Heckmann kocht!

Reisebericht Schilcherland

Blaue Reben, grünes Gold 

                                     

Ein Bericht über unseren "Jakobsweg" durch das Schilcherland   

   

„Blaue Reben, grünes Gold“ war der Titel einer ORF-Dokumentation über eine Region, die ihren besonderen Roséwein und das berühmte Kürbiskernöl zu ihren Markenzeichen gemacht hat: Das Schilcherland. Und genau dieses Gebiet war das Ziel der heurigen Genussreise unseres Weinquartetts im Juni. Ausgeheckt hat alles unser Weinfreund Jakob, daher habe ich die Reise einfach unseren "Jakobsweg" genannt. Gestatten Sie mir am Anfang eine kurze Einführung, in deren Mittelpunkt die beiden Gebietsspezialitäten stehen. Ausgelassen haben wir bewusst die Lippizaner, aber die habe ich in Piber schon früher einmal besucht.

Nicht rosé, sondern rot wie ein Rubin                                                     schilcherland1                                           

Das Schilcherland zählt mit etwa 600 ha Anbaufläche, die von rund 400 Weinbauern bewirtschaftet werden, zu den kleinsten Weinbaugebieten Österreichs. In der Weststeiermark im Bezirk Deutschlandsberg gibt es die besten Böden und das passende Klima für die Blaue Wildbachertraube, die Basis für den Schilcher. Die Gemeinden Ligist, St. Stefan, Greisdorf, Stainz, Bad Gams, Wildbach und Deutschlandsberg werden durch die Schilcherweinstraße verbunden.

Hauptplatz Stainz Schilcher Klassik Flasche

                 Stainz - Hauptplatz der Hauptstadt des Schilcherlandes                      Rot wie ein Rubin - der klassische Schilcher

Aus dem Schilcher wird jedoch nicht nur der bekannte roséfarbige Wein hergestellt, sondern auch Sekt, Frizzante, Sturm, Grappa, Essig, Gelée u.v.a.m. Der Schilcher mag zwar wie ein Roséwein aussehen, zählt jedoch nach Art der Vergärung zu den Rotweinen. Und er wird inzwischen sowohl als Rotwein (Blauer Wildbacher) als auch gleichgepresst gekeltert. Neben dem Schilcher wird in diesem Gebiet in geringen Mengen auch Weißburgunder, Sauvignon, Morillon, Muskateller oder Zweigelt angebaut. Neu sind die sogenannten „PIWI-Weine“, die pilzwiderstandsfähig sein sollen, wie z.B. Muscaris oder Souvignier Gris.

 

Achtung Ölspur                                                                                             828.466.ausflugsziele steirische olspur1                                                                                 

Quer durch das Schilcherland zieht sich die Steirische Ölspur. Sie geht von Stainz durch neun Ölspurgemeinden in Richtung Süden nach Eibiswald und umfasst über 40 Ölspurpartner, darunter 5 Ölmühlen, 14 Ölspurbauern, 20 Ölspurwirte, Weinbauern, Käsereien, etc. Sie alle verbindet die Liebe zum grünen Gold der Steiermark, dem Kürbiskernöl. Und sie bekennen sich alle zur Region, zum Produkt, zur Qualität und zur Vielfalt. Schon lange sind die gepressten Kürbiskerne nicht mehr nur die Basis für bestes Öl. Die Kerne und das Öl werden u.a. zu Knabberkernen, Pesto, Marmeladen, Schokoladen, oder Kosmetikprodukten verarbeitet. Daher ist eine Reise durch dieses Gebiet neben der fantastischen Landschaft geprägt von Genuss und Kulinarik. Und darüber möchte ich Ihnen ein bisschen erzählen.

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 Flascherlzug und Kernöl ziehen eine Spur durchs Schilcherland      Shop in Bad Gams: Kernölprodukte, soweit das Auge reicht

Der erste Tag – Ankunft und Eingewöhnung                                    csm Logo Lazarus 055ee4453e1

 

Wohnen beim Lazarus in Langegg                                                  

Von Linz sind es etwa 240 km bis zum Weingut Lazarus in Langegg an der Schilcherstraße, gleich bei St. Stefan ob Stainz. Wir haben für die Fahrt gut 3 Stunden gebraucht. Natürlich mit einer Pause, in unserem Fall auf der Autobahnstation Kammern. Die Preise dort sind unverschämt hoch. Für ein Semmerl mit warmen Leberkäse muss man € 4,50, für ein Panini mit Prosciutto € 9,50 berappen.

Ankunft beim Lazarus Haus Lazarus

Ankunft beim Lazarus in Langegg im Schilcher-Paradies                                    Hotel, Buschenschank und Weingut Lazarus

Beim Lazarus war der Betrieb (die Buschenschank) die ersten drei Tage eigentlich geschlossen, wir waren fast die einzigen Gäste. Die Zimmer waren eher einfach, alle in der Mansarde, daher meist ziemlich warm. So einfach wie die Zimmer war auch das Frühstücksbuffet, quasi eine „Taschenbuchausgabe“. Kaum frisches Obst, schon gar keine weichen Eier oder gar Rührei mit Speck oder Würstchen. Aber eine sehr freundliche Bedienung, was den Start in den Tag auch wieder erleichterte. Das trifft auch auf die traumhafte Aussicht zu, sowohl vom Balkon meines Zimmers als auch von der Frühstücksterrasse aus. Und das Preis-Leistungsverhältnis ist ebenfalls gut, für das Zimmer mit Frühstück haben wir € 45.-/Nacht bezahlt.

Mittagessen beim Fuchswirt                                                                                  imagesB1Y3NTQJ                                                           

Der Fuchswirt in Greisdorf in unmittelbarer Nähe war ein rustikaler aber durchaus gelungener Einstieg. Ein lauschiger Tisch im Schatten vor dem Haus, und eine typisch steirische Küche. Ich habe meine kleine Portion Kasnocken mit Röstzwiebel ebenso genossen wie meine Freunde ihr halbes Backhendl mit Käferbohnen oder den steirischen Sommersalat mit Backhendl. Und dazu nach der langen Fahrt ein frisch gezapftes Gösser vom Fass. Auf Vor- und Nachspeise haben wir trotz verlockender Angebote (fast) ausnahmslos verzichtet.

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Eine typisch steirische Begrüßung in perfektem Ambiente beim Fuchswirt: Gösser Bier vom Fass und ein halbes Backhenderl

Weinverkostung beim Klug                                                                                             Schilcherland Klug Weinbau                                                                                   

Jetzt war es aber höchste Zeit für den ersten Schilcher. Daher sind wir nach dem Mittagessen beim Fuchswirt nur einen Steinwurf weit gekommen und im Wein- und Kastanienhof der Familie Klug gelandet. Die von Markus Klug kommentierte Weinverkostung bot uns einen guten Querschnitt durch das gesamte Sortiment. Familie Klug bewirtschaftet selbst etwa 7 ha, verarbeitet aber die Ernte von insgesamt 11 ha. 70% der Anbaufläche sind dem Schilcher vorbehalten, dem wir uns im Rahmen der Verkostung auch ausgiebig gewidmet haben. Vom Frizzante über den Ortswein (Stainzer Schilcher) und den Klassik bis zum Illyrer (Schilcher in seiner „Urform“). Und dazu ein Schluckerl von dem einen oder anderen Weißen, wie z.B. vom Weißburgunder, vom Sauvignon Blanc oder vom Sauvignon blanc Schmölzer. Ich habe mich schließlich für drei Flaschen vom Frizzante um je € 10,50, zwei vom Schilcher Klassik (um je € 7,50) und einen Weißburgunder entschieden. Und gemeinsam haben wir dann beschlossen, uns mit einer guten Flasche an einen Tisch ins Grüne zu setzen und die schöne Aussicht zu genießen.

Markus Klug Weinverkostung Weinrunde Klug

Jung, ehrgeizig und kompetent: Winzer Markus Klug                    Weinverkostung beim Klug auf die gemütliche Art

Abendessen in der Buschenschank Klug vgl. Voltl                                                            Schilcherland Klug buschenschank                                                      

Klug vlg. Voltl oder Farmer-Rabensteiner vlg. Graf, was heißt das „vlg.“ eigentlich? Das vgl. steht für vulgo, und wird am Land dazu verwendet, die Bauernhöfe unabhängig vom Familiennamen der jeweiligen Besitzerfamilie zu bezeichnen. Der Vulgo- oder Hausname gibt meist Hinweise auf frühere Besitzer oder auch wirtschaftliche Funktionen des jeweiligen Hofes.

