Heckmann kocht!

Hobbit-Fest

Das Hobbit-Fest

Ein deutliches Lebenszeichen der Genießer-Runde

In der letzten Zeit ist es um unsere Genießer-Runde etwas stiller geworden. Nach einer House Warming-Party im August des Vorjahres und einem Abendessen im Nepomuk in St. Florian gab es seit ungefähr einem halben Jahr keinerlei gemeinsame Aktivitäten mehr. Umso mehr haben wir uns alle über die Einladung von Veronika & Wolfgang gefreut, die vor etwa 2 Jahren in ein schmuckes, eigenes Haus in Leonding umgezogen sind. Und die - wie bei uns üblich und nach langer und mühsamer Terminabstimmung - zu einem Hobbit-Fest im neuen Heim eingeladen hatten.

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Ein Architekt mit Bezug zu den den Halblingen: Hobbit Behausung im Auenland einst und im Weideland jetzt

Es hat eine Zeit lang gedauert, bis ich und wahrscheinlich auch alle anderen wirklich draufgekommen sind, wie dieses Fest - oder sollte man sagen dieses Festessen - zu seinem Namen gekommen ist. Die Hobbits sind bekanntlich die Bewohner des Auenlandes und wohnen in höhlenartigen Wohnungen. Sie sind ein gemütliches Völkchen, in deren Leben die Einnahme von Mahlzeiten einen hohen Stellenwert einnimmt. Des Weiteren ist Bier bei den Halblingen - so werden die Hobbits nämlich auch genannt - sehr beliebt. Damit wäre eigentlich schon alles gesagt. Unsere Gastgeber wohnen zwar nicht im Auen-, aber im Weideland. Ihrer an sich modernen Villa ist - insbesondere von der Gartenseite her - eine gewisse Ähnlichkeit mit der typischen Hobbit-Behausung nicht abzusprechen. Und das mit dem Essen und dem Biertrinken haben nicht nur unsere Gastgeber, sondern auch alle anderen in der Genießer-Runde - mit Sicherheit mit den Hobbits gemeinsam.

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Prachtvolles Wetter, zaubrhaftes Ambiente , große Erwartungen, gute Stimmung und Riesenhunger bei den Gästen

Nach einem spritzig-sommerlichen Welcome-Drink – einem Frizzante Rosé vom Sax aus Langenlois – gab es zunächst eine Führung durch die Hobbit-Behausung. Angeregt durch den Aperitif und die Besichtigungstour durchs Haus wurde unverzüglich an der festlich gedeckten Tafel Platz genommen. Die Zeit bis zum ersten Gang wurde mit einem Grünen Veltliner Zwillingslauser 2017 vom Sax überbrückt. Aber dann ging es los, zunächst mit saftigem Schinken mit frisch geriebenem Kren, Salzgurken und Schwarz- und Olivenbrot. Dazu gab es Spezialbiere wie z.B. Zölibat und Grenzgänger Stiegl oder das Steinbier vom Gusswerk Urbanskeller, auch aus Salzburg. Die in „historischen“ Steinkrügen servierten Biere passten dann auch bestens zum nächsten, sehr kräftigen Gang, einem Lausitzer Erdäpfel-Gröstl, auf Wunsch sogar mit Spiegelei. Kräftig ging es weiter mit einem Stück köstlichen Auenland-Flammkuchen mit reichlich geschmolzenem Käse. Dazu kehrten wir wieder zum Wein zurück, und zwar zu einem Riesling Smaragd vom Hirtzberger, der auch den nächsten Gang - die sensationell gesmokten, zarten und wohlschmeckenden Ripperl - kongenial begleitete. Aber mit alldem nicht genug, es folgte noch ein weiterer Höhepunkt: Ein Rinderbraten in Senfsauce mit heurigen Kartoffeln. Höchste Zeit für einen Schluck Rotwein, in diesem Fall einen Barbera d´Alba von Marco Bandero. Einem jungen Winzer aus Diano d`Alba, der auch für seinen Barolo und seinen Nebbiolo bestens bekannt ist.

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Gastgeber Wolfgang inmitten seiner Köstlichkeiten: Lausitzer Erdäpfelgröstl und Rinderbraten mit Senfsauce

Nun wurden die Rufe nach einem Digestif so laut, dass sie schließlich auch für Gastgeber Wolfgang unüberhörbar waren. Er brachte sie mit einer vorzüglichen Grappa aus Citadella jedoch schnell zum Verstummen. Unsere Arbeit war damit jedoch noch nicht ganz beendet, schließlich galt es auch die beiden vorzüglichen Tartes von Gastgeberin Veronika - eine Zitronen-Apfel und eine Toffee-Apple-Tarte zu verkosten. Eine besser als die andere, mit Eis und Schlagobers selbstverständlich, und mit einem kräftigen Espresso. Meine Gattin und ich waren die ersten, die nach einem circa fünfstündigen Gelage nach Hause aufbrachen. Selbstredend, dass meine Gattin am Steuer saß. Und ebenfalls selbstredend, dass es zuhause eines weiteren Digestifs bedurfte, bevor ich in einen koma-ähnlichen Fernsehschlaf verfiel. Übrigens genauso, wie es Gastgeber Wolfgang in seiner Einladung vorhergesagt hatte.

