Heckmann kocht!

Zaubertal-Abendessen

Ein in jeder Hinsicht zauberhafter Abend

Dinner bei Freunden im Zaubertal

Gefreut haben wir uns schon lange, über diese Einladung von Andrea und Leonhard in ihr Haus im Zaubertal. Bei Leuten mit gutem Geschmack kann man nicht nur die Wohnung bewundern, nein, sie kochen, essen und trinken natürlich auch sehr geschmackvoll. So machten sich Christa und Joe und meine Gattin und ich also auf zu einem erlesenen Abendessen ins Zaubertal (siehe Foto).  

Tischgesellschaft

Ein italienisches Abendessen in gediegenem Ambiente mit und bei Freunden

im Zaubertal

Zunächst ein kleines und kühles Bier, bei dem ich dem Hausherrn bei der Zubereitung der Vorspeise auf die Finger schauen konnte. Es dauerte nicht lange, und die Garnelen waren in Engelshaar (Kataifi-Teig) eingewickelt und wurden in heißem Öl frittiert. Dazu etwas Chicorée und eine asiatische scharf-süße Sauce. Vom Getränk her wechselten wir auf einen jungen Grünen Veltliner Jg. 2016 vom Stierschneider in Loiben. Diese Federspiel Qualität war leicht, sehr erfrischend mit gut eingebundener Säure und war den – übrigens ausgezeichnet schmeckenden - Garnelen ein guter Begleiter.

Bis zur Hauptspeise dauerte es etwas länger. Schließlich galt es, ein schönes Stück Rinderfilet zunächst scharf von allen Seiten anzubraten, dann zu würzen und schließlich in einen Salzmantel einzubetten. Wie einen Fisch in der Salzkruste, nur eben ein Rinderfilet. Und dann ab in das Rohr damit, für mindestens 30-35 Minuten, und anschließend noch etwa 10-12 Minuten Rasten. Die Wartezeit verkürzten wir uns nicht nur mit angeregter Unterhaltung, sondern auch mit einem schon etwas älteren Sauvignon Blanc Jg. 2006 aus dem Friaul. Der Wein aus dem Karst und aus dem Barrique schmeckte anfänglich etwas „fad“, gewann aber mit jedem Schluck an Tiefe und Geschmack. Dann war es aber soweit: Die Salzkruste wurde zerschlagen, und das Filet aufgeschnitten. Dazu gebratene Kartoffelwürferl mit Rosmarin und halbierte Kirschtomaten im heißen Backrohr leicht überbacken. Rosa auf den Punkt gegart, medium rare würde ich sagen. Ein so perfekter Genuss, dass ich mich gar nicht traute, nach einem Stück Weißbrot zu fragen. Und wie bei den Italienern üblich, gab es dazu auch keinen Salat. Dafür aber eine ausgezeichnete Rotwein-Cuvée (Cabernet Sauvignon/Merlot/Alicante) aus der Toskana: Einen Saffredi 2000 aus dem Maremma-Gebiet von Elisabetha Gebeti.

Filet Würzen  Vorbereiten Rinderfildet Salzkruste

Das Rinderfilet wird zunächst scharf angebraten, dann mit einer Gewürzmischung

eingerieben und schließlich in die Salzkruste gepackt

Beim anschließenden Dessert war Gastgeber Leonhard kein Risiko eingegangen und hatte verschiedene italienische Torten aus dem „Non Solo Vino“ mitgebracht: Eine Mandel-, eine Schoko-, und eine Kirsch-Amaretto-Torte. Da wir uns nicht entscheiden konnten, nahmen meine Gattin und ich gemeinsam von jeder ein kleines Stück, und haben das nicht bereut. Dazu natürlich einen Espresso. Nicht verschweigen möchte ich auch, dass bei einem solchen Angebot an Köstlichkeiten auch der eine oder andere Digestif von Nöten war. Unter ihnen Grappa, Whisky und ein ausgezeichneter Viel Apricot von Fassbinder.