Buschenschank Klug Voltl Brote Schilcherkuchen Klug Voltl

         Ein Potpourri von Aufstrichbroten gehört einfach dazu                   Einen Schilcher-Kuchen für den süßen Abschluss

Nach diesem kleinen theoretischen Exkurs zurück zur Kulinarik, zur abendlichen Jause in der Buschenschank Klug vlg. Voltl in Steinreib. Da haben wir es uns so richtig gegeben, mit einer Brettljause und verschiedenen Aufstrich-Broten mit Liptauer, Leberstreichwurst, Bratlfett und Verhackertem. Und dazu natürlich zwei Flaschen vom steirischen Schilcher und dieselbe Menge Mineralwasser. Zwei Mehlspeisen - ein Schilcher- und ein Marillenkuchen - wurden brüderlich geteilt, bevor wir satt und zufrieden wieder zurück ins Quartier fuhren. Und das mit dem Taxi, versteht sich.

 

Der zweite Tag – Zuerst Ausflug und dann viel Genuss                                    Schilcherland Soboth 

                   

Ausflug zum Soboth-Stausee  

Bei idealem Reisewetter - etwas bedeckt und daher nicht zu heiß – machten wir uns am Dienstag zu unserer längsten Tour auf, die uns bis zur Grenze nach Kärnten führte, zum etwas mehr als 50 km entfernten Soboth-Stausee.

Der kleine Ort Soboth mit etwas mehr als 300 Einwohnern gehört heute zur Gemeinde Eibiswald. Er liegt in der südlichen Weststeiermark an der Koralpe und grenzt dabei an Slowenien und Kärnten. Durch diese exponierte Lage war er den verschiedensten Auseinandersetzungen sowohl im 1. als auch im 2. Weltkrieg ausgesetzt. Soboth hat zwei nennenswerte Kirchen, St. Jakob und St. Leonhard. Besonders bei Motorradfahrern beliebt ist die die kurvige Soboth-Passstraße.

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Ein Ausflug ins Dreiländereck Steiermark-Kärnten-Slowenien: Soboth-Ort, Stausee und Passstraße - Rast im Seecafé

Der Stausee ist ein Speichersee und Teil des Kraftwerkes Koralpe und hat die Funktion eines Pumpspeichers. Der See ist sehr sauber, rundherum von Wäldern umgeben und im Sommer ein beliebter Badeort. Wir haben im gemeindeeigenen See-Café eine wohlverdiente Pause und anschließend einen kleinen Spaziergang am Seeufer entlang gemacht. Eine Fahrt über die Grenze nach Kärnten und ein Fotostopp im Ort komplettierten unser Programm.

Der Peiserhof - ein Highlight der Tour                                                                              Schilcherland Peiserhof                                                         

Nach so viel Natur waren wieder Wein und Jause angesagt. Dazu führte uns unser Weg in den Peiserhof der Familie Strohmeier nach Eibiswald. Dieser Familienbetrieb, auf dem vier Generationen wohnen, wird seit 26 Jahren von Familie Strohmeier als Weingut, Buschenschank und Feriendomizil geführt. Die ganze Anlage besticht sowohl durch ihre Lage als auch ihre Ausstattung. Sie verfügt z.B. über modernste Ferienwohnungen für 2-6 Personen, einen Wintergarten mit Sonnenterrasse, einen Wellness-Bereich und einen beheizten Edelstahl-Pool mit Liegewiese. Und einem Chef, der nicht nur sein Geschäft versteht, sondern sich auch fast drei Stunden für uns Zeit genommen hat. Schade, dass wir hier keine Zimmer mehr bekommen konnten. Wir sind übereingekommen, uns gleich die exzellente Winzerjause servieren zu lassen, und dazu die Weine zu verkosten. Das wäre fast ins Auge gegangen, denn beides hat uns nur zu gut geschmeckt.

Peiserhof 2 Peiserhof Kellerführung

     Alles bestens in Ordnung am Peiserhof: Aufnahme und Betreuung, Ambiente, Jause, Weinverkostung und Kellerführung

Nachhaltig bewirtschaftet werden 6 ha, verarbeitet wird aber Wein von etwa 9 ha. 60% der Anbaufläche ist der Blauen Wildbacherrebe gewidmet, die hauptsächlich zu klassischem Schilcher-Wein, Sekt & Frizzante, und einem Roten (Robino) verarbeitet wird. Seit 2002 werden aufgrund verstärkter Nachfrage von Gästen bzw. Kunden auch Weißweine produziert, wie z.B. Welschriesling, Sämling, Sauvignon Blanc oder Gelber Muskateller. Der Chef brennt auch Schnäpse, angeblich gar keine schlechten. Daneben gibt es noch einige Spezialitäten wie Kernöl, Essig, Fruchtsäfte und Liköre. Wir haben auch eine kurze Kellerführung gemacht, und konnten uns auch dort von modernster Technik überzeugen. Verkostet habe ich nicht alle angebotenen Weine, aber doch einige. Zwei verschiedene Schilcher - Eibiswald DAC und Ried Sonnleiten DAC - und den Schilcher Sekt Flaschengärung, den Weißburgunder Klassik DAC und den Gelben Muskateller Ried Guntschenberg DAC, den Robino 2017, einen halbsüßen Gewürztraminer und zwei PIWI-Weine, einen trockenen Souvignier Gris und einen halbsüßen Muscaris. Am besten geschmeckt und daher u.a. eingekauft habe ich den bei Szigeti versekteten Schilcher Sekt. 18 Monate Flaschenreifung, sehr sektig, und weniger schilchertypisch.

Nicht nur weil wir dort auch Gäste aus Oberösterreich (Leonding) getroffen haben, war dieser Nachmittag mehr als bemerkenswert und wird mir lange in bester Erinnerung bleiben.

 

Der Genussladen im  Genussdorf                                                       Farmer Rabensteiner                                                        

Das Genussdorf Bad Gams liegt auf 420 m Seehöhe mitten im Schilcheranbaugebiet. Neben Heilquellen, einem Natursee, einem Schaukräutergarten, einem Mühlenmuseum und noch zahlreichen anderen Attraktionen befindet sich hier der Genussladen Farmer-Rabensteiner vgl. Graf. In diesem beliebten Ausflugsziel - ich war schon einmal als Reiseleiter mit einem ganzen Autobus da - findet man hier alles, was das Herz begehrt: Eine bäuerliche Ölpresse, einen Kulinarikraum mit verschiedensten Produkten rund um den Kürbis und einen Genussraum, einen Schilcher- und einen Essigkeller, die Bad Gamser Keramikstub´n und eine Ausstellung mit bäuerlichem Handwerk.

Farmer Rabensteiner Heli Verkostung Farmer Jakob Schoko Rabensteiner Schoko Richard

Die drei Musketiere Helmut, Jakob und Richard im Kürbis-Schlaraffenland: Was nehmen wir unseren Frauen mit nach Hause?

Wir haben hier ausgiebig gestöbert und verkostet, und auch das eine oder andere mitgenommen. Ich habe für meine Gattin drei verschiedene handgeschöpfte Schokoladen, zwei Kürbismarmeladen – eine mit Orangen und eine mit Johannisbeeren – und ein Sackerl Kürbiskerne mit weißer Schokolade erstanden. In der Keramikstube hat es mich zwar auch gejuckt, ich bin aber standhaft geblieben.

Fine Dining – gepflegtes Abendessen beim Wassermann Wirt                                    Schilcherland Wassermann                                             

Das zweifellos beste Restaurant im Rahmen unserer Tour war das Gasthaus Wassermann - eigentlich Gasthof-Pension-Weinbau-Fleischerei Wassermann - in Sommereben. Dieser „Ölspurwirt“ mit angeschlossener Bio-Landwirtschaft liegt relativ einsam auf 900 m Seehöhe im Gebiet des Reinischkogels, und wird bereits in der 7. Generation als Familienbetrieb geführt. Verkocht werden vorwiegend regionale Produkte im Kreis der Jahreszeiten. Der Schwerpunkt liegt auf Hirschspezialitäten von Rothirschen aus den umliegenden Weiden, die in einer eigenen, neu gebauten Fleischerei verarbeitet werden. Das schlägt sich natürlich auch auf der Speisekarte nieder.

