Heckmann kocht!

Reif für den Reif

Der Reif in Staudach: Liebe auf den zweiten Blick

 

Mehr als ein halbes Jahr ist seit unserem ersten Besuch im Landgasthaus Reif in Staudach/Alkoven vergangen. Damals war es ein lauer Sommerabend im Gastgarten und wir waren nur zu dritt. Diesmal waren wir eine Woche vor Weihnachten zu einer Geburtstagsfeier im Kreise der Familie dort, und wir immerhin zu siebt.

 

Geburtstagskinder

Die strahlenden Geburtstagskinder und Dessert-Queens Lea und Ruth beim Reif

 

Der Tisch war für 12.00 h reserviert, und die Gaststube war relativ voll. Es waren aber auch noch nicht alle Frühschoppen-Gäste gegangen, einige schienen ein ausgesprochen gutes Sitzfleisch zu haben. Zum Aperitif gab es einen Pfiff Grieskirchner, später wurden dann kleine Hirter Biere getrunken. Bei der Vorspeise war man sich relativ einig, die Steinpilzsuppe um € 5,50 ging als eindeutiger Favorit hervor. Ich tanzte aus der Reihe und wählte ein Carpaccio vom Hirschrücken mit getrüffelter Eierspeis, Kräuterpesto, Ruccola und Parmesan: Mit 13 € zwar sau teuer, aber auch sau gut (siehe Bild). Das heißt jetzt aber nicht, dass die Suppenesser unzufrieden waren, ganz im Gegenteil.

 

Carpaccio

Eine einmalig raffinierte Vorspeise: Carpaccio mit getrüffelter Eierspeis

 

Bei den Hauptspeisen herrschte Vielfalt. Von den beiden Geburtstagskindern wählte die Vegetarierin getrüffelte Fettuccine (mit 20 € natürlich auch nicht gerade wohlfeil) , die andere eine Maishendlbrust. Mein Bruder nimmt sehr gerne Zwiebelrostbraten, was er auch in diesem Fall tat. (siehe Bild) Er war begleitet von Speckbohnen, Kartoffeln und den unvermeidlichen Röstzwiebeln. Mein Sohn hatte außerhalb der Karte das Dry Age Rib-Eye Steak gewählt, mit nahezu € 30.- das mit Abstand teuerste Gericht, aber die Fleischqualität war natürlich exzellent. Seine Gattin hatte die Rinderfiletspitzen mit Pilzen und Polenta genommen. Ich blieb beim Premium-Schulterscherzl hängen, mit Apfelkren und einer guten Sauce Tatar, und meine Gattin beim Zanderfilet mit Erdäpfel-Lauch-Gröstl und grünem Salat. Zum Schulterscherzl schmeckte der offene Grüne Veltliner ganz ausgezeichnet, was man dem Blaufränkischem zum Steak auch zugestehen muss. Übrigens: Die Weinkarte ist durchaus in Ordnung!

 

 

Getrüff.Fettuccine 

Ein zeitloser Klassiker der österreichischen Küche: Zwiebelrostbraten mit Speck-

bohnen, Kartoffeln un dden unvermeidlichen Röstzwiebeln

 

Höhepunkt und Abschluss des Geburtstagsessen für meine beiden Nichten waren natürlich die Nachspeisen. „Bitte frage Sie nach dem Dessert“ stand am Ende der Speisekarte. Und wir fragten, und bestellten dann wie so oft alles, was im Angebot war. Ich glaube, es waren genau sieben Speisen für uns sieben Personen, wobei mein Bruder sich beim Süßen eine Auszeit nimmt. Und so machten die Dessertteller mit den süßen Köstlichkeiten wie immer ihre Runde, und wir delektierten uns an Jägertorte ebenso wie an Schokoflan, und an einer Eispalatschinke genauso wie an einer Kardinalschnitte (siehe Bild). Und hätte sich der Reif bei den bisherigen Speisen nicht ohnehin schon qualifiziert, dank des ausgezeichneten Dessert-Angebots hätte er es spätestens jetzt geschafft.

Kardinalschnitte

Ebenso klassisch wie köstlich: Eine Kardinalschnitte vom allerfeinsten!