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Gastgeberin Veronika mit ihren beiden Tartes - eine Zitronen Apfel und eine Toffee-Apple-Tarte

Und da es innerhalb unserer Genießer-Runde vor kurzem ja noch einen „Behausungswechsel“ gegeben hat und ein weiterer unmittelbar bevorsteht, bin ich zuversichtlich, dass die nächste Einladung nicht mehr lange auf sich warten lassen wird!

Monte Verde in Linz-Urfahr

Nicht ganz wie im Himmel

Ein Abendessen im Monte Verde

 

„Wie im Himmel“ war der Titel eines Konzertes, das wir an einem schönen Samstagabend im Rahmen des Zyklus „Musica Sacra“ in der Friedenskirche in Urfahr besucht haben. Wirklich himmlisch, was die über 40 Mitglieder des Chores Ad Libitum und die Bläser von Pro Brass da geboten haben, von Händels „Feuerwerksmusik“ bis zu Mark Knopflers „Brothers in arms“. Aber das soll ja eigentlich keine Musik-, sondern eine Restaurantkritik werden.

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Von aussen eher wie eine Bierstube, von innen ein nicht enden wollender Schlauch: Das Monte Verde in Linz-Urfahr

Auf unserer Suche nach einem passenden Restaurant fürs Abendessen sind wir - beginnend vom Polen in der Hafenstraße über den Goldenen Anker - schließlich im italienischen „Monte Verde“ in der Hauptstraße in Urfahr gelandet. Parkmöglichkeit in der näheren Umgebung, nur kurzer Fußmarsch zum anschließenden Konzert in der Friedenskirche, problemlose Reservierung. So weit, so gut. Von außen sieht das Restaurant dann nicht wie ein Italiener, sondern schon eher wie eine Gösser-Bierstube aus. Auch mit dem schlauchförmigen, scheinbar nie enden wollenden Gastraum kann man sich im ersten Moment eher weniger anfreunden. Das Lokal ist riesig und hat sogar noch einen Gastgarten. Entspannen in mediterraner Atmosphäre ist da nur schwer möglich. Man sitzt zwar etwas eng, aber doch halbwegs gemütlich. Nachdem wir um 17.30 h unter den ersten Gästen waren, war auch das Service sofort zur Stelle. Und das Service blieb auch aufmerksam bis zum Schluss, wenn dann auch mit der Zeit dann alles inkl. der Rechnung etwas länger dauerte.

Das sofort bestellte Bier war exzellent, sowohl das helle als auch das trübe von Gösser schmeckte frisch und gut gekühlt. Da ließ es sich schon in Ruhe aussuchen. Diese Ruhe brauchte man auch, denn die Speisekarte ist ebenso riesig wie das Lokal. Da kamen mir schon die ersten Zweifel, ob da alles frisch und mit Liebe und Sorgfalt zubereitet sein kann. Meine beiden Freunde Christa und Joe gingen kein Risiko ein und nahmen jeweils eine Pizza. Brotiger, gut aufgegangener Teig, und ausreichend belegt, einmal mit Salami und einmal mit Gemüse. Eine ausreichend große Pizza gibt´s je nach Belag so um die 10.- €. Auf Wunsch auch etwas kleiner (kostet um € 1,50 weniger) oder gegen einen kleinen Aufpreis mit der einen oder anderen zusätzlichen Auflage.

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Wer langt suppt, der lebt lang: Die gute  und große Portion Minestrone und die etwas zu sahnige Bärlauchsuppe

Meine Frau und ich war da schon etwas risikofreudiger und entschieden uns für Suppe und Hauptspeise. Die Minestrone meiner Frau war eine kaum aufzuessende, riesige Portion. Sie sah nicht besonders gut aus, schmeckte aber ausgezeichnet. Als Hauptgericht entschied sich meine Gattin für den Fischteller mit Spargel-Risotto mit einem gemischten Salat (€ 21,40 + € 4,50). Vom Fischteller hat sie die Hälfte übrig gelassen, der eine oder andere Fisch schmeckte eher alt als gut. Das Spargel-Risotto und der Salat waren okay. Meine Bärlauch-Suppe war nicht schlecht, aber mit etwas zu viel Sahne aufgepeppt. Der Bärlauch-Geschmack war da schon fast nicht mehr wahrnehmbar. Übrigens schlugen beide Suppen mit je € 5,20 zu Buche. Als Hauptspeise habe ich eines meiner Lieblingsgerichte gewählt, das ich erst vor kurzem auch in Camaiore in Italien gegessen hatte: Spaghetti Carbonara, so wie die meisten Pasta-Gerichte um die 10.- €. Die Spaghetti durchaus bissfest, aber auch alles in Sahnesauce ertränkt und mit wenig Geschmack. Zur Geschmacksverbesserung half auch der von mir angeforderte, leider sehr feine und industrielle Streukäse nicht viel, da mussten schon Salz und Pfeffer her. Aber wenigstens wickeln ließen sich die Spaghetti etwas besser. Der Riesling vom Dockner aus dem Kremstal war übrigens ausgezeichnet, der hätte auch zu einer kräftigeren Carbonara gepasst.