Eigentlich wäre das alles ja schon genug gewesen, aber Käse schließt ja bekanntlich den Magen. So wurde auch dieses „zauberhafte“ Dinner unter Freunden mit einer kleinen aber feinen Käseplatte abgeschlossen. Mille Grazie, liebe Gastgeber, kann man da nur sagen, a presto und ciao!

Tortendessert

Ein Dessert-Potpurri: Mandel-, Schoko- und Kirsch-Amaretto Torte

Die Donauwirtinnen

Die Donauwirtinnen: Ein Erlebnis der besonderen Art

 

Ein altes Restaurant mit neuem Koch

 

Eigentlich sind wir ja nicht wegen der Einrichtung hingegangen. Beschrieben wird das Restaurant der beiden Donauwirtinnen Julia Oswald und Tanja Oberberger als „entzückendes Lokal im Shabby Stil“ (siehe Foto). Das klingt zwar gut, sieht meiner Meinung nach aber nicht besonders gut aus. Also habe ich „Shabby-Stil“ gegoogelt und bin draufgekommen, dass diese Bezeichnung von schäbig, marode, heruntergekommen, etc. stammt. Das trifft die Sache ganz gut, meine ich. Die Inneneinrichtung sieht nämlich wirklich aus wie eine Mischung aus Erbstücken, Flohmarktkäufen und Selbstgemachten. Und den Wänden würde ein Neuanstrich auch nicht schaden.

 

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Einen Besuch durchaus wert: Die Donauwirtinnen in der Webergasse in Alt-Urfahr mit ihrem neuen

Koch Georg Friedl

 

Nein, hingegangen sind wir eigentlich wegen des Essens und vor allem wegen Georg Friedl (siehe Foto), der seit Mitte November bei den Donauwirtinnen in der Küche steht, und den wir schon seit geraumer Zeit – schon lange vor seinem Engagement im Salzamt – kennen und schätzen. Friedl mit seiner einschlägigen Vergangenheit passt gut zur Philosophie des Lokals, nämlich Grundprodukte aus dem direkten Umfeld, d.h. vorzugsweise aus dem Mühlviertel, zu verwenden. Und das auf einem kulinarisch sehr hohen Niveau, schließlich hatte sein Vorgänger das Lokal im A La Carte bereits auf Sterne-Niveau gebracht. Also, würde der gelernte Österreicher sagen, schaun wir mal…...

 

Der reservierte Tisch war für 4 Personen viel zu klein, aber wir haben anstandslos einen größeren erhalten. Wie überhaupt der Service zwar nicht perfekt, aber sehr höflich und flink war. Da es draußen einigermaßen kalt war, starteten meine Frau und unser gemeinsamer Freund Wolfgang mit einer „Frostschutzsuppe“, in diesem Fall mit einer Gemüse-Grießsuppe. Beide waren ebenso zufrieden wie Freundin Judith mit ihrem knackigen Gemüse in Essig und Öl. Ich entschied mich trotz einiger Bedenken - v.a. gegen den schwarzen Rettich - für ein Karpfenverhackertes mit Leindottercreme, eingelegtem schwarzen Rettich und Röstbrot. Meine Bedenken waren schnell ausgeräumt, es schmeckte ausgezeichnet (siehe Foto).

 

Karpfenverhackertes 2

Ein tolles Angebot von der Vorspeisenkarte: Karpfenverhackertes

mit Leindottercreme, eingelegtem schwarzen Rettich und Röstbrot

 

Bei den Hauptspeisen wählten wir dreimal aus dem Tagesangebot, und einmal Flammkuchen. Den (letzten) faschierten Hirschbraten von der Mittagskarte mit Jägersauce (was immer das war) und Cremepolenta verzehrte mein Freund Wolfgang mit großem Vergnügen. Schon weniger Vergnügen hatten wir mit den Filetspitzen mit Nudeln, Pilzen und Speck (siehe Foto). Die waren eindeutig zu sahnelastig und lagen mir sehr lange im Magen. Die kleine Ausgabe des Flammkuchens mit Speck und Lauch war leicht und geschmacklich in Ordnung, also für das Abendessen ideal. So war dann bei (fast) allen noch Platz für eine Nachspeise und Kaffee. Die beiden gewählten Kuchen - einmal Schoko-Brownie mit Schlagobers (siehe Foto) und einmal besoffener Kapuziner - waren ausgezeichnet. Das behauptete zumindest meine Gattin auch von ihrer Joghurtcreme mit Heidelbeerröster. Ich fand die Präsentation im Glas eigentlich besser als den Inhalt.