 

Bleibt noch zu sagen, dass wir inklusive dem einen oder anderen alkoholfreien Getränk und sechs Kaffees sowie zwei Schnapserl mit 70 € pro Person das Auslangen gefunden haben. Nicht gerade billig, aber durchaus angemessen. Womit sich der Schluss meiner ersten Rezension aus dem Sommer durchaus bewahrheiten dürfte, wo ich den Anfang einer dauerhaften Beziehung vorausgesagt habe!

Housewarming Dinner

Housewarming Dinner

 

Ein kulinarischer Abend in Schiedlberg

 

„Sie hab´n a Haus, baut, sie hab´n a Haus baut, sie hab´n uns a Haus herbaut“ singt Arik Brauer in einem seiner bekanntesten Lieder. Ja, Christa und Joe, unsere „ziemlich besten Freunde“, haben in Schiedlberg ein schönes und modernes Haus gebaut. Und so ein neues Haus - ausgestattet mit einer Küche, die alle Stücke spielt - muss natürlich eingeweiht werden. So waren wir und ein weiteres befreundetes Ehepaar zum „Housewarming Dinner“ in kleinem Kreis eingeladen. Dass wir dieser Einladung gefolgt sind, versteht sich von selbst. Und das nicht nur deshalb, weil Joe ein bekannt guter und kreativer Koch ist.

 

Welcome mit Brot und Salz

Christa & Joes Housewarming Dinner in Schiedlberg

 

Mit Brot und Salz und Blumen sind wir gekommen, wie es sich halt gehört. Und beim Aperitif – einem Grünen Veltliner Frizzante Sparkling vom Sax aus Langenlois - haben wir zunächst eine kleine Besichtigungstour gemacht. Ich war mit den Räumlichkeiten ja schon einigermaßen vertraut, hatte ich doch während der Bauzeit das eine oder andere Mal „Essen auf Rädern“ auf die Baustelle geliefert. Dann aber zu Tisch und zur Vorspeise, einer kräftigen Petersiliensuppe mit Maroni, nach einem Rezept aus dem Gusto II/2016. Mit Petersilienwurzeln, Knollensellerie und Zwiebeln, aufgegossen mit Gemüsesuppe und verfeinert mit Schlagobers und Weißwein. Und als Einlage mit Bröseln aus geröstetem Schwarzbrot und Petersilie sowie in Butter angeschwitzte, kochfertige Maroni mit Honig. Dazu versuchten wir den Jungen Rivaner 2016 vom Sax und wurden nicht enttäuscht. Den haben wir dann zunächst auch zum Hauptgericht weiter getrunken, quasi als typischen „Ganslwein“.

 

Petersiliensuppe

Petersilienwurzelsuppe: Kräftig und zur Jahreszeit passend

 

Das Hauptgericht waren gebratene Ganslkeulen mit Orangen-Polenta und Rotkraut. Die Keulen waren frisch ab Hof gekauft, und im Geschmack ganz ausgezeichnet. In der Konsistenz waren sie etwas fest, das Fleisch ist nicht gerade von den Knochen gefallen. Das Rotkraut nach einem eigenen Rezept von Joe, die Polenta nach einer Vorlage aus o.a. Gusto-Heft. Der Geschmack der eingesetzten zwei Bioorangen dezent und gut zur Gans passend. Dazu hatte Leo seinen Lieblings-Rotwein aus Sizilien mitgebracht, einen "Etna Rosso". Wie der Name schon sagt, stammt diese tanninreiche und ausgewogene Cuvée aus Trauben, die in einer Höhe über 800 m an den Hängen des Vulkans Ätna angepflanzt werden. Eine Nähe der Hauptsorte Nerello Mascalese zum Sangiovese ist nicht abzuleugnen. Der von Leo mit großen Vorschusslorbeeren bedachte Tropfen hat sich diese dann auch redlich verdient.

 

Ganserl mit Blaukraut und Polenta

Gehört zu Martini: Ganslkeulen mit Polenta und Rotkraut

 

Das Dessert war wahrscheinlich der Höhepunkt des Abends: Es gab einen Topfenkuchen mit Rosmarincreme, Schokostreuseln und Rahmsauce. Sehr aufwändig, aber es lohnt sich! Man muss dazu zunächst einen Topfen-Rahmkuchen (wie der Name schon sagt mit Topfen, Rahm, Staubzucker, Zitronenschale, Eiern, Puddingpulver und Schlagobers) backen, und diesen auskühlen lassen. Dann wird er mit der Rosmarincreme (bestehend aus Zitronengras, Schlagobers, Zitronenschale, Rosmarin und weißer Kuvertüre) bestrichen. Diese bereitet man am besten bereits am Vortag zu und stellt sie über Nacht in den Kühlschrank. Getoppt wird das Ganze dann noch mit Schokostreuseln und einer einfachen Rahmsauce. Ein Geschmackserlebnis der besonderen Art, das ich sehr bald auch in meiner Küche versuchen werde.