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Mit den Hauptspeisen unzufrieden: Fische nicht frisch genug, Carbonara mit zu viel Sahne und zu wenig Geschmack

Nach zwei abschließenden Esspressi ging es an die Rechnung, für ein Dessert ließ der im Anschluss geplante Konzertbesuch keine Zeit mehr. Mit 95.- € inkl. Trinkgeld fiel das Preis-Leistungsverhältnis durchaus positiv aus. Davon machte schließlich mehr als ¼ das Fischgericht mit Salat aus. Ich habe mir meine zusammenfassende Kritik gut überlegt, um mich letztlich folgender Beurteilung von Tripadvisor anzuschließen: "Das Lokal ist grundsätzlich in Ordnung, es gibt jedoch bessere Adressen in Linz". Oder anders gesagt: Als Pizzeria durchaus okay, als Italiener eher nur durchschnittlich. Interessant und zu probieren wären auch die beiden täglichen Mittagsmenüs, die wochentags um jeweils € 8,70 bzw. 9,40 angeboten werden.

Cinque Terre in Ligurien

 

Reisen in Ligurien, speisen in der Toskana

 

Vor kurzem waren wir für einige Tage im schönen Ligurien. Wir haben die Cinque Terre bereist, aber auch Porto Venere und den Golf der Poeten weiter südlich in Richtung La Spezia, sowie Portofino und Santa Margherita Ligure weiter nord-westlich in Richtung Genua. Unser Hotel lag überhaupt schon in der Toskana, nämlich an der Versilia-Küste im noch ziemlich verschlafenen Lido di Camaiore. Und unseren sogenannten „freien Tag“ haben wir dann auch für einen Tagesausflug in die schöne Stadt Lucca genutzt.

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Der Hafen von Vernazza, unserer ersten Station in den Cinque Terre        Großes Angebot beim Obst- und Gemüsestand in St. Margherita Ligure

So ist es nicht weiter verwunderlich, dass wir unsere wichtigsten Mahlzeiten - und das waren die Abendessen - eigentlich in der Toskana hatten. Aber so große Unterschiede gibt es - zumindest an der Küste - ohnehin nicht. Ligurien bietet zwei ziemlich unterschiedliche, eher einfache, aber sehr schmackhafte Küchen, nämlich die der Küste und die des Berglandes. Gemeinsam sind ihnen das besonders milde Olivenöl sowie frische Gewürzkräuter und viel Gemüse. Im Mittelpunkt steht dabei das Basilikum, das auch die Basis für das berühmte Pesto Genovese bildet.

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Portofino - Hafen der Delphine und Stadt der Reichen und Schönen              Spaghetti ai frutti di mare in der Osteria in Lido die Camaoire

An der Küste gibt es vor allem Fisch und Meeresfrüchte, wovon allerdings ein Großteil bereits importiert werden muss. Wir haben uns an verschiedenen Arten von Pasta und Risotto mit Miesmuscheln und Meeresfrüchten delektiert, wie z.B. Penne Pescatore oder Spaghetti ai frutti di mare. Oder an gegrilltem Fisch oder frittierten Meeresfrüchten wie z.B. einem Filetto Orato grillgliata mit einem Insalata mista oder einem Fritto Mix und Bratkartoffeln (patate arrosto). Manchmal durfte es auch etwas deftigeres sein, wie z.B. eine für Lucca typische Gemüse-Brotsuppe (zuppa alla frantoiana) oder meine Lieblingsspaghetti, nämlich jene auf Carbonara-Art. Dazu vorher ein oder zwei Stück Farinata (Fladenbrot aus Kichererbsenmehl) mit einem Birra piccola. Zum Hauptgang ein Glas Weißwein vom Haus (vino della casa) und ausreichend Mineralwassser ohne Gas (aqua minerale naturale).

Von den Nachspeisen haben wir uns v.a. die verschiedensten Arten von Profiteroles schmecken lassen, aber auch eine Apfel- oder eine Schokoladentorte (torta di mele bzw. torta di cioccolata). Für den kleinen Hunger gab es überall – sowohl an den Autobahnraststätten als auch in den kleinen Bars und Pizzerien in den Städten die verschiedensten Arten von Foccacias und Paninis gefüllt mit Tomaten, Salat, Käse, Schinken, Salami, Thunfisch und noch vieles andere mehr. Die tomatenlastigen Bruschette natürlich nicht zu vergessen.

