Heckmann kocht!

LFI-Kurs Festtagsbraten

Festtagsbraten – Genießen wie damals

 

Das war der Titel eines Kochkurses der Seminarbäuerinnen des LFI auf der Gugl. Nicht mein erster Kurs und auch nicht mein letzter, aber sicher einer der besten. Das lag mit großer Wahrscheinlichkeit einerseits am Thema, weil große Fleischstücke auf mich eine ungeheure Faszination ausüben. Andererseits aber bestimmt auch an der Fachkompetenz und freundlichen Art unserer Kursleiterin Silvia Zach-Fürst, die für diesen Kurs in jeder Hinsicht perfekt vorbereitet war. Silvia Zach betreibt gemeinsam mit ihrem Mann eine Landwirtschaft mit 30 Mutterschafen in Bad Zell. Eines ihrer wesentlichen Anliegen ist, die Verarbeitung von regionalen, saisonalen und bäuerlichen Produkten allen Bevölkerungsgruppen näher zu bringen und die Freude an deren Zubereitung zu vermitteln. Und in unserem Fall ist ihr das ja bestens gelungen!

LFI März 18 Kursleiterin Silvia LFI März 18 Fleischstücke

Kursleiterin und Seminarbäuerin Silvia Zach-Fürst aus Zell mit ihren Bratenstücken vom Rind, Lamm, Schwein und Kalb

Nach dem Umbinden der Schürzen bekamen wir eine wirklich schöne und bunte Broschüre mit den guten Gründen überhaupt Fleisch zu essen, mit allgemeinen Tipps zur richtigen Fleischauswahl, zur perfekten Zubereitung vom Einkauf über den Garprozess bis zur Sauce und den Beilagen, und schließlich auch zur Resteverwertung. Und vor allem enthielt die Broschüre Rezepte und noch einmal Rezepte. Es verstand sich von selbst, dass davon nur eine kleinere Auswahl auch probiert werden konnte, und dafür hatte Silvia - in der Küche herrscht ja bekanntlich das „Küchen-Du“ - einige prachtvolle Stücke und alle erforderlichen Zutaten mitgebracht.

Vom Rind stand uns ein etwa 1 ½ kg schweres Nuss-Endteil zur Verfügung, aus dem wir ein Rinder-Mostbratl in Wurzelsauce machen sollten. Dafür eignet sich natürlich auch bestens ein Stück Schulterscherzl oder Gab, aber auch ein Stück Schulter oder Schopf vom Schwein oder eine Schulter oder Keule vom Lamm. Dieses Gericht verursacht wie die meisten großen Fleischstücke nur am Anfang und am Ende der Zubereitung etwas Aufwand. Während des eigentlichen Brat- bzw. Schmorvorganges hat man Hände und Kopf frei, um sich anderen Aufgaben in der Küche widmen zu können. Was Schweinefleisch betrifft bereiteten wir ein schnelles Innviertler Bratl zu, zu dem man außer einigen Scheiben Schweinsbauch oder Schopf, sowie Zwiebel und Erdäpfeln nicht sehr viel anderes benötigt. Wenig Aufwand für ein sehr schmackhaftes Ergebnis!

LFI März 18 Kalbsrollbraten füllen LFI März 18 Kalbsrollbraten binden LFI März 18 Kalbsrollbraten fertigJPG

Die gerollte Kalbsschulter wird zuerst gefüllt, dann zusammengebunden, und schließlich auf Kalbsknochen gebraten

Besonders gefreut habe ich mich auf und über die gefüllte Kalbsbbrust, die bei uns nämlich mindestens einmal jährlich, und zwar am Ostersonntag, auf dem Speiseplan steht. In unserem Fall handelte es sich zwar um eine gerollte Schulter, aber die hat einerseits mehr Fleisch und andererseits konnten wir dabei das richtige Zusammenbinden lernen. Bleibt vom Fleisch noch das Lamm übrig, das in Form eines mit Kräutern gebratenen Lammschlögels zubereitet wurde. Aus aktuellem Anlass bereits mit Bärlauch bzw. Bärlauchpesto, weil er als Frühlingsbote bereits frisch verfügbar ist, und weil er natürlich perfekt den Knoblauch ersetzt.

Zum Fleisch gehört auch eine Zuspeise, also Beilagen wie Gemüse, Salate, Knödel, usw. Wir versuchten zwei sehr einfache aber sehr schmackhafte, nämlich einen Radisalat und ein Stöcklkraut. Zum Wurzelgemüse des Mostbratls gesellte sich noch ein Ofengemüse mit Schafkäse. Was zum Bratl natürlich nicht fehlen durfte, waren Knödel, und zwar G´riebene Knödel und Gummiknödel mit Erdäpfeln, eine Semmelfülle für den gerollten Kalbsbraten und zu guter Letzt noch Kräutertopfennockerl. Und natürlich da und dort nicht zu vergessen ein gutes Safterl dazu.

LFI März 18 Joe schaut beim Anrichten zu LFI März 18 Prosit

Alles fertig, Kursleiterin Sivia macht letzte Handgriffe beim Anrichten - ein Prosit auf eine sehr gelungene Veranstaltung!

Als kongenialen süßen Abschluss hatte Silvia einen bereits fertigen Mostschober mitgebracht, den wir dann mit Glühmost und Schlagobers, und mit großem Vergnügen auch noch verzehrt haben. Da wundert es einen nicht mehr, dass unsere Kursleiterin und ihre kleine Tochter 2015 von den OÖ. Nachrichten zu Kochchampions gekürt wurden. Gleich als nächstes werde ich das eine oder andere Rezept, bei dem ich meine Finger dabei hatte, für Sie bereitstellen. Am besten wäre es allerdings, wenn Sie sich gleich direkt zu einem der interessanten Kochkurse der Seminarbäuerinnen anmelden würden. Und wie nicht nur mein Freund Joe und ich laufend unter Beweis stellen: Auch Männer sind dort herzlich willkommen!