 

 

Filetspitzen 2  

Leider etwas zu üppig geraten: Die Filetspitzen mit Nudeln,

Pilzen und Speck

 

 

Zum Schluss noch zu den Getränken und zur Rechnung. Das Getränkeangebot scheint mir „übersichtlich“, aber es ist qualitativ in Ordnung. Vom Freistädter Bio-Zwickel und vom Bio-Frizzante am Anfang, über den offenen Grünen Veltliner um 3,90 je Achterl bis zum Espresso um 2,40 am Ende war alles okay. Und die Rechnung mit insgesamt € 114.- für 4 Personen zeugt von einem ausgesprochen guten Preis-Leistungsverhältnis. Ich glaube daher, dass wir doch wieder herkommen werden, zu den Donauwirtinnen. Vielleicht an einem lauschigen Sommerabend, um die lokalen Köstlichkeiten im gemütlichen Gastgarten zu geniessen!

 

Schoko Brownie 

Den süßen Abschluss keineswegs bereut: Der Schoko-

Brownie mit Schlag                                                                                                                

Geburtstagsmenu zum 65iger

Geburtstagsmenu zu Georgs 65iger

 

Ein kleiner „Runder“

 

Das Geburtstags-Mittagessen für die und mit der Familie erforderte doch einige Vorbereitung und einigen Aufwand. Außerdem muss ich bei der Zusammenstellung der Speisen ja Rücksicht auf meine Vegetarierin und meine Gemüse-LiebhaberInnen nehmen. Ich habe daher den Großteil der Vorbereitungen bereits am Samstag erledigt, und am Sonntag dann bis Mittag nur mehr das "Finish" gemacht. Wir haben uns an folgendem Menu delektiert:

 

Aperitif

 

Bubbles Secco Rosé, Weingut am Berg, Mittelberg, Kamptal

 

Schwarzwurzelsuppe mit Kresse und Hühnerleber

Würde selbst in Schuhbecks "teatro" eine gute Figur machen:

Die Schwarzwurzelsuppe mit frischer Kresse und Hühnerleber

 

 

Vorspeise

 

Schwarzwurzelcremesuppe wahlweise mit gebratener Hühnerleber

Gelber Muskateller 2015 vom Sax/Langenlois

 

Rehragout mit Tagliatelle

Ein Rehragout-Rezept mit Champignons und viel Gemüse

 

Hauptspeise

 

Rehragout mit Tagliatelle

 

Fenchel-Orangen-Risotto

 

mit Endivien-, Kraut- und Gurkensalat

 

Barbareso 2008 DOCG, Prunotto, Alba,

Piemont Zweigelt 2013, Weinbau Schweifer, ‚Eisenstadt, Bgld.

 

Fenchel Orangen Risotto

Ein Traum nicht nur für Vegetarier: Fenchel-Orangen-Risotto

 

Nachspeise

 

Mascarpone-Schnitten mit Himbeeren

 

Henkel Sekt halbtrocken

 

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Eine süße Köstlichkeit, die man - mit Ausnahme der Frucht-

sauce - bereits am Vortag zubereiten kann

 

Die Schwarzwurzelcremesuppe und das Fenchel-Orangen-Risotto Rezept stammen von meinem Wurzelgemüse-Shooting, über das ich ja seinerzeit ausführlich berichtet habe. Die Idee mit der frisch gebratenen Hühnerleber als Einlage - für den, der das will - habe ich in einer der letzten Kochsendungen von Andi und Alex gesehen. Das Rezept für das Dessert stammt von "Essen & Trinken" aus dem Internet und heisst dort "Mascarpone-Schnitten mit Heidelbeeren". Ich hatte aber tiefgefrorene Himbeeren zuhause, also habe ich einfach die Fruchtsauce gewechselt. Und die Hauptspeise schließlich wurde nach einem Rehragout-Rezept aus dem Weltbild-Kochbuch "Dr. Oetker - Wild" zubereitet. Ich habe übrigens weder beim Risotto noch beim Ragout auf den Wein verzichtet. Inzwischen besorge ich mir alkoholofreien (de-alkoholisierten) Weiß- , Rosé und Rotwein bei Wein & Co.