 

Topfenkuchen

Das Highlight des Abends: Topfenkuchen mit Rosmarincreme

 

Zum Abschluss wurde noch eine Käseplatte serviert, der wir dank der erfrischenden Nachspeise und des einen oder anderen Digestifs - ein sehr betagter Calvados übrigens – auch kräftig zugesprochen haben. Damit war die neue Küche auch offiziell ihrer Bestimmung übergeben. Wir hoffen auf noch zahlreiche, so genussvolle Abende wie diesen!

 

FrauengesprächMännergesprächFrauengespr.2

Männer- und Frauengespräche auf den Schlachtfeldern Küche u. Essplatz

OWA Küchenschlacht 2016

Herrlich Kochen mit herbstlichen Genüssen

 

Bereits zum zweiten Mal versammelten sich Vertreter der Ofteringer Wirtschaft Aktiv (OWA) zum gemeinsamen Kochen in meiner „Kellerküche“ in Mitterbachham. Nachdem im Vorjahr österreichische Klassik – von der Frittatensuppe bis zum Tafelspitz - auf dem Programm stand, ging es diesmal um die Genüsse des Herbstes mit dem Mittelpunkt „Wild“.

 

Wie man unschwer aus dem nachstehenden Menu ersehen kann, war die Spannweite groß und die Latte lag hoch. Dennoch wurden alle Herausforderungen in beispielhafter Teamarbeit gemeistert, sodass in etwas mehr als drei Stunden ein mehrgängiges Menu zum Verkosten bereitstand. Zum abendlichen Dinner und zur Leistungsbewertung kamen dann auch der Vorsitzende Reinhold Hofbauer und Ehrenvorsitzender Johann Hutwagner dazu. Sie waren voll des Lobes, und spendeten den hoffnungsvollen Köchen aus der Wirtschaft bei der Urkundenverleihung durch Kursleiter Georg Heckmann reichlich Beifall.

 

Es ist nicht ganz auszuschließen, dass es auch im kommenden Jahr zu einem OWA-Kochevent kommen könnte. Bei der angeregten Diskussion, begleitet von der einen oder anderen Flasche ausgezeichneten Rotweines und der dringend erforderlichen "Verdauungsschnapserl", kristallisierte sich der Wunsch nach „Fischküche“ heraus. „Schaun wir mal“, sagt der gelernte Österreicher dazu, „dann werden wir schon sehen!“

 

OWA Küchenschlacht 2016

 

Menuplan für Freitag, 4. November 2016

 

 

Herbstgenüsse aus Feld, Wald und Garten: Maroni, Schwammerl, Kürbisse, Wild und Äpfel

 

 

 

Vorspeisen – für die Köche beim Kochen

 

Käseblätterteigtorte mit Maroni und Speck

Snack mit Ziegenkäse, getrockneten Tomaten und italienischen Kräutern

 

Stiegl Bier

Grüner Veltliner Frizzante Sparkling, Weingut Sax, Langenlois, Kamptal

 

Suppe

 

Kürbiscremesuppe mit Blunznstrudel

 

Erste Versuchung, Jungwein Cuvée 2016, Weinkellerei Schloss Fels, Wagram

Gelber Muskateller Loibner Guglzipf 2015, Urbanushof Paul Stierschneider, Oberloiben

 

Hauptgang

 

Gefüllte Rehrouladen und Rehschlögl mit Eierschwammerl

Spätzle, Semmelknödel und Polenta

Kraut- und Tomatensalat

 

St. Laurent Sommelier Edition 2012, Johanneshof Reinisch, Tattendorf, Thermenregion Blaufränkisch Klassik 2012, Weingut Gager, Deutschkreuz, Mittelburgenland

Zweigelt Kamptal Barrique 2007, Weingut Sax, Langenlois, Kamptal

 

Nachspeise

 