LFI März 18 Joe beim Mostschober 1 LFI März 18 Portion Mostschober

Für alle ein Stück vom guten Mostschober, den wir aus logistischen Gründen schon etwas früher essen mussten!

Almtalerhof neu

Geburtstagessen im Almtalerhof

Es noch nicht so lange her

 

Erst im Dezember des Vorjahres waren wir das letzte Mal im Almtalerhof in Traun. Sehr viel hat sich seit diesem Besuch nicht geändert. Unverändert blieben das freundliche Interieur, die gute Küche bzw. Köche sowie die freundliche Bedienung und weitestgehend auch die abwechslungsreiche aber dennoch überschaubare Speisekarte. Die Unterschiede lagen eher auf unserer Seite. Da war zunächst einmal die Tageszeit, denn diesmal handelte es sich um ein spätes Sonntag-Mittagessen. Und dann die Zusammensetzung unserer Gruppe. Diesmal waren wir mehr Leute, und alle aus der Familie.

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Das Geburtstagskind beim Auspacken der Geschenke       Lauwarmer Spinatsalat mit Schupfnudeln, Tomaten und Pilzen

Das Lokal war etwas besser besucht als das letzte Mal. Die meisten Gäste waren allerdings schon beim Fertigwerden, als wir knapp nach 13.00 h unsere Bestellung aufgaben. Von den gewählten Speisen- und Getränken war vieles bereits vom letzten Mal bekannt: So z.B. die Paprika-Kürbiscremesuppe oder das Kalbsgulasch mit Spätzle, und ebenso das Rib Eye Steak mit Bratkartoffeln. Das ändert nichts daran, dass hier wiederum ein dickes Lob angebracht werden muss. An Neuem probierten wir die brave Rindsuppe mit Frittaten und die interessant anzusehende gebeizte Lachsforelle mit Dill-Senf Sauce und Kartoffelkrokant. Schmeckt nicht schlecht, sieht aber trotzdem besser aus, als sie schmeckt.

Das mehrfach gewählte Rib Eye Steak war perfekt, ebenso die dazu angebotene Café de Paris Butter, die in den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts in Genf erfunden wurde. Diese Nobelvariante einer Grill- oder Kräuterbutter besteht in der Regel neben Butter aus Tomatenpüree, Senf, Kapern, Schalotten, Estragon, Sardellen, Cognac sowie Curry- und Paprikapulver. Sie schmeckte besser als die schon etwas verschrumpelten Bratkartoffeln. Keine Kritik gab es an den Pommes und am knackigen Mischgemüse. Die Vegetarier-Abteilung entschied sich natürlich für den lauwarmen Spinatsalat mit Schupfnudeln, Tomaten und Pilzen und war mit dieser Wahl sehr zufrieden. Blieben noch zwei Klassiker: Meine Gattin als Geburtstagskind wählte wie das Kalbsrahmgulasch mit Butterspätzle, das ihr bereits das letzte Mal geschmeckt hat. Optik und Geschmack bestens, Spätzle bissfest, Fleisch zart, Sauce sämig. Und mein Bruder entschied sich für ein Original Wiener Schnitzel vom Kalb in Butterschmalz gebacken mit Petersilienkartoffeln und Preiselbeeren. „Wunderbar, wie in Wien“ war sein kurzer Kommentar. Übrigens: Auch unser Enkerl war mit seinem Kinderschnitzel mit Pommes und Ketchup sehr zufrieden.

Almatalerhof 11.3.18 Tischgesellschaft beim Essen Almatalerhof 11.3.18 Vanillepudding

Im Almtalerhof sitzt man bequem und speist gut und angenehm               Vanillepudding anstelle von Tageskuchen

Nicht unbedingt zur stärksten Seite des Hauses zählen die Desserts. Kleine Auswahl, und die dann nicht komplett. Anstelle des auf der Karte in Aussicht gestellten „Tageskuchens“ wurde dann nur ein schlichter und einfacher Vanillepudding mit Schlagobers angeboten. Die Zweierlei Schokolademousse mit Marillen-Ragout schmeckte zwar fein, sehr süß und cremig, jedoch war nur mehr eine Portion vorhanden. Lob verdienen die Powidltascherl, die - sehr flexibel - mit Maroni-Mousse und Vanilleeis serviert wurden. Noch ein kurzes Wort zu den Getränken. Das gute Bierangebot wurde von mir bereits das letzte Mal gelobt, das kleine Zwickel von Gösser schmeckte wieder ausgezeichnet, ebenso das Achterl vom Riesling vom Amon aus Gobelsburg. Zum Steak vergönnten wir uns eine Flasche St. Laurent von Landauer Gisperg um € 25, und haben das auch nicht bereut. Ebenso wenig die zwei kleinen Schnapserl vom Bauer aus Graz, einen Williams und einen Vogelbeeren.

