Heckmann kocht!

AmPlatz in Asten

AmPlatz in Asten

So gut wie keine Fehler gesehen

Nicht nur aufgrund der Schreibweise des Namens denkt man bei diesem Lokal unwillkürlich an einen Fehler. Und auch Asten ist ja nicht unbedingt eine für seine Kulinarik bekannte Gemeinde. Dazu kam noch die bei ausgesprochenem Schlechtwetter - ein rabenschwarzer, verregneter Abend mit viel Verkehr auf der Autobahn - einigermaßen beschwerliche Anreise. Aber im Nachhinein waren wir übereinstimmend einer Meinung: Wir haben mit der Auswahl dieses Restaurants für unser vorweihnachtliches Abendessen absolut keinen Fehler gemacht.

Schauküche im Lokal Gedeck

Eine der vielen Überraschungen in Asten: Die Schauküche im Lokal      Beim Gedeck ist vielleicht noch Platz nach oben 

Das „AmPlatz“ ist leicht zu finden: Erstens ist Asten ja nicht besonders groß, und zweitens liegt es wirklich direkt am Marktplatz. Beim Eintritt scheint es eher saalähnlich" und modern bzw. trendy zu sein. Wenn man aber einmal an seinem Tisch Platz genommen hat, wirkt es viel gemütlicher. Es spielt sich alles in einem Raum ab, in dem sogar eine Schauküche untergebracht ist. Zum Aperitif hatte ich bereits Glück, ich hatte nämlich ein herb-frisches Reininghaus Jahrgangspils geordert. Damit ließ sich die durchaus interessante Speisekarte dann schon in Ruhe studieren, noch dazu wo ein eingermaßen akzeptzables Gedeck serviert wurde. Unter den Vorspeisen findet man nämlich - natürlich als kleinere Portion - auch das eine oder andere Hauptgericht, wie z.B. den gegrillten Oktopus oder die Miesmuscheln in Weinsud. Daneben gibt es noch ein Beef Tatar vom irischen Hochlandrind und eine sehr interessante Salsa. Das Suppenangebot ist eher bescheiden, neben einer Rindsbouillon mit Frittaten gibt es nur noch eine getrüffelte Maronicremesuppe. Wir wählten das Beef Tatar mit Wachtelei, Sardellencreme, Oliven, Kresse, gesalzener Butter und Lauchasche, und waren damit rundherum zufrieden. Wir wurden uns nur nicht ganz einig, ob das dazu servierte selbstgebackene Weißbrot getoastet war oder nicht, aber fragen wollten wir das dann auch nicht. Ich persönlich wählte den kleinen, 17 Stunden sous-vide gegarten Oktopus mit Gemüse Bulgur und Tomatenessenz. Der Ruf, der diesem Gericht vorausging, erwies sich als durchaus gerechtfertigt. Ein bisschen enttäuscht war ich vom dazu gewählten Wein, einem Riesling 2016 von F.X. Pichler, der nicht nur alt aussah, sondern ebenso schmeckte. Deutlich besser war ein Gemischter Satz vom Mayer am Pfarrplatz.

 Kleiner Oktopus Beef Tatar 2

Vorspeisenparade: Der kleine Oktopus sous vide und das Beef Tatar mit viel Fantasie, Wachtelei und Sardellencreme

Bei den Hauptspeisen fiel uns die Auswahl auch nicht wirklich schwer. Erstens ist das Angebot zwar abwechslungsreich, aber durchaus überschaubar. Und zweitens hatte jeder von uns relativ fixe Vorstellungen. Mein Freund und „Einlader“ hatte sich schon zuhause beim Studium, der Speisekarte im Internet auf Miesmuscheln in Weißweinsud mit Creme fraiche, feinen Kräutern und Weißbrot festgelegt. Die Muscheln waren grundsätzlich gut, aber schon beim Servieren relativ kalt. Darüber hinaus fehlte die Sauce, sodass das dazu servierte Weißbrot vollständig übrig blieb. Der Preis dieses Gerichtes ist aber unglaublich günstig, es wird um € 12,50 angeboten. Der gegrillte Oktopus war klarer Weise auch als Hauptspeise um € 18,70 sehr gut. Meine Gattin hatte sich für das Huhn Tandoori entschieden. Der Name kommt aus dem indischen, und zwar sowohl von der typischen Gewürzmischung als auch von der Bezeichnung des Backofens. Dabei handelte es sich um ein mit Tandoori gegrilltes Maishendl Supreme - ein Bruststück mit Haut und Oberknochen vom Flügel, das sich durch seine Formgebung perfekt anrichten lässt, da es nur einen kleinen Knochen hat - mit Bulgur, Gemüse, gegrillter Zucchini, gegrillte Kaki und Pflaumenglace. Ich habe natürlich gekostet und konnte dem Hähnchen einiges abgewinnen, dem Bulgur mit dem Gemüse eher weniger. Mit € 18,70 war das Preis-Leistungsverhältnis in Ordnung. Mein Hauptgericht war tadellos, aber auch mit Abstand das teuerste. Ich hatte aus der kleinen Steakauswahl das „Surf´n Turf gewählt“. Das war ein 170 g Filetsteak mit einer feinen Garnele, Kartoffel-Pastinaken Gratins und Schmorgemüse. Das Steak so zwischen medium und medium-well, das Fleisch vom irischen Hochlandrind zart und innen noch leicht rosa, gewürzt nur mit Meersalz und etwas frisch gemahlenem Pfeffer, um den Eigengeschmack zu erhalten. Dazu ein gutes Glas St. Laurent vom Netzl, an dem es ebenfalls nichts auszusetzen gab.