Ich hatte als Vorspeise einen hausgebeizten Seesaibling mit Eierschwammerl-Terrine mit einem Hauch von grünem Salat und Babytomaten. Der Saibling wirklich perfekt, die Terrine mit etwas wenig Geschmack hat noch Platz nach oben. Als Hauptspeise dann ein gebackenes Hirschnüsschen mit cremiger Parmesanpolenta und Gemüse (€ 21). Da gibt´s wirklich nichts zu meckern. Meine beiden Freunde begannen mit einer Rindsbouillon mit Wild-Milzschnitten (€ 4,60), sowohl die Suppe als auch die Schnitten waren bestens. Einmal hatten wir einen gefüllten Wild-Paprika mit Kartoffelpüree (€ 18,50), der mit seiner Cremigkeit die eigentliche Sensation war. Und noch einmal die gebackenen Hirschnüsschen. Und der vierte im Bunde erfreute sich an einem Carpaccio vom Bio-Hirschfilet (€15,90) und einem frischen (€23,50) Saiblingsfilet mit Petersilkartoffeln und Gemüse. Auch da gab es nichts auszusetzen. Zur Nachspeise leisteten wir uns noch ein geflammtes Hollerparfait mit marinierten Erdbeeren und ein Zitronen-Panna Cotta mit Mohneis. Dass ich dazu eine Schilcher-Spätlese und danach einen Grappa (und einen Espresso) brauchte, lag nicht an der Qualität des Desserts. Apropos Espresso, noch ein Wort zu den Getränken. Wir haben ein ausgezeichnetes trübes Flamberger Bier aus St. Nikolai am Sausal getrunken. Und den Wein betreffend haben wir uns diesmal nicht für einen Schilcher, sondern für einen Riesling vom Schauer aus Kitzeck entschieden. Eine gute Entscheidung!

Wassermann Wirt Gastgarten Wasssermann Hauptspeise geb. Hirschnüsschen

Gasthaus Wassermann: Idyllische Lage, schöner Gastgarten        Gebackene Hirschnüsschen mit Parmesanpolenta und Gemüse

Positiv anzumerken ist der originelle Tisch im Gastgarten, aus dem langen Balken (Kelterbaum) einer alten Weinpresse mit einer Glasplatte hergestellt. Leider sind ständig die Ameisen über den Tisch gelaufen. Und weil wir schon beim Kritisieren sind: Es wurde weder ein Gedeck noch ein Gruß aus der Küche serviert. Dafür waren Ambiente perfekt und Service freundlich und kompetent. Gault Millau vergab dafür immerhin 13 Punkte!

 

Der dritte Tag – Käse, Flascherlzug und Abschiedsabend                           Deutschmann

 

Natur Pur – Hofkäserei Deutschmann: Augen auf beim Käsekauf!                                                                       

Nach so viel Wein, Kürbiskernen, Kernöl und Schokolade war an diesem Vormittag der Käse an der Reihe. Unser Weg führte uns nach Frauental in die Bio-Hofkäserei von Franz Deutschmann, der dort seit über 25 Jahren - unter ausschließlicher Verwendung von Bio-Rohmilch – seinen Biokäse erzeugt. Dabei ist es ihm und seiner als Diplom-Käse-Sommelière ausgebildeten Gattin nicht nur gelungen, mit ihren Produkten Lieferant bei Merkur und Billa zu werden, sondern darüber hinaus eine ganze Reihe von besonderen Spezialitäten, wie z.B. den Bio-Kürbiskernkäse oder den Bio-Honigtraum, zu kreieren.

Betrieb Käserei Deutschmann Deutschmann Verkostung neu

  Der Käse wird während seiner Reifezeit sorgfältig gebürstet      Eine kleine Kostprobe zum Abschluss der interessanten Führung

Nach einer filmischen Präsentation konnten wir einen kurzen Rundgang durch den voll-integrierten Betrieb machen. Die Milch kommt von eigenen Kühen, und die Käseproduktion, Reifung und Verpackung erfolgt komplett am eigenen Hof. Gekostet haben wir schon, aber gekauft haben wir angesichts der warmen Temperaturen nichts. Wir haben jedoch versprochen, demnächst bei Billa oder bei Merkur vorbeizuschauen, und besonders auf den Camembert zu schauen!

Genüsse um die Mittagszeit                                                             sorgerhof logo           Hainzl                                                    

Da bis zum Mittagessen noch Zeit war, schauten wir noch auf einen Sprung in den Shop vom Schilcherlandgenusshof des Weingutes Hainzl-Jauk. Dort trafen wir auf die Chefin Barbara, die uns nicht nur durch eine kleine Weinverkostung führte, sondern auch noch wertvolle Tipps für den Fronleichnams-Feiertag gab. Wir wären dort gerne noch länger geblieben, aber sie musste für ihre Familie das Mittagessen zubereiten und wir mussten zum Mittagessen in den Sorgerhof. Trotzdem haben wir den einen oder anderen Tropfen verkostet, und ich war sowohl vom Frizzante als auch von der lieblichen „Laura“ - benannt nach der jungen Tochter der Familie - sehr angetan. Davon habe ich mir letztlich auch zwei Flaschen (€ 8,50/Fl.) mitgenommen.

Hainzl Gebäudeeingang Verkostung Genusshof Hainzl Jauk 2

Modern und stylisch: Der Schilcherland-Genusshof Hainzl-Jauk    Aber freundlich und delikat: Ein Aperitif vor dem Mittagessen

Ein Wirtshaus mit eigener Fleischerei ist meistens eine gute Adresse. Das trifft auch auf den mitten in Frauental gelegenen Sorgerhof zu. „Allem kann ich widerstehen, nur der Versuchung nicht“ lautet hier das Motto. Steirische Gastlichkeit und solide, kreative Küche erwarteten uns auf der schönen und schattigen Terrasse dieses im weststeirischen Stil erbauten, herrschaftlichen Hauses.

Wie es sich gehört, fingen wir mit einem kleinen Puntigamer vom Fass (€ 3,20) an. Von den guten bodenständigen Suppen kosteten wir die Krensuppe (€ 4,60), die Parikaschaumsuppe (€ 4,90) und die Steirische Flecksuppe (€ 4,00). Insbesondere die Kuttelflecksuppe schmeckte sehr gut, aber auch die Krensuppe war sehr sämige und gut abgeschmeckt. Wir haben das Angebot an tagesfrischen Innereien ausgenützt und geröstete Nierndln mit viel Zwiebel und Bratkartoffeln (€ 11,20) und geröstete Schweinsleber natur mit Preiselbeeren, Bratkartoffeln und einem gemischten Salat (insgesamt um € 15,50) gut ausgenützt. Alles bestens, und auch der Schmankerlsalat (Blattslat mit gebratenen Rinderfiletspitzen, Knusperbrotwürfeln und marinierten Champignons um € 10.90) hat gut geschmeckt. Beim Dessert haben wir uns etwas zurückgehalten, es ist bei einer Preiselbeerpalatschinke und zwei Kugeln Eis geblieben.

Sorgerhof Flecksuppe  Sorgerhof Jakob u. Heli

  Bei eigener Fleischerei gibt es eine steirische Flecksuppe      Und nachher etwas Süßes: Eisbecher und Marmelade-Palatschinke

Nachdem wir bis zur Abfahrt des Flascherzuges genug Zeit hatten und sehr gemütlich gesessen sind, haben wir auch noch das eine oder andere getrunken. Einen Bellini und ein Glas Weißburgunder vom Müller, einen weißen Spritzer und ein Glas vom gleichgepressten Blauen Wildbacher, oder einen gespritzten Natursaft und einen Espresso. Die Rechnung hat trotz des langen und guten Essens und der doch zahlreicheren Getränke etwas über 100 € ausgemacht. Für vier Personen eigentlich nicht viel, meine ich.

Der Flascherlzug                                                                                                             Schilcherland Flascherzug                                                                               

Der Stainzer Flascherzug – Originalbezeichnung „Schmalspurige Lokalbahn“ ist zwar eine touristische Attraktion, aber keine kulinarische. Die im Besitz der Marktgemeinde Stainz befindliche Bahnlinie wird nur mehr für Sonderfahrten zwischen den Bahnhöfen Stainz und Preding eingesetzt. Die Geschichte vom Höllerhansl, nach dem übrigens einer der bunten Waggons benannt ist, ist ja allgemein bekannt. Auch die anderen bunten Waggons tragen bezeichnende, alte Namen wie z.B. Kräuterliesl oder Schilcherschaukel. Der Bahnhof Stainz ist für Eisenbahnfans nicht zuletzt wegen des gut erhaltenen Schmalspur-Heizhauses eine Besonderheit.