Kommen wir zuletzt zur Rechnung, einer positiven Überraschung. Wir haben für 7 Personen insgesamt nur € 270.- bezahlt (ohne Tipp), zugegebener Weise mit einem Kind (Kindermenü), mit nur vier Vorspeisen und mit relativ wenig Alkohol. Aber immerhin mit fünf Nachspeisen, mit einer Flasche Rotwein, sowie mit zwei Digestifs und fünf Kaffees. Wir wurden gut und schnell bedient, und das Ambiente ist freundlich & hell und man hat großzügig Platz. Ein bisschen Platz bleibt auch noch für Kritik: Im Almtalerhof gibt es kein Gedeck und auch kein Amuse-Gueule. Auf Wunsch wird jedoch frisch Gebackenes (Laugenbrezerl, Salzstangerl. etc.) angeboten. Wir wurden allerdings weder gefragt, noch wurde das Körbchen ungefragt serviert. Die Speisekarte wechselt kaum, ich kann jetzt für längere Zeit nicht mehr hingehen. Aber ich habe ja die Möglichkeit, das Angebot via Homepage des Restaurants zu beobachten. Dies trifft übrigens auch für das tägliche Mittagsmenü zu. Und ganz zuletzt: Beim Nachspeisenangebot gibt es meiner Meinung nach sicher noch Luft nach oben!

Almatalerhof 11.3.18 Mousse Almatalerhof 11.3.18 Powidltascherl

Kleine aber feine DessertauswahL: Zweierlei Schokomousse mit Marillenragout und Powidltascherl mit Maronischaum

Zeiner in Pucking

Bodenständig speisen beim Zeiner

Heringsschmaus beim Kirchenwirt in St. Leonhard

Einen für unsere Begriffe eher ungewöhnlichen Heringsschmaus gab es am heurigen Aschermittwoch. Waren wir in den letzten Jahren meist im Rahmen einer verhältnismäßig großen Gruppe unterwegs, waren es heuer nur sieben hungrige Mäuler. Und gab es in den letzten Jahren meist ein international ausgerichtetes Buffet im Sky Gourmet, haben wir uns heuer in einem Landgasthaus durch eine ausschließlich heimische Fischkarte durchgegessen. Trotz Verzichts auf Räucherlachs und Kaviar, Muscheln und Tintenfische oder Scampi, Paella, Pasta oder Risotto waren wir im Gasthaus Zeiner durchaus zufrieden.

Zeiner 2018 Christa Joe Zeiner 2018 Kartoffelcremesuppe 2

Mit einem guten Schluck beginnt ein gemütlicher Heringsschmaus beim Zeiner in Pucking, dann gibt´s Kartoffelcremesuppe

Das Wichtigste gleich vorab: Der Kirchenwirt ist kein Restaurant, sondern "nur "ein Wirtshaus. Wie der Cagitz in Rutzing oder der David in Priesching. Dafür habe ich Verständnis. Leider gab es aber nicht nur keine internationale Küche, sondern es fehlte auch ein bisschen die Raffinesse und die Vielfalt des Angebotes an heimischen Spezialitäten. So beschränkten sich die Vorspeisen auf zwei Suppen - eine Frittaten- und eine Kartoffelcremesuppe - und eine Portion Heringskäse. Eine geräucherte Forelle und ein saurer Hering nach Hausfrauenart würden da gut passen. Bei den Hauptspeisen umfasste das Angebot nur Gebratenes und Gebackenes. Forelle blau oder ein Fischgulasch suchte man vergebens. Was würde mir als Hobbykoch da alles einfallen, allein wenn ich an die zahlreichen Fischabfälle wie Köpfe oder Innereien denke, von der Bouillabaisse bis zum Fischbeuschl. Ebenso eingeschränkt war das Angebot an Nachspeisen, außer Sachertorte und Kardinalschnitte war um 19.30 h nichts mehr vorhanden.

Nun die (halbwegs) gute Nachricht: Die auf der Speisekarte angebotenen bodenständigen Fischgerichte Zander, Forelle Scholle und Karpfen waren - gebraten oder gebacken sowie im Ganzen oder filetiert - in Ordnung. Die Beilagen allerdings bei allen Gerichten gleich, wie eben eine typische "Sättigungsbeilage": Salzkartoffeln, einen Löffel Sauce Tartare und eine Portion gemischten Salat. Meine Gattin hatte sich für ein Zanderfilet natur um € 13,90 entschieden und war - insbesondere auch mit dem knackigen und gut mariniertem Salat - durchaus zufrieden. Ich probierte die sehr sämige und wohlschmeckende Kartoffelcremesuppe um € 3,20 .Dann das mit € 15,50 teuerste Gericht auf der Karte, nämlich den gemischten Fischteller mit je einem panierten Stück vom Zander, von der Scholle und vom Karpfen. Auch daran gab es kaum etwas auszusetzen, einfach brav und ordentlich gemacht. Das Nachspeisenangebot wie gesagt eher kärglich. Die Kardinalschnitte hat meiner Gattin zwar geschmeckt, mir war sie ehrlich gesagt zu cremig und zu wenig süß.

Zeiner 2018 Forelle natur Zeiner 2018 Fischteller gemischt

Köstlichkeiten nur aus heimischen Gewässern: Forelle natur und Fischteller mit Erdäpfeln und Salat

Noch zwei Bemerkungen, eine zu den Getränken und eine zum Service. Die Getränkekarte war ausreichend, das Angebot an offenen Weinen und Flaschenweinen gut. Am besten schmeckte uns zum Fisch der Gemischte Satz vom Wieninger um € 18.-, von dem wir dann auch noch eine zweite Flasche ordern mussten. Weniger gut war der Kaffee, aber danach sollte man ja einen Heringsschmaus nicht unbedingt beurteilen. Das Service war im Prinzip gut, flink und freundlich. Lediglich bis zur Bestellung hat es ein klein bisschen gedauert. Meine kritische Bemerkung dazu wurde eher unhöflich beantwortet.