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Fisch und Meeresfrüchte in allen Variationen: Sämig-cremiges Risotto mit Meeresfrüchten und Dorade vom Grill mit Kartoffeln und Oliven

Abschließend noch ein Wort zum Wein. Ligurien ist eine sehr kleine Provinz, und klein ist daher auch das Weinanbaugebiet. Die Weingärten müssen den steilen Berghängen richtig „abgerungen“ und auch mit Steinmauern befestigt werden. Die meisten Weine waren in der Vergangenheit nur in der Region erhältlich, finden aber immer mehr darüber hinaus Anklang. Es handelt sich in der Regel um leichtere, trockene Weißweine, frisch und fruchtig, wie z.B. der Pigato, der Vermentino oder der Cinque Terre. Es gibt allerdings eine berühmte „süße“ Ausnahme, nämlich den Sciacchetrá, der aus getrockneten Tauben gepresst wird.

Man kommt wahrscheinlich nicht wegen des Essens und Trinkens nach Ligurien, und schon gar nicht in die Cinque terre. Dafür dürften eher die Schönheit der Landschaft und die Einmaligkeit der Dörfer verantwortlich sein. Aber die Spezialitäten dieser Provinz und dieses Landstrichs können sich durchaus sehen und vor allem essen lassen!

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Ein süßer Abschluss in der Pasticceria in Santa Margherita (Profiteroles) und in unserer "Stamm-Osteria" in Lido die Camaiore (Schokoladentorte)

LFI-Kurs Festtagsbraten

Festtagsbraten – Genießen wie damals

 

Das war der Titel eines Kochkurses der Seminarbäuerinnen des LFI auf der Gugl. Nicht mein erster Kurs und auch nicht mein letzter, aber sicher einer der besten. Das lag mit großer Wahrscheinlichkeit einerseits am Thema, weil große Fleischstücke auf mich eine ungeheure Faszination ausüben. Andererseits aber bestimmt auch an der Fachkompetenz und freundlichen Art unserer Kursleiterin Silvia Zach-Fürst, die für diesen Kurs in jeder Hinsicht perfekt vorbereitet war. Silvia Zach betreibt gemeinsam mit ihrem Mann eine Landwirtschaft mit 30 Mutterschafen in Bad Zell. Eines ihrer wesentlichen Anliegen ist, die Verarbeitung von regionalen, saisonalen und bäuerlichen Produkten allen Bevölkerungsgruppen näher zu bringen und die Freude an deren Zubereitung zu vermitteln. Und in unserem Fall ist ihr das ja bestens gelungen!

LFI März 18 Kursleiterin Silvia LFI März 18 Fleischstücke

Kursleiterin und Seminarbäuerin Silvia Zach-Fürst aus Zell mit ihren Bratenstücken vom Rind, Lamm, Schwein und Kalb

Nach dem Umbinden der Schürzen bekamen wir eine wirklich schöne und bunte Broschüre mit den guten Gründen überhaupt Fleisch zu essen, mit allgemeinen Tipps zur richtigen Fleischauswahl, zur perfekten Zubereitung vom Einkauf über den Garprozess bis zur Sauce und den Beilagen, und schließlich auch zur Resteverwertung. Und vor allem enthielt die Broschüre Rezepte und noch einmal Rezepte. Es verstand sich von selbst, dass davon nur eine kleinere Auswahl auch probiert werden konnte, und dafür hatte Silvia - in der Küche herrscht ja bekanntlich das „Küchen-Du“ - einige prachtvolle Stücke und alle erforderlichen Zutaten mitgebracht.

Vom Rind stand uns ein etwa 1 ½ kg schweres Nuss-Endteil zur Verfügung, aus dem wir ein Rinder-Mostbratl in Wurzelsauce machen sollten. Dafür eignet sich natürlich auch bestens ein Stück Schulterscherzl oder Gab, aber auch ein Stück Schulter oder Schopf vom Schwein oder eine Schulter oder Keule vom Lamm. Dieses Gericht verursacht wie die meisten großen Fleischstücke nur am Anfang und am Ende der Zubereitung etwas Aufwand. Während des eigentlichen Brat- bzw. Schmorvorganges hat man Hände und Kopf frei, um sich anderen Aufgaben in der Küche widmen zu können. Was Schweinefleisch betrifft bereiteten wir ein schnelles Innviertler Bratl zu, zu dem man außer einigen Scheiben Schweinsbauch oder Schopf, sowie Zwiebel und Erdäpfeln nicht sehr viel anderes benötigt. Wenig Aufwand für ein sehr schmackhaftes Ergebnis!

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Die gerollte Kalbsschulter wird zuerst gefüllt, dann zusammengebunden, und schließlich auf Kalbsknochen gebraten

Besonders gefreut habe ich mich auf und über die gefüllte Kalbsbbrust, die bei uns nämlich mindestens einmal jährlich, und zwar am Ostersonntag, auf dem Speiseplan steht. In unserem Fall handelte es sich zwar um eine gerollte Schulter, aber die hat einerseits mehr Fleisch und andererseits konnten wir dabei das richtige Zusammenbinden lernen. Bleibt vom Fleisch noch das Lamm übrig, das in Form eines mit Kräutern gebratenen Lammschlögels zubereitet wurde. Aus aktuellem Anlass bereits mit Bärlauch bzw. Bärlauchpesto, weil er als Frühlingsbote bereits frisch verfügbar ist, und weil er natürlich perfekt den Knoblauch ersetzt.