 Meierei neuj Flascherlzug Kraubath

      Originelles Restaurant mit Bar und Café am Bahnhof Stainz                Zwischenhalt mit Musik und Labung in Kraubath 

Für Gourmets gibt es die in zwei nostalgischen Eisenbahnwaggons eingerichtete originelle „Meierei“, ein Restaurant-Café mit einer „DampfBar“ im Freien. Im Zug selbst, bei der Zwischenstation Kraubath und bei der Umkehrstation Preding werden zur Stärkung der Fahrgäste steirische Schmankerl, Schilcher, Bier und sonstige Getränke und Eis angeboten. Im Zug gibt es einen wirklichen Schaffner und einen auf der Steirischen spielenden gemütlichen Musikanten und Alleinunterhalter. Nach gut zwei Stunden ist die Ausflugsfahrt vorüber. Den schwarzen Rauch aus der alten Dampflokomotive darf man als Andenken in seiner Kleidung mit nachhause nehmen.

 

Abschiedsabend beim Lazarus                                                                                          Lazarus 2

Normalerweise gehört der Abschiedsabend unserem gastgebenden Betrieb. Die Buschenschank hatte zwar an diesem Mittwochabend erstmals geöffnet, war jedoch durch einen Betriebsausflug des LKH Leoben „übervölkert“. Etwas störender als die vielen aber mitunter sehr hübschen Krankenschwestern war der mitgebrachte laute Alleinunterhalter, dem wir über weite Strecken ausgesetzt waren. Das an diesem Abend schlechte Wetter verhinderte, dass wir uns auf die schöne Terrasse hätten flüchten können.

Lazarus Tischrunde 2 Lazarus Erherzog Johann Teller

Diskussion beim Lazarus: Nächstes Jahr geht es nach Slowenien             Keine Diskussion über den Erzherzog Johann Teller

So war an einen Kellerrundgang oder eine Weinverkostung natürlich nicht zu denken. Dabei ist der seit 50 Jahren bestehende Familienbetrieb, der auf 9 ha Weinbau betreibt, ein vielfach ausgezeichnetes Aushängeschild der ganzen Region. Neben verschiedenen Sorten vom Schilcher werden auch Weißweine wie z.B. Welschriesling, Chardonnay oder Weißburgunder gekeltert. Etwas frustriert und mit durch die Musik eingeschränkter Unterhaltung konzentrierten wir uns auf die kulinarischen Genüsse, und die waren in Ordnung. Ein Brüstl- oder ein Schinkenbrot um € 4,20, ein Forellensülzerl um € 8,80 und ein ebenso teurer Erzherzog Johann Teller erfreuten unseren Gaumen. Als Wein haben wir nicht auf den Schilcher, sondern auf den etwas teureren Sauvignon Blanc (die Flasche um € 15.-) gesetzt. Nachher war nur mehr Platz für eine brüderlich geteilte Bananenschnitte um € 4,90 und den dringend erforderlichen Digestif: Schilchergrappa und Birnenbrand um je € 4,40.

 

Der vierte Tag - Fronleichnam und Heimreise                                                          Schloss Stainz

Schloss Stainz und Fronleichnam                                                                                   

Am Abreisetag haben wir nach dem Frühstück und nach dem Auschecken relativ kurzfristig entschlossen, zuerst kurz beim Schloss Stainz vorbeizuschauen und dann ein Stück von der Fronleichnamsprozession in Frauental zu erhaschen.

 Letztes Frühstück Lazarus Zahlen beim Lazarus

   Nicht das letzte Abendmahl, aber unser letztes Frühstück    Auschecken beim Lazarus: Erst zahlen wir, und dann gehen wir

Am Schloss Stainz, das hoch über den Dächern der Marktgemeinde thront, sind wir im Lauf unseres Kurzurlaubs mehrmals vorbeigefahren. Ursprünglich als Augustiner Chorherrenstift im Stil der Renaissance und des Barocks erbaut, wurde es 1784 von Kaiser Josef II. säkularisiert und gelangte schließlich in den Besitz der Grafen von Meran, denen es auch heute noch als Wohn- und Wirtschaftssitz dient. Im Haus befinden sich ein zum Joanneum gehörendes Jagd- und ein Landwirtschaftsmuseum. Am frühen Vormittag war das Schloss komplett versperrt, der Innenhof, die Museen und sogar das Café waren geschlossen. Nur die Kirche war offen, dort rüstete man sich gerade für die Fronleichnamsprozession.

Schloss Stainz edited Fronleichnam Himmel

       Der Innenhof des ehemaligen Klosters Schloss Stainz                     Zu Fronleichnam kommen alle in den Himmel!                                                 

Daher fuhren wir zügig weiter nach Frauental, wo wir wirklich vor der Kirche einen von Fr. Hainzl-Jauk beschriebenen, selbstgesteckten Blumenteppich vorfanden. Und es dauerte nicht lange, bis die Prozession von ihrem Umzug zurückkam. Allen voran und in Uniform die Musikkapelle, dann die Feuerwehr, und dann der Kameradschaftsbund. Dann der von vier Männern getragene Himmel, der Pfarrer mit den Ministranten und die Schar der Gläubigen. Ich glaube, ich habe schon mehr als 50 Jahre keine Fronleichnamsprozession mehr gesehen.

Fronlechnam Altar Frauerntal Fronleichnam Prozession Frauerntal

Fronleichnamsfest in Frauental: Festlich geschmückter Altar mit Blumenteppich und Prozession mit Himmel

Wir haben nicht auf die Eröffnung des „Buffets“ gewartet, sondern eine letzte, kurze Rundfahrt auf der Schilcher-Weinstraße unternommen, bevor wir uns in Richtung Autobahn auf die Heimreise machten. In Deutschfeistritz legten wir noch eine letzte Rast auf steirischem Boden ein, bevor es zurück in die Heimat ging.

Gräfliches Mittagessen Micheldorf                                                                     Schwarzer Graf                                            

Weil es sich vom Zeitlichen so ausgegangen ist, haben wir unser Mittagessen bereits im heimatlichen Oberösterreich eingenommen. Dabei ist unsere Wahl auf das Gasthaus zum Schwarzen Grafen in Micheldorf gefallen, und das war gut so. Zurück aus der Steiermark ist es jedoch ohne steirische Spezialitäten nicht ganz so schnell abgegangen. Das begann beim köstlich frischen Gösser Zwickl und endete beim steirischen Wurzelfleisch (€ 11,90). Wir waren aber auch mit der Fleischstrudelsuppe (€3,20), dem Schweinsbraten (€ 11,80) dem Wiener Schnitzel vom Schwein (€ 11,80) und der Eispalatschinke (€ 4,80) sehr zufrieden. Ebenso zufrieden waren wir auch mit dem schönen Platzerl im Schatten vor dem Haus, der zuvorkommenden Bedienung und dem guten Preis-Leistungs-Verhältnis. So gestärkt war der nicht mehr sehr lange Heimweg leicht zu bewältigen.

Schwarzer Graf Steir. Wurzelfleisch Schwarzer gRaf Schweinsbraten

Zu Mittag ein deftig-kräftiges Willkommen beim Schwarzen Grafen in Micheldorf: Steirisches Wurzelfleisdch und Schweinsbraten

 

 

Resumée und Ausblick                                                                                                    Slovenia                                     

Dies war nicht mein erster Aufenthalt im Schilcherland, und hoffentlich auch nicht mein letzter. Eines steht fest: Die Region hat sich gut entwickelt. Dies betrifft sowohl das touristische Angebot, als auch die Gastronomie und vor allem den Wein. Der Schilcher ist bei weitem nicht mehr die „Rabiatperle“, als die er in der Vergangenheit vielfach verschrien war. Und es gibt zwar immer noch das deftige Verhackerte und die Käferbohnen, aber vor allem Wild und Fisch haben vielfach Eingang in die Speisekarten gefunden. Und das Kernöl, das soll uns ohnehin erhalten bleiben! Vielen Dank an unseren Jakob, der die ganze Tour bestens vorbereitet hat!

Natürlich wurde über das Ziel für die Weinreise im kommenden Jahr diskutiert und letztlich auch eine Entscheidung getroffen. Das Spektrum reichte von Tschechien/Slowakei über Südburgenland/Ungarn und Vorarlberg/Bodensee bis zu Gardasee/Venetien. Nicht zu vergessen die Wachau, aber die wollen wir uns ganz für den Schluss aufheben. Die einstimmige Wahl fiel – falls es unsere Gesundheit zulässt – schließlich auf Slowenien, wo es drei wesentliche Weinregionen gibt: Die Gegend entlang der Drau, dann die Gegend entlang der Save und die Region am Meer. Jedes dieser Gebiete hat seine regionalen Wein- und Küchen-Köstlichkeiten, vom Laski Rizling über den Furmint bis zum Refosko, und vom Prsut über die Fischsuppe bis zur süßen Gibanica. Ich wurde mit den Vorbereitungen betraut, und wir freuen uns alle bereits jetzt darauf!

