Heckmann kocht!

Nachbarschaftsfest nach Kuba

Zurück aus der Karibik - Nachbarschaftstreffen

Wenn einer eine Reise tut, dann hat er was zu erzählen. Und wenn ihm die Nachbarn in der Zwischenzeit aufs Haus (und auf die Katze) geschaut haben, dann sollte er sich klarer Weise dafür bedanken. Und wenn jemand mehr als zwei Wochen nicht mehr in der Küche gestanden hat, dann ist es höchste Zeit, sich wieder einmal an die Töpfe zu wagen. Gründe genug, um seine Nachbarn zu einem gemütlichen Sonntag-Mittagsessen einzuladen. So geschehen am 2. April, wobei nur der erste und letzte Drink (Mojito und Legendario) aus Kuba stammten. Im Mittelpunkt standen vielmehr Reh und Lamm, sowie der erste Spargel und ein fruchtiges Apfel-Tiramisu. Dazu heimische Gewächse wie eine meiner letzten Flaschen vom Jungen Rivaner 2016 aus Langenlois und ein Falstaff-prämierter Zweigelt aus dem Burgenland. Es hat allen so gut geschmeckt, dass wir den letzten Teil des Menus dann einfach gestrichen habe, sie finden ihn auch nicht mehr auf der folgenden Karte.

Rehragout serviert am TischRehragout mit Reis

Schon als Süppchen ein Ragout vom Rehkitz mit Reis und Endiviensalat

 

Aperitif: Ein Gruß aus Kuba

Mojito für alle

Vorspeise: Sauer macht lustig A

Almochsen- und Spargelvariationen mit Vinaigrette

Junger Sax – Rivaner 2016

Weingut Sax, Langenlois

Süppchen:  Ein Rehlein steht im Walde

Ragout vom Rehkitz mit Gemüse, Reis & Endiviensalat

Zweigelt Qualitätswein 2013

Weinbau Schweifer, Eisenstadt

Hauptspeise: Lammfromm und erdverbunden

Lammrack mit Kräutern, Dillfisolen und Kartoffel-Möhren-Gratin

Kraut- und Gurkensalat

Zweigelt Qualitätswein 2013

Weinbau Schweifer, Eisenstadt

Dessert: Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm

Apfeltiramisu im Glas

Kaffee & Legendario on the rocks

Lammracks mit DillfisolenApfel Tiramisu im Glas

Als Hauptspeise Lammracks mit Dillfisolen und als Dessert Apfel-Tiramisu im Glas

 

Bad Radkersburg 2017

 

Radkersburg Jänner 2017

 

Ein kulinarisches Tagebuch

Eine Woche Auszeit in Bad Radkersburg. Das heißt bei uns Frühstückspension im Vitalhotel, das bedeutet fast Unterkunft bei Freunden wie gewohnt. Mit einem ausgiebigen Frühstücksbuffet, das kaum Wünsche offen lässt. Nach einer 3/4 Stunde im Fitnessraum schmeckt es natürlich noch viel besser. Dann der Tag in der Therme, im Quell- oder Vitalbecken, und natürlich in der Sauna-Landschaft. Viel herumliegen, ein bisschen lesen, meist aber nur genussvoll „ruhen“. Ein paar Behandlungen, wie z.B. Maniküre, Rückenmassage und Lymphdrainage. Dazwischen eher nur Wasser trinken. Und abends dann ausgehen, entweder fein essen oder einfach in eine Buschenschank, in eine gute natürlich.

In den letzten Jahren ist uns das eine oder andere Lieblingslokal wie z.B. der Königsberger Hof in Tieschen oder der Stöcklwirt in Neusetz/Straden leider abhanden gekommen, sie haben einfach zugesperrt. Für andere wie z.B. für die Schönen Aussichten in Klöch oder den Krispel in Neusetz war Ende Jänner einfach noch zu früh, sie hatten wegen Betriebsurlaubs noch geschlossen. Da heißt es dann etwas Neues suchen, Freunde oder das Personal im Hotel oder in der Therme befragen, und ein bisschen googeln. So haben wir dann doch wieder die eine oder andere Location gefunden, wo es sich lohnt zu essen, und über die es sich auch lohnt zu schreiben. Im folgenden lesen sie das kulinarische Tagebuch (eigentlich mehr ein "Abendessenbuch") dieser Woche. 

 Barsch mit Garnele

Surf & Turf: Gegrillter Barsch mit Garnele 

 Montag. Wenn man erst am Nachmittag in Bad Radkersburg ankommt, zunächst sein Zimmer bezieht und sein Auto in der Garage parkt, dann in Ruhe auspackt und über den unterirdischen „Schlapfengang“ in die Therme geht, möchte man sich am Abend nicht unbedingt noch einmal anziehen und ausgehen. Da bietet das Restaurant Mehrblick in der Therme die ideale Gelegenheit, im Bademantel Platz zu nehmen, und aus einem doch reichhaltigen Menu-Angebot sein Abendessen zusammenzustellen. Das Vorspeisen- und das Salatbuffet waren in Ordnung, es gab sogar frischen Schinken aus der von mir geradezu verehrten italienischen Aufschnittmaschine. Die Klöcher Traminersuppe mit Weißbrotwürfeln war eher bedeutungslos, sie wie meine Gattin auszulassen wäre besser gewesen. Der gegrillte Barsch mit Garnele in Currysauce mit Reis hat meiner Gattin zwar geschmeckt, mir eher weniger. Ich hatte ein Steirerglück-Schweinsfilet auf überbackenen Schupfnudeln mit einer süßen Calvados-Rahmauce, auch keine wirkliche Offenbarung. Das Fleisch etwas zu trocken und die Schupfnudeln zu zäh, aber die Sauce mit Früchten durchaus interessant.  

