Heckmann kocht!

Gasthof König

Wo der Gast noch König ist - Gasthof König in Kremsmünster 

Wir sind zu viert in den Gasthof König nach Kremsmünster gekommen. Nicht weil erst vor kurzem eine sehr positive Kritik im „Aufgedeckt“ in den OÖ. Nachrichten erschienen ist. Nein, vielmehr um vor einem Konzert im Kaisersaal des Stiftes noch gemütlich zu Abend zu essen. Eine kleine Rolle hat der Beitrag zugegebener Weise auch gespielt. Aber irgendwo hin hätten wir ja auf jeden Fall essen gehen müssen.

Die Erfahrung der letzten Jahre zeigt allerdings, dass vorher essen gehen gar nicht so gemütlich ist. Man hat immer ein bisschen Zeitdruck, auch wenn man rechtzeitig vor Ort ist. Man will weder zu viel essen noch zu viel trinken, das könnte der Konzentration schaden. Im Klartext: Die Gefahr während des Konzerts „einzunicken“, würde sich dadurch erhöhen. Die Erfahrung zeigt allerdings auch, dass nachher essen auch nicht besonders zweckmäßig ist. Meistens ist es schon zu spät zum Essen man schläft dann schlecht. Und außerdem will man nach dem Konzert oft direkt nach Hause.

ansicht impressum1 GH König Eierschwammerlsuppe

Gasthof König: Tradition und Atmosphäre     Gutbürgerliche Küche: Eierschwammerl-Suppe

So landeten wir also beim König, und stellten vor der Bestellung unbeabsichtigt schon das Service auf die Probe. Ein umgeschütteter Pfiff Bier löse einen überaus freundlichen und hilfreichen „Rettungseinsatz" des Personals aus, der bis zum (kostenlosen) Ersatz des Gertensaftes reichte. Nun aber zur Bestellung: Meine Gattin entschied sich für Wiener Backfleisch, das ist Rindfleisch goldgelb gebacken auf Erdäpfel-Vogerlsalat mit Kernölmarinade (€12,50). Mein Blick blieb beim ofenfrischen Schweinsbraten vom Schopf hängen, mit Semmelknödel und Krautsalat (€ 11,90). Vorher vergönnte ich mir noch eine Eierschwammerl-Suppe um € 4,50. Unsere Freundin Christa entschied sich für die hausgemachten Erdäpfel-Tascherl mit Wildfülle, dazu Eierschwammerl in Rahmsauce und einen Salatteller um € 11.90. Joe entschied sich für einen absoluten Klassiker: Cordon Bleu vom Schwein (ohne Salat) mit Pommes um € 13,90.

 GH König Schweinsbratl GH König Wildtascherl

Das ofenfrische Schweinsbratl vom Schopf                  Erdäpfel-Tascherl mit Wildfülle und Eierschwammerlsauce

Die Bierauswahl war überschaubar, Bier gibt´s hier nur von Eggenberger. So blieb es was die Getränke betrifft denn beim Bier – nur zwei Pfiff - sowie bei einem stillen Mineralwasser und einem Cappuccino. Die Rechnung für meine Gattin und mich fiel mit 45 € gerade noch angemessen aus. Gesamteindruck: Ambiente und Service entsprachen den etwas höheren Erwartungen. Mit dem Essen waren wir alle zufrieden, Begeisterung schmeckt allerdings anders. Ich habe schon gschmackigere und vor allem frischere Schweinsbraten gegessen. Den Vogel abgeschossen hat allerdings meine Gattin mit ihrem Backfleisch. Nicht nur weil es für mich etwas völlig neues war, sondern es hat auch ganz ausgezeichnet geschmeckt.

Ich habe mir vorgenommen, demnächst einige Scheiben Beiried ebenfalls zu einem „Alt-Wiener-Backfleisch“ zu veredeln. Und ich habe mir ebenfalls vorgenommen, wieder einmal zum König zu gehen. Wenn möglich etwas früher als vor dem Konzert im Stift im nächsten Jahr!

Weinreise 2017 - Krems- und Traisental

Die Fünfziger auf Tour

Weinreise 2017 ins Krems- und Traisental

Nach den Abstechern in den letzten drei Jahren nach Italien - erst Südtirol, dann Friaul und zuletzt Piemont - blieben wir bei unserer heurigen Weinreise wieder einmal im guten alten Österreich. Ziel unseres Weinquartetts waren das Krems- und das Traisental, und es war ein lohnendes. Die Vorbereitung und Reiseleitung lag auch wieder einmal in den Händen von Jakob, der ein interessantes und abwechslungsreiches Programm vorbereitet hatte.

Wir starteten am Freitag, 9. Juni 2017. Nach dem Einsammeln aller Teilnehmer ging es auf die Autobahn bis St. Pölten und von dort weiter ins Stift Herzogenburg. Nach einer kurzen Besichtigung ohne Führung fanden wir den direkten Weg in den Klosterladen bzw. ins Klostercafé. Zu einem Begrüßungsachterl Messwein oder einem Espresso hat die Zeit gereicht, ebenso zu einem kurzen Spaziergang ins Ortszentrum. Das im Traisental liegende barocke Kloster der Augustiner-Chorherren bewirtschaftet immerhin 30 ha Weingärten und hat natürlich ein eigenes Stiftsweingut (www.stiftsweingut-herzogenburg.at).

 Wein 17 Schlossrest. Baltasar Buffet Wein 17 Schlossr. Baltasar Backerlgulasch

Großes Backergulasch mit Handsemmel im schönen Hof des Schlossrestaurants Balthasar in Walpersdorf

Zum Mittagessen wartete auf uns ein reservierter Tisch im zauberhaften Hof des Schloss-Restaurants Balthasar in Walpersdorf. Unsere Bestellung war sehr vielfältig: Hausgemachte Schlutzkrapfen (€ 16,50), zweimal die Milzschnitten-Suppe (€4,90) gefolgt von einem großen Backerlgulasch mit Handsemmel, sowie ein Wiener Schnitzel vom Kalb mit Petersilienkartoffeln, Blattsalat und Preiselbeeren (€17,50). Das Bier dazu kam was das Helle betrifft aus der Brauerei Weitra, das Trübe vom Tiger-Bräu Groß Gerungs. Die gesamte Rechnung belief sich inkl. Trinkgeld auf 95.- €. Ein ausgezeichnetes Preis-Leistungsverhältnis, vom schönen Ambiente ganz zu schweigen. Auf die Nachspeise mussten wir leider verzichten, schließlich galt es den Bummelzug an der Schiffsanlegestelle Krems-Stein zu erwischen.