Herbstlicher Apfelkuchen Montigliari mit Vanilleeis und Schlagobers

 

Moscato d´Asti DOCG 2014, Cascina Castlet, Asti, Piemont

Le Margherite, Vino ottenuto da uve passito 2012, A. A. Mossio, Rodello, Piemont

 

Digestif & Espresso

 

 

 

Maronitorte

Zuallererst etwas für die Köche: Eine Käseblätterrteigtorte mit Maroni und Speck

 

Rehrouladen

Als Hauptspeise gefüllte Rehrouhladen, aus einem Rehkitzschlögl ausgelöst

 

Tafel Dinner

Das Essen ist fertig, die Tafel ist gedeckt, das Dinner kann beginnen

 

Urkunde Zagler

Nach dem Essen verleht Küchenchef und Kursleiter Georg Heckmann die

Urkunden an die die siegreichen Teilnehmer der Küchenschlacht - im Bild Franz

Zagler (stehend) und Andreas Hutwagner (sitzend)

Mohnkirtag Armschlag

 

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Mohnkirtag in Armschlag

 

Armschlag zählt nur 85 Einwohner und gehört zur Gemeinde Sallingberg im Bezirk Zwettl im Waldviertel. Man muss von St. Pölten noch gut 40 km nach Norden fahren, um in diesen kleinen Ort zu gelangen. Ich war heuer am Sonntag, dem 18. September, als Reiseleiter mit einem Autobus vom heimischen Siedlerverein dort. Ich möchte ihnen kurz erzählen, warum sie das auch einmal tun sollten.

 

Armschlag hat sich ganz dem Mohn gewidmet, und bietet das ganze Jahr interessante Veranstaltungen zu diesem Thema an. Höhepunkt aller Aktivitäten ist aber der jedes Jahr der am 3. Sonntag im September stattfindende, schon traditionelle Mohnkirtag. Über 70 Aussteller bieten zahlreichen Spezialitäten aus Mohn zum kaufen und zum verkosten an: Gemahlenen und ungemahlenen Grau-und Weißmohn, Mohnstrudel und andere Mohnmehlspeisen, Mohnschokolade und Mohnöl, Mohnschnäpse und -liköre, Mohnmarmeladen und -pesto, Mohnhonig und -senf, und Mohnbrot und -käse. Neben kulinarischen Köstlichkeiten gibt es auch Kosmetikprodukte aus Mohn, wie z.B. Seifen, Massageöle oder Körpermilch. Daneben werden auch kunsthandwerkliche Erzeugnisse aller Art und Trachtenmode ausgestellt und feilgeboten. Für Unterhaltung sorgt ein abwechslungsreiches Showprogramm, u.a. mit Musikkapellen, Volkstanzgruppen oder einer Modeschau.

 

Vom kulinarischen Standpunkt sind natürlich die Gerichte aus Mohn, vom Karpfen in Mohnpanier über Mohnnudeln und Mohntorten bis letztlich zum Mohnschnapserl von Interesse. Daneben kommen ausgewählte Spezialitäten aus der regionalen Waldviertler Küche wie ein ofenfrisches Bratl mit Räuberknödeln (Waldviertler Knödel aus gekochten und rohen Kartoffeln), Grammelknödel oder Blunzngröstl auf den Tisch. Und auch die für jeden Jahrmarkt typischen Gerichte wie Grillhenderl, Koteletts oder Käsekrainer sind in dem einen oder anderen Festzelt vertreten. Also wenn sie kommen, kommen sie auf jeden Fall hungrig.

 

Und bringen sie ruhig ihre Kinder mit, auch für deren Unterhaltung wird im Rahmen eines kleinen Vergnügungsparks und eines Spielplatzes bestens gesorgt. Aber vielleicht interessieren sie sich bereits für die attraktive Oldtimer-Ausstellung oder wollen sich beim HUKI-Stand mit Kunst bzw. Kunsthandwerk beschäftigen.

 

Ich habe den Kirtag - trotz des etwas durchwachsenen Wetters - auf jeden Fall sehr genossen und beschlossen, hier wieder einmal herzukommen. Ich hoffe, ich habe auch ihnen einen gusto dazu gemacht. Auf der Heimfahrt gab es übrigens noch einen gemütlichen Ausklang bei dem mir bisher unbekannten Mostheurigen Frellerhof in Mauthausen. Dort war der Service und die Qualität ausgezeichnet, und die Portionen waren kaum zu bewältigen.