Im Großen und Ganzen haben wir an diesem Abend das bekommen, was zu erwarten war: Einfache, ehrliche und bodenständige Kost zu sehr fairen Preisen. Die Küche würde ich gerne ein anderes Mal beurteilen, wenn ich eine komplette Speisekarte und nicht nur eine Fischkarte vorgelegt bekomme. Gute Freunde haben mir erzählt, dass es da allerhand Spezialitäten geben soll, und man durchaus auch ein ordentliches Bratl in der Rein serviert bekommt!

Zeiner 2018 Kardinalschnitte

Noch schnell vor dem Beginn der Fastenzeit eine sehr cremige Kardinalschnitte beim Zeiner!

Rauner wie rote Rüben

Raunen über das Rauner

Erstaunliches über ein außergewöhnliches Restaurant

Raunen und Staunen kann man über das Rauner in vielfacher Hinsicht. Beginnend mit der Lage im Bulgariplatz-Viertel, das kulinarisch ja eher ein Entwicklungsgebiet ist. Oder kennen Sie vielleicht das Wirtshaus zur Makart-Stub´n? Dann über die hauseigene kostengünstige Parkgarage, die gemeinsam mit der Lage nächst der Autobahn eine Anreise mit dem eigenen Auto zum Vergnügen macht. Weiters über die täglichen Öffnungszeiten durchgehend von 11.00-24.00 h, an Wochenenden und Feiertagen ist allerdings geschlossen. Und auch das anfangs propagierte Frühstücksservice ist bereits Geschichte. Und last but not least über das Lokal selbst, das sowohl von außen als auch von innen herzerfrischend aussieht: Modern und hell mit viel Glas und doch gemütlich, bunt und farbenfroh und doch freundlich, etwas schräg mit zahlreichen hohen Tischen, aber durch reichlich Holz doch ein deutlicher Touch von Heimat und Mühlviertel. Womit wir endlich bei der Speisekarte gelandet wären.

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Das sind die offiziellen Bilder vom RAUNER - So sieht heute ein zeitgemäßes Mühlviertler Wirtshaus aus!

Phillip Stummer als Küchenchef und seine Gattin Sigrid haben den Namen des Lokals nicht zufällig gewählt. Die rote Rübe ist nicht nur namensgebend für das Restaurant, sondern auch das Fundament eines Speisen- und Getränkeangebotes mit starkem, regionalen Bezug. Den selbst kreierten Eistee haben wir zwar nicht probiert, dafür aber die Palatschinke in gesalzener und süßer Form, die ja eine weitere Säule des Angebotes im Rauner darstellt. Aber schön der Reihe nach.

Wir starteten mit Mineralwasser, einem Glas Riesling vom Hiedler und einem Seidel Zwickel-Bier aus Freistadt. Das Bier in Ordnung, gut temperiert und gut ebenso gut gezapft. Der 2016-er Urgesteins-Riesling vom Weingut Hiedler aus dem Kamptal aber eher fad, mit wenig Säure und noch weniger Esprit. Um uns die Zeit zu verkürzen ließen wir uns ein Gedeck um € 2,50/Person bringen. Das stellte sich als gute Entscheidung heraus. Nicht weil die Wartezeiten so lang waren, sondern weil wir uns an drei köstlichen Brotsorten und vier verschiedenen Aufstrichen (Pilzbutter, Topfen, Kürbiskern und Rote Rüben) erfreuen konnten. Dann jedoch kam eine tiefe Enttäuschung, nämlich die Mühlviertler Rahmsuppe mit Schwarzbrotcroutons und Schnittlauch. Dünn und wässrig, fast geschmacklos, aber dafür sauer wie eine Salatmarinade. Kommentar des Kochs zu unserer Beschwerde: Ohne Essig würde die Suppe ja nach gar nichts schmecken!“ Die einzig mögliche Antwort darauf war, die Suppe einfach zurückzuschicken.

Rauner Gedeck Rahmsuppe Rauner

Stark angefangen, aber stark nachgelassen: Lobenswertes Gedeck, dann essigsaure Mühlviertler Rahmsuppe

 Was dann folgte war allerdings deutlich besser. Zum Beispiel die pikanten Palatschinken, die unsere beiden Damen bestellt hatten. Eine mit Pulled Chicken (Hähnchenbrust mit Caesarsalat und Parmesan) und eine mit geschnetzeltem Kalbfleisch (Vitello-Palatschinke) mit Rucola. Große Portionen, ausgezeichneter Geschmack, vielleicht nur ein bisschen zu wenig warm serviert. Wunderbar auch das Rinderfilet meines Freundes, serviert mit Steinpilzen, Vogerl- und Rucolasalat sowie einer Selleriecreme. Aufgefallen ist, dass mein Freund nicht gefragt wurde, wie er sein Filetsteak haben möchte. Es kam dann in etwas medium-rare und war wirklich perfekt. Womit wir dann bei meinem Hauptgericht gelandet wären, einem Surschnitzel vom Eferdinger Landschwein mit Petersilienerdäpfeln und Preiselbeeren. Da kann man normalerweise nicht viel falsch machen, und es war auch alles okay. Zur Begleitung haben wir einen Sauvignon Blanc vom Muster aus der Südsteiermark gewählt, eine deutlich bessere Wahl als die des Rieslings.