Der Bummelzug bzw. Krems Wachau Express (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!) startete pünktlich um 14.00 h zu seiner etwa einstündigen Rundfahrt. Lokführer „Gauli“, zweifellos ein Kremser Original, führte uns mit sicherer Hand einmal gemächlich und einmal in wilder Fahrt (Originalzitat: „Wir schalten jetzt wieder unsere Klimaanlage kurz zu….“. Von einer Einführung in das Weinbaugebiet Wachau und seine Weine und die Marille („Aprikosen gibt es nicht!“) über das ehemalige Kapuzinerkloster Und mit der Österreichischen Weinakademie gab es Infos zu Geschichte und Kultur und viel Humor obendrein. Krems ist wirklich reichlich ausgestattet mit Kirchen und mit Wein und leistet sich auch ein eigenes Stadtweingut.

Krems Wachau Bummelzug  Krems Wachau Bummelzug Gauli

Mit dem Krems-Wachau-Express und Lok- und Reiseführer Gauli durch die schöne stadt Krems "bummeln"

Nach diesem kulturellen Einschub stand dann der Wein erstmals so richtig im Mittelpunkt. Wir besuchten (unangemeldet) das Weingut Sepp Moser in Rohrendorf (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!). Familie Moser ist eine der größten, traditionellen Weinbau-Dynastien Österreichs und gründete das Weingut bereits 1848. Neben dem Weingut im Kremstal wird noch eines im Neusiedler Seewinkel bewirtschaftet. Eindrucksvoll ist nicht nur das prächtige Atriumhaus, sondern vielmehr auch die Nachhaltigkeit, mit der der Weinbau heute betrieben wird. Nikolaus Moser empfing und betreute uns aufmerksam, und er ließ uns verkosten, was immer unser Herz begehrte. Ich war insbesondere angetan vom Blanc de Blanc Sekt, der zu 100% aus Chardonnay-Trauben hergestellt wird. Mitgenommen habe ich mir allerdings einige Flaschen vom Sauvignon Blanc 2016 und vom Grünen Veltliner Gebling 2015 aus dem Kremstal, sowie vom Pinot Blanc 2015 aus dem Burgenland. Ein bisschen teuer ist er schon, der Moser, aber auch sehr gut!

Sepp Moser Weingut  Sepp Moser Weinverkostung

Ein Genuss für alle Sinne: Weinverkostung mit Nikolaus Moser auf dem prachtvollen Weingut in Rohrendorf

Nach dieser freundlichen „Einkehr“ ging es schnurstracks die wenigen Kilometer in unser Quartier, nämlich ins Weingut bzw. Gästehaus Rosenberger in Rohrendorf. Dort warteten nicht nur vier ausgesprochen schöne und moderne Zimmer mit noch schönerer Aussicht auf uns, sondern auch eine überaus freundliche Gastgeberin. Da die Familie eine auswärtige Verpflichtung hatte, überließ sie uns für den Abend nicht nur eine sehr appetitliche und riesige Heurigenjause, sondern auch alle gut gekühlten Weine des Weingutes Rosenberger zur freien Entnahme und Verkostung. Mehr braucht es eigentlich nicht, um schließlich satt und überaus zufrieden ins Bett zu fallen.

  Cafe und Gästehaus Rosenberger Wein 2017 Winzerjause Roenberger

   Bestens untergebracht und bewirtet: Winzerjause und Weinverkostung im Gästehaus Rosenberger in Rohrendorf

Nach einem späten Frühstück im angeschlossenen Café - gehört zum Weingut, ist aber verpachtet - machten wir uns am Samstag, 10.Juni 2017, auf den Weg in das nahe Krems. Am Steinernen Tor erwartete uns schon unsere Führerin Helma Johanna zur „Genuss-Stadt-Führung“. Es folgte ein gelungener Spaziergang durch die Stadt mit zahlreichen kulturellen Stopps und drei kulinarischen Stationen: 1 Paar Mini-Frankfurter bei Feinkost Ellinger (natürlich mit Kremser Senf), eine Kostprobe edler Schokoladen in der Konditorei Hagmann, sowie eine abschließende Weinprobe in der Vinothek „Weinhimmel“. Diese kleine Wein- und Genuss-Boutique inmitten der Kremser Altstadt wird von Familie Gänsdorfer geführt, die auch einen eigenen kleinen Weingarten bewirtschaftet.

Genuss Tpour Krems Würstl und Senf  Genuss Tour Krems Schokolade

Genuss-Tour mit Frankfurter und Kremser Senf beim Ellinger und Schokolade und Kaffee beim Hagmann

Gestärkt durch die Kostproben einerseits, aber natürlich auch ausgezehrt vom Spaziergang andererseits, machten wir uns ernsthafte Gedanken über das heran nahende Mittagessen. Hatten wir doch in den Nachrichten gehört, dass die ursprünglich geplante Terrasse im Stift Göttweig höchstwahrscheinlich nicht in Frage kommen wird. Dort hatten sich einige EU-Spitzenpolitiker versammelt, sodass wir das Benediktiner Stift wegen der zu erwartenden Behinderungen kurzerhand aus unserem Programm gestrichen haben. Auf Anraten unserer Führerin haben wir uns dann entschlossen, den Landgasthof Schickh in Klein Wien am Fuße des Göttweiger Berges aufzusuchen. Ein weiser Entschluss, wie es sich letztlich herausgestellt hat. Das schönste am Schickh ist wahrscheinlich sein großer und prachtvoller Gastgarten mit Kastanienbäumen, der an diesem Samstag auch ziemlich voll war. Obwohl offensichtlich nicht zu wenig Personal im Dienst war, dauerte das Essen doch ziemlich lange. Auf der Speisekarte findet man traditionell österreichische Küche und gepflegte - vor allem regionale - Weine. Ich konnte einfach den gebratenen Kalbsnierenscheiben mit Fettranderl in Pfeffer-Kognak-Safterl um € 20,80 nicht widerstehen. Der Wechsel der Beilage - ich mag wirklich keinen Erbsenreis - machte keinerlei Probleme. Die Nierndlscheiben selbst schmeckten gut aber nicht umwerfend, weil die Sauce etwas bitter war. Offensichtlich hatten sie etwas zu viel Kognak erwischt. Das Pariser Schnitzel mit Erbsenreis und Kartoffelsalat (€ 15,80) war gut, am besten schmeckte der Kartoffelsalat. Auch der Caesar Salat mit Parmesanspandln und knusprigen Speck (€ 9,80) entsprach. Die Frittatensuppe (€ 4,00) in einem relativ großen Suppentopferl mit kernigen Frittaten und Gemüseeinlage fand noch Zustimmung, schon etwas weniger dann Schickhs Grammelknöderl auf Rieslingkraut (€ 9,90), die leider nicht ganz durch waren. Das Rieslingkraut war dagegen zu sehr durch (etwas matschig) und zu sauer. Mit dem Gedeck, sechs kleinen und einem Pfiff Bier (Bio-Zwickl) sowie zwei Colas Zero bezahlten wir nicht ganz € 100.-. Das Preis-Leistungsverhältnis also absolut in Ordnung.