Schweinsfilet

Sieht besser aus, als es geschmeckt hat: Steirerglück-Schweinsfilet

Bemerkenswert war vielmehr der von mir gewählte Wein, eine Weißwein-Cuvée aus Weiß- und Grauburgunder sowie Chardonnay namens „Tau“ vom Winzer Gollmann aus Pichla bei Tieschen. Diesen Wein werde ich mir merken müssen, so frisch, fruchtig und doch trocken, mit einem deutlichen Anklang an den Weißburgunder. Die Schokoladenachspeise - einmal in Form einer Mousse und einmal in Form eines Kuchens, mit Erbeerpüree, Früchten und Schlag - haben mich bzw. uns dann wieder etwas versöhnt. Auch das Preis-Leistungsverhältnis ist vernünftig, mit 50 € für zwei Personen inklusive Trinkgeld war die Rechnung durchaus überschaubar. Nicht zu vergessen: Das Service war perfekt!

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Italien in der Altstadt von Bad Radkersburg  - endlich!

 Dienstag. Nicht vergleichbar unsere Erfahrungen am zweiten Abend, wo uns unser Hunger in „Das Altstadthaus“ ins Zentrum von Bad Radkersburg führte. Eine zauberhafte Enoteca mit einem Feinkostladen und einem sehr netten, geschmackvoll eingerichteten Restaurant. Weder die Speise- noch die Getränkekarte überladen, mit einem guten Tagesangebot. So hatten wir bereits gewählt, als der Aperitif – in diesem Fall ein frischer, kühler Prosecco - ankam. Gleich darauf stand schon das Gedeck auf dem Tisch, bestehend aus zwei verschiedenen Pestos - einem Genovese und einem Tomatenpesto - und einem Schälchen besten Olivenöls. Dazu drei verschiedene Sorten köstlichen Brotes, zwei weiße – eines mit Oliven und eines mit Tomaten – und ein dunkles, offensichtlich mit Nüssen. Da hieß es schon höllisch aufzupassen, das man sich nicht schon vor der Vorspeise satt isst.

 

Diese ließ aber gottseidank auch nicht lange auf sich warten. Meine Gattin hatte eine Rote Rüben Cremesuppe mit Wachteleiern gewählt. Die Suppe war appetitlich anzuschauen und rund im Geschmack, die roten Rüben blieben im Hintergrund, keinerlei „erdige“ Töne waren erkennbar. Die Wachteleier waren meiner Meinung nach etwas zu hart gekocht und mit dem Löffel kaum zu zerteilen. Zumindest nicht ohne sich der Gefahr auszusetzen, am Teller resp. am Tisch eine Sauerei anzurichten. Hier waren zweifellos Messer und Gabel gefragt. Mein Tintenfischsalat mit schwarzen Oliven und Beerenkapern wurde nicht nur sehr hübsch in einem Radicchio-Blatt wie in einer Schale serviert, er schmeckte auch ausgezeichnet. Ebenfalls sehr dezent gewürzt, mit getoastetem Weißbrot serviert, und die Portion nicht zu klein. Sogleich wurde ein Glas Tokaier aus dem Jahr 2014 aus dem Friaul - oder wie er ja jetzt heißen muss Friulano - von der Winzerin Isodora Polencic aus Cormons, bestellt. Der Wein - richtig temperiert, strohgelb, mit einer feinen Säure und einer leichter Fruchtigkeit - passte perfekt zum Tintenfisch. Weine von dieser Winzerin gibt es mehrere auf der Weinkarte, sowohl weiße als auch rote. Die Chefin des Lokals mag sie angeblich sehr gerne, was ich durchaus verstehe.  

Rote Rüber Suppe Altstadtwirt  Tintenfischsalat Altstadtwirt

Vorspeisen, die Lust auf mehr machen: Rote Rübensuppe und Tintenfischsalat

mit Oliven und Kapern

Meine Gattin hatte sich für diesen Abend vorgenommen, unbedingt Nudeln zu essen. Also wurden Risotto, Carne und auch Pesce links liegen gelassen, und ein Teller traditionelle Spaghetti mit Fleischsauce bestellt, und dazu ein Insalata Mista. Ich habe mich - nicht nur aus Solidarität  - diesem Trend angeschlossen, und von der Tageskarte Spaghetti mit Trüffelrahmsauce geordert. Uns hat es beiden ausgezeichnet geschmeckt, und so wie es sein soll, ihre Spaghetti ihr, und meine mir, besser. Die Trüffel-Rahmsauce auch sehr dezent, cremig aber doch nicht zu üppig, die Pasta natürlich al dente. Da der dazu sicher bestens passende Barbaresco nicht glasweise ausgeschenkt wurde, habe ich mich für ein Achterl Merlot 2013 entschieden, wieder von unserer Isodora Polencic aus Cormons. Um € 4,80 eine dunkel rubin-granatrote, nach Beeren und Kirschen schmeckende, Occasion. Die Spaghetti Bolognese meiner Gattin für meinen Geschmack ein bisschen zu bissfest, die Sauce ein bisschen zu trocken.

ERdfrüchte in der Salzkruste  Spaghetti m it Fleischsauce

Zweimal klassische Spaghetti: Einmal fein mit Trüffeln und einmal

rustikal mit Fleischsauce 

 „Wann I nur aufhören könnt!“ heißt es in einem bekannten Fernsehspot. Nun, auch wir konnten nicht aufhören, und so bin ich – nach einer Grappa versteht sich – bei einer Schokoladentarte gelandet. Eigentlich nicht nur optisch ein Gesamtkunstwerk, bestehend aus zwei Schnitten flaumigen Schokokuchens, einem Glas mit „besoffenen“ Beeren (Erdbeeren, Himbeeren und Heidelbeeren) und einem Gupf süßen Schlagobers. Auch meine Gattin war mit dem dagegen eher bescheiden anmutenden, aber geschmacklich in nichts nachstehenden Panna Cotta bestens bedient.