Surn Turf Huhn Tandoori

Das Surf´n Turf medium-well von der Steakkarte und das mit Tandoori gegrillte Maishendl Supreme´mit Bulgur und Gemüse

Die Auswahl an Nachspeisen war - sagen wir es höflich – überschaubar, zwei von den insgesamt drei angebotenen Desserts haben wir probiert: Das Tartufo di Pizzo, eine italienische Eispraline, und „Die Maroni“, ein Maronipüree mit Ringlottenmousse, marinierter Birne und Schlagobers. Tartufo di Pizzo ist eine italienische Eisspezialität, die den Trüffelpralinen nachempfunden ist und ihren Ursprungsort in Pizzo (Kalabrien) hat. Das traditionelle Tartufo-Eis wird aus Nuss- sowie Schokoladeneis hergestellt, welches mit einer Schokoladensoße gefüllt (danach wird es eingewickelt und in den Gefrierschrank gelegt) und vor dem Servieren in einer Mischung aus Kakaopulver und Zucker gewälzt wird. Die Portion war beachtlich groß und wurde mit Zimt-Espuma serviert. Für eine Espuma (Spanisch für „Schaum“) wird eine flüssige Speise mittels einer mit Kohlenstoffdioxid gefüllten Kapsel in einem Sahnesiphon aufgeschäumt. Wer hätte gedacht, dass wir in Asten auf Molekularküche stossen würden! Dagegen hatte das ebenso gute aber viel weniger spektakuläre Maronipüree natürlich nur eine geringe Chance.

Tartufo di Pizzo Maronipüree

      Wie ein Segel im Wind: Eispraline Tartufo di Pizzo                  Weniger spektakulär aber auch sehr gut: Maronipüree

Ich bzw. wir waren eingeladen, und ich habe die Gesamtrechnung daher nicht gesehen. Aber ich und auch Sie können sich gerne die Speisekarte des Lokals auf der Homepage anschauen. Für Asten ist das Restaurant eigentlich relativ teuer. Für die gebotene Qualität und für den tadellosen Service stimmt das Preis-Leistungsverhältnis aber wieder. Und vor allem: Hier wird mit viel Fantasie, Kreativität und auch Liebe gekocht. Daher hat uns das „AmPlatz“ sicher nicht das letzte Mal gesehen!

Almtalerhof 2017

Ein Traditionswirtshaus öffnete wieder seine Pforten

Im Almtalerhof in Traun rauchen wieder die Töpfe

 

Man spricht viel vom Wirtshaussterben, und dass - wenn überhaupt - ein Wirtshaus übernommen oder wieder eröffnet wird, oftmals ein Chinese das Rennen macht. Doch es wagen sich auch immer mehr Profis an diese reizvolle Aufgabe einer neuen Selbstständigkeit. Das letzte bekannte Beispiel ist die Bergdiele mit Chef Oliver Rechberger (Ex-Küchenchef vom Anton), schon etwas länger her ist das Kliemstein im Salzamt mit Patron Michael Müller, und auch das Nepomuk in St. Florian ist so ein Fall, wo Koch Thomas Hofer aus der Pizzeria Palermo am Abend einen Gourmettempel macht.

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Restaurant Almtalerhof in der Leerwies in Traun        Neue Führung mit Christoph Moser und Simon Buchinger

Jetzt stellt sich auch der vor kurzem wiedereröffneten Trauner Almtalerhof in diese Reihe. Seit 1. November haben die beiden Köche Christoph Moser und Simon Buchinger dieses Traditionsgasthaus übernommen. Das kulinarische Angebot reicht vom Imbiss (sogenannte „Kleinigkeiten“) über frisch zubereitete Mittagsmenüs bis zum großen Abendessen mit passender Bier- und Weinbegleitung. Die Karte ist zwar abwechslungsreich, bleibt aber gottseidank überschaubar. Es gibt einige Klassiker der österreichischen Küche wie z.B. Rindsuppe mit Frittaten oder Leberknödel, Wiener Schnitzel vom Schwein oder vom Kalb und Backhendl oder Gulasch. Dazu einiges Innovatives wie z.B. Lachsfilet poschiert mit grünem Tee oder Schupfnudeln mit sautiertem Spinat. Nicht zu vergessen ein angemessenes Steakangebot mit verschiedenen Saucen und Beilagen zur Auswahl. Zu den Kleinigkeiten gehören u.a. ein kalter Schweinsbraten mit Senf und Schwarzbrot, ein Schinkenstangerl mit Kren oder ein Paar Weißwurst mit Laugenbrezel und Händlmaier Senf. Die Dessertauswahl ist nicht sehr groß, aber immerhin findet man z.B. einen besoffenen Kapuziner, zweierlei Schokomousse mit Marillenragout, den jeweiligen Tageskuchen mit Schlagobers und hausgemachten, warmen Apfelstrudel mit heißer Vanillesauce oder mit kaltem Vanilleeis.