Surschnitzel Vitello Palatschinke

Nichts zu meckern gab es über die Hauptspeisen, wie das Landschwein-Surschnitzerl und die Vitello-Palatschinke

Ein wirklicher Höhepunkt waren die Nachspeisen, Palatschinken machen können sie im Rauner. Das beginnt mit der einfachen süßen Palatschinke mit hausgemachter Marillenmarmelade und geht bis zur Triple Chocolate Palatschinke, gefüllt mit weißer und brauner Schokolade, mit Schokoladensauce und Schlagobers. Originell und ebenfalls wohlschmeckend das Affogato, ein Vanilleeislutscher mit einem Espresso. Den vergönnten wir uns dann auch noch, auf einen Digestif wurde aber angesichts der bevorstehenden Heimfahrt mit dem Auto verzichtet. Die € 151,90, die wir letztlich für vier Personen bezahlt haben, muten auf den ersten Blick eher moderat an. Man muss aber bedenken, dass zwei davon überhaupt keinen Alkohol getrunken haben und auch keine Flasche Wein sowie kein Aperitif oder Digestif konsumiert wurde. Wir hatten auch nur jeweils 2 Vorspeisen und 2 Nachspeisen. Ansonsten hätte die Rechnung leicht € 200 und damit € 50.-/Kopf ausgemacht. Das Rauner ist also kein preisgünstiges Lokal, die Preise kann man aber als angemessen bezeichnen. Das Service war im Prinzip gut, flink und höflich, beim Wein wäre allerdings eine kleine Nachschulung nicht schlecht. Diese würde bei dem ohnehin überschaubaren Angebot an offenen Weinen auch gar nicht besonders viel Zeit in Anspruch nehmen.

Das Rauner bietet auch einen Mittagsteller mit jeweils 2 Gerichten - eines davon vegetarisch - zur Auswahl um günstige € 8,50 an. Dazu kann man Suppe und Salat um € 1,50 und ein Dessert um € 2,50 dazu bestellen. Schon allein das wäre - neben zahlreichen anderen – ein guter Grund wieder zu kommen!

Affogato Drei Schoko Palatschinke Rauner

Das Allerbeste kam ganz zum Schluß: Affogata (Eis am Stiel mit Espresso) und Triple Chocolate Palatschinke

Silvester 2018

Silvester 2018 in Wien

Unser Silvsterpfad von Griechenland nach Frankreich

Meistens machen wir es uns zum Jahreswechsel gemütlich: Beisammensitzen bei uns oder einem der Nachbarn, Start mit einem langen und ausgiebigen Abendessen in Form eines Fondues, heißen Steins oder Raclette. Anschließend plaudern und trinken bis Mitternacht. Dann live aus dem Fernsehen Pummerin und Donauwalzer, mit Sekt anstoßen und ein kleines Feuerwerk veranstalten. Und last but not least der unvermeidliche Abschluss mit Bier und Gulaschsuppe oder Chili con Carne.

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Ouzeri Ellas - ein kleines Griechembeisl mit großem Essen: Gemischter Vorspeisenteller mit warmen Pita-Brot

Heuer wollten meine Gattin und ich wieder einmal „ausbrechen“ und beschlossen relativ spät, den Jahreswechsel in Wien zu verbringen. So wurde es dann eine Mischung aus mehr oder weniger geplanten Aktivitäten. Zunächst ging es am Nachmittag mit dem Bus von Linz nach Wien, genauer gesagt zur Oper. Dort wurden wir gleich mit der Übertragung der schönsten Ballettszenen – in unserem Fall war es gerade Schwanensee - empfangen, bevor wir uns auf der Kärntnerstraße ins um diese Zeit noch überschaubare Getümmel des Silvesterpfades stürzten. Was uns aber bereits am späten Nachmittag auffiel, waren die relativ wenigen Verpflegungsmöglichkeiten entlang der Vergnügungsmeile. Wir spazierten über den Stephansplatz und die Rotenturmstrasse direkt in die Wollzeile, wie wir ja Karten für das Kabarettprogramm „Im freien Fall“ im Simpl hatten. Aber vorher galt es noch einen vernünftigen Platz zum Abendessen zu finden.

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Gschmackige und riesige Portionen: Hühnersouflaki mit Kartoffdln und Lamm in Zitronensauce mit Gemüsereis

Da hatten wir zum ersten Mal an diesem Abend wirklich Glück, als wir - schon in der Wollzeile angekommen - beim „Ellas“ vorbeikamen. Das Café Ouzeri Bistro Ellas ist ein kleines, unscheinbares griechisches Beisl. Auch der Gastraum ist klein und eng, ebenso die Tische, man könnte fast Platzangst bekommen. Groß ist das Speisenangebot und groß sind die Portionen. Und gut sind ist das Essen nebenbei auch noch. Wir hatten gemeinsam einen gemischten Vorspeisenteller und dazu ein warmes Pita-Brot mit Olivenöl. Mehr als ausreichend, auch für uns beide. Dann versuchte sich meine Gattin an einem garnierten Hühnersouflaki mit Bratkartoffeln und Gemüse, von dem sicher fast die Hälfte übrig blieb. Ich kämpfte mit einer Portion zarten Lammes in Zitronensauce mit Reis. Einfach köstlich, aber ebenfalls zu viel. Mit Rücksicht auf das im Anschluss auf dem Programm stehende Kabarett verzichteten wir sowohl auf Alkohol als auch auf eine Nachspeise.