Schoko Altstadt 2  Panna Cotta Altstadt

Desserts zum Verliieben im Altstadthaus: Panna Cotta und Schokokuchen

mit frischen Beeren

 So haben wir dann, nach zwei Espressi und nach zwei Stunden feinen Tafelns, um die Rechnung gebeten. Und diese tat unserem Glücksgefühl keinen Abbruch, denn sie betrug keine € 90! Und wir waren uns wie selten einig: Wir haben ein neues, würdiges Lokal für unsere künftigen Thermenaufenthalte gefunden.

 Mittwoch. Zur Wochenmitte haben wir uns beim Aussuchen des Resturants für das Abendessen wirklich schwer getan. Zur Auswahl standen das Restaurant "Casa del Nonno" in Gornja Radgona, also gleich jenseits der slowenischen Grenze, der uns schon bestens bekannte Metzgerwirt im Zentrum von Radkersburg und eine Buschenschank. Für eine weniger touristische und eher urige hätten wir aber nach Klöch fahren müssen, denn in Straden und Tieschen war noch nirgends ausgesteckt. Selbst in Klöch war die Auswahl noch sehr bescheiden, sodass wir uns - nicht zuletzt auch aufgrund der widrigen Straßenverhältnisse (Glatteis) - für den Metzgerwirt entschieden haben.

Trilogie Vorspeise

Steirische Vorspeisentrilogie mit allem was dazugehört beim

Metzgerwirt in Bad Radkesburg

 Ein richtiges Wirtshaus, mit einer Fleischerei und einem Spezialitätengeschäft, wo es Breinwurst, Verhackertes oder Kübelfleisch zu kaufen gibt. Und Mittwoch ist auch der sogenannte "Schmankerltag", da werden z.B. gebratene Ripperl, Stelze, oder Surbratl angeboten. Wir entschieden uns jedoch für Gerichte von der Karte und starteten mit einem Vorspeisenteller "Steirer Trilogie", mit Rindfleisch-Sulz, Vulkano-Schinken und einem Kürbiskernpesto. Gott sei Dank haben wir den gemeinsam gegessen, sonst wären wir bereits nach der Vorspeise satt gewesen. Alles frisch und köstlich, mit etwas Salat, Pfefferoni und Zwiebelringen und einem Körbchen guten Schwarzbrotes serviert.

 Meine Gattin gelüstete  es nach etwas deftigem, und sie bestellte sich das Herrengulasch mit Semmelknödel und einer Schüssel mit gemischten Salat. Das Gulasch herrlich sämig, mit Wadschinken gemacht, wie es sich gehört. Der Semmelknödel etwas weich, und die ganze Portion beachtlich groß. Da wollte ich ihr in nichts nachstehen, und bestellt für mich den Schweinsbraten vom Schopf, ebenfalls mit Semmelknödel und mit Sauerkraut. Das Fleisch köstlich zart, das Saftl so richtig gschmackig, das Kraut gut gewürzt, ja fast etwas zu sauer, könnte man sagen. Knödel und Kraut waren etwas zu weich, um auch das nicht zu verschweigen. Und eine Portion für einen Mann, kaum zu bewältigen. Wir hatten aber noch nicht genug, und bestellten als süßen Abschluss noch ein (eigentlich waren es zwei) Stück Winzerpalatschinke mit Traubenmarmelade, und mit Früchten und Schlagobers garniert. Frisch gemacht und einfach köstlich, da schmeckte man noch die Eier und die Marmelade war sowieso sensationell. Auch die haben wir mit großem Vergnügen gemeinsam verdrückt.

Herrengulasch  Winzer palatschinke

Herrliches Herrrengulasch vom Wadfleisch mit Semmelknödel  Winzerpalatschinke mit

Traubenmarmelade und Schlag

Noch zu den Getränken und zur Rechnung. Ich hatte zwei kleine Murauer Biere vom Fass um je € 2,70, eine alte Zwetschke ebenfalls vom Fass zur Verdauung um € 4,30 und einen Espresso um € 2,10. Der große Vorspeisenteller war um € 9,40 wohlfeil, das Gulasch kostete € 7,20 und der Schweinsbraten € 7,90. Mit dem stillen Mineralwasser und dem Espresso meiner Gattin haben wir nicht ganz € 50 bezahlt. Und dazu vom perfekten Service noch zwei Stamperl Weichsellikör samt Weichseln zum Abschied bekommen. Ein sensationelles Preis-Leistungsverhältnis für eine gute, ehrliche Wirtshausküche und für einen großen Hunger. Der Meztzgerwirt bleibt auch weiterhin einer unserer Favoriten.

 

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Der Thaller in St. Veit: 16 von 20 Punkten und 2 Hauben im Gault&Millau, 

89 Punkte und 2 Gabeln im Falstaff mit steigender Tendenz

 Donnerstag: Der Donnerstag war bereits unser letzter Abend und zweifellos das kulinarische Highlight unserer Thermenwoche. Wir nahmen die mit über 30 km doch einigermaßen weite Anreise in Kauf, und liessen uns im Restaurant Thaller verwöhnen. Mittags speist man dort relativ normal à la carte wie z.B. Wiener Schnitzel oder Blunzn Gröstl, abends dagegen gibt´s nur ein 4-6 gängiges Menu mit einer etwas misteriösen Speisekarte, die nur ein bisschen etwas über die Zusammensetzung der einzelnen Gänge verrät. Man konnte aber immerhin bekanntgeben, was man daraus nicht haben will oder nicht verträgt, und das taten wir auch.