Wir waren an einem Sonntagabend dort, nicht gerade der Hauptessenstermin für den gelernten Österreicher. Das Lokal war daher auch nur schwach besucht, wir wurden durch ein perfektes Service und kurze Wartezeiten mehr als belohnt. Meine Gattin und ich fackelten auch nicht lange und bestellten eine Paprika-Kürbiscremesuppe mit Ziegenkäse-Croutons, geschmorte Schweinebackerl auf Kartoffel-Selleriepüree, ein Kalbsrahmgulasch mit Butterspätzle und zum süßen Abschluss noch einen Apfelstrudel mit Vanillesauce. Die Schweinebackerl gut aber nicht zu weich geschmort, mit einem gschmackigem Safterl und zum Püree noch mit Oliven, Perlzwieberl und geschmorten Cherrytomaten serviert. Das Kalbsgulasch mit perfektem Fleisch, die Sauce fantastisch, gut gewürzt, mit einem dezenten Geschmack nach Paprika, die Spätzle natürlich hausgemacht. Dazu ein Pfifferl Gösser Zwickel und 2/8 Gemischten Satz vom Mayer am Pfarrplatz, ein Mineralwasser und einen Espresso. Und das alles um gut 60.- € .

Almtalerhof 26.11.17 Kürbiscremesuppe Almtalerhof 26.11.17 Blattsalat mit Garnelen

Paprika-Kürbiscremesuppe mit Ziegenkäse-Croutons        Blattsalat mit Hausdressing und gebratenen Garnelen

Von unseren beiden Freunden wählte Christa einen Blattsalat mariniert mit Hausdressing, Früchten, Nüssen und Fenchel. Dieser ist wahlweise mit gebratenen Hühner- oder Rinderfilestreifen oder Garnelen erhältlich. Sie entschied sich für die gebratenen Garnelen – alles in allem um € 19 - und war sehr zufrieden. Der Salat knackig mit gutem Dressing, die Garnelen hätten eventuell etwas mehr angebraten sein können. Joe wiederum machte kurzen Prozess und legte sich kurzerhand auf ein Rib Eye Steak mit Pfeffersauce und Bratkartoffeln um € 29.90 fest. Das Steak einfach formidabel, medium gebraten, und die Bratkartoffeln wie von Mama. Der rote Hauswein dazu durchaus trinkbar. Als Nachspeise wählten die beiden Damen den warmen Apfelstrudel, einmal mit heißer Vanillesauce und einmal mit Eis.

Almtalerhof 26.11.17 Kalbsgulasch Almtalerhof 26.11.17 Schweinsbackerl

Kalbsgulasch mit hausgemachten Spätzle                     Geschmorte Schweinsbackerl auf Kartoffel-Sellerie-Püree

Der Service war wie bereits gesagt schwer in Ordnung, und die Atmosphäre im Lokal mehr als angenehm. Die Weinauswahl ist okay, und die Bierauswahl mehr als normal üblich: Neben Trumer Pils, Gösser Zwickl und Zipfer Urtyp wird auch ein Trauner Benediktiner Hefe angeboten. Apropos Angebot: Es gibt die ganze Woche über ein preiswertes Mittagsmenü, und zwar eines um € 6,90 und eines um 7,90. Für einen zusätzlichen Euro erhält man dann wahlweise eine Suppe oder eine Nachspeise dazu. Von der Steakauswahl mit verschiedenen Saucen und Beilagen sollte ich noch berichten, die gibt´s leider immer noch nicht auf der sonst kompletten Speisekarte auf der Homepage. Und jeden Samstagmittag steht eine weitere Spezialität auf dem Programm, nämlich knusprig gebratener Schweinbauch mit warmen Krautsalat und Serviettenknödeln! Also, was hält Sie noch zuhause, nichts wie hin!

Almtalerhof 26.11.17 Apfelstrudel mit Vanillesauce Almtalerhof 26.11.17 nach Tisch

Zum Dessert noch einen guten, warmen Apfelstrudel           Und dann rundherum zufriedene Gesichter!

Ganslessen im Landgasthaus Reif in Alkoven

Reif für ein dickes Lob

Ganslessen im Landgasthaus in Wiesberg 

Darauf hatte sich unsere Weinrunde schon lange gefreut, und wir wurden auch nicht enttäuscht. Das Ganslessen zu Martini beim Reif – genauer gesagt am Sonntag danach – war so gut wie ohne Fehl und Tadel. Der Tisch war reserviert, und das Ganslerl für alle - mit Ausnahme einer Schnitzelesserin - vorbestellt.

 Reif Ganserlessen Gruppe 12.11.17 Ganslessen Reif 11.17 Gansl bei Tisch

Unsere Weinrunde zum Ganserlessen beim Reif: Stattliche und köstliche Portionen, mit Blaukraut und Serviettenknödel, dazu ein guter Roter

Nicht jeder hatte eine Vorspeise, aber ich probierte die Wildcremesuppe mit Topfennockerl (6 €) und war ganz zufrieden. Auch die angebotene Steinpilzsuppe mit Speckpflaumen schmeckte sehr gut. Von üppigeren Vorspeisen nahmen wir mit Rücksicht auf das folgende Ganserl lieber Abstand. Dann kam ohne lange Wartezeit - das ersehnte Tier auch wirklich: Eine Riesenportion mit einem Serviettenknödel und einem Schüsselchen Blaukraut, das auf Wunsch auch gegen einen gemischten Salat getauscht werden konnte. Die Haut knusprig, das Fleisch zart, das Safterl gschmackig und das Blaukraut gut abgeschmeckt und bissfest. Die Portion dieses guten Stücks kostete € 25., und fast die Hälfte davon musste in Alufolie verpackt mit uns gemeinsam den Heimweg antreten. Wir haben´s einfach nicht geschafft! Auch das Schnitzerl vom Bioschwein mit Pommes um € 14,50 mundete ausgezeichnet.