Zum Fleisch gehört auch eine Zuspeise, also Beilagen wie Gemüse, Salate, Knödel, usw. Wir versuchten zwei sehr einfache aber sehr schmackhafte, nämlich einen Radisalat und ein Stöcklkraut. Zum Wurzelgemüse des Mostbratls gesellte sich noch ein Ofengemüse mit Schafkäse. Was zum Bratl natürlich nicht fehlen durfte, waren Knödel, und zwar G´riebene Knödel und Gummiknödel mit Erdäpfeln, eine Semmelfülle für den gerollten Kalbsbraten und zu guter Letzt noch Kräutertopfennockerl. Und natürlich da und dort nicht zu vergessen ein gutes Safterl dazu.

LFI März 18 Joe schaut beim Anrichten zu LFI März 18 Prosit

Alles fertig, Kursleiterin Sivia macht letzte Handgriffe beim Anrichten - ein Prosit auf eine sehr gelungene Veranstaltung!

Als kongenialen süßen Abschluss hatte Silvia einen bereits fertigen Mostschober mitgebracht, den wir dann mit Glühmost und Schlagobers, und mit großem Vergnügen auch noch verzehrt haben. Da wundert es einen nicht mehr, dass unsere Kursleiterin und ihre kleine Tochter 2015 von den OÖ. Nachrichten zu Kochchampions gekürt wurden. Gleich als nächstes werde ich das eine oder andere Rezept, bei dem ich meine Finger dabei hatte, für Sie bereitstellen. Am besten wäre es allerdings, wenn Sie sich gleich direkt zu einem der interessanten Kochkurse der Seminarbäuerinnen anmelden würden. Und wie nicht nur mein Freund Joe und ich laufend unter Beweis stellen: Auch Männer sind dort herzlich willkommen!

LFI März 18 Joe beim Mostschober 1 LFI März 18 Portion Mostschober

Für alle ein Stück vom guten Mostschober, den wir aus logistischen Gründen schon etwas früher essen mussten!

Almtalerhof neu

Geburtstagessen im Almtalerhof

Es noch nicht so lange her

 

Erst im Dezember des Vorjahres waren wir das letzte Mal im Almtalerhof in Traun. Sehr viel hat sich seit diesem Besuch nicht geändert. Unverändert blieben das freundliche Interieur, die gute Küche bzw. Köche sowie die freundliche Bedienung und weitestgehend auch die abwechslungsreiche aber dennoch überschaubare Speisekarte. Die Unterschiede lagen eher auf unserer Seite. Da war zunächst einmal die Tageszeit, denn diesmal handelte es sich um ein spätes Sonntag-Mittagessen. Und dann die Zusammensetzung unserer Gruppe. Diesmal waren wir mehr Leute, und alle aus der Familie.

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Das Geburtstagskind beim Auspacken der Geschenke       Lauwarmer Spinatsalat mit Schupfnudeln, Tomaten und Pilzen

Das Lokal war etwas besser besucht als das letzte Mal. Die meisten Gäste waren allerdings schon beim Fertigwerden, als wir knapp nach 13.00 h unsere Bestellung aufgaben. Von den gewählten Speisen- und Getränken war vieles bereits vom letzten Mal bekannt: So z.B. die Paprika-Kürbiscremesuppe oder das Kalbsgulasch mit Spätzle, und ebenso das Rib Eye Steak mit Bratkartoffeln. Das ändert nichts daran, dass hier wiederum ein dickes Lob angebracht werden muss. An Neuem probierten wir die brave Rindsuppe mit Frittaten und die interessant anzusehende gebeizte Lachsforelle mit Dill-Senf Sauce und Kartoffelkrokant. Schmeckt nicht schlecht, sieht aber trotzdem besser aus, als sie schmeckt.

Das mehrfach gewählte Rib Eye Steak war perfekt, ebenso die dazu angebotene Café de Paris Butter, die in den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts in Genf erfunden wurde. Diese Nobelvariante einer Grill- oder Kräuterbutter besteht in der Regel neben Butter aus Tomatenpüree, Senf, Kapern, Schalotten, Estragon, Sardellen, Cognac sowie Curry- und Paprikapulver. Sie schmeckte besser als die schon etwas verschrumpelten Bratkartoffeln. Keine Kritik gab es an den Pommes und am knackigen Mischgemüse. Die Vegetarier-Abteilung entschied sich natürlich für den lauwarmen Spinatsalat mit Schupfnudeln, Tomaten und Pilzen und war mit dieser Wahl sehr zufrieden. Blieben noch zwei Klassiker: Meine Gattin als Geburtstagskind wählte wie das Kalbsrahmgulasch mit Butterspätzle, das ihr bereits das letzte Mal geschmeckt hat. Optik und Geschmack bestens, Spätzle bissfest, Fleisch zart, Sauce sämig. Und mein Bruder entschied sich für ein Original Wiener Schnitzel vom Kalb in Butterschmalz gebacken mit Petersilienkartoffeln und Preiselbeeren. „Wunderbar, wie in Wien“ war sein kurzer Kommentar. Übrigens: Auch unser Enkerl war mit seinem Kinderschnitzel mit Pommes und Ketchup sehr zufrieden.