 Beinschinken vom Turrach Schwein  Gesäuerte Forelle vom Thaller kl

Ein fulminanter Beginn beim Thaller: Beinschinken vom Turracher-Schwein

und gesäuerte Forelle

 Meine Gattin und ich wählten beide das Viergang-Menu - genannt "das kleine Orchester" - um € 59, ich dazu noch die Weinbegleitung um € 29.-. Zum Start noch extra dazu den empfohlenen Frizzante Rosé vn Georgio Clai aus Buje in Istrien. Ein sehr gelungener Beginn, muss ich sagen. Das trifft auch auf den Gruß aus der Küche zu, einen Beinschinken vom Turrach-Schwein mit Avocado uns selbstgezogenen Sprossen, originell auf einem Holzbrett serviert. Dann kamen schon die sogenannten "Miniaturen", kleine aber feine Schmankerl beginnend mit einer leicht gesäuerten Forelle, gefolgt von einem Beef Tatar vom Ochs mit fermentierten roten Rübern und schließlich geriebene Bauernbutter mit gemahlenem und geröstetem Weißmohn. Und dazu köstliches Brot, und das alles unter dem Titel "Gedeck" mit € 6/Person in Rechnung gestellt. 

Beef Tatar vom Ochs beim Thaller  Bauernbutter mit Mohn

Beef Tatar vom Ochsen mit fermentierten roten Rüben und geriebene

Bauernbutter mit geröstetem Weißmohn

 Jetzt war es aber höchste Zeit, ins wirkliche Menu einzusteigen. Dazu kam der erste Wein aus der gewählten Weinbegleitung, ein Riesling Federspiel 2014 von F.X. Pichler aus Langenlois. Gut temperiert, mit spürbarem Alkohol, trocken und mit ausbalancierte Säure, begleitete er den steirischen Silberlachs mit Rüben und Karotten, Karottensauce  und Zitrussafterl hervorragend. Dann kam das nächste Glas, ein Grauer Burgunder aus dem Jahr 2013, schon etwas älter und reifer, goldgelb und voll auf der Höhe seiner Kraft, mit kräftigem Körper, vom Weingut Leiner aus der Pfalz. Dazu kam für mich das steirische Mais- bzw. Weidehenderl mit allem, was so dazu gehört, z.B. ein poschiertes Ei und eine ausgezeichnete, rauchige Topinambursuppe. Meine Frau hatte sich für die Erdfrüchte in der Salzkruste mit Gelbwurz und roten Rüben entschieden. Beide Gerichte ausgezeichnet, mein zartes Henderl mit der molligen Suppe für mich natürlich der Favorit.

Frischer Silberlachs vom Thaller   Angus Rind beim Thaller

Der Steirische Silberlachs als eine der Vorspeisen, das Filet vom Angus-Rind

als Hauptgericht                                                                     

Als Hauptspeise gab es für uns beide das Gleiche mit einem kleinen Unterschied: Ein Filet vom Angusrind, rosa gebraten, mit Gänseleber und Süßkartoffelpüree. Meines wirklich medium rare und das meiner Gattin eher well done. "Da gibt´s nichts zu meckern", hätte Alfons Schuhbeck wohl zu diesem Gang gesagt. Dazu einen Pinot Noir von einem kleinen Weingut in Slowenien, dessen Namen ich nicht behalten habe. Und das ist gut so, da hätte es weit bessere Begleiter zu diesem herrlichen Filetstück gegeben, als diesen etwas zu zarten (fast "dünnen") und zu leichtgewichtigen Slowenen.

Vor der wirklichen Nachspeise gab es dann noch einen kleinen Hollerkoch mit Zimtblüten, Schokolade und rotem Hebiskusblütenstaub. Sah sensationell aus und schmeckte auch ganz gut. Der feine, rote Staub reizte aber Nase und Gaumen und sorgte für leichtes Niesen und Husten. Das wiederum verursachte rote Flecken auf dem Tischtuch und auf der Kleidung, was nicht sehr praktisch, aber auch wiederum leicht zu entfernen war. Dazu kam auch gleich der Dessertwein, ein mit 9% Alkohol eher leichter und süßer Ex Vero 2004 vom Weingut Merlitsch in der Steiermark. Keine besonders gelungene Wahl fand ich, auch nicht zum eigentlichen Dessert vom Topaz-Apfel mit Walnusskrokant und Sanddorn. Das allerdings war perfekt. 

Hollerkoch beim Thaller  Topaz Apfel vom Thaller

Eigentlich zwei köstliche Desserts: Hollerkoch mit Zimtblüten und Topaz-Apfel

mit Walnusskrokant 

So verabschiedeten wir uns nach gut zwei Stunden von diesem gastlichen Haus, in dem ich mir vorher noch ein gutes Schnapserl von der Hirschbirne und einen Espresso vom Illy gönnte. Und natürlich die Rechnung in Höhe von € 185,20 bezahlte, und - obwohl diese ziemlich "geschmalzen" war, weil meine Gattin den Abend mit zwei kleinen Flaschen Vöslauer das Auslangen gefunden hatte - auch noch reichlich Trinkgeld drauflegte. Es war uns schließlich gut gegangen, wir waren satt und doch nicht überessen, und wir waren - vielleicht mit Ausnahme des einen oder anderen Weines - rundherum zufrieden. Das Urteil des Falstaff "ehrliche, authentische Küche ohne Schnörkel, immer mit dem besten Geschmack" - konnte ich allerdings nur zum Teil nachvollziehen. Denn Schnörkel gab es meiner Meinung nach doch einige durchaus gelungene!

