vernünftigen Preis-Leistungs-Verhältnis!

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            Die Kürbisse sind wie immer gut gelungen....                    Die Schneenockerl = Iles flottantes übrigens auch!

Halloween und Allerheiligen sind zwei Anläße, die unsere Familie – zumindest teilweise – zusammenbringen. Zu bzw. für den Halloween-Tag gilt es, zwei Kürbisse für und mit unserer Enkelin Elena zu schnitzen. Und bei dieser Gelegenheit machen wir gleich noch einen dritten dazu, der dann für einige Tage bzw. Nächte unseren Hauseingang ziert. Für Sohn und Enkerl habe ich - sehr „diätbewusst“ aber nicht weniger aufwändig - wieder einmal gekocht. Eine feine aber doch kräftige Schwarzwurzelsuppe (allerdings ohne Weißwein und ohne Schlagobers), eine Forelle auf Gemüsebeet sanft gegart in der Bratenhülle mit Kartofferl und grünem Salat und als Nachspeise – die einzige wirkliche Sünde in diesem Menü – Schneenockerl mit Vanillesauce. Das Rezept für die Nachspeise finden Sie seit kurzem in zwei Varianten, jenes für die Schwarzwurzelcremesuppe schon seit längerem, im Rezeptteil.

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  Viel Spaß schon beim "Making of" der Heiligenstriezel....         ... und noch mehr Spaß dann bei der gemeinsamen Jause!

Wie jedes Jahr traf sich (fast) die gesamte Familie am 1.November zum gemeinsam Heiligenstriezel-Backen. Am späten Vormittag wurde zunächst der Germteig zubereitet, der eine ausreichende Zeit „zum Gehen“ baucht. Dann wurden die Striezerl geflochten und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech gelegt. Dort haben wir sie nochmals kurz aufgehen lassen, und dann mit versprudeltem Eidotter bestrichen. Dann wurde ein Teil davon gesalzen, und ein Teil mit einem Gemisch aus zerkleinerten Walnüssen und Kristallzucker bestreut. Nach dem Backen und Auskühlen gab es dann die traditionelle Allerheiligen-Jause. Die Heiligenstriezel wurden mit Butter bestrichen, und die gesalzenen mit Wurst, Schinken, Käse und Aufstrichen, die süßen mit verschiedenen Marmeladen verzehrt. Dazu gab es Bier oder einen trockenen Weißwein, und natürlich auch Kaffee oder Tee. Nach der Jause erfolgte dann das Gedenken an die schon verstorbenen Familienmitglieder, und es wurden die Friedhöfe in Oftering, Traun und St. Martin aufgesucht.

Dresden 2019 Mitbringsel Dresden 2019 Eierschecke Bastei

Mitbringsel vom Dresdner Stollen bis zur Meißner-Tasse          Eine köstliche Spezialität aus Sachsen: Die Eierschecke

Ein paar schöne und sonnige Herbsttage verbrachten wir auf einer kurzen Tour durch Sachsen. Auf dem Programm standen neben der Residenzstadt Dresden und der Messestadt Leipzig u.a. auch die Porzellanstadt Meißen, das Jagdschloss in Moritzburg, das Sächsische Staatsweingut auf Schloss Wackerbarth und die Stadt der Spitzen Plauen. Nachdem wir in unserem Hotel IBIS in Dresden Halbpension - ein Frühstücksbuffet und ein dreigängiges - meist seelenloses - Abendessen - hatten, waren meine kulinarischen Erfahrungen auf das eine oder andere Mittagessen unterwegs oder auf Kaffee und Kuchen beschränkt. Für eine kräftige, sächsische Kartoffelsuppe mit Karotten, Sellerie, Speck und Würstchen und für einen sächischen oder Dresdner Sauerbraten - ein mehrere Tage mariniertes Rindfleisch mit Sauce und Klößen - hat es allemal gereicht. Zu einem Radeberger Bierfleisch, Bambes (Kartoffelpuffer) aus dem Vogtland oder einem Leipziger Allerlei sind wir - wie zu so vielen anderen Spezialitäten auch - leider nicht gekommen. Das beste am IBIS in Dresden ist nicht seine Küche, sondern seine zentrale Lage direkt in bzw. an der Fußgängerzone.

Dresden 2019 Wildschützentopf Moritzburg Dresden 2019 Weinverkostung Wackerbarth

Wildschützeintopf (Wild-Gulaschsuppe) auf Schloss Moritzburg           Weinverkostung auf Schloss Wackerbarth

Was die Nach- bzw. Mehlspeisen betrifft, haben wir ein ähnliches Schicksal erlitten. Eine Eierschecke konnten wir - sogar zweimal - probieren, ebenso die bekannte Leipziger Lerche und ein kleines Schüsselchen Rote Grütze mit Himbeergeschmack und einem Klecks Vanillesauce. Der Meissner Fummel  und der Pulsnitzer Pfefferkuchen (Lebkuchen) blieben uns versagt, ebenso der weltbekannte Dresdner Marzipanstollen. Aber davon haben wir wenigstens eine Kostprobe mit nach Hause genommen.

Noch ein abschließender, kurzer Kommentar zum Getränkeangebot. Was das Bier betrifft, so gibt es mehr als 70 Brauereien und über 300 verschiedene Biersorten im  Land. Die größte und vor allem bekannteste dürfte die Radeberger Brauerei sein. Beim Bierkonsum sind die Sachsen mit 135 l/Kopf/Jahr gemeinsam mit den Tschechen Weltspitze und liegen weit über dem deutschen Durchschnitt und auch vor Österreich. Man spricht sogar vom "Bermuda-Dreieck des Bieres": Tschechien-Bayern-Sachsen. Keine so große Rolle spielt Sachsen hingegen im Weinbau: Nur etwa 1% der gesamten deutschen Weinproduktion kommt aus diesem Bundesland. Dennoch war der Besuch des staatlichen Erlebnis-Weingutes Schloss Wackerbarth in Radebeul in vielfacher Hinsicht beeindruckend. Das stilvollen Ambiente, die moderne Kellertechnik und nicht zuletzt die Qualität der verkosteten Weine werden mir in guter Erinnerung bleiben. Auch ein eigener hochprämierter Sekt - wie im Elsass und an der Loire Cremant genannt - wird in mehreren Stilrichtungen produziert. Im milden Klima des Elbtales werden auf ca. 90 ha vor allem Weissweine angebaut und vinifiziert. In Erinnerung belieben wird mir auch der letzte Trinkspruch unserer Sommelieuse: "Was Du heute kannst entkorken, das verschiebe nicht auf morgen!" Übrigens auch zu finden im neuesten Wein & Co Prospekt.

Nach dem privaten Lunch bei Freunden in Unterholz stehen diese Woche noch einige kulturelle und kulinarische Events an. Kulturell haben wir die Vernissage "Winterwonderland" in Marchtrenk und das Kabarett "Schluss mit Genuss " mit Guggi Hofbauer in Oftering auf dem Programmzettel. Kulinarisch gibt´s ein großes Geburtstagsessen beim Fischerwirt in Ernsthofen. Dazu kommt noch ein Besuch des Kathreinmarktes im Sumerauerhof in St. Florian.

 

Georg Heckmann

Oftering, am 21. November 2019