Die Speisekarte insgesamt war sehr abwechlsungsreich, aber nicht überladen. Es dominerte Wild, vor allem Reh und Hirsch. Daneben auch das schon erwähnte Schnitzerl, ein Rindsfilet und ein Zander. Auch bei den Desserts gab es ausreichend Auswahl, alles davon - wie z.B. die Kardinalschnitte, Topfenknödel oder die Eispalatschinke - mit Sicherheit hausgemacht.

Zum Trinken gab´s eingangs einen Pfiff vom Grieskirchner, und dann 3 Achterl von der guten Rotweincuvée Ricciolino vom Igler, das Achterl um € 5.-. Den Abschluss bildete bei mir eine klare Lederbirne und ein Espresso. Bei meiner Gattin mussten es zum Dessert noch Apfelschlangerl mit Vanilleeis, Apfelmus und Schlagobers mit einem Cappuccino sein. Der eine oder die andere probierte auch die lauwarme Jägertorte, die wir vom letzten Besuch im Sommer noch in bester Erinnerung hatten und daher nur weiterempfehlen konnten. Das Service freundlich und aufmerksam, wie man es sich in einem Gasthof dieses Niveaus eben wünscht. Das Preis-Leistungsverhältnis absolut in Ordnung, wir haben zu zweit € 95.- inkl. Trinkgeld bezahlt.

Reif Ganserlessen Wildsuppe 12.11.17 Reif Ganserlessen Apfelschlangerl 12.11.17

Auch die Vor- und Nachspeise waren nicht zu verachten: Wildcremesuppe mit Topfennockerl und Apfelschlangerl mit Vanilleeis und Apfelmus

Wo war dann der Haken, werden Sie mich nach all dem Lob mit Berechtigung fragen. Der Haken war der große, schöne, quadratische Bauerntisch, der aber eigentlich nur für 8 Personen gedacht war. Wir mussten daran zu neunt Platz nehmen, und da wurde es auf einer Seite dann doch ziemlich eng. Eigentlich hätte man noch einen kleineren Tisch dazustellen müssen, was bei der guten Auslastung des Gasthauses offensichtlich nicht möglich war.

Egal, wir haben uns gegenseitig versprochen, wieder zu kommen. Spätestens im Sommer, um den Sonnenuntergang vom schönen Gastgarten aus zu genießen. Und einiges anderes natürlich auch noch……

Kochen für Freunde

Ein Kochwochenende zuhause

Letzthin hatten wir sowohl für den Freitag als auch für den Sonntag Gäste zu uns nach Hause eingeladen. Freitag war es ein Abendessen mit unseren guten Freunden Christa & Joe, Sonntag ein Mittagessen mit unseren Nachbarn. Beide Male habe ich selbst gekocht, wenn auch jeweils ein ganz unterschiedliches Menü.

Das Abendessen am Freitag für insgesamt vier Personen stand unter dem Motto „Menü von Jamie Oliver“. Die Rezepte stammten sowohl aus dem Internet als auch aus der einen oder anderen Kochshow aus dem Fernsehen. Die Suppe und die Nachspeise machte ich nicht zum ersten Mal, während die Vor- und die Hauptspeise für mich eine echte Premiere waren.

J.O.Dinner 27.10.17 Garnelencocktail J.O.Dinner 27.10.17 Schweinebauch und Röstkartoffeln

Ein perfekter Einstieg ins Menü: Garnelencocktail mit Lachs und die Zwillinge für die Hauptspeise: Röszkartoffeln und Schweinebauch

 

Der Garnelencocktail als Vorspeise war zwar etwas aufwändig, bildete aber den perfekten Menüeinstieg für den Abend. Eigentlich nur ein Eisbergsalat, aber veredelt mit einer guten Cocktailsauce, mit Gurke, Tomaten, Minzeblättern und Kresse. Dazu Räucherlachs, geschälte Garnelen und Nordseekrabben. Dafür war die darauf folgende Zucchinisuppe mit Minze relativ einfach zuzubereiten, und man kann sie vor allem auf Vorrat machen. Wichtig dafür sind eine gute Gemüsebrühe und die frische Minze, die der Suppe gemeinsam mit dem Cheddar den eigentlichen Geschmack gibt.

Womit wir schon bei der Hauptspeise angekommen wären, einem Schweinbauch Piri-Piri. Auch dieses Rezept lässt sich gut vorbereiten, denn der Bio-Bauch wird als ganzes Stück gut vorbereitet (mariniert) und dann einfach in den Ofen geschoben. Nun, ganz so einfach ist es eigentlich nicht, denn der Bratvorgang wird zweimal unterbrochen: Einmal um Tomaten und Wasser in die Sauce zu geben und ein zweites Mal um den Braten einfach zu übergießen. Aber dieser Aufwand lohnt sich, man bekommt einen geschmacklich wunderbaren und zarten Braten mit einer krossen Kruste. Dazu gab es Röstkartoffeln auch nach ein Jamie-Rezept und Tsatsiki. Den süßen Abschluss bildete ein Quitten-Crumble, über den ich an dieser Stelle nicht mehr viel sagen muss. Das Rezept dafür finden Sie bereits im Rezeptteil.