 

Zaubertal-Abendessen

Ein in jeder Hinsicht zauberhafter Abend

Dinner bei Freunden im Zaubertal

Gefreut haben wir uns schon lange, über diese Einladung von Andrea und Leonhard in ihr Haus im Zaubertal. Bei Leuten mit gutem Geschmack kann man nicht nur die Wohnung bewundern, nein, sie kochen, essen und trinken natürlich auch sehr geschmackvoll. So machten sich Christa und Joe und meine Gattin und ich also auf zu einem erlesenen Abendessen ins Zaubertal (siehe Foto).  

Tischgesellschaft

Ein italienisches Abendessen in gediegenem Ambiente mit und bei Freunden

im Zaubertal

Zunächst ein kleines und kühles Bier, bei dem ich dem Hausherrn bei der Zubereitung der Vorspeise auf die Finger schauen konnte. Es dauerte nicht lange, und die Garnelen waren in Engelshaar (Kataifi-Teig) eingewickelt und wurden in heißem Öl frittiert. Dazu etwas Chicorée und eine asiatische scharf-süße Sauce. Vom Getränk her wechselten wir auf einen jungen Grünen Veltliner Jg. 2016 vom Stierschneider in Loiben. Diese Federspiel Qualität war leicht, sehr erfrischend mit gut eingebundener Säure und war den – übrigens ausgezeichnet schmeckenden - Garnelen ein guter Begleiter.

Bis zur Hauptspeise dauerte es etwas länger. Schließlich galt es, ein schönes Stück Rinderfilet zunächst scharf von allen Seiten anzubraten, dann zu würzen und schließlich in einen Salzmantel einzubetten. Wie einen Fisch in der Salzkruste, nur eben ein Rinderfilet. Und dann ab in das Rohr damit, für mindestens 30-35 Minuten, und anschließend noch etwa 10-12 Minuten Rasten. Die Wartezeit verkürzten wir uns nicht nur mit angeregter Unterhaltung, sondern auch mit einem schon etwas älteren Sauvignon Blanc Jg. 2006 aus dem Friaul. Der Wein aus dem Karst und aus dem Barrique schmeckte anfänglich etwas „fad“, gewann aber mit jedem Schluck an Tiefe und Geschmack. Dann war es aber soweit: Die Salzkruste wurde zerschlagen, und das Filet aufgeschnitten. Dazu gebratene Kartoffelwürferl mit Rosmarin und halbierte Kirschtomaten im heißen Backrohr leicht überbacken. Rosa auf den Punkt gegart, medium rare würde ich sagen. Ein so perfekter Genuss, dass ich mich gar nicht traute, nach einem Stück Weißbrot zu fragen. Und wie bei den Italienern üblich, gab es dazu auch keinen Salat. Dafür aber eine ausgezeichnete Rotwein-Cuvée (Cabernet Sauvignon/Merlot/Alicante) aus der Toskana: Einen Saffredi 2000 aus dem Maremma-Gebiet von Elisabetha Gebeti.

Filet Würzen  Vorbereiten Rinderfildet Salzkruste

Das Rinderfilet wird zunächst scharf angebraten, dann mit einer Gewürzmischung

eingerieben und schließlich in die Salzkruste gepackt

Beim anschließenden Dessert war Gastgeber Leonhard kein Risiko eingegangen und hatte verschiedene italienische Torten aus dem „Non Solo Vino“ mitgebracht: Eine Mandel-, eine Schoko-, und eine Kirsch-Amaretto-Torte. Da wir uns nicht entscheiden konnten, nahmen meine Gattin und ich gemeinsam von jeder ein kleines Stück, und haben das nicht bereut. Dazu natürlich einen Espresso. Nicht verschweigen möchte ich auch, dass bei einem solchen Angebot an Köstlichkeiten auch der eine oder andere Digestif von Nöten war. Unter ihnen Grappa, Whisky und ein ausgezeichneter Viel Apricot von Fassbinder.

Eigentlich wäre das alles ja schon genug gewesen, aber Käse schließt ja bekanntlich den Magen. So wurde auch dieses „zauberhafte“ Dinner unter Freunden mit einer kleinen aber feinen Käseplatte abgeschlossen. Mille Grazie, liebe Gastgeber, kann man da nur sagen, a presto und ciao!

Tortendessert

Ein Dessert-Potpurri: Mandel-, Schoko- und Kirsch-Amaretto Torte

Die Donauwirtinnen

Die Donauwirtinnen: Ein Erlebnis der besonderen Art

 

Ein altes Restaurant mit neuem Koch

 

Eigentlich sind wir ja nicht wegen der Einrichtung hingegangen. Beschrieben wird das Restaurant der beiden Donauwirtinnen Julia Oswald und Tanja Oberberger als „entzückendes Lokal im Shabby Stil“ (siehe Foto). Das klingt zwar gut, sieht meiner Meinung nach aber nicht besonders gut aus. Also habe ich „Shabby-Stil“ gegoogelt und bin draufgekommen, dass diese Bezeichnung von schäbig, marode, heruntergekommen, etc. stammt. Das trifft die Sache ganz gut, meine ich. Die Inneneinrichtung sieht nämlich wirklich aus wie eine Mischung aus Erbstücken, Flohmarktkäufen und Selbstgemachten. Und den Wänden würde ein Neuanstrich auch nicht schaden.

 

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Einen Besuch durchaus wert: Die Donauwirtinnen in der Webergasse in Alt-Urfahr mit ihrem neuen

Koch Georg Friedl

 

Nein, hingegangen sind wir eigentlich wegen des Essens und vor allem wegen Georg Friedl (siehe Foto), der seit Mitte November bei den Donauwirtinnen in der Küche steht, und den wir schon seit geraumer Zeit – schon lange vor seinem Engagement im Salzamt – kennen und schätzen. Friedl mit seiner einschlägigen Vergangenheit passt gut zur Philosophie des Lokals, nämlich Grundprodukte aus dem direkten Umfeld, d.h. vorzugsweise aus dem Mühlviertel, zu verwenden. Und das auf einem kulinarisch sehr hohen Niveau, schließlich hatte sein Vorgänger das Lokal im A La Carte bereits auf Sterne-Niveau gebracht. Also, würde der gelernte Österreicher sagen, schaun wir mal…...