 

Alles hat prächtig geschmeckt, daher sollte man eigentlich alle Rezepte veröffentlichen. Ich habe mich entschieden, dies  zunächst einmal mit dem Risotto-Rezept zu tun!

Teatro

Teatro – eine Dinner-Show für Herz und Gaumen

 

Letzte Woche waren meine Gattin und ich in Schuhbecks Dinnershow „Teatro“ im Spiegelzelt in der Linzer Tabakfabrik. Es war das Weihnachtsgeschenk meiner Frau für mich, und so hatten wir die besten Karten (Kategorie Deluxe, direkt an der kleinen Drehbühne in der Mitte des Zeltes, Mo-Do um € 86,50/Person), auf Tuchfühlung mit den Sängern und Artisten sozusagen, das reguläre, viergängige Menu mit zusätzlich zwei Getränkegutscheinen á 20 € und das Programmheft für die Show „Herzstücke 2016/2017). Nur die Erinnerungsfotos – sofern man welche mitnehmen wollte, waren extra zu bezahlen (und mit € 10.-/Stk. alles andere als preiswert).

 

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Nachdem dies ja eine Homepage für Hobbyköche, Gourmets und sonstige Genießer ist, zunächst zum Essen. Gleich vorweg gesagt: Nur deswegen bräuchte man nicht in diese Show kommen, das 4-Gang Menu um € 45,50 sieht sehr gut aus, schmeckt aber teilweise nur so. Aber das möge jeder selbst beurteilen, die Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden und das ist gut so. Die vier Gänge des regulären Menus waren:

 

- Vorspeise: Tatar von der geräucherten Forelle , dazu gebeizten Alpenlachs mit bunten Rüben und Kren

- Zwischengericht: Cremesuppe von Muskat- und Butternusskürbis mit Ingwer, Honig und Chili, garniert mit Kürbiskerncroutons und Kernöl

- Hauptspeise: Rosa gebratenes Filet vom Almochsen mit Erdäpfel-Petersilienpüree, geschmorten Honigkarotten und Portweinjus

- Nachspeise: Lebkuchensoufflé mit eingemachten Zwetschgen, dazu Eis von der LInzertorete und Gühweinschaum

 

 

 

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Die Vorspeise zwar hübsch anzusehen, aber nicht viel dahinter, viel besser die Kürbiscremesuppe

 

Nachdem das gesamte Spektakel von 19.30 h bis fast 23.30 h gedauert hat, gestaltete sich der Ablauf so: ½ - ¾ Stunde Show, dann wurde ein gangserviert, dann wieder ½- ¾ Stunde Show, dann der nächste Gang, u.s.w. Überfressen konnte man sich dabei also nicht, und das nicht nur wegen der Pausen, sondern auch wegen der Größe der Portionen.

 

Die Vorspeise war meiner Meinung nach zu vernachlässigen, die Forelle war wahrscheinlich ebenso wie der Lachs aus einem klaren Alpenbächlein. Beide hätten wegen ihrer bescheidenen Größe eigentlich noch gar nicht gefangen werden dürfen. So dominierte das rohe, weitgehend geschmacklose Gemüse. Bei der Kürbissuppe – bei Schuhbeck natürlich mi dem unvermeidlichen Ingwer und mit Chili - gab es wirklich nichts zu meckern. Das Filet vom Almochsen war bestens, sowohl von der Fleischqualität als auch vom Garpunkt her einfach perfekt. Vom Püree hätte ich persönlich mir ein bisschen mehr Geschmack gewünscht und der Portweinjus hat leider nur eine sehr kurze Bremsspur auf dem Teller hinterlassen. Gut wenn auch etwas zu advent- bzw. weihnachtlich das sehr lebkuchen-lastige Dessert. Nach einem Pfiff Bier habe ich dann zweimal Wein bestellt, mir aber leider die Herkunft nicht gemerkt. Der offene Riesling zur Vorspeise war jedenfalls perfekt, etwas weniger gut hat mir der Blaufränkische zum Almochsen-Filet geschmeckt.