 

Prosit mit einem Mohn Eierlikör

 

Prosit mit einem Mohn-Marillen-Schnapserl oder einem Mohn-Eierlikör

 

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Ein ofenfrisches Bratl mit traditionellen Waldviertler Knödln beim Neuwiesinger

 

Usedom - ein kulinarischer Kurzbericht

Usedom – ein kulinarischer Kurzbericht

 

Fisch, Fisch und noch einmal Fisch

 

Nach Usedom gelangt man von Linz aus schneller, als man landläufig annehmen würde: Man fliegt in einer guten Stunde nach Rostock, und von dort geht´s dann per Bus, Zug oder Leihwagen weiter auf die Insel Usedom. Wir – meine Gattin und ich - hatten eine Ruefa-Pauschalreise gebucht, mit Flug, Bustransfer, Hotel mit Frühstück in Heringsdorf und drei inkludierten Ausflügen. Aber darüber will ich ja gar nicht viel erzählen, sondern mehr über die Küche dieser Region. Wir waren in keinem Hauben- bzw. Sternelokal. Die besten resp. feinsten Restaurants, in denen wir so gut wie immer abends gegessen haben, waren das Heinrich´s in unserem Strandhotel, das benachbarte Restaurant Waterfront im Steigenberger Hotel und der Pommersche Hof, alle in Heringsdorf. Eher Durchschnitt waren das Restaurant Seebrücke in Ahlbeck (das Matjestratar war super, die Rote Grütze dagegen zum vergessen), die Hafenküche in Rankwitz (langsames Service, aber köstliche Fischsuppe) und das Bistro Don Hering im Maritim Hotel Kaiserhof in Heringsdorf. Nicht zu vergessen den Imbiss „Zur Molle“ an der Strandpromenade in Bansin, wo es Räucherfisch, Fischbrötchen und Bier gibt. Ganz köstliche Fischbrötchen mit Backfisch oder Lachs, übrigens.

Strandhotel Heringsdorf mit Heinrichs

Strandhotel Heringsdorf mit Restaurant Heinrich´s

 

 

Waterfront  

Hotel Steigenberger mit Bistro & Bar Waterfront

 

Da es bei Mecklenburg-Vorpommern um ein eher in jeder Hinsicht armes und landwirtschaftlich ausgerichtetes Bundesland handelt, ist auch die Küche eher deftig bis kräftig. Hausmannskost in üppigen Portionen füllt die Teller, und da Usedom ja eine Insel ist, natürlich auch Fisch. Ungekrönter König der Fische ist dabei der Hering, den es in den verschiedensten Variationen gibt: Als Bismarckhering mariniert mit Essig, Zwiebeln, Senfkörnern und Lorbeer, als Matjes mild gesalzen in jugendlichem Alter (einen solchen hatten wir mit Remouladensauce, Pellkartoffeln sowie einem Salatbouquet, oder als Rollmops, ein kopf-und schwanzloses Heringsfilet, handgewickelt, mit einem Holzstift zusammengehalten, und mit Gurken und Zwiebeln in Essiglake eingelegt. Ich hatte ihn auch gebraten als Pommerschen Ostseehering mit Bratkartoffeln und Salat oder als Ahlbecker Matjestartar mit Schwarzbrot uns Schmalz.

 

Pommerscher Hof Heringsdorf 

Hotel & Restaurant Pommerscher Hof

 

Don Hering

Bistro Don Hering im Maritim Hotel Heringsdorf

 

Andere köstliche Speisefische sind z.B. Scholle (meine Gattin hatte eine Kutterscholle nach Finkenwerder Art und ich eine Scholle gebraten mit Bratkartoffeln und Gurkensalat), Flunder, Steinbutt (auf den Teller kamen ein Steinbutt-Filet unter einer Steinpilzkruste mit Rosmarinkartoffeln und kleinem Salat sowie ein Duett von Steinbutt und Peenebarsch auf einem Eintopf von Kürbis und Kartoffeln mit Riesling-Schaum), und Seezunge (gebraten nach Müllerinnen-Art mit Petersilienkartoffeln und Gurkensalat. Einmal musste es bei einer einfachen Verkaufsbude auch ein Backfischbrötchen sein, ein panierter Fisch in einem Brötchen mit Salatblatt und Remouladen-Sauce oder Mayonnaise. Nicht probiert haben wir Aal oder geräucherten Fisch, wobei verschiedene, geräucherte Fische (Lachs, Hering, Aal) eigentlich Teil unseres täglichen Frühstücksbuffets waren. Natürlich gab es auch noch anderes Meeresgetier. So hatten wir z.B. einen respektablen Shrimps-Avocado-Salat mit Linsenbrot (Papadam) oder Penne mit Lachs.