J.O.Dinner 27.10.17 Schweinebauch Piri Piri mit Röstkart. 27.10.17 J.O.Dinner 27.10.17 Bei Tisch

      Die Hauptspeis: Schweinebauch Piri-Piri mit Röstkartoffeln                  Die Gäste haben Platz genommen, die Vorspeise ist serviert

Das Nachbarschaftsessen am Sonntag hatte eigentlich kein festes Motto: Bodenständiges mischte sich mit Internationalem und Fisch mit Fleisch vom Bioschwein. Gestartet wurde mit Lachs-Tartar-Pralinen, aus – wie der Name schon sagt – fein gehacktem und mit allerlei Zutaten gemischten Räucherlachs auf getoasteten Baguette-Scheiben und serviert auf einem Salatbett. Dann eine gute und kräftige Kürbiscremesuppe aus Gemüsebrühe und Muskat-Kürbis mit einem selbst gemachten Blunzstrudel als Einlage. Die Hauptspeise war wie beim vorhergehenden Menü ein schönes Stück vom Bioschwein, in diesem Fall eine große, gesurte Stelze. Sie wurde nach dem alten Familienrezept (Rumaer Küche) "Schinken im in Nudelteig" im Rohr gegart, und begleitet von einer Kartoffelsauce und von Spinat, ergänzt durch Tomaten- und Eisbergsalat, serviert. Eine zarte Geschmacksexplosion, die wirklich ihresgleichen sucht.

Nachbarn 29.10.17 Kürbiscremesuppe Nachbarn 29.10.17 Lachs Tartar Pralinen

Die Vorspeisen sehen gut aus und haben ebenso gut geschmeckt: Lachs-Tartar Pralinen und Kürbiscremesuppe mit Blunznstrudel

Womit wir schon bei der Nachspeise wären, die aus zwei Gängen bestand: Einer, der im Anschluss an die Hauptspeise als Dessert serviert wurde, und ein weitere dann später zum Kaffee. Gleich serviert wurden Quitten mit Sahne, ein L:ieblingsrezept von mir aus der Türkei, sündhaft süß aber auch sündhaft gut. Und zum Kaffee gab es dann noch einen Mandelkuchen mit geriebenen Mandeln, Haselnüssen und Zartbitterschokolade. Ein erster, noch nicht 100%ig gelungener Versuch, aber geschmeckt hat er schon sehr gut.

Nachbarn 29.10.17 Kartoffelsauce kocht Nachbarn 29.10.17 Stelze in Nudelteig

Die Hauptdarsteller des Nachbarschaftsessens: Kartoffelsauce passt sehr gut als Beilage zur gesurten Stelze im Nudelteig

Als Getränke gab es an beiden Abenden als Aperitif und zur Suppe natürlich einen Frizzante und dann einen Jungwein vom Weingut Sax aus Langenlois. Zu den Hauptspeisen vom Schwein einen Gemischten Satz bzw. einen Grünen Veltliner sowie ausreichend Stiegl-Bier. Das eine oder andere heimische Schnapserl sorgte für eine gute Verdauung. Mir machte es Spass und Freude, für Freunde und Nachbarn aufzukochen. Und Ihnen macht ee es offensichtlich ebenso großes Vergnügen, bei uns zu essen!

Nepomuk St. Florian

Ein Restaurant wie ein Chamäleon

Das Nepomuk in St. Florian: Gourmettempel und Pizzeria in einem

Tagsüber eine Pizzeria, abends ein Feinschmeckerlokal. Gibt es so etwas überhaupt? Ja, sowas gibt es, und es liegt ganz unserer Nähe. Mitten in St. Florian am Marktplatz liegt das Lokal Palermo, in dem die ganz Woche über mittags gute aber preiswerte Bistro-Küche angeboten wird. Seit nahezu einem Jahr wird das Haus abends dann zum Gourmettempel, der erst neulich auch mit einer Haube geadelt wurde. Höchste Zeit, das Nepomuk endlich selbst kennenzulernen, und das mit einer entsprechend hohen Erwartungshaltung.

Nepomuk 28.10.17 Küchenchef Huber Nepomuk 28.19.17 Som. Kath.Rimpler

Küchenchef Thomas Huber verwöhnt seine gäste auf hohem Niveau  Im Service sorgt Kathi Rimpler dafür, dass keine Wünsche offen bleiben

Wir hatten zu zehnt einen Tisch reserviert und damit fast ein Drittel aller verfügbaren Plätze besetzt. Neben uns gab es noch eine weitere große Gesellschaft, und zusätzlich noch ein bisschen „Streupublikum“. Viel Arbeit für zwei Leute in der Küche und eine Servicekraft, auch wenn alle voll motiviert sind und ihr Handwerk wirklich verstehen. Aber die Wartezeiten waren trotz freundlichster Bedienung und dem einen oder anderen kulinarischen Highlight dann doch entsprechend lang.

Die Speisekarte ist überschaubar, was ich nicht unbedingt für einen Nachteil halte. Unter dem Motto „Spaziergang durch den Herbst“ wird ein 4-Gang-Menu um € 59.- angeboten, wobei die Gänge austauschbar sind. Hier fand sich z.B. confiertes Filet vom Atlantik-Steinbutt (€ 18.-), Kürbiscappuccino vom Langen aus Neapel mit sautiertem Lammbries (€ 8,50), Rehrücken aus Hofkirchen mit Schmorzwiebel, Mais und Topinambur (€ 34.-) und als Nachspeise Nest von der Edelkastanie mit Zwetschke, Nugat und Balsamico (€ 8,50). Als weitere Hauptspeisen wurde Dorade Royal mit Pilzrisotto, gebackene Irische Lammkrone mit Körndlsellerie und Karotte, in Butterschmalz gebackenes Wildschweinschnitzerl (€ 21), französisches Entenbrüsterl (€ 28.-), Fregula Sarda India Style, eine sardische Pasta mit poschiertem Ei, jungem Spinat und Manchego Käse (€ 18.-).