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Beide Gänge durchaus in Ordnung: Das rosa gebratene Almochsenfilet und das sehr weihnachtliche Lebkuchensoufflé

 

Beim Menu konnte man zum selben Preis zwischen dem oben beschrieben regulären Menu auch ein vegetarisches, ein veganes, oder ein Zwergerlmenu wählen, was bei uns zwei Tischnachbarn auch taten. Beim vegetarischen und beim veganen Menu wurden als Hauptspeise z.B. Steinpilz-Polenta-Tascherl mit Ruccola und Trüffelschaum angeboten, beim Zwergerl-Menu ausgelöstes Backhenderl mit Kräuterkartoffeln.

 

Abschließend noch ein paar Worte zur Show, die im Wesentlichen aus drei Elementen besteht: Aus einem bzw. zwei gut miteinander eingespielten Conférenciers (Georg Schießl und Danielo), einer schwungvollen, wandlungsfähigen und sehr professionellen Gesangstruppe (den Singing Waiters), und einer bunten Schar ausgewählter, internationaler Artisten, darunter einige wirkliche Ausnahmekönner. Und das alles auf kleinstem Raum, nämlich au feiner Scheibe mit vielleicht 3-4 m Durchmesser in der Mitte des Spiegelzeltes. Ich möchte jetzt nicht den einen oder anderen herausstreichen oder kritisieren, sondern alle pauschal loben, denn wir haben uns köstlich amüsiert, viel applaudiert und keine Sekunde gelangweilt.

 

Ich war schon bei verschiedenen Dinner-Shows, vor vielen Jahren im Palazzo in München bei Eckart Witzigmann, und später dann in Wien bei Reinhard Gerer. Ich kann nur sagen: Das derzeit noch bis 22. Jänner 2017 in Linz laufende Teatrovom Schuhbeck (www.teatro-linz.at) verdient ihren Besuch!

 

Georg Empfehlung

Gehen Sie ins Teatro, nicht nur des Essens wegen - es ist ein Gesamtkunstwerk!

Reif für den Reif

Der Reif in Staudach: Liebe auf den zweiten Blick

 

Mehr als ein halbes Jahr ist seit unserem ersten Besuch im Landgasthaus Reif in Staudach/Alkoven vergangen. Damals war es ein lauer Sommerabend im Gastgarten und wir waren nur zu dritt. Diesmal waren wir eine Woche vor Weihnachten zu einer Geburtstagsfeier im Kreise der Familie dort, und wir immerhin zu siebt.

 

Geburtstagskinder

Die strahlenden Geburtstagskinder und Dessert-Queens Lea und Ruth beim Reif

 

Der Tisch war für 12.00 h reserviert, und die Gaststube war relativ voll. Es waren aber auch noch nicht alle Frühschoppen-Gäste gegangen, einige schienen ein ausgesprochen gutes Sitzfleisch zu haben. Zum Aperitif gab es einen Pfiff Grieskirchner, später wurden dann kleine Hirter Biere getrunken. Bei der Vorspeise war man sich relativ einig, die Steinpilzsuppe um € 5,50 ging als eindeutiger Favorit hervor. Ich tanzte aus der Reihe und wählte ein Carpaccio vom Hirschrücken mit getrüffelter Eierspeis, Kräuterpesto, Ruccola und Parmesan: Mit 13 € zwar sau teuer, aber auch sau gut (siehe Bild). Das heißt jetzt aber nicht, dass die Suppenesser unzufrieden waren, ganz im Gegenteil.