 

Matjes mit Remouladensauce

Der berühmte Matjes mit Remouladensauce, Pellkartoffeln und Salatbouquet

Sehr wohl gekostet haben wir natürlich auch Fischsuppe, immer mit viel Fisch, aber einmal mit mehr und einmal mit weniger Sahne. Apropos Suppe: Von den deftigen, bodenständigen Gerichten haben wir eher nur die Suppen probiert, so z.B. eine eingedickte, pommersche Kartoffelsuppe, natürlich mit Kartoffeln, Karotten und Speck, gewürzt v.a. mit Petersilie. Lorbeerblatt und Beizkraut. Oder eine Soljanka, eine Restlsuppe aus passierten Tomaten und Paprika, mit Zwiebel, Gurkerl, Paprikastreifen und Wurstresten. Wild war wahrscheinlich aufgrund der Jahreszeit – es war erst Anfang September- kaum auf den Speisekarten zu finden, und vergeblich suchten wir auch nach dem berühmten „Lapskaus“ (ein Eintopf aus Kartoffeln, Rindfleisch, Heringsfilet und roter Beete).

 

Was die Nachspeisen betrifft ist das Eis nicht so schlecht, ich hatte ein Vanille-Stracciatella-Eis mit Schokosauce und ein Parfait von der Weinbergpfirsich. Probiert haben wir natürlich auch die berühmte Rote Grütze, serviert mit Vanillesauce und Pumpernickel. Ich glaube, bei diesem ersten Versuch werden wir es auch belassen. Ansonsten jede Menge Torten zu einem meist besseren Cappuccino. Auch den auf der Insel wachsenden Sanddorn habe ich verkostet: In Form damit gefüllter Schokolade und als Saft.

 

Soljanka

Soljanka: Restlsuppe aus passierten Tomaten mit Paprika und Wurst- oder Fleischresten

 

Bleibt noch ein letzter Absatz übers Trinken. Das Hauptgetränk an der Ostsee ist offensichtlich Bier, vorzugsweise lokal gebraut und frisch gezapft. Zwei Brauereien gibt es auf der Insel: Eine, das Usedomer Brauhaus in Heringsdorf, und die zweite im Wasserschloss Mellenthin. Beide probiert, beide sehr gut. Wasserschloss Mellenthin ist übrigens ganz interessant und das Bier ist gut, was man leider von den Mehlspeisen aus der hauseigenen Konditorei nicht behaupten kann. Dazu kommen noch aus der näheren Umgebung die Störtebecker Braumanufaktur in Stralsund und die Hanseatische Brauerei in Rostock. Auch die beiden durchaus empfehlenswert. Aufgrund unserer Vorliebe für Fisch habe ich die ganze Urlaubswoche ausschließlich Weißwein getrunken, und den offen. Das hier übliche Glas von 0,2 l kostet von € 5,90 (Riesling QbA in der Seebrücke Ahlbeck) bis € 9,50 (Sauvignon Blanc von Klaus Mayer/Pfalz im Restaurant Waterfront/Steigenberger). Ich habe auch Weißburgunder und Pinot Grigio getrunken, alle Weine waren ganz gut. Der vielfach erwähnten Köm – einen klaren Kümmelschnaps – habe ich mir allerdings erspart.

 

Résumé: Nach Usedom reist man sicher nicht des Meeres wegen, weil das ist kalt und schmutzig. Der Strand ist zwar wunderschön, aber es gibt weder Toiletten noch Duschen noch Umkleidekabinen. Die Strandkörbe sind sehr putzig, aber aber relativ unbequem. Wenn man hierher kommt, dann eher wegen des nahezu täglichen Sonnenscheins und der reinen und gesunden Luft. Was das Essen betrifft, so kommen Fischliebhaber auf Usedom voll auf ihre Rechnung, ebenso Liebhaber deftiger Gerichte. Allerdings müssen alle Geduld und Nachsicht haben, denn hier geht alles sehr langsam und manches geht überhaupt nicht, und man weiß eigentlich nicht warum. Manchmal glaubt man sich wirklich in die gute, alte DDR-Zeit zurückversetzt, mit absichtlich schleppendem Service und Sättigungsbeilage auf den Speisekarten.