Almatalerhof 11.3.18 Tischgesellschaft beim Essen Almatalerhof 11.3.18 Vanillepudding

Im Almtalerhof sitzt man bequem und speist gut und angenehm               Vanillepudding anstelle von Tageskuchen

Nicht unbedingt zur stärksten Seite des Hauses zählen die Desserts. Kleine Auswahl, und die dann nicht komplett. Anstelle des auf der Karte in Aussicht gestellten „Tageskuchens“ wurde dann nur ein schlichter und einfacher Vanillepudding mit Schlagobers angeboten. Die Zweierlei Schokolademousse mit Marillen-Ragout schmeckte zwar fein, sehr süß und cremig, jedoch war nur mehr eine Portion vorhanden. Lob verdienen die Powidltascherl, die - sehr flexibel - mit Maroni-Mousse und Vanilleeis serviert wurden. Noch ein kurzes Wort zu den Getränken. Das gute Bierangebot wurde von mir bereits das letzte Mal gelobt, das kleine Zwickel von Gösser schmeckte wieder ausgezeichnet, ebenso das Achterl vom Riesling vom Amon aus Gobelsburg. Zum Steak vergönnten wir uns eine Flasche St. Laurent von Landauer Gisperg um € 25, und haben das auch nicht bereut. Ebenso wenig die zwei kleinen Schnapserl vom Bauer aus Graz, einen Williams und einen Vogelbeeren.

Kommen wir zuletzt zur Rechnung, einer positiven Überraschung. Wir haben für 7 Personen insgesamt nur € 270.- bezahlt (ohne Tipp), zugegebener Weise mit einem Kind (Kindermenü), mit nur vier Vorspeisen und mit relativ wenig Alkohol. Aber immerhin mit fünf Nachspeisen, mit einer Flasche Rotwein, sowie mit zwei Digestifs und fünf Kaffees. Wir wurden gut und schnell bedient, und das Ambiente ist freundlich & hell und man hat großzügig Platz. Ein bisschen Platz bleibt auch noch für Kritik: Im Almtalerhof gibt es kein Gedeck und auch kein Amuse-Gueule. Auf Wunsch wird jedoch frisch Gebackenes (Laugenbrezerl, Salzstangerl. etc.) angeboten. Wir wurden allerdings weder gefragt, noch wurde das Körbchen ungefragt serviert. Die Speisekarte wechselt kaum, ich kann jetzt für längere Zeit nicht mehr hingehen. Aber ich habe ja die Möglichkeit, das Angebot via Homepage des Restaurants zu beobachten. Dies trifft übrigens auch für das tägliche Mittagsmenü zu. Und ganz zuletzt: Beim Nachspeisenangebot gibt es meiner Meinung nach sicher noch Luft nach oben!

Almatalerhof 11.3.18 Mousse Almatalerhof 11.3.18 Powidltascherl

Kleine aber feine DessertauswahL: Zweierlei Schokomousse mit Marillenragout und Powidltascherl mit Maronischaum

Zeiner in Pucking

Bodenständig speisen beim Zeiner

Heringsschmaus beim Kirchenwirt in St. Leonhard

Einen für unsere Begriffe eher ungewöhnlichen Heringsschmaus gab es am heurigen Aschermittwoch. Waren wir in den letzten Jahren meist im Rahmen einer verhältnismäßig großen Gruppe unterwegs, waren es heuer nur sieben hungrige Mäuler. Und gab es in den letzten Jahren meist ein international ausgerichtetes Buffet im Sky Gourmet, haben wir uns heuer in einem Landgasthaus durch eine ausschließlich heimische Fischkarte durchgegessen. Trotz Verzichts auf Räucherlachs und Kaviar, Muscheln und Tintenfische oder Scampi, Paella, Pasta oder Risotto waren wir im Gasthaus Zeiner durchaus zufrieden.

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Mit einem guten Schluck beginnt ein gemütlicher Heringsschmaus beim Zeiner in Pucking, dann gibt´s Kartoffelcremesuppe

Das Wichtigste gleich vorab: Der Kirchenwirt ist kein Restaurant, sondern "nur "ein Wirtshaus. Wie der Cagitz in Rutzing oder der David in Priesching. Dafür habe ich Verständnis. Leider gab es aber nicht nur keine internationale Küche, sondern es fehlte auch ein bisschen die Raffinesse und die Vielfalt des Angebotes an heimischen Spezialitäten. So beschränkten sich die Vorspeisen auf zwei Suppen - eine Frittaten- und eine Kartoffelcremesuppe - und eine Portion Heringskäse. Eine geräucherte Forelle und ein saurer Hering nach Hausfrauenart würden da gut passen. Bei den Hauptspeisen umfasste das Angebot nur Gebratenes und Gebackenes. Forelle blau oder ein Fischgulasch suchte man vergebens. Was würde mir als Hobbykoch da alles einfallen, allein wenn ich an die zahlreichen Fischabfälle wie Köpfe oder Innereien denke, von der Bouillabaisse bis zum Fischbeuschl. Ebenso eingeschränkt war das Angebot an Nachspeisen, außer Sachertorte und Kardinalschnitte war um 19.30 h nichts mehr vorhanden.