 

Der reservierte Tisch war für 4 Personen viel zu klein, aber wir haben anstandslos einen größeren erhalten. Wie überhaupt der Service zwar nicht perfekt, aber sehr höflich und flink war. Da es draußen einigermaßen kalt war, starteten meine Frau und unser gemeinsamer Freund Wolfgang mit einer „Frostschutzsuppe“, in diesem Fall mit einer Gemüse-Grießsuppe. Beide waren ebenso zufrieden wie Freundin Judith mit ihrem knackigen Gemüse in Essig und Öl. Ich entschied mich trotz einiger Bedenken - v.a. gegen den schwarzen Rettich - für ein Karpfenverhackertes mit Leindottercreme, eingelegtem schwarzen Rettich und Röstbrot. Meine Bedenken waren schnell ausgeräumt, es schmeckte ausgezeichnet (siehe Foto).

 

Karpfenverhackertes 2

Ein tolles Angebot von der Vorspeisenkarte: Karpfenverhackertes

mit Leindottercreme, eingelegtem schwarzen Rettich und Röstbrot

 

Bei den Hauptspeisen wählten wir dreimal aus dem Tagesangebot, und einmal Flammkuchen. Den (letzten) faschierten Hirschbraten von der Mittagskarte mit Jägersauce (was immer das war) und Cremepolenta verzehrte mein Freund Wolfgang mit großem Vergnügen. Schon weniger Vergnügen hatten wir mit den Filetspitzen mit Nudeln, Pilzen und Speck (siehe Foto). Die waren eindeutig zu sahnelastig und lagen mir sehr lange im Magen. Die kleine Ausgabe des Flammkuchens mit Speck und Lauch war leicht und geschmacklich in Ordnung, also für das Abendessen ideal. So war dann bei (fast) allen noch Platz für eine Nachspeise und Kaffee. Die beiden gewählten Kuchen - einmal Schoko-Brownie mit Schlagobers (siehe Foto) und einmal besoffener Kapuziner - waren ausgezeichnet. Das behauptete zumindest meine Gattin auch von ihrer Joghurtcreme mit Heidelbeerröster. Ich fand die Präsentation im Glas eigentlich besser als den Inhalt.

 

 

Filetspitzen 2  

Leider etwas zu üppig geraten: Die Filetspitzen mit Nudeln,

Pilzen und Speck

 

 

Zum Schluss noch zu den Getränken und zur Rechnung. Das Getränkeangebot scheint mir „übersichtlich“, aber es ist qualitativ in Ordnung. Vom Freistädter Bio-Zwickel und vom Bio-Frizzante am Anfang, über den offenen Grünen Veltliner um 3,90 je Achterl bis zum Espresso um 2,40 am Ende war alles okay. Und die Rechnung mit insgesamt € 114.- für 4 Personen zeugt von einem ausgesprochen guten Preis-Leistungsverhältnis. Ich glaube daher, dass wir doch wieder herkommen werden, zu den Donauwirtinnen. Vielleicht an einem lauschigen Sommerabend, um die lokalen Köstlichkeiten im gemütlichen Gastgarten zu geniessen!

 

Schoko Brownie 

Den süßen Abschluss keineswegs bereut: Der Schoko-

Brownie mit Schlag                                                                                                                

Geburtstagsmenu zum 65iger

Geburtstagsmenu zu Georgs 65iger

 

Ein kleiner „Runder“

 

Das Geburtstags-Mittagessen für die und mit der Familie erforderte doch einige Vorbereitung und einigen Aufwand. Außerdem muss ich bei der Zusammenstellung der Speisen ja Rücksicht auf meine Vegetarierin und meine Gemüse-LiebhaberInnen nehmen. Ich habe daher den Großteil der Vorbereitungen bereits am Samstag erledigt, und am Sonntag dann bis Mittag nur mehr das "Finish" gemacht. Wir haben uns an folgendem Menu delektiert:

 

Aperitif

 

Bubbles Secco Rosé, Weingut am Berg, Mittelberg, Kamptal

 

Schwarzwurzelsuppe mit Kresse und Hühnerleber

Würde selbst in Schuhbecks "teatro" eine gute Figur machen:

Die Schwarzwurzelsuppe mit frischer Kresse und Hühnerleber

 

 

Vorspeise

 

Schwarzwurzelcremesuppe wahlweise mit gebratener Hühnerleber

Gelber Muskateller 2015 vom Sax/Langenlois

 

Rehragout mit Tagliatelle

Ein Rehragout-Rezept mit Champignons und viel Gemüse

 

Hauptspeise

 

Rehragout mit Tagliatelle

 

Fenchel-Orangen-Risotto

 

mit Endivien-, Kraut- und Gurkensalat

 

Barbareso 2008 DOCG, Prunotto, Alba,

Piemont Zweigelt 2013, Weinbau Schweifer, ‚Eisenstadt, Bgld.