Wein 2017 Gastgarten Schickh Wein 2017 Schickhs Niernradln

Très chic im Gastgarten vom Schickh in Klein Wien                 Trés bien die Kalbsnierenscheiben im Kognaksafterl

Der Nachmittag war wieder ein absoluter Höhepunkt, nämlich die Besichtigung mit Weinverkostung im nahegelegenen Weingut Fink in Wölbling an den südlichen Hängen des Dunkelsteiner Waldes. Neben verschiedenen Lagen im Krems- und Traisental betreibt Familie Fink auch Weingärten in der Region Neusiedlersee/Hügelland. Begünstigt durch das Klima werden auch verschiedene Obstarten kultiviert und zu feinen Bränden weiterverarbeitet. Ein zünftiger Heuriger darf natürlich auch nicht fehlen. Chefin Elisabeth führte uns fachkundig durch den gesamten Betrieb, wobei insbesondere die liebevoll und kunstgerecht aus Ziegelsteinen gemauerten Kellergänge in Erinnerung blieben. Selbstverständlich ließ sie uns dann aus dem vielfältigen Angebot auch das eine oder andere verkosten. Ich persönlich bin natürlich wieder auf den Winzersekt abgefahren, der beim Fink in den Varianten Riesling, Zweigelt oder Rosé um € 10.- zu haben ist. Ansonsten hat uns – beginnend vom Blanc de Blancs die verschiedenen Grünen Veltliner und Chardonnays bis zu den Rieslingen doch das eine oder andere Tröpferl so gut gemundet, dass es mit uns die Weiterreise antreten durfte.

Fink Verkostung im Weinkeller 6.2017 Fink Heuriger Ruhe vor dem Sturm 6.2017

Auf jeden Fall einen Besuch wert: Kellerführung und Weinverkostung mit Elisabeth beim Fink in Wölbling

Nach einer kurzen Rast im Quartier waren wir uns schnell einig, auf die Fahrt in die Stadt Krems zum Heurigen zu verzichten. Auf Empfehlung unserer Vermieterin – angeblich sogar ein Ex-Haubenkoch - haben wir uns entschlossen, das Abendessen im Weingut und Heurigen Hutter am Rande von Krems, am Weinzierler Berg, einzunehmen. Unsere Wirtin hat uns freundlicherweise auch dorthin gebracht. Gleich vorweg gesagt: es war gut und fast alles in Ordnung, aber so gut war es auch wiederum nicht. Das Service und die Getränke - vom Zwickl Bier über die vom Hause stammenden Grünen Veltliner bis zum Riesling - waren bestens. Sehr schön der Gastgarten mit Aussicht. Das Angebot an Speisen war regional, aber vielfältig. Wir bestellten gebackene Blunzn auf Kartoffel-Vogerlsalat mit Senf und Kren (€ 12,90), Steirisches Wurzelfleisch mit Salzkartofferl, Wurzelgemüse, Kren und Kürbiskernöl (€ 14,20), klassische Rindsuppe und Hirschragout mit Speck, Pilzen, Serviettenknödel und Preiselbeeren (€ 15,50) und gegrilltes Zanderfilet mit Eierschwammerl-Risotto, Gemüse und Safransauce (€ 18,20). Überall gab es eine Weinempfehlung dazu, zum Zander z.B. einen Grünen Veltliner Reserve. Das Hirschragout hat geschmeckt, trotzdem ist mehr als ein Drittel übrig geblieben. Die Portion war einfach zu groß. Ich habe von meinem Risotto auch mehr als die Hälfte übrig gelassen. Schuld waren die vielen gelben Maiskörner, die ich einfach nicht mag, und von deren Existenz ich bei der Bestellung auch nichts ahnen konnte. Das habe ich dann auch beim Kellner reklamiert, in einem Schwammerl-Risotto mit Gemüse braucht es keinen Mais mehr. Auch beim Wurzelfleisch ist einiges übrig geblieben, das Fleisch war nicht gerade das zarteste. Mit dem Gedeck (ein speckiges „Einstandsbrettl“) und doch dem einen oder anderen Glas Wein haben wir dann € 107,60 bezahlt, bevor es mit dem Taxi wieder zurück ins Quartier ging.

Hutter Risotto 6.2017 Hutter Blunznrdln geb. 6.2017

Gegrilltes Zanderfilet auf Eierschwammerl-Risotto und gebackenen Blunzn auf Kartoffel-Vogerlsalat mit Senf und Kren

Damit wären wir schon beim Sonntag, 11.6.2017, unserem dritten und zugleich schon wieder vorletzten Tag gelandet. Und wie es sich an einem Sonntag gehört, gab es auch ein besonderes Programm. Der Vormittag war einem Besuch der berühmten Sandgrube 13 gewidmet, dem Weingut der Winzer Krems an der gleichnamigen Adresse. Über 8 Stationen unternahmen wir eine etwas andere, fachkundig geführte Reise durch die Faszination Wein. Nicht ganz unähnlich dem Loisium in Langenlois. Schaubilder, Austellungsobjekte, ein Video und natürlich die eine oder andere Kostprobe wechselten sich dabei ab. Und am Ende noch eine Verkostungs- und Einkaufsmöglichmöglichkeit quer durchs ganze Sortiment.

Sandgrube 13 Weingarten Sandgrube 13 Gruppe Innen

Eine TOP-Adresse für Weinliebhaber: Sandgruppe 13, das Weingut der Winzer Krems

Nach einem kurzen (ungeplanten) Stopp bei einem Oldtimertreffen in Rehberg nahmen wir mittags im geschützten und gemütlichen Innenhof des Restaurants im Weingut Nigl in Senftenberg Platz. Vom Gastgarten aus hat man einen schönen Ausblick auf die Burgruine Senftenberg und die umliegenden Weinlagen. Der Nigl kann es sich schon leisten, trotz des sehr gut besuchten Restaurants und doch einigem Betrieb im Hotel am Sonntag das Weingut geschlossen zu halten. Es gibt keine Besichtigung oder Verkostung und auch keinen Weinverkauf. So konnten wir uns also ungestört aufs Essen konzentrieren. Die Bestellung fiel uns leichter mit einem guten Zwettler Bier vom Fass. Ich entschied mich für ein schaumiges Kernöl-Süppchen mit knusprigem Schwarzbrot und gebeizter Lachsforelle um € 5,90 gefolgt von einer mittleren Portion vom Beef Tatar mit Wurzelbaguette um € 16,50. Die kleine Portion davon kostete € 12,50 und wurde von meinem Freund Helmut als Vorspeise gewählt. Er ließ dann eine Saltimbocca vom Spanferkelrücken mit grünem Spargel und Thymian-Erdäpfel um € 23,50 folgen. Jakobs Wahl fiel – nach einer kräftigen Rindsuppe mit Frittaten und Griesnockerl um € 4.40 - auf hausgemachte Tagliolini mit Spargel und Kirschtomaten um € 15,50. Richard schließlich hatte sich fürs klassische Backhenderl mit Erdäpfel-Vogerlsalat entschieden, ebenfalls um € 15,50. Vorab kam auch das Gedeck auf den Tisch, bestehend aus einer Olivenpaste, gesalzener Butter und Bauernspeck. „Da gibt es nichts zu meckern“ würde Starkoch Schuhbeck zu diesem Mitagessen sagen, und auch ich hätte kaum etwas dazu zu fügen. Wir hattten zwar kein Dessert und auch kein Schnapserl, aber mit vier kleinen Bieren und sechs Achterl vom Riesling Piri belief sich die Rechnung dann doch auf € 166,30. Damit war der Nigl das teuerste Essen während unserer gesamten Weinreise, aber mit Sicherheit auch das Beste.