Nun die (halbwegs) gute Nachricht: Die auf der Speisekarte angebotenen bodenständigen Fischgerichte Zander, Forelle Scholle und Karpfen waren - gebraten oder gebacken sowie im Ganzen oder filetiert - in Ordnung. Die Beilagen allerdings bei allen Gerichten gleich, wie eben eine typische "Sättigungsbeilage": Salzkartoffeln, einen Löffel Sauce Tartare und eine Portion gemischten Salat. Meine Gattin hatte sich für ein Zanderfilet natur um € 13,90 entschieden und war - insbesondere auch mit dem knackigen und gut mariniertem Salat - durchaus zufrieden. Ich probierte die sehr sämige und wohlschmeckende Kartoffelcremesuppe um € 3,20 .Dann das mit € 15,50 teuerste Gericht auf der Karte, nämlich den gemischten Fischteller mit je einem panierten Stück vom Zander, von der Scholle und vom Karpfen. Auch daran gab es kaum etwas auszusetzen, einfach brav und ordentlich gemacht. Das Nachspeisenangebot wie gesagt eher kärglich. Die Kardinalschnitte hat meiner Gattin zwar geschmeckt, mir war sie ehrlich gesagt zu cremig und zu wenig süß.

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Köstlichkeiten nur aus heimischen Gewässern: Forelle natur und Fischteller mit Erdäpfeln und Salat

Noch zwei Bemerkungen, eine zu den Getränken und eine zum Service. Die Getränkekarte war ausreichend, das Angebot an offenen Weinen und Flaschenweinen gut. Am besten schmeckte uns zum Fisch der Gemischte Satz vom Wieninger um € 18.-, von dem wir dann auch noch eine zweite Flasche ordern mussten. Weniger gut war der Kaffee, aber danach sollte man ja einen Heringsschmaus nicht unbedingt beurteilen. Das Service war im Prinzip gut, flink und freundlich. Lediglich bis zur Bestellung hat es ein klein bisschen gedauert. Meine kritische Bemerkung dazu wurde eher unhöflich beantwortet.

Im Großen und Ganzen haben wir an diesem Abend das bekommen, was zu erwarten war: Einfache, ehrliche und bodenständige Kost zu sehr fairen Preisen. Die Küche würde ich gerne ein anderes Mal beurteilen, wenn ich eine komplette Speisekarte und nicht nur eine Fischkarte vorgelegt bekomme. Gute Freunde haben mir erzählt, dass es da allerhand Spezialitäten geben soll, und man durchaus auch ein ordentliches Bratl in der Rein serviert bekommt!

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Noch schnell vor dem Beginn der Fastenzeit eine sehr cremige Kardinalschnitte beim Zeiner!

Rauner wie rote Rüben

Raunen über das Rauner

Erstaunliches über ein außergewöhnliches Restaurant

Raunen und Staunen kann man über das Rauner in vielfacher Hinsicht. Beginnend mit der Lage im Bulgariplatz-Viertel, das kulinarisch ja eher ein Entwicklungsgebiet ist. Oder kennen Sie vielleicht das Wirtshaus zur Makart-Stub´n? Dann über die hauseigene kostengünstige Parkgarage, die gemeinsam mit der Lage nächst der Autobahn eine Anreise mit dem eigenen Auto zum Vergnügen macht. Weiters über die täglichen Öffnungszeiten durchgehend von 11.00-24.00 h, an Wochenenden und Feiertagen ist allerdings geschlossen. Und auch das anfangs propagierte Frühstücksservice ist bereits Geschichte. Und last but not least über das Lokal selbst, das sowohl von außen als auch von innen herzerfrischend aussieht: Modern und hell mit viel Glas und doch gemütlich, bunt und farbenfroh und doch freundlich, etwas schräg mit zahlreichen hohen Tischen, aber durch reichlich Holz doch ein deutlicher Touch von Heimat und Mühlviertel. Womit wir endlich bei der Speisekarte gelandet wären.

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Das sind die offiziellen Bilder vom RAUNER - So sieht heute ein zeitgemäßes Mühlviertler Wirtshaus aus!

Phillip Stummer als Küchenchef und seine Gattin Sigrid haben den Namen des Lokals nicht zufällig gewählt. Die rote Rübe ist nicht nur namensgebend für das Restaurant, sondern auch das Fundament eines Speisen- und Getränkeangebotes mit starkem, regionalen Bezug. Den selbst kreierten Eistee haben wir zwar nicht probiert, dafür aber die Palatschinke in gesalzener und süßer Form, die ja eine weitere Säule des Angebotes im Rauner darstellt. Aber schön der Reihe nach.