 

Carpaccio

Eine einmalig raffinierte Vorspeise: Carpaccio mit getrüffelter Eierspeis

 

Bei den Hauptspeisen herrschte Vielfalt. Von den beiden Geburtstagskindern wählte die Vegetarierin getrüffelte Fettuccine (mit 20 € natürlich auch nicht gerade wohlfeil) , die andere eine Maishendlbrust. Mein Bruder nimmt sehr gerne Zwiebelrostbraten, was er auch in diesem Fall tat. (siehe Bild) Er war begleitet von Speckbohnen, Kartoffeln und den unvermeidlichen Röstzwiebeln. Mein Sohn hatte außerhalb der Karte das Dry Age Rib-Eye Steak gewählt, mit nahezu € 30.- das mit Abstand teuerste Gericht, aber die Fleischqualität war natürlich exzellent. Seine Gattin hatte die Rinderfiletspitzen mit Pilzen und Polenta genommen. Ich blieb beim Premium-Schulterscherzl hängen, mit Apfelkren und einer guten Sauce Tatar, und meine Gattin beim Zanderfilet mit Erdäpfel-Lauch-Gröstl und grünem Salat. Zum Schulterscherzl schmeckte der offene Grüne Veltliner ganz ausgezeichnet, was man dem Blaufränkischem zum Steak auch zugestehen muss. Übrigens: Die Weinkarte ist durchaus in Ordnung!

 

 

Getrüff.Fettuccine 

Ein zeitloser Klassiker der österreichischen Küche: Zwiebelrostbraten mit Speck-

bohnen, Kartoffeln un dden unvermeidlichen Röstzwiebeln

 

Höhepunkt und Abschluss des Geburtstagsessen für meine beiden Nichten waren natürlich die Nachspeisen. „Bitte frage Sie nach dem Dessert“ stand am Ende der Speisekarte. Und wir fragten, und bestellten dann wie so oft alles, was im Angebot war. Ich glaube, es waren genau sieben Speisen für uns sieben Personen, wobei mein Bruder sich beim Süßen eine Auszeit nimmt. Und so machten die Dessertteller mit den süßen Köstlichkeiten wie immer ihre Runde, und wir delektierten uns an Jägertorte ebenso wie an Schokoflan, und an einer Eispalatschinke genauso wie an einer Kardinalschnitte (siehe Bild). Und hätte sich der Reif bei den bisherigen Speisen nicht ohnehin schon qualifiziert, dank des ausgezeichneten Dessert-Angebots hätte er es spätestens jetzt geschafft.

Kardinalschnitte

Ebenso klassisch wie köstlich: Eine Kardinalschnitte vom allerfeinsten!

 

Bleibt noch zu sagen, dass wir inklusive dem einen oder anderen alkoholfreien Getränk und sechs Kaffees sowie zwei Schnapserl mit 70 € pro Person das Auslangen gefunden haben. Nicht gerade billig, aber durchaus angemessen. Womit sich der Schluss meiner ersten Rezension aus dem Sommer durchaus bewahrheiten dürfte, wo ich den Anfang einer dauerhaften Beziehung vorausgesagt habe!

Housewarming Dinner

Housewarming Dinner

 

Ein kulinarischer Abend in Schiedlberg

 

„Sie hab´n a Haus, baut, sie hab´n a Haus baut, sie hab´n uns a Haus herbaut“ singt Arik Brauer in einem seiner bekanntesten Lieder. Ja, Christa und Joe, unsere „ziemlich besten Freunde“, haben in Schiedlberg ein schönes und modernes Haus gebaut. Und so ein neues Haus - ausgestattet mit einer Küche, die alle Stücke spielt - muss natürlich eingeweiht werden. So waren wir und ein weiteres befreundetes Ehepaar zum „Housewarming Dinner“ in kleinem Kreis eingeladen. Dass wir dieser Einladung gefolgt sind, versteht sich von selbst. Und das nicht nur deshalb, weil Joe ein bekannt guter und kreativer Koch ist.