Nigl Gruppe 6.2017 Nigl Spanferkel 6.2017

Tafeln wie Gott in Frankreich - Saltimbocca vom Spanferlerücken mit grünem Spargel und Thymian-Erdäpfel vom Nigl

Auf der Rückfahrt über die eine oder andere Kellergasse landeten wir schließlich in Ahrenberg, wo uns beim Kellergassenfest „kulinarische Köstlichkeiten und erlesene Weine“ erwarteten. Mit Ausnahme unseres Freundes Helmut – der ein sehnsüchtiges Auge auf die frischen Steckerlfische geworfen hatte – waren wir ja Gott sei Dank nicht hungrig. So konnten wir den vielfältigen Versuchungen – vom Krenfleisch über den Bauernschmaus bis zum Kümmelbraten und vom Wildragout über die Blunzn bis zu Grammel- und Fleischknödeln - einigermaßen widerstehen. Sogar die Palatschinken, Waffeln und selbstgemachten Mehlspeisen ließen uns nicht schwach werden. Nur das eine oder andere Achterl konnten wir uns letztlich doch nicht verkneifen.

Ahrenberg Kellergassenfest  Ahrenberg Steckerlfische

Objekt der Begierde beim Kellergasssenfest in Ahrenberg: Die frisch geräucherten Steckerlfische

Am Abend wollten wir die Kirche im Dorf lassen und hatten beim Heurigen Ossberger in Rohrendorf reserviert, bei dem „ausg'steckt“ war. Der Gastgarten war an diesem schönen Abend bis auf den letzten Platz gefüllt. Die Speisenauswahl war rustikal, in Jausenqualität sozusagen. Ich hatte eine Portion durchzogenes Surfleisch (€ 3,50), das ausgezeichnet schmeckte. Auch Richards Schmalzbrot mit Zwiebeln (€ 1,60) und die darauffolgende Portion Eieraufstrich (€ 2,80) waren in Ordnung. Die saure Extrawurst (€ 3,50) und der Schweinsbraten (ebenfalls € 3,50) waren sowieso bestens. Nachdem wir am Nachmittag so standhaft gewesen waren, vergönnten wir uns auch die eine oder andere Nachspeise wie z.B. einen süßen aber eher trockenen Grammelstrudel (€ 2,20) oder eine üppige Cremeschnitte (€ 2,60). Bedingt durch die sommerlichen Temperaturen und das deftige Essen flossen auch reichlich Wein und Mineralwasser. Dennoch fiel die Zeche mit insgesamt € 50.- kaum ins Gewicht. Hugos Heuriger im Winzerhof Ossberger in Rohrendorf ist also ein wirklicher Geheimtipp.

Heuriger Ossberger  Ossbergers Schweinsbraten

Eine gute Adresse: Der Heurige Ossberger in Rohrendorf          Preiswert, appetitlich und gut: Der kalte Schweinsbraten

Das Ende kam viel schneller, als wir alle glaubten. Normalerweise wäre Montag, der 12.06.2017, neben dem Packen und Auschecken auch dem Weineinkauf gewidmet gewesen. Den haben wir in den letzten drei Tagen aber immer gleich vor Ort erledigt. Was noch blieb war eine kurze Führung durch Betrieb und Keller der Familie Rosenberger und der Weineinkauf vor Ort. Der Weinkeller der Rosenbergers ebenso modern wie ihr Wohn- und das Gästehaus. Die Weine sind in jeder Beziehung ausgezeichnet, d.h. sie schmeckten nicht nur uns sehr gut, sondern sie sind auch vielfach prämiert. Erst kürzlich belegte ein Grüner Veltliner vom Rosenberger bei der OÖ. Nachrichten Weinshow im Forsthof in Sierning Platz 2 in der Publikumsgunst. Die Familie Rosenberger betreibt Weinbau seit dem Jahr 1722 und bewirtschaftet derzeit 18 Hektar Rebfläche. Es werden 80% Weiß- und 20% Rotwein produziert. 2008 wurde der Betrieb nach den Prinzipien der Nachhaltigkeit und des Umweltschutzes vollkommen modernisiert. Wir hatten ja schon die Tage vorher Zeit, das Weinangebot ausgiebig zu verkosten. Daher war die Entscheidung trotz des zwar schon ziemlich vollen Kofferraums schnell getroffen: Ein 6er-Karton mit 3 Flaschen Rosé 2016, ein Cuvée aus Cabernet Sauvignon und Zweigelt (€ 6,40), und 3 Flaschen Summa Summarum 2014 (eine süße Botrytiscuvée aus Chardonnay und Sauvignon Blanc (€ 10,90) mussten noch mit.

Rosenberger Kellerführung Chef  Rosenberger Kellerführung Gruppe

Hausherr Josef Rosenberger zeigt stolz seinen 2008 völlig umgebauten und modernisierten Weinkeller

Und dann ging es - mit dem einen oder anderen kleinen Umweg - auch schon wieder in Richtung Heimat. Noch eine kleine Spazierfahrt durch das Krems- aber vor allem durch das Traisental, und noch ein Boxenstop. Und der bei einer absoluten Berühmtheit dieses Weinanbaugebietes, nämlich bei Josef Dockner in Höbenbach. Bei allem Respekt für seinen wirtschaftlichen Erfolg: Wenn man heute zum Dockner kommt, glaubt man, man betritt irgendeine moderne Fabrik, wenn es nicht die zahlreichen Flaschen rundherum gäbe. Ich musste ja fahren und auch meine Freunde wollten nicht wirklich etwas verkosten, und schon gar nichts mehr einkaufen. Ich habe daher nur eine Kostprobe vom Sekt aus traditioneller Flaschengärung genommen, der in der Version „Josef Dockner Brut Rosé““ um € 24.- wohlfeil ist. Gekauft habe ich ihn aber nicht, nur ein kleines Glas von der Marillenmarmelade. Die hat meiner Gattin übrigens ausgezeichnet geschmeckt.