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Kein Höhepunkt im Simpl, dafür aber einer im Le Bol am Neuen Markt: Café au lait und Tarte au Citron

Etwas weniger Glück und viel weniger Vergnügen hatten wir beim anschließenden Kabarett im Simpl. Das Programm „Im freien Fall“ war kein Fall für mich und bei weitem das schwächste, das ich in den letzten Jahren gesehen habe. Schwamm drüber, das ist ja keine Kolumne für Kultur- oder Theaterkritik. Ausgeruht und etwas durstig begaben wir uns wieder in Richtung Silvesterpfad. Es war inzwischen 22.00 h geworden, und der Rummel war bereits ziemlich groß. Aber es war noch zu früh, um in diesem Getümmel und im Freien bis Mitternacht auszuharren. Also kamen wir etwas vom rechten Weg ab und – wieder ein ausgesprochener Glücksfall - landeten im „Le Bol“ am Neuen Markt. Bol kann vieles bedeuten, ich habe es für mich etwa mit „die Schale“ oder „die Schüssel“ übersetzt. Zufällig waren auch hier an einem größeren Tisch noch zwei Plätze frei, und es dauerte nicht lange bis sich – wie es sich in diesem Lokal eigentlich gehört - ein junges französisches Paar zu uns setzte. Nicht nur dieses sondern auch das Serviceteam sprach Französisch. Das an einen Feinkostladen mit angeschlossenem Bistro erinnernde Lokal war voll mit gutgelaunten, hungrigen und durstigen Gästen, die sich am umfangreichen Angebot an Speisen und Getränken erfreuten. Meine Gattin wollte ein Dessert und war mit einem „Café au lait“ aus „Les Boissons Chaudes“ und einer „“Tarte au Citron“ von den „Les Patisseries“ überglücklich. In Anbetracht der herannahenden Jahreswende bestellte ich einen Crémant Rosé, und einen zweiten noch hintennach. Ein auf jeden Fall höchst empfehlenswertes Lokal, mit einem überwältigenden Frühstücksangebot.

Kulinarisch war damit der Abend schon zu Ende. Wir schafften es natürlich noch rechtzeitig zum Stephansplatz und begrüßten dort - wie es sich gehört - mit der Pummerin und dem Donauwalzer das neue Jahr. Und wir schafften es auch den Silvesterpfad zurück zur Oper, wo wir um 1.00 h Früh wieder unseren Bus besteigen konnten. Und mit dem ging es dann - schon weitgehend schlafend - dem neuen Jahr und der Heimat entgegen!

Stephansplatz 1 Kärntnerstraße

Jahreswechsel 2018 in Wien: Silvesterpfad von der Oper über die Kärntnerstraße und den Neuen Markt zum

Stephansplatz und über Graben, Am Hof und die Freyung hinüber zum Rathausplatz

 

AmPlatz in Asten

AmPlatz in Asten

So gut wie keine Fehler gesehen

Nicht nur aufgrund der Schreibweise des Namens denkt man bei diesem Lokal unwillkürlich an einen Fehler. Und auch Asten ist ja nicht unbedingt eine für seine Kulinarik bekannte Gemeinde. Dazu kam noch die bei ausgesprochenem Schlechtwetter - ein rabenschwarzer, verregneter Abend mit viel Verkehr auf der Autobahn - einigermaßen beschwerliche Anreise. Aber im Nachhinein waren wir übereinstimmend einer Meinung: Wir haben mit der Auswahl dieses Restaurants für unser vorweihnachtliches Abendessen absolut keinen Fehler gemacht.

Schauküche im Lokal Gedeck

Eine der vielen Überraschungen in Asten: Die Schauküche im Lokal      Beim Gedeck ist vielleicht noch Platz nach oben 

Das „AmPlatz“ ist leicht zu finden: Erstens ist Asten ja nicht besonders groß, und zweitens liegt es wirklich direkt am Marktplatz. Beim Eintritt scheint es eher saalähnlich" und modern bzw. trendy zu sein. Wenn man aber einmal an seinem Tisch Platz genommen hat, wirkt es viel gemütlicher. Es spielt sich alles in einem Raum ab, in dem sogar eine Schauküche untergebracht ist. Zum Aperitif hatte ich bereits Glück, ich hatte nämlich ein herb-frisches Reininghaus Jahrgangspils geordert. Damit ließ sich die durchaus interessante Speisekarte dann schon in Ruhe studieren, noch dazu wo ein eingermaßen akzeptzables Gedeck serviert wurde. Unter den Vorspeisen findet man nämlich - natürlich als kleinere Portion - auch das eine oder andere Hauptgericht, wie z.B. den gegrillten Oktopus oder die Miesmuscheln in Weinsud. Daneben gibt es noch ein Beef Tatar vom irischen Hochlandrind und eine sehr interessante Salsa. Das Suppenangebot ist eher bescheiden, neben einer Rindsbouillon mit Frittaten gibt es nur noch eine getrüffelte Maronicremesuppe. Wir wählten das Beef Tatar mit Wachtelei, Sardellencreme, Oliven, Kresse, gesalzener Butter und Lauchasche, und waren damit rundherum zufrieden. Wir wurden uns nur nicht ganz einig, ob das dazu servierte selbstgebackene Weißbrot getoastet war oder nicht, aber fragen wollten wir das dann auch nicht. Ich persönlich wählte den kleinen, 17 Stunden sous-vide gegarten Oktopus mit Gemüse Bulgur und Tomatenessenz. Der Ruf, der diesem Gericht vorausging, erwies sich als durchaus gerechtfertigt. Ein bisschen enttäuscht war ich vom dazu gewählten Wein, einem Riesling 2016 von F.X. Pichler, der nicht nur alt aussah, sondern ebenso schmeckte. Deutlich besser war ein Gemischter Satz vom Mayer am Pfarrplatz.