 

Fenchel Orangen Risotto

Ein Traum nicht nur für Vegetarier: Fenchel-Orangen-Risotto

 

Nachspeise

 

Mascarpone-Schnitten mit Himbeeren

 

Henkel Sekt halbtrocken

 

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Eine süße Köstlichkeit, die man - mit Ausnahme der Frucht-

sauce - bereits am Vortag zubereiten kann

 

Die Schwarzwurzelcremesuppe und das Fenchel-Orangen-Risotto Rezept stammen von meinem Wurzelgemüse-Shooting, über das ich ja seinerzeit ausführlich berichtet habe. Die Idee mit der frisch gebratenen Hühnerleber als Einlage - für den, der das will - habe ich in einer der letzten Kochsendungen von Andi und Alex gesehen. Das Rezept für das Dessert stammt von "Essen & Trinken" aus dem Internet und heisst dort "Mascarpone-Schnitten mit Heidelbeeren". Ich hatte aber tiefgefrorene Himbeeren zuhause, also habe ich einfach die Fruchtsauce gewechselt. Und die Hauptspeise schließlich wurde nach einem Rehragout-Rezept aus dem Weltbild-Kochbuch "Dr. Oetker - Wild" zubereitet. Ich habe übrigens weder beim Risotto noch beim Ragout auf den Wein verzichtet. Inzwischen besorge ich mir alkoholofreien (de-alkoholisierten) Weiß- , Rosé und Rotwein bei Wein & Co.

 

Alles hat prächtig geschmeckt, daher sollte man eigentlich alle Rezepte veröffentlichen. Ich habe mich entschieden, dies  zunächst einmal mit dem Risotto-Rezept zu tun!

Teatro

Teatro – eine Dinner-Show für Herz und Gaumen

 

Letzte Woche waren meine Gattin und ich in Schuhbecks Dinnershow „Teatro“ im Spiegelzelt in der Linzer Tabakfabrik. Es war das Weihnachtsgeschenk meiner Frau für mich, und so hatten wir die besten Karten (Kategorie Deluxe, direkt an der kleinen Drehbühne in der Mitte des Zeltes, Mo-Do um € 86,50/Person), auf Tuchfühlung mit den Sängern und Artisten sozusagen, das reguläre, viergängige Menu mit zusätzlich zwei Getränkegutscheinen á 20 € und das Programmheft für die Show „Herzstücke 2016/2017). Nur die Erinnerungsfotos – sofern man welche mitnehmen wollte, waren extra zu bezahlen (und mit € 10.-/Stk. alles andere als preiswert).

 

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Nachdem dies ja eine Homepage für Hobbyköche, Gourmets und sonstige Genießer ist, zunächst zum Essen. Gleich vorweg gesagt: Nur deswegen bräuchte man nicht in diese Show kommen, das 4-Gang Menu um € 45,50 sieht sehr gut aus, schmeckt aber teilweise nur so. Aber das möge jeder selbst beurteilen, die Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden und das ist gut so. Die vier Gänge des regulären Menus waren:

 

- Vorspeise: Tatar von der geräucherten Forelle , dazu gebeizten Alpenlachs mit bunten Rüben und Kren

- Zwischengericht: Cremesuppe von Muskat- und Butternusskürbis mit Ingwer, Honig und Chili, garniert mit Kürbiskerncroutons und Kernöl

- Hauptspeise: Rosa gebratenes Filet vom Almochsen mit Erdäpfel-Petersilienpüree, geschmorten Honigkarotten und Portweinjus

- Nachspeise: Lebkuchensoufflé mit eingemachten Zwetschgen, dazu Eis von der LInzertorete und Gühweinschaum

 

 

 

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Die Vorspeise zwar hübsch anzusehen, aber nicht viel dahinter, viel besser die Kürbiscremesuppe

 

Nachdem das gesamte Spektakel von 19.30 h bis fast 23.30 h gedauert hat, gestaltete sich der Ablauf so: ½ - ¾ Stunde Show, dann wurde ein gangserviert, dann wieder ½- ¾ Stunde Show, dann der nächste Gang, u.s.w. Überfressen konnte man sich dabei also nicht, und das nicht nur wegen der Pausen, sondern auch wegen der Größe der Portionen.

 

Die Vorspeise war meiner Meinung nach zu vernachlässigen, die Forelle war wahrscheinlich ebenso wie der Lachs aus einem klaren Alpenbächlein. Beide hätten wegen ihrer bescheidenen Größe eigentlich noch gar nicht gefangen werden dürfen. So dominierte das rohe, weitgehend geschmacklose Gemüse. Bei der Kürbissuppe – bei Schuhbeck natürlich mi dem unvermeidlichen Ingwer und mit Chili - gab es wirklich nichts zu meckern. Das Filet vom Almochsen war bestens, sowohl von der Fleischqualität als auch vom Garpunkt her einfach perfekt. Vom Püree hätte ich persönlich mir ein bisschen mehr Geschmack gewünscht und der Portweinjus hat leider nur eine sehr kurze Bremsspur auf dem Teller hinterlassen. Gut wenn auch etwas zu advent- bzw. weihnachtlich das sehr lebkuchen-lastige Dessert. Nach einem Pfiff Bier habe ich dann zweimal Wein bestellt, mir aber leider die Herkunft nicht gemerkt. Der offene Riesling zur Vorspeise war jedenfalls perfekt, etwas weniger gut hat mir der Blaufränkische zum Almochsen-Filet geschmeckt.

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Beide Gänge durchaus in Ordnung: Das rosa gebratene Almochsenfilet und das sehr weihnachtliche Lebkuchensoufflé

 

Beim Menu konnte man zum selben Preis zwischen dem oben beschrieben regulären Menu auch ein vegetarisches, ein veganes, oder ein Zwergerlmenu wählen, was bei uns zwei Tischnachbarn auch taten. Beim vegetarischen und beim veganen Menu wurden als Hauptspeise z.B. Steinpilz-Polenta-Tascherl mit Ruccola und Trüffelschaum angeboten, beim Zwergerl-Menu ausgelöstes Backhenderl mit Kräuterkartoffeln.