Dockner Verkaufsgebäude  Dockner Verkostungsraum

So sehen erfolgreiche Weingüter aus: Die "Fabrik" von Josef Dockner in Höbenbach

Die letzte Station auf unserem Heimweg war das „WirZhaus“ zum Gwercher etwas außerhalb von St. Pölten in Stattersdorf, wo wir - obwohl es noch relativ früh war - unser Mittags- und gleichzeitig Abschiedsessen einnahmen. Um so richtig gemütlich zu sein, ist das Gasthaus eigentlich zu groß. Es bietet spielend Platz für einige Autobusse. Prunkstück ist der überdachte (und beheizbare) Innenhof, der allein 120 Personen Platz bietet. Wir hatten den eher kargen und heißen Gastgarten gewählt, der nur ungenügend von einigen Sonnenschirmen beschattet wurde. Positiv zu erwähnend sind das nette und flinke Service, sowie die Auswahl an landestypischen Speisen mit Schwerpunkt Hausmannskost. Wir wählten zweimal das Menu 1 um je € 7,70 und zweimal die Makkaroni um je € 13,70. Das aus Suppe (Zucchinisuppe und gegen Aufpreis Rindsuppe mit Frittaten) und gebackenem Surschnitzel bestehende Menu war günstig und schmeckte gut. Die Makkaroni mit Flußkrebssauce und gegrillten Garnelen schmeckten ebenfalls gut, waren jedoch mit € 13,40/Person nicht mehr ganz so preiswert und eigentlich auch nicht mehr "landesüblich'". Zusammen mit dem einen oder anderen Krügerl des an sich nicht unbedingt so beliebten Egger-Bieres haben wir insgesamt nicht einmal ganz € 70.- bezahlt. Ein tadelloses Preis-Leistungsverhältnis, nur das nächste Mal werde ich auf jeden Fall einen Tisch im Haus oder im überdachten Innenhof nehmen.

Gwercher Eingang  Gwercfher Hausmannskost im Gastgarten

Auch unsere letzte Adresse war eine gute: Hausmannskost beim Gwercher in Stattersdorf

Damit ging unsere heurige Weinreise ins Krems- und ins Traisental zu Ende. Von den schönen Erinnerungen und auch von den mitgenommenen Weinen werden wir sicher noch einige Zeit zehren. Auch die Entscheidung für das kommende Jahr ist schon gefallen: Unser Ziel wird das Rhein-Mosel Gebiet in Deutschland und damit die Heimat vor allem exzellenter Rieslinge sein.

Tschechischer Abend

Ein tschechischer Abend

Was kocht man, wenn man gute Freunde eingeladen hat. Freunde, die nicht nur gerne gut essen, sondern die auch etwas vom Kochen verstehen. Denen will man etwas Besonderes bieten, etwas Außergewöhnliches. So habe ich auf meinen Lebensabschnitt von 1997-2000 zurückgegriffen, den ich in Prag verbracht habe. Dort habe ich nicht nur tschechisch essen und trinken, sondern auch ein bisschen „böhmisch“ kochen gelernt. Versteht sich von selbst, dass auch der Einkauf in Budweis erfolgte, vom Krusovice-Bier bis zum Becherovka, vom Bohemia-Sekt bis zum Dornfelder-Rotwein, und vom Lendenbraten bis zum geräucherten Käse und zum „Hermelin“. Im Folgenden das Menu und einige Bilder. Da leider der Zeitplan etwas durcheinander gebracht wurde, ist der Lendenbraten ein bisschen zu gut durch - d.h. etwas zu trocken - geraten. Aber sonst hat alles ausgezeichnet geschmeckt. Die Vorspeise(n) finden Sie übrigens im Rezeptteil!

Bei Tisch Hauptspeise

Ein herrlicher, tschechischer Abend mit Freunden auf der Terrasse

 Menu für Freunde - Nabídka pro přátele

mit Grüßen aus Tschechien - s pozdravy z České republiky

 

Aperitif

Karlovarska Becherovka mit Tonic (Beton)

 

Vorspeisen – předkrmy

Kartoffelsalat mit Matjesfilet und Sardelleneier

Bohemia Sekt brut – Jakostní Sumové Vino Bilé, Starý Plzenec, CZ

 

Erster Gang/Suppe - První chod/polévka

Fischsuppe aus Trebon (Karpfensuppe) mit grünem Spargel

Tschechisches Bier-Potpourri (Budweiser, Krusovice, Staropramen, Gambrinus)

Karpfensuppe

Köstliche Karpfensuppe aus Trebon

 

Hauptgericht – Hlavní chod

Rinderbraten mit Sahnesauce (Svícková) mit dreierlei Knödel und Preiselbeeren

Grüner Salat und Krautsalat

Dornfelder Pozdni Sbér 2016, Chateau Valtice, Valtice CZ

 

Svickova

Traditoneller Lendenbraten (Svickova) mit dreierlei Knödel

Nachspeise - Zákusek

Liwanzen (placky) mit Heidelbeeren

Bohemia Sekt demi sec – Jakostní Sumové Vino Bilé, Starý Plzenec, CZ

 

Käse - Sýr

Tschechisches Käse-Potpourri

Svatovrinecké 2016, Chateau Valtice, Valtice CZ

Herberstein Schlossbrasserie

Brasserie Herberstein - Genuss für alle Sinne

Ein Abend auf den Linzer Hausbergen

Was will man mehr, um an einem Freitagabend die Woche stilvoll abzuschließen: Ein Abendessen in der Brasserie Herberstein, eine herrliche Aussicht über die Dächer von Linz, und schließlich ein stilvolles Konzert in der Martinskirche. Das alles in unmittelbarer Nachbarschaft auf dem Schlossberg und dem Römerberg.

Der Neue in Herbersteins Brasserie Gastro Wechsel story 537740 630x356px f6815bffec33e7a2232f7a9fafdaa387 koch jpg1 Schlossbrasserie Jakobsmuscheln

Koch Ingo Rietheimer und seine Vorspeisen-Kreation von der Jakobsmuschel

Aufgrund des Konzerttermins kamen wir früh am Abend, und waren nicht nur die ersten, sondern eine Zeit lang überhaupt die einzigen Gäste. Dafür war das überaus freundliche Service eher langsam, v.a. die Wartezeit zwischen Vor- und Hauptspeise kam uns doch etwas lange vor. Gott sei Dank behielten wir das Gedeck bestehend aus drei verschiedenen Sorten Brot und etwas Hummus, Bärlauchaufstrich und gesalzener Butter auf dem Tisch. Die Speisekarte war eher überschaubar, das Preisniveau dafür durchaus anspruchsvoll. Ich freute mich auch auf die Kochkünste von Ingo Rietheimer, der ja erst letzten Herbst von den Donauwirtinnen in die Schlossbrasserie gewechselt hatte. Noch ein Gag von der Speisekarte: Es gibt eine kleine, bunte Speisekarte für Kids, und darauf eine absolute Spezialität: Ein (leerer) „Räuberteller“, mit dem man bei den anderen am Tisch auf Raubzug gehen kann.