 Kleiner Oktopus Beef Tatar 2

Vorspeisenparade: Der kleine Oktopus sous vide und das Beef Tatar mit viel Fantasie, Wachtelei und Sardellencreme

Bei den Hauptspeisen fiel uns die Auswahl auch nicht wirklich schwer. Erstens ist das Angebot zwar abwechslungsreich, aber durchaus überschaubar. Und zweitens hatte jeder von uns relativ fixe Vorstellungen. Mein Freund und „Einlader“ hatte sich schon zuhause beim Studium, der Speisekarte im Internet auf Miesmuscheln in Weißweinsud mit Creme fraiche, feinen Kräutern und Weißbrot festgelegt. Die Muscheln waren grundsätzlich gut, aber schon beim Servieren relativ kalt. Darüber hinaus fehlte die Sauce, sodass das dazu servierte Weißbrot vollständig übrig blieb. Der Preis dieses Gerichtes ist aber unglaublich günstig, es wird um € 12,50 angeboten. Der gegrillte Oktopus war klarer Weise auch als Hauptspeise um € 18,70 sehr gut. Meine Gattin hatte sich für das Huhn Tandoori entschieden. Der Name kommt aus dem indischen, und zwar sowohl von der typischen Gewürzmischung als auch von der Bezeichnung des Backofens. Dabei handelte es sich um ein mit Tandoori gegrilltes Maishendl Supreme - ein Bruststück mit Haut und Oberknochen vom Flügel, das sich durch seine Formgebung perfekt anrichten lässt, da es nur einen kleinen Knochen hat - mit Bulgur, Gemüse, gegrillter Zucchini, gegrillte Kaki und Pflaumenglace. Ich habe natürlich gekostet und konnte dem Hähnchen einiges abgewinnen, dem Bulgur mit dem Gemüse eher weniger. Mit € 18,70 war das Preis-Leistungsverhältnis in Ordnung. Mein Hauptgericht war tadellos, aber auch mit Abstand das teuerste. Ich hatte aus der kleinen Steakauswahl das „Surf´n Turf gewählt“. Das war ein 170 g Filetsteak mit einer feinen Garnele, Kartoffel-Pastinaken Gratins und Schmorgemüse. Das Steak so zwischen medium und medium-well, das Fleisch vom irischen Hochlandrind zart und innen noch leicht rosa, gewürzt nur mit Meersalz und etwas frisch gemahlenem Pfeffer, um den Eigengeschmack zu erhalten. Dazu ein gutes Glas St. Laurent vom Netzl, an dem es ebenfalls nichts auszusetzen gab.

Surn Turf Huhn Tandoori

Das Surf´n Turf medium-well von der Steakkarte und das mit Tandoori gegrillte Maishendl Supreme´mit Bulgur und Gemüse

Die Auswahl an Nachspeisen war - sagen wir es höflich – überschaubar, zwei von den insgesamt drei angebotenen Desserts haben wir probiert: Das Tartufo di Pizzo, eine italienische Eispraline, und „Die Maroni“, ein Maronipüree mit Ringlottenmousse, marinierter Birne und Schlagobers. Tartufo di Pizzo ist eine italienische Eisspezialität, die den Trüffelpralinen nachempfunden ist und ihren Ursprungsort in Pizzo (Kalabrien) hat. Das traditionelle Tartufo-Eis wird aus Nuss- sowie Schokoladeneis hergestellt, welches mit einer Schokoladensoße gefüllt (danach wird es eingewickelt und in den Gefrierschrank gelegt) und vor dem Servieren in einer Mischung aus Kakaopulver und Zucker gewälzt wird. Die Portion war beachtlich groß und wurde mit Zimt-Espuma serviert. Für eine Espuma (Spanisch für „Schaum“) wird eine flüssige Speise mittels einer mit Kohlenstoffdioxid gefüllten Kapsel in einem Sahnesiphon aufgeschäumt. Wer hätte gedacht, dass wir in Asten auf Molekularküche stossen würden! Dagegen hatte das ebenso gute aber viel weniger spektakuläre Maronipüree natürlich nur eine geringe Chance.

Tartufo di Pizzo Maronipüree

      Wie ein Segel im Wind: Eispraline Tartufo di Pizzo                  Weniger spektakulär aber auch sehr gut: Maronipüree

Ich bzw. wir waren eingeladen, und ich habe die Gesamtrechnung daher nicht gesehen. Aber ich und auch Sie können sich gerne die Speisekarte des Lokals auf der Homepage anschauen. Für Asten ist das Restaurant eigentlich relativ teuer. Für die gebotene Qualität und für den tadellosen Service stimmt das Preis-Leistungsverhältnis aber wieder. Und vor allem: Hier wird mit viel Fantasie, Kreativität und auch Liebe gekocht. Daher hat uns das „AmPlatz“ sicher nicht das letzte Mal gesehen!

Almtalerhof 2017

Ein Traditionswirtshaus öffnete wieder seine Pforten

Im Almtalerhof in Traun rauchen wieder die Töpfe

 

Man spricht viel vom Wirtshaussterben, und dass - wenn überhaupt - ein Wirtshaus übernommen oder wieder eröffnet wird, oftmals ein Chinese das Rennen macht. Doch es wagen sich auch immer mehr Profis an diese reizvolle Aufgabe einer neuen Selbstständigkeit. Das letzte bekannte Beispiel ist die Bergdiele mit Chef Oliver Rechberger (Ex-Küchenchef vom Anton), schon etwas länger her ist das Kliemstein im Salzamt mit Patron Michael Müller, und auch das Nepomuk in St. Florian ist so ein Fall, wo Koch Thomas Hofer aus der Pizzeria Palermo am Abend einen Gourmettempel macht.