Nepomuk 28.10.17 Kalbsbries  Nepomuk 28.10.17 Gratinierte Jakobsmuscheln

Die beiden Vorspeisenstars des Abends: Gebackenes Kalbsbries mit jungem Spinat und fantasievoll servierte, gratinierte Jakobsmuscheln

Als Aperitif wurde überwiegend ein Achterl vom Grünen Veltliner vom Bauer getrunken, ich bevorzugte einen Pfiff Trübes aus Kaltenhausen. Während des Aperitifs wurde auch die Bestellung entschieden. Für meinen Teil war es als Vorspeise ein gebackenes Kalbsbries, und als Hauptgericht gemeinsam mit einm Kollegen ein Rib Eye Steak medium. Meine Gattin entschied sich für die Fregula Sarda, sie wollte später noch eine Nachspeise nehmen. Wir wussten noch nicht, dass wir sehr lange auf unsere Bestellung werden warten müssen. Trotzdem nahmen wir zunächst das Gedeck - verschiedenen Brotsorten mit Aufstrichen (Verhackertes und ein Kräuter-Topfenaufstrich und scharfe Chili-Pralinen – und dann den Gruß aus der Küche – eine warme, schaumige, leicht getrüffelte Zwiebelsuppe – gerne an. Lange hat es gedauert, aber schließlich sind dann doch endlich die Hauptspeisen gekommen. Darunter zweimal die Dorade auf Pilzrisotto mit Erbsen und ausgiebig Kresse und einem Salat dazu.

Die Erwartungshaltung war natürlich sehr hoch, vielleicht konnte das Haus deshalb nicht allen Ansprüchen 100%ig gerecht werden. Meine Gattin und ich waren allerdings nur halbwegs glücklich, und das hatte gute Gründe. Das Highlight war für mich mein gebackenen Kalbsbries, und auch mein Rib Eye Steak war von der Fleischqualität sehr gut. Nur leider nicht medium wie verlangt, sondern ein bisschen zu rare für mich. Und die Beilagen haben mir auch nicht gepasst, aber ich mag halt Erbsen überhaupt nicht und Süßkartoffeln auch nicht besonders. Und die Fregula Sarda meiner Gattin war mehr als gewöhnungsbedürftig, und ging daher auch fast unberührt wieder zurück. Über die Nachspeise meiner Gattin möchte ich lieber nichts sagen. Das Nest von der Edelkastanie hat eher ausgesehen wie ein „Häuferl“, das jemand hinterlassen hat. So schlecht schmeckt dieses Dessert auch wieder nicht, dass man es so lieblos servieren müsste. Da hat der junge, ambitionierte und sympathische Küchenchef Thomas Huber noch ein bisschen Platz nach oben.

Nepomuk 28.10.17 Rib Eye steak Nepomuk 28.10.17 Fregula Sarda

Sehr gutes Rib Eye Steak, aber zu wenig durch und nicht meine Beilagen Nicht alles, was originell ist, muss auch gut schmecken: Fregula Sarda

Was blieb war allgemeine Zufriedenheit, allerdings ohne große Begeisterung. Ein absolutes Highlight war die freundliche und kompetente Bedienung von Kathi Rimpler, die die Situation stets im Griff hatte. Gegen die übermäßig langen Wartezeiten konnte aber auch sie nichts ausrichten. Das Preis-Leistungsverhältnis war (für ein Haubenlokal) noch erträglich. Wir haben zu zweit 140 € bezahlt, abzüglich einer Flasche guten Rotweines macht das 50 €/Person. Dabei hatte meine Gattin keine Vor- und ich keine Nachspeise, aber ich einen Piff Bier und beide einen Espresso. Sie können also gerne einmal ins Nepomuk schauen, wir werden es auch wieder tun!

OWA-Küchenschlacht 2017

 

Küchenschlacht der Ofteringer Wirtschaft Aktiv

Alles drehte sich um das Thema Fisch

„Ich habe noch Rollmops und Ananas im Kühlschrank. Morgen gibt es Fisch-Hawaii!“ Das war gottseidank nicht die Schlußfolgerung der Ofteringer Wirtschaftstreibenden (OWA), die sich auch heuer wieder zu ihrer schon traditionellen Küchenschlacht zusammen fanden. Nichts desto trotz lautete das Motto diesmal „Fischküche“, und danach hatte Chefkoch und Kursleiter Georg Heckmann das folgende Menü auch ausgerichtet.

 

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Jürgen, Michael, Franz, Erich, Manfred, Andreas und Chefkoch Georg beim eifrigen Schnipseln bei der OWA-Fischküchenschlacht 2017

 

Aus heimischen und internationalen Gewässern


Vorspeise für die Köche in der Küche

Lachs-Tartar-Pralinen

Stiegl Bier

Grüner Veltliner Frizzante Sparkling 2017, extra dry, Weingut Sax, Langenlois, Kamptal

 

Vorspeise bei Tisch

Risotto Nero – Schwarzes Risotto mit Tintenfisch

Muscadet Sevre et Maine 2012, Comte de Loup, Chateau de Chasselois, Saint Fiacre, Frankreich

 

Suppe

Bouillabaisse aus heimischen Gewässern mit Aioli-Brötchen

Junger 2017, Rivaner, Weingut Sax, Langenlois, Kamptal

 

Hauptgang Dorade in der Salzkruste mit Spinat-Kartoffelstampf und Aioli

Grüner Salat und Tsatsiki

Riesling Kamptal ‚DAC 2014, Weingut Sax, Langenlois, Kamptal

Rosé les Terrasses 2012, Cotes de Provence, Villa Valombrosa, Pignans-Var, Frankreich

 

Nachspeise

Quittencrumble à la Jamie Oliver mit Vanilleeis und Schlagobers

Moscato dolce, Vino Spumante, La Cantina Pizzolato, Villorba, Italien

Muskat Ottonel Premium 2000, lieblich, Weingut Sommer, Donnerskirchen/Bgld.