 

Welcome mit Brot und Salz

Christa & Joes Housewarming Dinner in Schiedlberg

 

Mit Brot und Salz und Blumen sind wir gekommen, wie es sich halt gehört. Und beim Aperitif – einem Grünen Veltliner Frizzante Sparkling vom Sax aus Langenlois - haben wir zunächst eine kleine Besichtigungstour gemacht. Ich war mit den Räumlichkeiten ja schon einigermaßen vertraut, hatte ich doch während der Bauzeit das eine oder andere Mal „Essen auf Rädern“ auf die Baustelle geliefert. Dann aber zu Tisch und zur Vorspeise, einer kräftigen Petersiliensuppe mit Maroni, nach einem Rezept aus dem Gusto II/2016. Mit Petersilienwurzeln, Knollensellerie und Zwiebeln, aufgegossen mit Gemüsesuppe und verfeinert mit Schlagobers und Weißwein. Und als Einlage mit Bröseln aus geröstetem Schwarzbrot und Petersilie sowie in Butter angeschwitzte, kochfertige Maroni mit Honig. Dazu versuchten wir den Jungen Rivaner 2016 vom Sax und wurden nicht enttäuscht. Den haben wir dann zunächst auch zum Hauptgericht weiter getrunken, quasi als typischen „Ganslwein“.

 

Petersiliensuppe

Petersilienwurzelsuppe: Kräftig und zur Jahreszeit passend

 

Das Hauptgericht waren gebratene Ganslkeulen mit Orangen-Polenta und Rotkraut. Die Keulen waren frisch ab Hof gekauft, und im Geschmack ganz ausgezeichnet. In der Konsistenz waren sie etwas fest, das Fleisch ist nicht gerade von den Knochen gefallen. Das Rotkraut nach einem eigenen Rezept von Joe, die Polenta nach einer Vorlage aus o.a. Gusto-Heft. Der Geschmack der eingesetzten zwei Bioorangen dezent und gut zur Gans passend. Dazu hatte Leo seinen Lieblings-Rotwein aus Sizilien mitgebracht, einen "Etna Rosso". Wie der Name schon sagt, stammt diese tanninreiche und ausgewogene Cuvée aus Trauben, die in einer Höhe über 800 m an den Hängen des Vulkans Ätna angepflanzt werden. Eine Nähe der Hauptsorte Nerello Mascalese zum Sangiovese ist nicht abzuleugnen. Der von Leo mit großen Vorschusslorbeeren bedachte Tropfen hat sich diese dann auch redlich verdient.

 

Ganserl mit Blaukraut und Polenta

Gehört zu Martini: Ganslkeulen mit Polenta und Rotkraut

 

Das Dessert war wahrscheinlich der Höhepunkt des Abends: Es gab einen Topfenkuchen mit Rosmarincreme, Schokostreuseln und Rahmsauce. Sehr aufwändig, aber es lohnt sich! Man muss dazu zunächst einen Topfen-Rahmkuchen (wie der Name schon sagt mit Topfen, Rahm, Staubzucker, Zitronenschale, Eiern, Puddingpulver und Schlagobers) backen, und diesen auskühlen lassen. Dann wird er mit der Rosmarincreme (bestehend aus Zitronengras, Schlagobers, Zitronenschale, Rosmarin und weißer Kuvertüre) bestrichen. Diese bereitet man am besten bereits am Vortag zu und stellt sie über Nacht in den Kühlschrank. Getoppt wird das Ganze dann noch mit Schokostreuseln und einer einfachen Rahmsauce. Ein Geschmackserlebnis der besonderen Art, das ich sehr bald auch in meiner Küche versuchen werde.

 

Topfenkuchen

Das Highlight des Abends: Topfenkuchen mit Rosmarincreme

 

Zum Abschluss wurde noch eine Käseplatte serviert, der wir dank der erfrischenden Nachspeise und des einen oder anderen Digestifs - ein sehr betagter Calvados übrigens – auch kräftig zugesprochen haben. Damit war die neue Küche auch offiziell ihrer Bestimmung übergeben. Wir hoffen auf noch zahlreiche, so genussvolle Abende wie diesen!