Von den Vorspeisen wählten wir das Consommé von der Staudensellerie (€ 6,20), das ebenso wie die Jakobsmuscheln mit Morcheln in Rahm (€ 6,60) durchaus Lob verdiente. „Nichts zu meckern“ gab es eigentlich auch bei den Hauptspeisen, auch wenn wir lange darauf warten mussten. Das ging vom gebratenen Zanderfilet (wohlfeil um € 23,80) über den Kalbsrücken mit Spargel und Sauce Hollandaise (angeboten um € 25,90) bis zu den Kinderspaghetti = Nudeln in Tomatensauce (€ 5,50). Den Vogel abgeschossen haben allerdings die Desserts, die Lavendel-Crème brulée und das Mousse und das Küchlein von der Schokolade. Welch ein krönender Abschluss!

Schlossbrasserie Kalbsrücken mit Spargel 5.2017 Schlossbrasserei Lavendel Creme brulee

Ein Kalbsrücken kann ebenso wie die Lavendel-Creme brulée auch entzücken!

 

Am Ende noch ein Wort zu den Getränken und zur Rechnung: Mein kleines Zwickl von Gösser zu Beginn war erfrischend, ich kam schließlich von meinem Saunanachmittag. Gut schmeckte auch der Rosé Secco als Aperitif. Der Urgesteinsriesling aus Gobelsburg passte perfekt zum Kalbsrücken mit Spargel, ebenso der Merlot Reserve zum gebratenen Zander. Ein Lob auch dem Kaffee, sowohl dem Espresso als auch dem großen Braunen. Die Rechnung für 4 Personen und ein Kind fiel mit € 185.- inkl. Tip angesichts der bescheidenen Konsumation doch relativ hoch aus. Schließlich hatten wir nur 2 Vorspeisen, 3 Hauptspeisen und eine Kinderportion und 2 Nachspeisen. Keine Flasche Wein, kein Digestif. Aber wie gesagt: Was will man bei einer solch atemberaubenden Aussicht noch sagen?

Spargel als Delikatessgemüse

Spargel ist Spitze!

LFI-Kochkurs „Delikatessgemüse Spargel“

 

Wir sind mitten in der Spargel-Saison. Viele lieben ihn, manche mögen ihn eher nicht. Die Rede ist vom Spargel, eines der ersten Gemüse im Frühling, knackig und frisch. Er kommt eigentlich aus Asien, ist sehr vitaminhaltig (A, B und C) und enthält darüber hinaus u. a. noch Kalzium, Kalium, Phosphor, Eiweiß und zahlreiche Mineralstoffe. Er ist gut für die Haare, die Nerven und wirkt leicht entwässernd.

LFI Spargel Beratung Carola LFI Sparge Strudel füllen

Carola Neulinger weiß wie´s geht und kann des auch eindrucksvoll demonstrieren

Das und noch einiges mehr erzählte uns die bestens vorbereitete Kursleiterin Carola Neulinger aus Liebenau zu Beginn unseres Kurses mit dem Titel „ Delikatessgemüse Spargel“ beim LFI auf der Gugl. Seminarbäuerin Neulinger weiß, wovon sie spricht Sie hat mehr als 20 Jahre ein Gasthaus in Liebenau geführt, und betreut jetzt noch ihren Biohof. Sie erklärt uns auch, wie man feststellen kann, ob der Spargel noch frisch genug ist, in welche Klassen man ihn einteilt und wie man grünen und weißen Spargel schält und kocht. Den Spargel hat sie vom Biohof Maier aus Eferding mitgebracht. Ebenfalls mitgebracht hatte sie einen guten Aperitif und Spargelbegleiter, einen Pankratzhofer Mostcider. Das ist ein aromatisierter, obstweinhaltiger Cocktail mit sehr geringem Alkoholgehalt, der ausgezeichnet schmeckte. Natürlich waren wie immer sowohl alle Zutaten und Rezepte vorhanden und schon auf die einzelnen Arbeitsplätze aufgeteilt. Wir - das waren insgesamt 12 TeilnehmerInnen und diesmal wieder mehrheitlich Frauen - konnten uns sofort auf die Arbeit stürzen.

LFI Spargel Ziegenfrischkäse LFI Spargel Suppe mit Knödeln

Spargel mit Ziegenfrischkäse-Törtchen und Spargelsuppe mit Schinken-Semmel-Knödeln

Von den Vorspeisen gab es ein Carpaccio mit rohem Spargel und Bündnerfleisch, einen Spargel-Erdbeer-Salat sowie einen marinierten Spargel mit Frühlingskräutersalat und Ziegenfrischkäse-Törtchen. Alles köstlich, insbesondere auch die mit Gelatine, Creme fraiche und etwas Schlagobers selbstgemachten Ziegenkäsetörtchen. Dazu gab es selbstgebackenes Brot, auch eine Delikatesse. Es folgte als Zwischengericht eine Spargelsuppe mit Schinken-Semmel-Knödeln und dann ein wahres Feuerwerk an Hauptgerichten, eines köstlicher als das andere. Da denke ich u.a. an den Spargelstrudel mit Schnittlauchrahm oder die Papardelle con Asperagi. Wobei uns Carola die Herstellung des Strudelteiges eindrucksvoll demonstrierte. Joe und ich hatten uns für die das Spargelragout mit Speckmedaillons entschieden, das Rezept dafür gibt es schon im Teil „Neue Rezepte“. Zwischendurch zeigte uns Carola auch noch, wie man über Dampf eine Sauce Hollandaise zubereitet, die natürlich viel besser schmeckt als jede gekaufte.

Als süßen Abschluss gab es dann einen Spargelgugelhupf, den aber die meisten KursteilnemerInnen schon nachhause mitnehmen mussten. Essen vor Ort ging leider nicht mehr. Umso mehr hat sich meine Gattin zuhause gefreut. Ich freue mich auch schon, nämlich auf den nächsten Kochkurs der Seminarbäuerinnen.

LFI Spargel Vorspeisenbuffet  LFI Süargel Abschlussessen 2

Selbstbedienung am Vorspeisenbuffet.        Man sieht, dass es allen richtig geschmeckt hat!