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Restaurant Almtalerhof in der Leerwies in Traun        Neue Führung mit Christoph Moser und Simon Buchinger

Jetzt stellt sich auch der vor kurzem wiedereröffneten Trauner Almtalerhof in diese Reihe. Seit 1. November haben die beiden Köche Christoph Moser und Simon Buchinger dieses Traditionsgasthaus übernommen. Das kulinarische Angebot reicht vom Imbiss (sogenannte „Kleinigkeiten“) über frisch zubereitete Mittagsmenüs bis zum großen Abendessen mit passender Bier- und Weinbegleitung. Die Karte ist zwar abwechslungsreich, bleibt aber gottseidank überschaubar. Es gibt einige Klassiker der österreichischen Küche wie z.B. Rindsuppe mit Frittaten oder Leberknödel, Wiener Schnitzel vom Schwein oder vom Kalb und Backhendl oder Gulasch. Dazu einiges Innovatives wie z.B. Lachsfilet poschiert mit grünem Tee oder Schupfnudeln mit sautiertem Spinat. Nicht zu vergessen ein angemessenes Steakangebot mit verschiedenen Saucen und Beilagen zur Auswahl. Zu den Kleinigkeiten gehören u.a. ein kalter Schweinsbraten mit Senf und Schwarzbrot, ein Schinkenstangerl mit Kren oder ein Paar Weißwurst mit Laugenbrezel und Händlmaier Senf. Die Dessertauswahl ist nicht sehr groß, aber immerhin findet man z.B. einen besoffenen Kapuziner, zweierlei Schokomousse mit Marillenragout, den jeweiligen Tageskuchen mit Schlagobers und hausgemachten, warmen Apfelstrudel mit heißer Vanillesauce oder mit kaltem Vanilleeis.

Wir waren an einem Sonntagabend dort, nicht gerade der Hauptessenstermin für den gelernten Österreicher. Das Lokal war daher auch nur schwach besucht, wir wurden durch ein perfektes Service und kurze Wartezeiten mehr als belohnt. Meine Gattin und ich fackelten auch nicht lange und bestellten eine Paprika-Kürbiscremesuppe mit Ziegenkäse-Croutons, geschmorte Schweinebackerl auf Kartoffel-Selleriepüree, ein Kalbsrahmgulasch mit Butterspätzle und zum süßen Abschluss noch einen Apfelstrudel mit Vanillesauce. Die Schweinebackerl gut aber nicht zu weich geschmort, mit einem gschmackigem Safterl und zum Püree noch mit Oliven, Perlzwieberl und geschmorten Cherrytomaten serviert. Das Kalbsgulasch mit perfektem Fleisch, die Sauce fantastisch, gut gewürzt, mit einem dezenten Geschmack nach Paprika, die Spätzle natürlich hausgemacht. Dazu ein Pfifferl Gösser Zwickel und 2/8 Gemischten Satz vom Mayer am Pfarrplatz, ein Mineralwasser und einen Espresso. Und das alles um gut 60.- € .

Almtalerhof 26.11.17 Kürbiscremesuppe Almtalerhof 26.11.17 Blattsalat mit Garnelen

Paprika-Kürbiscremesuppe mit Ziegenkäse-Croutons        Blattsalat mit Hausdressing und gebratenen Garnelen

Von unseren beiden Freunden wählte Christa einen Blattsalat mariniert mit Hausdressing, Früchten, Nüssen und Fenchel. Dieser ist wahlweise mit gebratenen Hühner- oder Rinderfilestreifen oder Garnelen erhältlich. Sie entschied sich für die gebratenen Garnelen – alles in allem um € 19 - und war sehr zufrieden. Der Salat knackig mit gutem Dressing, die Garnelen hätten eventuell etwas mehr angebraten sein können. Joe wiederum machte kurzen Prozess und legte sich kurzerhand auf ein Rib Eye Steak mit Pfeffersauce und Bratkartoffeln um € 29.90 fest. Das Steak einfach formidabel, medium gebraten, und die Bratkartoffeln wie von Mama. Der rote Hauswein dazu durchaus trinkbar. Als Nachspeise wählten die beiden Damen den warmen Apfelstrudel, einmal mit heißer Vanillesauce und einmal mit Eis.

Almtalerhof 26.11.17 Kalbsgulasch Almtalerhof 26.11.17 Schweinsbackerl

Kalbsgulasch mit hausgemachten Spätzle                     Geschmorte Schweinsbackerl auf Kartoffel-Sellerie-Püree

Der Service war wie bereits gesagt schwer in Ordnung, und die Atmosphäre im Lokal mehr als angenehm. Die Weinauswahl ist okay, und die Bierauswahl mehr als normal üblich: Neben Trumer Pils, Gösser Zwickl und Zipfer Urtyp wird auch ein Trauner Benediktiner Hefe angeboten. Apropos Angebot: Es gibt die ganze Woche über ein preiswertes Mittagsmenü, und zwar eines um € 6,90 und eines um 7,90. Für einen zusätzlichen Euro erhält man dann wahlweise eine Suppe oder eine Nachspeise dazu. Von der Steakauswahl mit verschiedenen Saucen und Beilagen sollte ich noch berichten, die gibt´s leider immer noch nicht auf der sonst kompletten Speisekarte auf der Homepage. Und jeden Samstagmittag steht eine weitere Spezialität auf dem Programm, nämlich knusprig gebratener Schweinbauch mit warmen Krautsalat und Serviettenknödeln! Also, was hält Sie noch zuhause, nichts wie hin!

Almtalerhof 26.11.17 Apfelstrudel mit Vanillesauce Almtalerhof 26.11.17 nach Tisch

Zum Dessert noch einen guten, warmen Apfelstrudel           Und dann rundherum zufriedene Gesichter!