 

Abschließend noch ein paar Worte zur Show, die im Wesentlichen aus drei Elementen besteht: Aus einem bzw. zwei gut miteinander eingespielten Conférenciers (Georg Schießl und Danielo), einer schwungvollen, wandlungsfähigen und sehr professionellen Gesangstruppe (den Singing Waiters), und einer bunten Schar ausgewählter, internationaler Artisten, darunter einige wirkliche Ausnahmekönner. Und das alles auf kleinstem Raum, nämlich au feiner Scheibe mit vielleicht 3-4 m Durchmesser in der Mitte des Spiegelzeltes. Ich möchte jetzt nicht den einen oder anderen herausstreichen oder kritisieren, sondern alle pauschal loben, denn wir haben uns köstlich amüsiert, viel applaudiert und keine Sekunde gelangweilt.

 

Ich war schon bei verschiedenen Dinner-Shows, vor vielen Jahren im Palazzo in München bei Eckart Witzigmann, und später dann in Wien bei Reinhard Gerer. Ich kann nur sagen: Das derzeit noch bis 22. Jänner 2017 in Linz laufende Teatrovom Schuhbeck (www.teatro-linz.at) verdient ihren Besuch!

 

Georg Empfehlung

Gehen Sie ins Teatro, nicht nur des Essens wegen - es ist ein Gesamtkunstwerk!

Reif für den Reif

Der Reif in Staudach: Liebe auf den zweiten Blick

 

Mehr als ein halbes Jahr ist seit unserem ersten Besuch im Landgasthaus Reif in Staudach/Alkoven vergangen. Damals war es ein lauer Sommerabend im Gastgarten und wir waren nur zu dritt. Diesmal waren wir eine Woche vor Weihnachten zu einer Geburtstagsfeier im Kreise der Familie dort, und wir immerhin zu siebt.

 

Geburtstagskinder

Die strahlenden Geburtstagskinder und Dessert-Queens Lea und Ruth beim Reif

 

Der Tisch war für 12.00 h reserviert, und die Gaststube war relativ voll. Es waren aber auch noch nicht alle Frühschoppen-Gäste gegangen, einige schienen ein ausgesprochen gutes Sitzfleisch zu haben. Zum Aperitif gab es einen Pfiff Grieskirchner, später wurden dann kleine Hirter Biere getrunken. Bei der Vorspeise war man sich relativ einig, die Steinpilzsuppe um € 5,50 ging als eindeutiger Favorit hervor. Ich tanzte aus der Reihe und wählte ein Carpaccio vom Hirschrücken mit getrüffelter Eierspeis, Kräuterpesto, Ruccola und Parmesan: Mit 13 € zwar sau teuer, aber auch sau gut (siehe Bild). Das heißt jetzt aber nicht, dass die Suppenesser unzufrieden waren, ganz im Gegenteil.

 

Carpaccio

Eine einmalig raffinierte Vorspeise: Carpaccio mit getrüffelter Eierspeis

 

Bei den Hauptspeisen herrschte Vielfalt. Von den beiden Geburtstagskindern wählte die Vegetarierin getrüffelte Fettuccine (mit 20 € natürlich auch nicht gerade wohlfeil) , die andere eine Maishendlbrust. Mein Bruder nimmt sehr gerne Zwiebelrostbraten, was er auch in diesem Fall tat. (siehe Bild) Er war begleitet von Speckbohnen, Kartoffeln und den unvermeidlichen Röstzwiebeln. Mein Sohn hatte außerhalb der Karte das Dry Age Rib-Eye Steak gewählt, mit nahezu € 30.- das mit Abstand teuerste Gericht, aber die Fleischqualität war natürlich exzellent. Seine Gattin hatte die Rinderfiletspitzen mit Pilzen und Polenta genommen. Ich blieb beim Premium-Schulterscherzl hängen, mit Apfelkren und einer guten Sauce Tatar, und meine Gattin beim Zanderfilet mit Erdäpfel-Lauch-Gröstl und grünem Salat. Zum Schulterscherzl schmeckte der offene Grüne Veltliner ganz ausgezeichnet, was man dem Blaufränkischem zum Steak auch zugestehen muss. Übrigens: Die Weinkarte ist durchaus in Ordnung!

 

 

Getrüff.Fettuccine 

Ein zeitloser Klassiker der österreichischen Küche: Zwiebelrostbraten mit Speck-

bohnen, Kartoffeln un dden unvermeidlichen Röstzwiebeln

 

Höhepunkt und Abschluss des Geburtstagsessen für meine beiden Nichten waren natürlich die Nachspeisen. „Bitte frage Sie nach dem Dessert“ stand am Ende der Speisekarte. Und wir fragten, und bestellten dann wie so oft alles, was im Angebot war. Ich glaube, es waren genau sieben Speisen für uns sieben Personen, wobei mein Bruder sich beim Süßen eine Auszeit nimmt. Und so machten die Dessertteller mit den süßen Köstlichkeiten wie immer ihre Runde, und wir delektierten uns an Jägertorte ebenso wie an Schokoflan, und an einer Eispalatschinke genauso wie an einer Kardinalschnitte (siehe Bild). Und hätte sich der Reif bei den bisherigen Speisen nicht ohnehin schon qualifiziert, dank des ausgezeichneten Dessert-Angebots hätte er es spätestens jetzt geschafft.

Kardinalschnitte

Ebenso klassisch wie köstlich: Eine Kardinalschnitte vom allerfeinsten!

 

Bleibt noch zu sagen, dass wir inklusive dem einen oder anderen alkoholfreien Getränk und sechs Kaffees sowie zwei Schnapserl mit 70 € pro Person das Auslangen gefunden haben. Nicht gerade billig, aber durchaus angemessen. Womit sich der Schluss meiner ersten Rezension aus dem Sommer durchaus bewahrheiten dürfte, wo ich den Anfang einer dauerhaften Beziehung vorausgesagt habe!