Grillkurs LFI April 2017

Ideen für ein besonderes Grillfest

Ein LFI-Kurs für Grillprofis und solche, die es noch werden wollen

Ich mag sie sehr gerne, die Kurse der Seminarbäuerinnen am Ländlichen Fortbildungs Institut (LFI) auf der Gugl. Warum also nicht einmal einen Grillkurs besuchen, gerade noch rechtzeitig vor Beginn der Grillsaison. Aber in der Zwischenzeit grillt man ohnehin bereits das ganze Jahr über, obwohl das nicht meine Sache ist.

Ein verregneter Freitagabend, 16 Teilnehmer, beim Grillen wie erwartet die Männer in der Überzahl. Die Referentin keine ganz unbekannte: Maria Stütz aus St. Leonhard bei Freistadt, bekannt für ihre Auftritte mit dem Physiker und Kabarettisten Werner Gruber. Maria Stütz betreibt einen kleinen Biobauernhof, ihr Mann ist berufstätig. Sie ist ausgebildete Seminarbäuerin und kocht leidenschaftlich gerne, aber ausschließlich mit biologischen Produkten aus der Region. Am eigenen Hof wird nach den Prinzipien „Zurück zum Ursprung" gewirtschaftet. Zurück zum Ursprung (ZZU) steht für eine Bio-Landwirtschaft, die sich ihren spezifischen regionalen Charakter bzw. ihre regionale Identität bewahrt hat. Auf ihrem Hof gibt es Rinder und Schweine sowie Hühner und Gänse. Und natürlich jede Menge Obst, Gemüse, Honig und vor allem Kräuter. Was man zuhause nicht hat, kommt von den Nachbarn und Verwandten, wie z.B. Käse oder Schnaps.

LFI Grillen Dips LFI Grillen Ziegenkäse mit Speck

Die eine Gruppe befasst sich gerade mit den Saucen und Dips, die andere mit den Ziegenkäseröllchen im Speckmantel

Maria hat den Kurs perfekt vorbereitet: Ein verständliches Skriptum, alle Zutaten schon für die einzelnen Rezepte bzw. Arbeitsgruppen in der Küche aufgeteilt mit einer Gebrauchsanleitung vor Ort. Außerdem eine Früchtemostbowle und ein selbstgemachtes, dunkles Fladenrot zum Einstieg. Zu Beginn werden alle Rezepte kurz besprochen, vor allem natürlich jene, die auch zubereitet werden. Dazu gibt es allgemeine Tipps, wie z.B. kein vorgewürztes Fleisch kaufen, auf österreichische Herkunft (AMA-Siegel) achten, was es etwa gerade nicht frisch gibt wie z.B. Kräuter getrocknete hernehmen, etc. Sie empfiehlt beim Kochen eine gewisse Flexibilität, weil „ein Kochbuch ist ja kein Betbuch“ sagt sie. Ja so war sie, unsere Seminarleiterin: Offen und sympathisch und trotz ihres Mühlviertler-Dialekts klar und verständlich. Und vor allem kompetent und hilfreich in allen Situationen.

Nach der Einführung haben wir uns in Arbeitsgruppen aufgeteilt und sind ans Werk gegangen. Von den Fleischrezepten haben wir Rindfleischröllchen mit Speck und Kräutern, Schweinsfilet mit Honigglasur, Kräuter-Kitz-Griller und Speck-Hendlspieße mit Jungzwiebeln zubereitet. Um die haben sich mein Freund Joe und ich angenommen, daher finden Sie dieses Rezept auch bereits im Rezeptteil. Dazu noch ein Fischfilet mit Kräuterkruste und Ziegenkäseröllchen im Speckmantel. Einige Teams haben sich um die Saucen und Dips gekümmert. So gab es einen Erdäpfel-Topfen-Dip, eine pikante Apfelsauce, eine Landfrisch-Kräutercreme sowie eine Knoblauch-Gurken-Sauce. Ich habe dann auch noch einen Grünen Salat gewaschen und mariniert.

LFI Grillen Georg grillt LFI Grillen Flambieren

        Am Ende landet alles draußen auf dem Grill                             Maria löscht die flambierten Äpfel mit Apfelsaft ab

Nach der Zubereitung mussten Fleisch und Spieße auf den Gasgrill, der leider ein bisschen klein geraten war. Mithilfe des Backrohres konnte trotzdem alles innerhalb kürzester Zeit fertig gegart und dann genussvoll verspeist werden. Zu guter Letzt gab es dann noch flambierte Äpfel mit Vanilleeis und Eierlikör. Flambiert auf dem Herd, auf dem Gasgrill könnte so etwas durchaus auch schief gehen.

Das es allen geschmeckt hat bewies nicht zuletzt die Tatsache, dass die mitgebrachten Tupperware-Behältnisse allesamt wieder sauber mit nachhause genommen werden konnten. Es wurde nämlich alles ratzeputz aufgegessen. Eine gewisse Enttäuschung für die Zuhause-Gebliebenen, oder? Wenn man überhaupt etwas kritisch anmerken will, dann eines: Es fehlte leider an dem zum Grillen am besten geeigneten Getränk, nämlich an einem kühlen Bier. Aber das hätten wir mit unserer Kurserfahrung ja bereits wissen können. Und außerdem waren wir ohnehin mit einer Flasche Rotwein ausgerüstet…….

LFI Grillen Buffet LFI Grillen Essen

                               Was so gut aussieht....                                                              .....das muss auch gut schmecken!

Salzamt - Kliemstein

Kliemstein – Das Restaurant im Salzamt

Was ist das Kliemstein eigentlich? Ist es ein Restaurant oder ein Künstlerhaus? Oder gar ein geheimer Klub von Weinliebhabern, die hier hinter verschlossenen Türen in ehrwürdiger Umgebung ihre Baccanalien abfeiern? Oder nur das Nachfolgelokal eines Weinhändlers (Vino Vitis) mit eigener Glasmanufaktur (Angelus) und einem Tausendsassa (Michael Müller) als Patron, der hier seinem Hobby (Kochen mit portugisischen und spanischen Einflüssen) fröhnt? Wir haben letzte Woche hinter die Kulissen geblickt, und uns Klarheit verschafft: Das Kliemstein ist in der Hauptsache ein Restaurant, und darüber hinaus von allem vorher aufgezähltem ein bisschen was.