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   Unbekannter Nachbar im Süden: Weinregion Slowenien               Geselligkeit und gemütlichkeit bei Wein und Schinken

Italienisches Geburtstagsessen 2019 für Monika

Willkommen zu Monikas Geburtstagsfeier

Italienisches Abendessen am 9. März 2019

Wieder einmal ganz etwas anders kochen wollte ich anlässlich des heurigen Geburtstagsessens für meine Gattin. Eingeladen war die Familie, und da alle gerne italienisch essen. fiel die Entscheidung für das abendliche Menü nicht wirklich schwer. Gute Vorspeisen, etwas Fisch, eine kräftige Suppe, zarter Braten á la Toskana mit viel Gemüse und Kartoffeln, sowie eine typisch italienische Torte nach einem der vielen Rezepte von italienischen Großmüttern - und fertig. Und dazu natürlich die passenden Weine, vom Gardasee und von Venetien bis zur Toskana und zum Piemont. Was diesmal nicht dabei war, war ein Gang mit einer Pasta. Aber wirklich gefehlt hat er eigentlich nicht!

Ich habe bereits einige einige Rezepte quer durch das gesamte Menü preisgeben, z.B. jene für Grissini, für den Räucherlachs mit den Erdbeeren und für die Torta della nonna. Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Lesen und Anschauen, aber noch mehr beim Nachkochen und Genießen.

MO Geb2019 Gedeckte Tafel  MO Geb2019 Fischssuppe bei Tisch

Die Tafel ist festlich gedeckt, die Gäste können kommen - und nach den Vorspeisen wurde bereits die Suppe ist serviert

 

Antipasti - Vorspeisen

Pomodorini ciliegia ripieni & Salmone affumatico con fragole Gefüllte Cocktailtomaten & Räucherlachs mit Erdbeeren und Champignons Grissini fatti in casa – Hausgemachte Brotstangerl

Prosecco Superiore DOCG Astoria, Conegiano – Valdobbiadene, Italien  

 MO Geb2019 Gefüllte Tomaten fertig  MO Geb2019 Lachs m. Erdbeeren

Zu Beginn mit Schafkäse füllte Cocktailtomaten mit Basilikum und        Räucherlachs mit Champignons, Erdbeeren und Parmesan

 

Zuppa - Suppe

Cacciucco – Ligurische Fischsuppe

Lugano Limne DOC 2015, Tenuta Roveglia, Lago di Garda, italien

 

Portata principale - Hauptspeise

Arrosto misto dalla Toscana – Gemischter Braten aus der Toskana

Patate alla ghiotta & Fagiolini alla genovese Schlemmerkartoffeln & Ligurische, grüne Bohnen

Insalate miste - Diverse Salate (Endivien, Kraut- und Karottensalat)

Chianti Classico Peppoli DOCG 2015, Antinori, San Casciano, Toskana

Le Volte dell´ Ornellaia IGT 2016, Costagneto Carducci, Toskana

 

MO Geb2019 Grissini fertig   MO Geb2019 Hauptspeise serviert  MO Geb2019 Torta della Nonna fertig

Selbstgemachte Grissini, eine Toskana-Bratenpfanne mit Schlemmerkartoffeln und grünen Bohnen und eine Torta della Nonna

 

Dolce - Nachspeise

Torta della Nonna con gelato alla vaniglia – Großmutters Ricottatorte mit Vanilleeis

Asti Spumante Casa Sant´Orsola DOCG, Dolce, Martini, Milano, Italien

 

Digestivo - Digestif

 

Selezione di birre - Bierauswahl: Stiegl Goldbräu, Stiegl Paracelsus (Zwickl)), Rieder Märzen und Heineken 00 (alkoholfrei)

Sonntäglicher Mittagstisch

 

 

Sonntäglicher Mittagstisch am 10. Februar 2019

 

Es bereitet mir nach wie vor große Freude, gute Freunde einzuladen und für sie zu kochen. Diesmal waren Michaela & Karl sowie Claudia an der Reihe, alles ehemalige KollegInnen und gute Freunde aus der voestalpine. Ich habe sehr lange am Speiseplan "getüfftelt", sowohl dle generelle Linie als auch die Hauptspeise betreffend. Von Reh über Gans bis Fisch in der Salzkruste wurde alles mögliche überlegt und wieder verworfen. Da fiel mir das Kochbuch in die Hände, das für mich zu meinem 60. Geburtstag zusammengestellt wurde, und zu dem - unter zahlreichen anderen - auch meine Mittagsgäste jeweils ein Rezept beigesteuert hatten. Daher finden sie auch alle Rezepte für den nachstehenden Menüplan - mit Ausnahme des falschen Vitellos - in diesem Buch. Und wieder mit Ausnahme des falschen Vitellos und der getrockneten Früchte im Speckmantel habe ich alle anderen Gerichte auch zum ersten Mal gekocht. Sie sind auch ganz gut gelungen, wenn ich auch die eine oder andere Anmerkung zum jeweiligen Rezept notiert habe. Die dazu ausgewählten Weine haben alle ausnahmslos gepasst, auf Bier haben wir ganz verzichtet. Dafür war - und das nicht nur am Ende, sondern schon zwischendurch - der eine oder andere Digestif dringend erforderlich. 

Michi Karl Claudia 9.2.19 SpeckpflaumenJPG

Gruß aus der Küche - zum Anstoßen

Der neue Speck mit alten Früchten von Reinhold & Margarita

Dörrpflaumen mit Mandeln und getrocknete Datteln mit Nüssen im Speckmantel

Rosè Sparkling extra dry 2017, Weingut Sax, Langenlois, Kamptal

Salzburger Stiegl Goldbräu und Paracelsus Bio-Zwickl, Rieder Märzen

 Michi Karl Claudia 9.2.19 Tacchino tonnatoJPG Michi Karl Claudia 9.2.19 Selleriesüppchen

Das "falsche" Vitello tonnato - eigentlich ein geräucherter Truthahn                Ein köstliches Sellerieschaumsüppchen mit Croutons

 

Vorspeise

Georgs Vitello-Schwindel: Tacchino tonnato mit geschmorten Zitronen & Kapernbeeren 

Grüner Veltliner Ried Gobelsburger Kirchgraben 2017, Weingut Haimerl, Kamptal

 

Suppe

Die tolle & gesunde Knolle: Moses Sellerieschaumsüppchen mit Croutons

Gelber Muskateller Klassik 2017, Weingut Wohlmuth, Kitzeck, Südstmk.

 Michi Karl Claudia 9.2.19 Rinderbraten Michi Karl Claudia 9.2.19 Apple Pie

Der Rahmrinderbraten war gut, aber schon ein bisschen trocken          Vom sensationellen Apple Pie ist nicht viel übriggeblieben

 

Hauptspeise

Das Weiderind lässt schön grüßen: Joes Rahmrinderbraten mit Äpfeln

dazu Champignons und Salzkartoffeln und Monikas Kartoffelrolle mit Zwiebeln,

Tsatsiki und Grüner Salat

Pinot Noir Reserve 2015, Ried Lösswand, Weingut Kolkmann, Fels am Wagram

 

Nachspeise

Eines von Christians Lieblingsdesserts: Mascarpone Creme mit Himbeeren

Müller Thurgau Trockenbeerenauslese 06, Prädikatswein, Weinbau Schweifer, Eisenstadt

Digestif

 

Zum Kaffee

Das Kult Dessert der USA: Kais American Apple Pie

Espresso

Michi Karl Claudia 9.2.19 Gruppe ChristianSchreiner mascarpone creme mit himbeeren

Eine kleine, aber feine sonntägliche Tischrunde mit Freunden               Einfach, aber gut: Mascarpone Creme mit Himbeeren

Geburtstagsmenü für die Familie

(M)eine wirklich schöne Geburtstagsfeier 

 

Dieser Samstagabend wird mir noch lange in guter Erinnerung bleiben. Eine Geburtstagsfeier, wie sie im Buche steht: Festliches aber doch gemütliches Ambiente, gutes Essen und edle Weine, harmonische Stimmung und für einen Kulinariker wie mich originelle Geschenke. Für das stimmungsvolle und doch gemütliche Ambiente in unserem Wintergarten haben die schön gedeckteTafel und das Feuer im Kachelofen gesorgt. Für das gute Essen und die Getränke waren meine Gattin und ich verantwortlich (siehe untenstehender Menüplan). Für die harmonische Stimmung sorgten die Gäste, die überall mit anpackten und vom Auftragen bis zum Abwaschen alles in bester Teamarbeit erledigten. Von den Geschenken möchte ich insbesondere den Überrraschungs-Geburtstagskuchen meiner Nichte Ruth erwähnen. Einen Honigkuchen - oder wie wir ihn einfach genannt haben "Braunen Kuchen" - nach Omas altem Rezept. Und die Flasche Kakao-Nuss Likör aus Salzburg und die Flasche Grappa aus Italien sowie das Buch mit dem bezeichnenden Titel "Sautanz" mit Rezepten aus einer Zeit, als Fleisch noch etwas besonderes war. Nicht zu vergessen einige Glücks- und Rubbellose und den neuen Fotoapparat, den ich ja schon zu Weihnachten bekommen habe.