Wir starteten mit Mineralwasser, einem Glas Riesling vom Hiedler und einem Seidel Zwickel-Bier aus Freistadt. Das Bier in Ordnung, gut temperiert und gut ebenso gut gezapft. Der 2016-er Urgesteins-Riesling vom Weingut Hiedler aus dem Kamptal aber eher fad, mit wenig Säure und noch weniger Esprit. Um uns die Zeit zu verkürzen ließen wir uns ein Gedeck um € 2,50/Person bringen. Das stellte sich als gute Entscheidung heraus. Nicht weil die Wartezeiten so lang waren, sondern weil wir uns an drei köstlichen Brotsorten und vier verschiedenen Aufstrichen (Pilzbutter, Topfen, Kürbiskern und Rote Rüben) erfreuen konnten. Dann jedoch kam eine tiefe Enttäuschung, nämlich die Mühlviertler Rahmsuppe mit Schwarzbrotcroutons und Schnittlauch. Dünn und wässrig, fast geschmacklos, aber dafür sauer wie eine Salatmarinade. Kommentar des Kochs zu unserer Beschwerde: Ohne Essig würde die Suppe ja nach gar nichts schmecken!“ Die einzig mögliche Antwort darauf war, die Suppe einfach zurückzuschicken.

Rauner Gedeck Rahmsuppe Rauner

Stark angefangen, aber stark nachgelassen: Lobenswertes Gedeck, dann essigsaure Mühlviertler Rahmsuppe

 Was dann folgte war allerdings deutlich besser. Zum Beispiel die pikanten Palatschinken, die unsere beiden Damen bestellt hatten. Eine mit Pulled Chicken (Hähnchenbrust mit Caesarsalat und Parmesan) und eine mit geschnetzeltem Kalbfleisch (Vitello-Palatschinke) mit Rucola. Große Portionen, ausgezeichneter Geschmack, vielleicht nur ein bisschen zu wenig warm serviert. Wunderbar auch das Rinderfilet meines Freundes, serviert mit Steinpilzen, Vogerl- und Rucolasalat sowie einer Selleriecreme. Aufgefallen ist, dass mein Freund nicht gefragt wurde, wie er sein Filetsteak haben möchte. Es kam dann in etwas medium-rare und war wirklich perfekt. Womit wir dann bei meinem Hauptgericht gelandet wären, einem Surschnitzel vom Eferdinger Landschwein mit Petersilienerdäpfeln und Preiselbeeren. Da kann man normalerweise nicht viel falsch machen, und es war auch alles okay. Zur Begleitung haben wir einen Sauvignon Blanc vom Muster aus der Südsteiermark gewählt, eine deutlich bessere Wahl als die des Rieslings.

Surschnitzel Vitello Palatschinke

Nichts zu meckern gab es über die Hauptspeisen, wie das Landschwein-Surschnitzerl und die Vitello-Palatschinke

Ein wirklicher Höhepunkt waren die Nachspeisen, Palatschinken machen können sie im Rauner. Das beginnt mit der einfachen süßen Palatschinke mit hausgemachter Marillenmarmelade und geht bis zur Triple Chocolate Palatschinke, gefüllt mit weißer und brauner Schokolade, mit Schokoladensauce und Schlagobers. Originell und ebenfalls wohlschmeckend das Affogato, ein Vanilleeislutscher mit einem Espresso. Den vergönnten wir uns dann auch noch, auf einen Digestif wurde aber angesichts der bevorstehenden Heimfahrt mit dem Auto verzichtet. Die € 151,90, die wir letztlich für vier Personen bezahlt haben, muten auf den ersten Blick eher moderat an. Man muss aber bedenken, dass zwei davon überhaupt keinen Alkohol getrunken haben und auch keine Flasche Wein sowie kein Aperitif oder Digestif konsumiert wurde. Wir hatten auch nur jeweils 2 Vorspeisen und 2 Nachspeisen. Ansonsten hätte die Rechnung leicht € 200 und damit € 50.-/Kopf ausgemacht. Das Rauner ist also kein preisgünstiges Lokal, die Preise kann man aber als angemessen bezeichnen. Das Service war im Prinzip gut, flink und höflich, beim Wein wäre allerdings eine kleine Nachschulung nicht schlecht. Diese würde bei dem ohnehin überschaubaren Angebot an offenen Weinen auch gar nicht besonders viel Zeit in Anspruch nehmen.

Das Rauner bietet auch einen Mittagsteller mit jeweils 2 Gerichten - eines davon vegetarisch - zur Auswahl um günstige € 8,50 an. Dazu kann man Suppe und Salat um € 1,50 und ein Dessert um € 2,50 dazu bestellen. Schon allein das wäre - neben zahlreichen anderen – ein guter Grund wieder zu kommen!

Affogato Drei Schoko Palatschinke Rauner

Das Allerbeste kam ganz zum Schluß: Affogata (Eis am Stiel mit Espresso) und Triple Chocolate Palatschinke