23621 Salzamt Müller

Das Kliemstein (Restaurant im Salzamt) an der Donaulände mit seinem kochenden Patron Michael Müller

Es war ein sehr regnerisch-kalter, unfreundlicher Mittwochabend. Im Fernsehen gab es das Halbfinale Bayern gegen Dortmund, und ein größerer Tisch hatte kurzfristig seine Reservierung abgesagt. So waren wir vier die einzigen Gäste in dem seit Ende September 2017 eröffneten Lokal, und Patron Michael Müller gehörte uns ganz allein. Er hatte alle Zeit der Welt, nicht nur köstlich für uns aufzukochen, sondern auch alle unsere Fragen geduldig zu beantworten. Und uns die eine oder andere Geschichte über seine Herkunft und seine Familie, seine abwechslungsreiche Vergangenheit und die Geschichte des Hauses zu erzählen. Wir hörten ihm fast ehrfurchtsvoll und geduldig zu, und ließen uns nebenbei noch zu allerhand sonstigem anstiften. So z.B. zum Kliemstein Black Amber Bier als Aperitif, das sich für mich leider als unbefriedigender Ersatz für das eigentlich gewünschte Zwickel entpuppte. Ich hätte mich ebenso wie unsere Freundin Judith für einen Grünen Veltliner Lagensekt entscheiden sollen. Und er überredete uns auch zum kompletten sechsgängigen "Menü der kleinen Gaumenfreuden" um € 44-/Person. Dazu kam noch ein Gedeck um € 4.-/Person sowie ein Gruß aus der Küche zu Beginn und einer zum Ausklang.

Ja, jetzt wissen Sie es, es gibt im  Kliemstein abends eigentlich keine Speisekarte . Nur komplette Menüs ab 3 Gängen und Snacks an der Bar. Das Menü wenn man will auch mit kleiner oder großer Weinbegleitung. Wir vier waren alle mutig und wählten das größere von den kleinen Menüs, wobei sich Patron Müller als sehr flexibel erwies. So wurde in zwei Fällen die Consomme mit Sherry ohne Probleme durch eine sehr schaumige Spargelcremesuppe ersetzt, und in einem Fall die Entenbrust durch Truthahn. Aber nun zum Anfang, zunächst zum Gedeck, das aus verschiedenen Sorten Brot mit einem Kren-Preiselbeeraufstrich, Olivenöl und Meersalz bestand. Dann folgte gleich der Gruß aus der Küche, die schon in den OÖ. Nachrichten gelobten Spießchen mit einem kleinen Chorizo-Würstchen und Tortilla. Lustig anzusehen und gut im Geschmack. Nach dem Amber-Bier hatte ich mich als Begleiter zum ersten Teil des Menüs für einen Verdejo aus dem spanischen Weinbaugebiet Ruedo entschieden. Der passt bis zur Entenbrust ganz gut, ein bisschen kälter hätte er sein können.

Salzamt Gruß a.d. Küche Salzamt Gewürzhuhn

Ein vielversprechender Start: Chorizo-Spiesschen und Gewürz-Hühnerbällchen mit Lattich, Karotten und Spinat

Der Einstieg ins Menü erfolgte über Gewürzhuhn-Bällchen mit Sesam, gegrilltem Lattich und Salat aus Karottenstreifen und Spinat, gefolgt von einer Tasse Consomme double mit Sherry und kleinen, frittierten Tintenfischen. Nett angerichtet, geschmacklich ohne Makel. Hinter dem Titel „Spargel, Fisch Gröstl“ verbarg sich ein köstlicher, norwegischer Skrei mit Spargel aus Eferding und Eachtlinger Kartoffeln aus dem Lungau. Alles einmalig gut, überall die passende Story dazu. Auf die Eachtlinger werde ich beim Digestif nochmals zurückkommen. Dann folgte als Hauptgericht eine rosa auf den Punkt gebratene Entenbrust - für meine Gattin viel zu rosa, da hätte man auch vorher fragen können - mit hausgemachten Nudeln und Steinpilzen und der einen oder anderen „Eachtlinger“. Für mich alles bestens, auch wenn die Steinpilze zu dieser Jahreszeit natürlich nicht frisch sein konnten. Jetzt war es höchste Zeit für einen roten Begleiter. Die Wahl fiel auf einen Burgunder, und zwar auf einen Pinot Noir 2007 vom Weingut Frühwirt aus Teesdorf in der Thermenregion. An sich eine gute Wahl, aber nicht die allerbeste, wie uns Patron Müller mit einer Kostprobe eines Nebbiolo aus dem Piemont kurz darauf eindrucksvoll bewies.

Schon etwas müde und satt näherten wir uns schließlich dem Ende unseres Festmahles, das mit einer kreativen und dekorativen Käsevariation (Käse hoch 3) eingeläutet wurde. Schaute sehr kreativ und pfiffig aus, der Geschmack kam da aber nicht ganz mit. Dann die Nachspeise oder besser gesagt ein Nachspeisen-Potpourri mit Apfeleis, Ananas-Parfait, Erd- und Heidelbeeren, einem kleinen Blätterteiggebäck und das alles auf einem Spiegel Erdbeersauce. "Da gibt es nichts zu meckern", hätte der Schuhbeck gesagt, und der Lafer hätte dazu nur genickt. Höchste Zeit für einen Digestif, und nun komme ich zurück zum „Eachtlinger“, der auch als Brand einen guten Eindruck machte. Schnell noch einen Espresso - mit einer Praline stilvoll serviert - und dann die Rechnung. Aber nein, da kam vorher noch eine kleine Überraschung: Zuckerwatte für alle vier, eine schöne Erinnerung an unsere Kindheitstage.

Salzamt Spargel Fisch Gröstl Salzamt Entenbrust

Skrei mit  grünem Spargel und Eachtlinger-Gröstl    Rosa Entenbrust mit selbstgemachten Steinpilznudeln

 Wir haben zu viert inkl. Trinkgeld 270.- € bezahlt, nicht gerade wenig, aber auch nicht viel, für alles was geboten wurde. Wir haben ausgezeichnet gespeist, gut getrunken, und uns sehr gut unterhalten. Wir haben viel über das Haus, die Küche, den Chef und seine Leidenschaften, sowie seine Aus- und Umbaupläne erfahren. Auch über die Events bzw. Veranstaltungen in der nächsten Zeit haben wir uns informiert. So gibt es einen Jour fix jeden Freitag von 16 bis 18 Uhr mit einer Weinverkostung um 17.00 Uhr, regelmäßige Weinstammtische (die nächsten am 9. Mai und dann am 6. Juni jeweils um 18.30 h) und Bacchanalien (die nächsten am 31. Mai und dann wieder am 26. Juli jeweils um 18.30 Uhr). Und übrigens: Jeden Mittwoch gibt es ab 12.00 h einen Gourmet Lunch um € 15.-.

Wir haben beschlossen, die guten Erfahrungen dieses Abends mit anderen zu teilen, und auf jeden Fall demnächst selbst wieder ins Kliemstein zu gehen!

Salzamt Ananas Kokos Hollunderblüte Salzamt Zuckerwatte

 Köstliches Dessert-Potpourri mit Eis und Früchten                            Zuckerwatte - Erinnerungen an die Kindheit