 

 

Weingut am Berg

Weingut am Berg

 

Ein schöner Abschluss eines abwechslungsreichen Ausfluges

 

Vor kurzem waren meine Gattin und ich mit den Ofteringer Wirtschaftstreibenden unterwegs. Wir waren auf einen Wochenendausflug in die Wachau und ins Kamptal eingeladen. Da wir Freitagabend beim Sommertheater auf der Rosenburg waren und in Krems übernachteten, stießen wir erst Melk zu den Ausflüglern. Am ersten Tag standen eine Schifffahrt nach Krems mit anschließender Stadtführung, und dann die Weiterfahrt ins Hotel nach Strass auf dem Programm. Am Abend schließlich besuchten wir die Aufführung der Operette „im weißen Rössl“ in Schloss Haindorf bei Langenlois.

 

Abschluss und Höhepunkt war am Sonntag zweifellos der Besuch des Weingutes am Berg in Mittelberg. Der Ort Mittelberg und das Weingut der Familie Gruber liegen 400 m über dem Kamptal. Schon im 12. Jh. wurde hier oben Weinbau betrieben, die Familie Gruber macht dies auf etwa 13 ha seit 3 Generationen. Unterschiedliche Böden, heiße Sommer mit kühlen Waldwinden und lange, sonnige Herbstperioden, begünstigen die außergewöhnliche Lage. Neben Wein werden auch Obst und Gemüse sowie Säfte und Marmeladen produziert. Der Braten kommt nicht mehr vom eigenen Schwein, sondern von dem einen oder anderen zugekauften. Und den gibt´s dann zum Heurigen, aber davon später.

 

Zunächst zu den Weinen, die wir nach einem wunderschönen Rundgang durch die Weingärten und einer kurzen Kellerführung verkosten durften. Die Weine werden in zehn unterschiedlichen Lagen angebaut, von denen die wichtigsten Kellerberg (Top-Lage v.a. für Grünen Veltliner und Riesling, Weine eher blumig-verspielt), Loiserberg (karge Bodenstruktur, Weine mit tiefer Fruchtigkeit und exotischer Note), Steinhaus (kleine, steile Terrassenlage, Weine mit einer sehr eigenen, karg-würzigen Aromatik) und Käferberg (luftige Lage, Weine mit intensiven Fruchtaromen und viel Würze) sind.

 

Begrüßt wurden wir mit einem Glas erfrischendem Sparkling Rose´. Dann kamen die Grünen Veltliner von den verschiedenen Lagen, alle Jahrgang 2015 und einer besser als der andere. Nach einem kurzen Abstecher zum Riesling tauchten wir in die Vielfalt des Weingutes ein: Bouvier (mit ein bisschen Rest-Süße), ein sehr frischer gelber Muskateller, ein den Wienern in nichts nachstehender Gemischter Satz und ein kräftig-aromatischer Chardonnay wurden verkostet. Beste Qualität zu moderaten Preisen, die Weißen (mit Ausnahme der Aus- und Spätlesen) alle zwischen € 6.- bis € 8,50.-, die Reserven bei € 12.- bis € 13,50.-. Wen wundert es da, dass für den Rosé vom Zweigelt und für die Rotweine (Zweigelt, Burgunder und Merlot) kein Platz mehr blieb. Von den guten Bränden musste ich leider ohnehin die Finger lassen, schließlich wartete ja in Melk mein Auto auf mich.

 

Auch von der Qualität des Heurigen durften wir uns ausgiebig überzeugen, die Tische bogen sich nur so voll von lauter Köstlichkeiten. Hausgemachter Schweinsbraten, Geselchtes, Blunzn und Sulz gab es ebenso wie Aufstriche und Käse aller Art. Dazu frisches und eingelegtes Gemüse und - für jene die keinen Alkohol trinken – auch schonend gepresste Säfte.  Das Service war perfekt, freundlich und immer präsent. Aber betrachten sie ruhig die Bilder, denn ein Bild sagt ja bekanntlich mehr als 1000 Worte. Sie werden sehen, wie wohl wir uns gefühlt haben.