 

Digestif & Espresso

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Nach Ende der Garzeit von etwa 45 Minuten müssen die Fische von ihrer Salzkruste befreit werden. Dann werden sie filetiert und serviert.

Es versteht sich von selbst, dass alle Gerichte selbst zubereitet und im Anschluss daran – begleitet von den dazu passenden Weinen – auch gemeinsam verspeist wurden. Die erste Vorspeise - die Lachs-Tartar-Pralinen waren für den ersten Hunger gedacht und wurden von den Kocheleven wurden von den Kocheleven bereits vorab vernascht. Während die Zubereitung des Tintenfisch-Risotto – mit Ausnahme seiner rabenschwarzen Farbe vielleicht - und der Bouillabaisse keine unbewältigbare Aufgabenstellung bedeutete, wartete mit der Hauptspeise eine wirklich Herausforderung. Schließlich galt es, zwei doch ansehnlich große Fische – eine Dorade und einen Rotbarsch, zunächst zu schuppen und zu reinige, dann mit Kräutern, Zwiebeln und Zitronen zu füllen und schließlich in eine dicke Kruste aus Meersalz einzupacken. Aber auch das gelang prächtig ebenso wie die Zubereitung einer Knoblauch-Mayonnaise für die Brötchen und eines Spinat-Kartoffelstampfs. Und last but not least der musste auch noch der süße Abschlus produziert werden: Ein köstliches Quitten-Crumble mit Eis und Schlagobers nach einem Rezept von Jamie Oliver. Eigentlich einfach, aber kaum jemand der Teilnehmer hatte bisher mit den rohen Quitten gearbeitet oder einen Crumble hergestellt. Letztlich wurden alle Bestandteile des Menüs erfolgreich zubereitet und im Anschluss daran auch gemeinsam verspeist.

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Die Vorsitzenden kamen, sahen, verkosteten und waren sehr zufrieden: Verteilung der Zertifikate bei Tisch nach dem Essen

Die Verkostung geschah natürlich unter den kritischen Augen bzw. unter Mitwirkung der Vorsitzenden der OWA, die schließlich auch gemeinsam mit mir als Kursleiter die begehrten Zertifikate für die Teilnehmer verteilten. Dazu gab es auch eine Mappe mit dem Menüplan, einer Teilnehmerliste, sowie allen rezepten und den dazugehörigen Weinen. Und da ein Fisch ja bekanntlich auch schwimmen muss, wurden die einzelnen Gänge - wie bereits gesagt - von den dazu passenden Weinen begleitet. Da zu den Fischgängen ja vornehmlich Weisswein gericht wurde, durfte die eine oder andere Flasche Rotwein am Schluß nicht fehlen. Das Verdauungsschnapserl sowieso nicht. So gab es am Ende nur satte und zufriedene Gesichter und viel Lob für die Kochrunde.

Antons 60iger bei den Wildwochen im GH Moser

Es wird wild!

Ein geburtstägliches Mittagessen zum Beginn der Wildwochen im Gasthof Moser

So wild war er dann auch wieder nicht, unser sonntäglicher Familienlunch beim Moser in Neuhofen. Eher ein bisschen langatmig, aber dazu komme ich noch später. Wir waren sieben Personen, aber unsere rechtzeitig erfolgte Tischreservierung für das Salettl war offensichtlich verloren gegangen. Dieses Malheur konnte von der Chefin jedoch sofort repariert werden, und wir bekamen einen schönen Tisch in der Gaststube.

Anton Geb. GH Moser Gruppe Anton 60 GH Moser Gedeck

     Zu Beginn Geschenke für die Geburtstagskinder Alexandra und Anton          Ein hübsches und schmackhaftes Gedeck zum Start

Gleich nach dem Hinsetzen im heimeligen Ambiente beginnt beim Moser das Wohlfühlen, das sich nach dem Aperitif – einem Pfiff Bier vom Trummer – steigert und beim Studium der Speisekarte seinen ersten Höhepunkt erreicht. Schon beim Lesen der beiden ziemlich vollen DIN A 4-Seiten läuft einem das Wasser im Mund zusammen. Fünf feine Vorspeisen, vom Carpaccio vom Rehfilet bis zu den gebackenen Rehleberknödeln auf Rahmragout, und drei Suppen – klare Rindsuppe mit Fritatten oder Wildstrudel, Wildpüreesuppe mit Waldkräuterstangerl und heiße Wildbowle mit Schwammerlkipferl - eröffnen den Reigen. Dann folgen die Hauptspeisen vom Wild, beginnend mit gebratenem Hirschkalbrücken auf Schwarzwurzel-Orangen-Sauce, über Wildhasenfülle im Kräuterbrotmantel, bis zum gebackenen Rehschnitzel im Körnermantel mit Kroketten, Preiselbeeren und marinierten Herbstsalaten. Am Schluss noch das passende Motto: "Essen ist ein bEdürnis, Geniessen eine Kunst!"

Es folgt die  traditionelle Schmankerlküche, beginnend mit einer mit Herbstschwammerln gefüllten Schweinsroulade mit Butterreis, über ein kross gebratenes Wolfsbarschfilet, bis zur vegetarischen Ecke, bestehend aus zweierlei Kürbisragout mit gebackenen Griesknöderln und Julias Herbstsalat mit gebratenem Schafkäse. Zum süßen Abschluss gab es drei verführerische Angebote, die wir allesamt genutzt haben. Dazu komme ich aber ebenfalls noch.