 

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Männer- und Frauengespräche auf den Schlachtfeldern Küche u. Essplatz

OWA Küchenschlacht 2016

Herrlich Kochen mit herbstlichen Genüssen

 

Bereits zum zweiten Mal versammelten sich Vertreter der Ofteringer Wirtschaft Aktiv (OWA) zum gemeinsamen Kochen in meiner „Kellerküche“ in Mitterbachham. Nachdem im Vorjahr österreichische Klassik – von der Frittatensuppe bis zum Tafelspitz - auf dem Programm stand, ging es diesmal um die Genüsse des Herbstes mit dem Mittelpunkt „Wild“.

 

Wie man unschwer aus dem nachstehenden Menu ersehen kann, war die Spannweite groß und die Latte lag hoch. Dennoch wurden alle Herausforderungen in beispielhafter Teamarbeit gemeistert, sodass in etwas mehr als drei Stunden ein mehrgängiges Menu zum Verkosten bereitstand. Zum abendlichen Dinner und zur Leistungsbewertung kamen dann auch der Vorsitzende Reinhold Hofbauer und Ehrenvorsitzender Johann Hutwagner dazu. Sie waren voll des Lobes, und spendeten den hoffnungsvollen Köchen aus der Wirtschaft bei der Urkundenverleihung durch Kursleiter Georg Heckmann reichlich Beifall.

 

Es ist nicht ganz auszuschließen, dass es auch im kommenden Jahr zu einem OWA-Kochevent kommen könnte. Bei der angeregten Diskussion, begleitet von der einen oder anderen Flasche ausgezeichneten Rotweines und der dringend erforderlichen "Verdauungsschnapserl", kristallisierte sich der Wunsch nach „Fischküche“ heraus. „Schaun wir mal“, sagt der gelernte Österreicher dazu, „dann werden wir schon sehen!“

 

OWA Küchenschlacht 2016

 

Menuplan für Freitag, 4. November 2016

 

 

Herbstgenüsse aus Feld, Wald und Garten: Maroni, Schwammerl, Kürbisse, Wild und Äpfel

 

 

 

Vorspeisen – für die Köche beim Kochen

 

Käseblätterteigtorte mit Maroni und Speck

Snack mit Ziegenkäse, getrockneten Tomaten und italienischen Kräutern

 

Stiegl Bier

Grüner Veltliner Frizzante Sparkling, Weingut Sax, Langenlois, Kamptal

 

Suppe

 

Kürbiscremesuppe mit Blunznstrudel

 

Erste Versuchung, Jungwein Cuvée 2016, Weinkellerei Schloss Fels, Wagram

Gelber Muskateller Loibner Guglzipf 2015, Urbanushof Paul Stierschneider, Oberloiben

 

Hauptgang

 

Gefüllte Rehrouladen und Rehschlögl mit Eierschwammerl

Spätzle, Semmelknödel und Polenta

Kraut- und Tomatensalat

 

St. Laurent Sommelier Edition 2012, Johanneshof Reinisch, Tattendorf, Thermenregion Blaufränkisch Klassik 2012, Weingut Gager, Deutschkreuz, Mittelburgenland

Zweigelt Kamptal Barrique 2007, Weingut Sax, Langenlois, Kamptal

 

Nachspeise

 

Herbstlicher Apfelkuchen Montigliari mit Vanilleeis und Schlagobers

 

Moscato d´Asti DOCG 2014, Cascina Castlet, Asti, Piemont

Le Margherite, Vino ottenuto da uve passito 2012, A. A. Mossio, Rodello, Piemont

 

Digestif & Espresso

 

 

 

Maronitorte

Zuallererst etwas für die Köche: Eine Käseblätterrteigtorte mit Maroni und Speck

 

Rehrouladen

Als Hauptspeise gefüllte Rehrouhladen, aus einem Rehkitzschlögl ausgelöst

 

Tafel Dinner

Das Essen ist fertig, die Tafel ist gedeckt, das Dinner kann beginnen

 

Urkunde Zagler

Nach dem Essen verleht Küchenchef und Kursleiter Georg Heckmann die

Urkunden an die die siegreichen Teilnehmer der Küchenschlacht - im Bild Franz

Zagler (stehend) und Andreas Hutwagner (sitzend)