 

Neben den Weinen und Schnäpsen können im kleinen aber feinen Shop des Weingutes auch liebevoll gekochte Marmeladen und Kompotte gekauft werden, dazu handgemachte Schokoladen und Löwenzahnhonig. Einige Accessoires und Bücher ergänzen das Sortiment. Zur Erinnerung oder als kleines, originelles Mitbringsel für zuhause.

 

 

 

 Weingut am Berg

Weingut am Berg in Mittelberg – eine Adresse, die Sie sich merken sollten!

 

Sektempfang  Weingarten

Empfang mit hauseigenem Frizzante, dann Spaziergang durch die Weingärten

 

Weinkeller Weinverkostung

Kurze Theorie im Weinkeller, aber ausgiebige Praxis bei der Weinverkostung!

 

 

Heurigenbuffet Wirt am bERg

Die Tische biegen sich unter den Köstlichkeiten: Ein Teil vom Heurigenbuffet

Reif in Staudach

Reif in Wiesberg

 

Erstbesuch beim Landgasthaus Reif in Staudach/Alkoven

 

Lange hat es gedauert, bis wir - aufgrund mehrerer Empfehlungen von guten Freunden - hierher gefunden haben. Zunächst waren wir mit den Öffnungszeiten noch nicht vertraut und trafen den Ruhetag, das nächste Mal war Betriebsurlaub. Letzthin wollten wir für einen Sonntag reservieren, waren aber etwas zu spät dran. Aber vor kurzem an einem schönen Mittwochabend hat es dann endlich geklappt.

 

Herfinden wäre an sich schon das erste Problem, aber das nimmt uns ja gottseidank unser Navi ab. Freie Plätze im Gastgarten gab um 18.00 h auch noch genug, und setzten wir uns zu viert an den zentralen runden Tisch und versuchten, den wunderschönen Ausblick aufs Eferdinger Landl zu genießen. Das wurde uns allerdings durch einen schulungsfliegenden Hubschrauber und durch einen rekordverdächtig mit seinem Traktor ackernden Landwirt zunächst gründlich vermiest. Dafür kann der Wirt natürlich nichts, aber Liebe auf den ersten Blick kann sich unter diesen Umständen auch nicht entfalten.

 

Nachdem anfangs nur drei Tische besetzt waren, war das Service freundlich und flink, die Speisekarte und die Getränke – u.a. mein Seiterl vom Hirter – waren schnell auf dem Tisch. Es gab eine sehr interessante Speisekarte, dazu eine Jausenkarte und eine schwarze Tafel an der Hauswand mit den Mehlspeisen. Meine Frau entschied sich für das Bio-Surschnitzerl (€ 13.-), meine Nichte für die Maishendlbrust (€ 17,50). Beides eine sehr gute Wahl. Mein Enkerl gab sich mit einem (überdimensionalen) Speckbrot (€ 5.-) zufrieden, ich mit einer gemischten Jause (€ 10.-). Beides sehr gefällig anzuschauen und sehr gschmackig zu essen. Bei den Nachspeisen waren wir nicht ganz so zufrieden, am besten war noch die Jägertorte (viel Nüsse, kein Mehl, wirklich fluffig) und das Panna Cotta. Mein Marillen-Tiramisu erinnerte eher an einen Scheiterhaufen auf dem Teller und war fast geschmacklos.

 

Die Rechnung für 4 Personen ohne Vorspeise bzw. Suppe, mit 2 kalten und zwei warmen Hauptspeisen sowie vier Nachspeisen mit zwei Kaffees war mit 85.- € nicht gerade preisgünstig, noch dazu wo bis auf zwei Seiterl Bier kein Alkohol im Spiel war. Also Liebe auf den ersten Blick ist es nicht geworden, aber vielleicht doch der Anfang einer dauerhafteren Beziehung. Immerhin war der Gastgarten gesteckt voll, als wir um etwa 20.00h den Heimweg antraten.

 

Gastgarten

Im Landgasthaus Reif erwartet sie ein schöner und gemütlicher Gastgarten

 

Monika und Lea

Zurücklehnen und genießen - ein Abendessen im Gastgarten beim Reif