Georg Geb. Fenchelsuppe 1.2019 Georg Geb. Nusstorte 1.2019.JPG aktuell

Anfang gut, Ende auch gut: Fenchel-Gemüsesuppe mit Garnelen oder Croutons, Walnusstorte mit Schokioladeüberzug

 

Willkommen zu Monika & Georgs Geburtstagsmenü

am Samstag, 19. Jänner 2019

 

Das Neueste aus der Selch´ - Aperitif & Häppchen

Kostproben von der Bio-Sau: Speck & Karree

Schafkäse für unsere Vegetarier

 

Rosé Sparkling vom Sax aus Langenlois

 

Vorspeise: Kräftige Fenchel-Gemüsesuppe

mit frischem Schnittlauch, gebratenen Garnelen oder Croutons

 

Der Junge 2018

Weinbau Schweifer, Eisenstadt-Kleinhöflein, Burgenland

 oder ein Stiegl-Bier

 

Georg Geb.1.2019 Enten vor Füllung JPG Georg Geb.1.2019 Enten fertig.2JPG

Gefüllte Bauernenten nach einem Rezept vom steirischen Meisterkoch Alois Schanner vom Pfarrwirt in Döbling

 

Hauptgericht: Ungarische Enten

Ein Weihnachtsrezept vom Meisterkoch

mit Sacher-Rotkraut, glacierten Maroni

Kartoffel- und Semmelknödelrolle

Grüner Salat, Tsatsiki- und Endiviensalat mit Kartoffeln

 

Rosenberg Cuvée 2012, Weingut Markowitsch, Göttlesbrunn, Carnuntum, N.Ö.

 St. Laurent Ried Satzen 2015, Weingut Jordan, Pulkau, Retzer Land, N.Ö.

 

 Digestif

 

Als Nachspeise eine neue, italienische Torte

Walnusstorte (Torta di Noci) 

 

 Georg Geb. Ständchen1.2019 Georg.Geb.1.2019 Brauner Kuchen neu

Was kann man sich zum Geburtstag noch mehr wünschen: Ein Ständchen und einen festlichen Honigkuchen

OWA Küchenschlacht 2018

Italienischer Kochabend mit der Ofteringer Wirtschaft

am 15.11.2018 in "Nachbars Garten"

 OWA 2018 Männergruppe  OWA 2018 Frauengruppe

  Herrlich italienisch kochen in der vertrauten Männerrunde            Aber diesmal mit massiver weiblicher Verstärkung

Schon zum vierten Mal fand heuer der Kochabend mit Mitgliedern der Ofteringer Wirtschaft statt. Doch diesmal war alles ein bisschen anders. Das begann schon mit der Anzahl der Teilnehmer. Da zum ersten Mal auch die Partnerinnen mit dabei waren, stieg die Anzahl  auf nahezu das Doppelte und erforderte ein größeres Betreuerteam und eine größere Location. So bat ich meine Gattin Monika und meinen Freund Joe um Unterstützung. Und die geeignete Location fanden wir im Bioladen "Nachbars Garten" in Oberbuch, der alle küchentechnischen Voraussetzungen bestens erfüllte. Neu war schließlich auch das Motto des Abends, nämlich "Italienische Küche für Anfänger und Fortgeschrittene.

OWAQ 2018 Zufriedene OWA Chefs OWA 2018 Pärchen 3 OWA 2018 Pärchen 1 OWA 2018 Pärchen 2

Italienisch gekocht wurde paarweise, und das hat sich auf die Stimmung und auf das Ergebnis positiv ausgewirkt!

Der untenstehende Menüplan des Abrends war umfangreich und ambitioniert. Von Crostini und Bruschetta über Vitello Tonnato und Carpaccio arbeitete sich das Kochteam schließlich zum KLernstück der italiensichen Küche, nämlich zur Pasta, durch. Diese wurde ebenso wie die dazu passenden verschiedenen Soßen natürlich selbst produziert. Als Secondo dtanden schließlich zwei Versionen von Kalbsschnitzerl mit verschiedenen Beilagen und Salaten auf dem Programm. Auf Käse haben wir bewusst verzichteet, nicht jedoch auf das Dessert. Als Dolce gab es eine Schokolade- und eine Ricottatorte, und als Draufgabe noch eine Zuppa Inglese. Hier der komplette Menüplan mit den dazu servierten Weinen.

 

Koch- und Menüplan mit Weinen

 

OWA 2ß18 Hahn im Korb OWA 2018 Bruschetta

OWA-Präsident Hutwagner: Auch in der Küche Hahn im Korb       Nicht nur Crostini, es gab auch eine köstliche Bruschetta

 

Gruß aus der Küche – Saluti de la cuccina

Nur glückliche Köche kochen gut – Einfaches aus der Küche, für die Küche!

 

Geröstete Brötchen - Crostini/Bruschetta/Fetunta mista

Mit Spinat-Pesto, mit Hühnerleber, mit schwarzen Oliven und mit Tomaten

Prosecco di Valdobiadene, Orvieto Dan Giovanni DOC 2014, Freistädter Bier vom Haus

 

Vorspeisen – Antipasti

Variation von zwei Berühmtheiten - schnell und einfach!

 

Vitello (Taccino) Tonnato mit geschmorten Zitronen

Carpaccio vom Parmaschinken mit Champions

Grüner Veltliner Alter Knabe 2017, Sax, Langenlois

Weißburgunder Schulthauser 2015.St.Michael - Eppan

 

Erster Gang – Primo

Selbstgemachte Pasta – ran an die Nudelmaschine!

 

Tagliatelle mit Meeresfrüchten & Salat - Tagliatelle ai frutti di mare & Insalata

Soave Grisela Classico 2016 DOC, Verona

 

Fettucine mit Blauschimmelkäse und Schinken – Fettucine con formaggio blu e prosciutto

Weißburgunder 2015 süß, Schweifer, Eisenstadt

Summa Summarum, Bortytis Cuvée süß, Mittelberg 

 

Gefüllte Ravioli mit wütender Sauce und mit

Paprika-Zwiebel-Sauce & Salat - Ravioli alla Arrabiata e con salsa di peperoni e cipolle & Insalata

Sangiovese Cuvée Serego Alighieri 2010, Masi

 

Zweiter Gang – Secondo

Saltimbocca - eine internationale Berühmtheit, die „in den Mund springt“

 

Kalbsschnitzel mit Salbei und Schinken – Saltimbocca alla romana

Kalbsschnitzel Florentiner Art – Scallopine alla Fiorentina

Schlemmerkartoffeln – Patate alla Ghiotta

Paprikagemüse – Pepperonata

Grüne Bohnen – Fagiolini alle genovese Salat - Insalata

Rosso di Montalcino La Magia DOC 2012 Nebbiolo d´Alba DOCG 2010, Bruno Giacosa, Neive

 OWA 2018 Schokotorte OWA 2018 Ricottatorte

Schokoladetorte 21 - Torta Chocolata Ventuno und                                                 Großmutters Ricottatorte - Torta della Nonna

 

Desserts –Dolce

Variationen mit Nuss & Schokolade, Mürbteig & Ricotta und Biskotten & Likörcreme


Großmutters Ricotta-Torte – Torta della Nonna

Schokoladetorte 21 – Torta di chocolata Ventuno

Englische Likörcreme-Bombe - Zuppa Inglese

Vin Santo Castello di Ana 2000. Gaiole Müller-Thurgau Trockenbeerenauslese 2006, Schweifer, Bgld.

Moscato d´Asti, A. Varja, Neive

 

Espresso, Grappa e Limoncello

 

Gutes Gelingen und guten Appeptit – Buona fortuna e buon appetito!