Anton 60 GH Moser 22.10.17 Wildpüreesuppe Anton 60 GH Moser 22.10.17 Wildbowle

                       Schmeckte am besten: Wildpüreesuppe mit Waldkräuterstangerl                  Sieht besser aus als sie schmeckt: Wildbowle

Bestellt war ziemlich schnell, und auch die Getränke und das Gedeck - zusammengesetzt aus dem Körbchen sowie Gemüsesticks mit drei verschiedenen Aufstrichen – waren schnell auf dem Tisch. Dann allerdings begann eine lange Wartezeit: Nahezu eine Stunde auf die Vorspeisen und etwa eine weitere 3/4 Stunde auf die Hauptgerichte. Da kann man nur mutmaßen, dass bei voll besetztem Lokal entweder die Speiskarte zu groß oder die Küche zu klein und/oder unterbesetzt ist. Aber reden wir von angenehmeren Dingen, reden wir vom Essen.

Das Gedeck war fein, insbesondere das kräftige Grammlschmalz in Kombination mit dem Schwarzbrot war sehr lecker. Unsere Vegetarierin am Tisch schätzte dagegen die appetitlich frischen Gemüsesticks. Als Vorspeise haben meine Gattin die klare Rindsuppe mit Wildstrudel (€ 3,90) und ich die feinen Fasanen-Rilettes mit Pfefferapfel und getoastetem Schwarzbrot (€ 11,90) ausgesucht. Dabei habe ich die gefälligere, meine Gattin aber eindeutig die bessere Wahl getroffen. Aber vielleicht eignet sich der eher trockene Fasan für ein Rilette nicht so gut wie die vielfach verwendete Gans oder Ente. Den Vogel abgeschossen hat nach ausgiebigem Rundherum-Verkosten meiner Meinung nach mein Bruder mit seiner Wildpüreesuppe mit Waldkräuterstangerl und Preiselbeeren-Obers (€ 5,90). Die sehr originell servierte Wildbowle (€ 4,50) war dagegen vorwiegend nur heiß, hatte sonst aber eher wenig Geschmack.

Anton 60 GH Moser 22.10.17 Rehbraten Anton 60 GH Moser 22.10.17 Gams

Zwei absolute Hits von der Wildkarte: Links der gefüllte Rehbraten und rechts das zarte Gamsrückenfilet mit Griesstrudel und Herbstgemüse

Auch bei den Hauptspeisen hatte meine Gattin die eindeutig bessere Wahl getroffen: Ihr Gamsrückenfilet (€ 29,50) war wirklich zart und auf den Punkt gebraten, der Griesstrudel leider eher „patzig“, das Gemüse aber gut knackig. Meine gebackenen Rehschnitzerl im Körnermantel (€ 18,90) sahen wirklich gut aus, waren aber etwas trocken, ja sogar ein bisschen zäh. Leider hatte ich verabsäumt, anstelle der Kroketten eine andere Beilage zu bestellen. So blieben mit als Beilage die Preiselbeeren, meine marinierten Herbstsalate überließ ich größtenteils meiner Gattin. Beim Rundherum-Verkosten wiederum schmeckte mir insbesondere der mit Herbstpilzen und Brioche gefüllte Rehbraten mit Wildveloutée meines Bruders und Geburtstagskindes Anton, einer samtigen Wildsauce auf Basis einer Mehleinbrenn mit Fonds- bzw. Brühe, verfeinert mit und Sahne und legiert mit einem Ei (€ 22,50). Auch das vegetarische „Zweierlei Kürbisragout mit gebackenen Griesknöderl“ (€ 13,20) mundete ganz ausgezeichnet.

 Anmton 60 GH Moser 22.10.17 Grillagetorte Anton 60 GH Moser Schokokuchen

Köstliche Nachspeisen zum krönenden Abschluss: Geeiste Grillagetorte mit karamelisierten Feigen und halbflüssiger Schokoladekuchen im Glas

Kommen wir zu den Nachspeisen und zu den Getränken. Die angebotenen Desserts waren alle bestens, sowohl die Vollmilchschokoblätter mit Maronischaum (€ 10,90), als auch die geeiste Grillagetorte mit karamelisierten Feigen (€ 10,90). Grillage ist eine krokantähnliche Masse aus geschmolzenem Zucker, gehackten Nüssen und Mandeln. Sehr fein auch der halbflüssige Schokoladekuchen (€ 9,90) im Glas mit gebrannten Nüssen und Birnen-Quitten Kompott. Zum frisch gezapften Trummer-Bier – egal ob klein oder groß – ist nicht viel zu sagen. Das Achterl Riesling vom Hirsch aus Zöbing war ganz gut aber zu warm, der Blaufränkisch Jahrgang 2015 vom Pittnauer war dagegen ohne Fehl und Tadel. Das Service war sehr freundlich und liebevoll, allerdings nur so aufmerksam, wie es das volle Lokal eben zuließ. Als kleine Entschuldigung bzw. Entschädigung für die langen Wartezeiten gab es am Schluss ein Glas Prosecco für alle aufs Haus.

Alles in allem ein sehr feines Mittagessen, mit einem ausgezeichneten Preis-Leistungsverhältnis. Kaum eines der Hauptgerichte kam in die Nähe von 30 € oder darüber. In zwei Sätzen zusammengefasst: „Viel Lob trotz langer Wartezeiten“ und „wir kommen sicher wieder“!