 

OWA 2018 Pastaproduktion OWA 2018 Tacchino Tonnato

Nudelmaschine im Einsatz: Selbsgemachte Nudeln und Ravioli               Taccino tonnato - geräucherter Truthahn mit Thunfischsauce

M 32 Salzburg

Restaurant M 32 - Die Adresse als Marke

Familie Schellhorn und ihr Lokal für hohe Ansprüche

Ich habe lange nicht gewusst, was Sandgrube 13 eigentlich herkommt. Bis ich einmal dort war und begriffen habe, dass Das einfach die Adresse der Winzergenossenschaft Krems ist. So ähnlich ist es mir letzthin beim Mittagessen am Mönchsberg in Salzburg ergangen. Wir waren zu einem festlich Mittagessen anlässlich der Sponsion meiner Nichte ins Restaurant M 32 eingeladen. Sie sind an der Adresse interessiert? Mönchsberg 32 natürlich! Hilft fürs Navi nicht wirklich viel, weil es ist am besten nicht mit dem Auto, sondern mit dem Aufzug erreichbar.

257614251 M 32 Tischgesellschaft

Restaurant M 32 am Mönchsberg: Hoch über den Dächern von Salzburg speist man ganz ausgezeichnet

Ist man dann einmal oben angelangt, sollte man – ungeachtet des Wetters – zunächst einige Schritte auf die Terrasse machen. Wir hatten glücklicherweise einen sonnigen und relativ gut temperierten Novembertag erwischt: Warm genug, um den Aperitif draußen zu nehmen, aber leider doch schon zu frisch, um für das anschließende Mittagessend dann doch das Inneren des Lokals zu bevorzugen. Der Blick auf die Salzburger Altstadt ist in beiden Fällen atemberaubend, und wir haben unseren Aperitif – Veneziano, Sprizz, Hugo oder einen Pfiff vom Trummer - im Freien mit allen Sinnen genossen. Nach einem ausgedehnten Fotoshooting war ich aber dann schon leicht hungrig und zugegebener Weis auch etwas neugierig auf den wiederum mit einer Haube ausgezeichneten Koch Toni Fritzenwallner.

Es war unter der Woche und im Lokal waren nicht sehr viele aber durchaus „bunte“ Gäste, unter ihnen eine größere Geburtstagsgesellschaft und ein Kindergeburtstag mit vielen färbigen Luftballons. Wir hatten einen schönen und ausreichend großen, runden Tisch für 9 Personen, festlich und klassisch gedeckt, und wurden von einem aufmerksamen Service bedient. Die Speisekarte verlangte ein intensiveres Studium, und ein kleines Gedeck verkürzte uns die Wartezeit. Aber dann ging es schon mit den Vorspeisen los. Unter ihnen ragte meiner Meinung nach eindeutig die cremige Kürbis-Apfelsuppe heraus. Aber auch mein Beef Tatar war in Ordnung, ohne Butter aber mit Wachtel-Ei und Kräuter-Aioli, allerdings mit sehr wenig Toastbrot. Das Mousse von der geräucherten Attersee-Reinanke mit eingelegtem Gemüse und die Variation vom Kürbis mit Entenschnabelchili-Chutney waren zwar originell, haben mich aber nicht vom Sitz gerissen.

M 32 Kürbis mit Entenschnabel M 32 Flugenentbrust

Variation vom Kürbis mit Entenschnabelchilli-Chutney  Gegrillte Flugenentbrust mit Portweintrauben & Artischockengemüse

Gar nicht so umfangreich aber sehr breit gefächert war die Auswahl an Hauptspeisen. Und das haben wir ganz ordentlich ausgenutzt. Viel Lob verdienen die Tagliolini mit Spinat und Pilzen, die geschmorten Kalbsbackerln in Madeirasauce mit Wurzelgemüse und das Filet vom Bio-Saibling auf gebratenem Kürbis-Speckgemüse. Auch die gegrillte Flugentenbrust mit Portweintrauben und das Kotelett vom Mangalitza-Schwein mit Zwiebel und hausgemachten Ketchup erfüllten die Erwartungen. Der Atterseehecht auf Oxentomatensalsa schmeckte etwas fad, und das gekochte Schulterstück vom Salzburger Naturrind mit Rösterdäpfeln bekommt auch keine Auszeichnung. Die Beilagen waren gesondert zu bestellen, wobei die Erdäpfel- Wedges mit Feigen, der bunte Blattsalat und die gebackenen Rosmarin-Erdäpfel-Gnocchi sehr gut geschmeckt haben. Das gegrillte Artischocken-Gemüse dagegen stieß auf weniger Gegenliebe.

Womit wir schon beim Dessert angekommen sind, und da führte an den Salzburger Nockerl wirklich kein Weg vorbei. Die haben aber dann nicht nur ganz toll ausgehen, sondern ebenso geschmeckt. Aber auch die anderen Desserts wie z.B. die Topfen-Mohnknödel mit Hollerröster, das Karamellparfait mit eingelegten Feigen oder der Nusskuchen mit Apfel-Kürbiskompott wurden durchwegs gelobt. Die Weinkarte ist umfangreich, die Preise allerdings etwas überhöht. Wir haben daher beim Weißen den Hauswein genommen, einen Grünen Veltliner mit eigenem Etikett, der vom Nigl für die Familie Schellhorn abgefüllt wird. Der Preis für die Flasche beläuft sich auf erträgliche € 32.-, der nächstgünstigere kostet dann schon das Doppelte. Bei Rotwein ist es ähnlich, aber wir haben mit dem Pinot Noir vom Achs aus Gols um € 43.- dann doch einen preislich vertretbaren und passenden Begleiter gefunden. Auf einen Digestif haben wir am Schluss verzichtet, auf einen ordentlichen Kaffee (Espresso, Latte Macchiato, Cafe Latte) nicht. Und auch auf Mineralwasser natürlich nicht.

M 32 Bio Saibling M 32 Topfen Mohnknödel

Filet vom Bio-Saibling auf gebratenem Kürbis-Speckgemüse                Topfen-Mohnknödel mit Hollerröster

 

Mein Bruder hat letztlich für 9 Personen - davon ein Kind - inkl. Trinkgeld 600.- € bezahlt. Schaut auf den ersten Blick viel aus, war aber angesichts unserer Konsumation sowohl vom quantitativen als auch vom qualitativen Standpunkt durchaus angemessen. Und ein bisschen was muss einem ja der einmaligen Ausblick auch wert sein, nicht wahr?

GenussHirsch in Unterpurkla

Ein neuer Stern ist aufgegangen

Neues und Altbekanntes aus der südteirischen Thermen- und Weinregion

Meine Gattin und ich waren seit längerer Zeit wieder einmal einige Tage in unserer Lieblings-Thermenregion Bad Radkersburg. Dort haben wir sowohl Neuland betreten, als auch einige alte Bekannte besucht.

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   Rundgang durch den Stadtkern von Bad Radkersburg               Absolute Grün- und Ruhelage: Hotel Altneudörflerhof

Neu war zuallererst einmal schon das Hotel, in dem wir unsere Frühstückspension gebucht hatten. Wir waren im Altneudörflerhof – Hotel Garni untergebracht, das idyllisch im Grünen etwa 1 km von der Parktherme und 1,5 km vom Stadtzentrum entfernt liegt. Natürlich nicht mit dem Komfort des Vitalhotels, z.B. fehlten der direkte Allwetter-Verbindungsgang (man musste schon mit dem Auto zur Therme fahren), die Parkgarage oder der Fitnessraum. Es gab auch keinen Lift und die Stiege in den 2. Stock war auch ohne Gepäck schon eine Herausforderung. Aber der Preis von 368 € inkl. Thermeneintritt für 2 Personen betrug genau die Hälfte des Preises vom Vitalhotel. Und das Frühstücksbuffet war zwar nur halb so umfangreich, aber trotzdem exzellent. Und um den Differenzbetrag waren wir jeden Abend ganz fein aus, aber darüber möchte ich im folgenden etwas ausführlicher berichten.

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       Nicht nur wegen der Lage und wegen des Ambientes immer einen Besuch wert: Weingut Krispel in Neusetz

Der erste Abend gehört meist schon traditionell dem Weingut Krispel in Neusetz/Hof bei Straden. Der Krispel ist viel mehr als eine Buschenschank oder ein Heuriger, er ist eine Institution. Mit seinen eigenen Produkten vom Wollschwein und seinen feinen Weinen sowie seinem auch in der Stubn einzigartigen Ambiente ist das für uns jedes Mal ein wirklich besonderer Abend. Nicht zu vergessen das sensationelle Preis-Leistungsverhältnis. Wir haben uns den Wollschweingenuss - Streifzug durch die Wollschweinspezialitäten (€ 12,90) und das Krispel-Brot (€ 4,50) mit gekochtem Schinken, Brüstl, Käse, Bratlfett und Zwiebel ebenso schmecken lassen wie den Muskateller und den Welschriesling, das Achterl um € 2,70 bzw. 2,30. Und auch die Nachspeisen konnten sich durchaus sehen lassen, eine Schoko-Vanillecremeschnitte und eine Orangen-Mandeltorte, dazu noch ein süßer Traminer zum Abschluss.

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Italienische Küche vom Feinsten mitten in Bad Radkersburg: Trüffelrisotto mit Lammrücken vom Grill

Der zweite Abend führte uns ins Zentrum von Radkersburg, nämlich ins Altstadthaus am Hauptplatz. Sehr italienisch, Restaurant und angeschlossene Enoteca, für einen Mittwoch ganz gut besucht. Vom Preisniveau etwas gehoben, aber feines Ambiente, schön eingedeckter Tisch, überaus freundlicher Service. Der Gruß aus der Küche bestehend aus eingelegten Artischocken, Sardinen sauer, und einem Ricotta-Aufstrich mit Kräutern machte Lust auf mehr. Daher haben wir uns dann die Fischvorspeisen nach Altstadthaus-Art um € 16,00 gemeinsam schmecken lassen, und wir waren davon durchaus angetan. Meiner Gattin stand der Gusto nach klassischen Spaghetti mit Fleischsauce (€ 9,80), mir nach einem Trüffelsrisotto mit Lammrücken vom Grill (€ 19,50). Alles geschmacklich gut, aber leider ein Teil der Spaghetti trocken und hart, und das Risotto eindeutig zu fett, d.h. es hat am Schluss vor dem Servieren zu viel Olivenöl erwischt. Das Lamm aber zart und himmlisch im Geschmack. Das Achterl Wein um € 4,70, der Gelbe Muskateller bestens, der Sauvignon Blanc hat mir nicht geschmeckt, ich weiß aber nicht einmal, von wem er war. Ich hab ihn so langsam getrunken, dass ich es zu keinem Rotwein mehr geschafft habe. Wir haben uns dann noch eine Schokoladentarte geteilt, die ich mit Hilfe eines Espressos und eines milden Grappas Moscato von Nonino auch noch gut vertragen habe. Sie war aber auch wirklich fein. Alles in allem haben wir um € 80.- ausgezeichnet gespeist.

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Vor- und Nachspeise im Altstadthaus: Fischvorspeisenteller nach Art des Hauses und Schokoladentarte mit Beeren

Für unseren Abschlussabend haben wir von einer lieben Mitarbeiterin im Vitalstudio einen wirklich guten Tipp bekommen, nämlich den GenussHirsch in Unterpurkla. Die ehemalige Hendlstub´n Palz wurde mit Jahreswechsel von Fabian Palz von seinen Eltern übernommen und zu einem modernen, aber immer noch heimeligen Restaurant umgebaut. Alles riecht noch ein wenig neu, aber die Gaststube ist groß, und das gut eingesetzte Holz und das Feuer im eisernen Ofen verstrahlen Gemütlichkeit. Schlicht und modern sind auch die Speise und die Weinkarte, zusätzlich hängen noch überdimensionale schwarze Tafeln mit Kreideaufschrift an den Wänden. Die - bis auf das vergoldete Hirschgeweih - so gut wie einzige, aber nicht wirklich passende Dekoration. Der Service einwandfrei, vielleicht etwas direkt, er muss ja nicht unbedingt aus der Gegend kommen.

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Auf dem Weg zum vielleicht besten Nachfolger des Jahres 2018: Fabian Palz vom GenussHirsch in Unterpurkla

Die erste Enttäuschung war, dass es weder ein Gedeck noch einen Gruß aus der Küche gab. Das war wahrscheinlich die Strafe dafür, dass wir kein Überraschungsmenü gewählt hatten, sondern à la carte essen wollten. Der Nebentisch – auf den ich auch nochmals zurückkommen werde – hatte sich fürs Menü entschieden und bekam dafür sowohl ein Körberl als auch einen Gruß aus der Küche. Wir waren aber mit den Vorspeisen – eine Kürbiscremesuppe mit knusprigen Risottoknödeln und Kernöl bzw. gefüllte Brandteigkrapferl mit Kürbiskerncreme/Orangen-Fenchelsalat und Paprika-Chili-Dip durchaus zufrieden. Besser geschmeckt hat die Kürbiscremesuppe, und die Idee mit dem separat servierten Risotto-Knödel war genial.

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Martini beim GenussHirsch: Gebratene Gänsekeule mit Rotkraut           Gelungenes Duett von der Banane & Schokolade

 Auch von den Hauptspeisen waren wir durchaus angetan. Meine Gattin hat die geschmorten Schweinsbackerl mit geräuchertem Kartoffelpüree, Gemüse und Röstzwiebel-Soße um € 12,80 sehr genossen. Meine gebratene Gänsekeule im Natursafterl mit Rotkraut, Grammel-Kartoffelknödel und Maroni-Salbeibutter um € 16,90 war zum Niederknien. Wenn Sie mich fragen, würde ich zum ohnehin nicht sehr mageren Ganserl allerdings keinen fetten Grammelknödel servieren. Noch dazu hat mir persönlich der Teig nicht besonders geschmeckt – er war mir zu mehlig – meiner Gattin allerdings schon. Lassen Sie mich das Essen würdig abschließen, was meine Gattin mit einem Duett von der Banane & Schokolade (Bananeneis, Schokoladenmousse-Würfel, Bananen-Wan-Tan und Schokoladensauce) und ich mit vier verschiedenen Sorbet-Variationen am Eisblock dann auch taten. Die Bananen-Wan-Tan-Tasche war irgendwie nicht richtig am Platz und schmeckte auch nicht besonders aufregend, die Sorbets waren alle vier sehr fruchtig, aber auch ein bisschen sauer. Auf jeden Fall ein absoluter Eyecatcher. Aber beim Steira Wirt sind sie nicht nur schöner, sie schmecken auch etwas besser (siehe mein Bericht von Bad Gleichenberg).

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             Kürbiscremesuppe mit knusprigem Risottoknödel                Schweinebackerl mit geräuchertem Kartoffelpüree

Mit einem sehr bescheidenen Getränkekonsum - nur ein kleines Bier und einem Achterl vom Blauen Zweigelt - belief sich die Rechnung dann auch auf wohlfeile € 70.- inkl. Trinkgeld. Noch eine letzte Episode von dem als freundlich und um seine Gäste bemüht beschriebenen Chef Fabian Palz. Er kam wirklich aus seiner Küche und lief schnurstracks zu dem mit den drei ihm offensichtlich bekannten Personen, die das Überraschungs-Menü gewählt hatten. Nach einem kurzen Small-Talk bemühte er sich noch mit einigen freundlichen Worten um einen zweiten Tisch mit seinen Arbeitern. Das ließ sich zumindest aus der Kleidung und dem Gehabe der Männer an diesem Tisch schließen. Meine Gattin und mich am dritten besetzten Tisch hat er, wie ein Wiener sagen würde „nicht einmal ignoriert“. Aber das muss er ebenso wie das eine oder andere in der Küche noch lernen. Damit er nicht vorzeitig das Schicksal einiger anderer unserer Lieblingsrestaurants - wie jenes des Stöckl-Wirtes in Straden oder jenes des Königsberger-Hofes in Tieschen – erleidet. Nichts desto trotz haben wir ihm vor dem gehen unsere Stimme beim Voting für den „Follower des Jahres 2018“ gegeben!

Auf dem Nachhauseweg gab es noch den um diese Jahrszeit schon obligaten Stopp im Kürbisparadies Diepersdorf. Wir brauchten drei Kürbisse zum Aushöhlen bzw. Schnitzen für Halloween, und einen Speisekürbis zum Verkochen. Und im Bauernladen wurde dann noch eine gute steirische Jause (Verhackertes, Kernölaufstrich und Liptauer, Kübelfleisch, eingelegter Kürbis und verschiedene Jausenwürste) eingepackt. Gekocht habe ich zuhause übrigens ein Kürbisgulasch und einen Kernölgugelhupf, beides sehr zur Zufriedenheit meiner Gäste. Die Rezepte dafür finden Sie im Rezeptteil.

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Erster und letzter Stopp in Diepersdorf: Kürbisse (und was wir daraus gemacht haben) und ein guter Hofladen