Heckmann kocht!

Teatro

Teatro – eine Dinner-Show für Herz und Gaumen

 

Letzte Woche waren meine Gattin und ich in Schuhbecks Dinnershow „Teatro“ im Spiegelzelt in der Linzer Tabakfabrik. Es war das Weihnachtsgeschenk meiner Frau für mich, und so hatten wir die besten Karten (Kategorie Deluxe, direkt an der kleinen Drehbühne in der Mitte des Zeltes, Mo-Do um € 86,50/Person), auf Tuchfühlung mit den Sängern und Artisten sozusagen, das reguläre, viergängige Menu mit zusätzlich zwei Getränkegutscheinen á 20 € und das Programmheft für die Show „Herzstücke 2016/2017). Nur die Erinnerungsfotos – sofern man welche mitnehmen wollte, waren extra zu bezahlen (und mit € 10.-/Stk. alles andere als preiswert).

 

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Nachdem dies ja eine Homepage für Hobbyköche, Gourmets und sonstige Genießer ist, zunächst zum Essen. Gleich vorweg gesagt: Nur deswegen bräuchte man nicht in diese Show kommen, das 4-Gang Menu um € 45,50 sieht sehr gut aus, schmeckt aber teilweise nur so. Aber das möge jeder selbst beurteilen, die Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden und das ist gut so. Die vier Gänge des regulären Menus waren:

 

- Vorspeise: Tatar von der geräucherten Forelle , dazu gebeizten Alpenlachs mit bunten Rüben und Kren

- Zwischengericht: Cremesuppe von Muskat- und Butternusskürbis mit Ingwer, Honig und Chili, garniert mit Kürbiskerncroutons und Kernöl

- Hauptspeise: Rosa gebratenes Filet vom Almochsen mit Erdäpfel-Petersilienpüree, geschmorten Honigkarotten und Portweinjus

- Nachspeise: Lebkuchensoufflé mit eingemachten Zwetschgen, dazu Eis von der LInzertorete und Gühweinschaum

 

 

 

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Die Vorspeise zwar hübsch anzusehen, aber nicht viel dahinter, viel besser die Kürbiscremesuppe

 

Nachdem das gesamte Spektakel von 19.30 h bis fast 23.30 h gedauert hat, gestaltete sich der Ablauf so: ½ - ¾ Stunde Show, dann wurde ein gangserviert, dann wieder ½- ¾ Stunde Show, dann der nächste Gang, u.s.w. Überfressen konnte man sich dabei also nicht, und das nicht nur wegen der Pausen, sondern auch wegen der Größe der Portionen.

 

Die Vorspeise war meiner Meinung nach zu vernachlässigen, die Forelle war wahrscheinlich ebenso wie der Lachs aus einem klaren Alpenbächlein. Beide hätten wegen ihrer bescheidenen Größe eigentlich noch gar nicht gefangen werden dürfen. So dominierte das rohe, weitgehend geschmacklose Gemüse. Bei der Kürbissuppe – bei Schuhbeck natürlich mi dem unvermeidlichen Ingwer und mit Chili - gab es wirklich nichts zu meckern. Das Filet vom Almochsen war bestens, sowohl von der Fleischqualität als auch vom Garpunkt her einfach perfekt. Vom Püree hätte ich persönlich mir ein bisschen mehr Geschmack gewünscht und der Portweinjus hat leider nur eine sehr kurze Bremsspur auf dem Teller hinterlassen. Gut wenn auch etwas zu advent- bzw. weihnachtlich das sehr lebkuchen-lastige Dessert. Nach einem Pfiff Bier habe ich dann zweimal Wein bestellt, mir aber leider die Herkunft nicht gemerkt. Der offene Riesling zur Vorspeise war jedenfalls perfekt, etwas weniger gut hat mir der Blaufränkische zum Almochsen-Filet geschmeckt.

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Beide Gänge durchaus in Ordnung: Das rosa gebratene Almochsenfilet und das sehr weihnachtliche Lebkuchensoufflé

 

Beim Menu konnte man zum selben Preis zwischen dem oben beschrieben regulären Menu auch ein vegetarisches, ein veganes, oder ein Zwergerlmenu wählen, was bei uns zwei Tischnachbarn auch taten. Beim vegetarischen und beim veganen Menu wurden als Hauptspeise z.B. Steinpilz-Polenta-Tascherl mit Ruccola und Trüffelschaum angeboten, beim Zwergerl-Menu ausgelöstes Backhenderl mit Kräuterkartoffeln.

 

Abschließend noch ein paar Worte zur Show, die im Wesentlichen aus drei Elementen besteht: Aus einem bzw. zwei gut miteinander eingespielten Conférenciers (Georg Schießl und Danielo), einer schwungvollen, wandlungsfähigen und sehr professionellen Gesangstruppe (den Singing Waiters), und einer bunten Schar ausgewählter, internationaler Artisten, darunter einige wirkliche Ausnahmekönner. Und das alles auf kleinstem Raum, nämlich au feiner Scheibe mit vielleicht 3-4 m Durchmesser in der Mitte des Spiegelzeltes. Ich möchte jetzt nicht den einen oder anderen herausstreichen oder kritisieren, sondern alle pauschal loben, denn wir haben uns köstlich amüsiert, viel applaudiert und keine Sekunde gelangweilt.

 

Ich war schon bei verschiedenen Dinner-Shows, vor vielen Jahren im Palazzo in München bei Eckart Witzigmann, und später dann in Wien bei Reinhard Gerer. Ich kann nur sagen: Das derzeit noch bis 22. Jänner 2017 in Linz laufende Teatrovom Schuhbeck (www.teatro-linz.at) verdient ihren Besuch!

 

Georg Empfehlung

Gehen Sie ins Teatro, nicht nur des Essens wegen - es ist ein Gesamtkunstwerk!

Reif für den Reif

Der Reif in Staudach: Liebe auf den zweiten Blick

 

Mehr als ein halbes Jahr ist seit unserem ersten Besuch im Landgasthaus Reif in Staudach/Alkoven vergangen. Damals war es ein lauer Sommerabend im Gastgarten und wir waren nur zu dritt. Diesmal waren wir eine Woche vor Weihnachten zu einer Geburtstagsfeier im Kreise der Familie dort, und wir immerhin zu siebt.

 

Geburtstagskinder

Die strahlenden Geburtstagskinder und Dessert-Queens Lea und Ruth beim Reif

 

Der Tisch war für 12.00 h reserviert, und die Gaststube war relativ voll. Es waren aber auch noch nicht alle Frühschoppen-Gäste gegangen, einige schienen ein ausgesprochen gutes Sitzfleisch zu haben. Zum Aperitif gab es einen Pfiff Grieskirchner, später wurden dann kleine Hirter Biere getrunken. Bei der Vorspeise war man sich relativ einig, die Steinpilzsuppe um € 5,50 ging als eindeutiger Favorit hervor. Ich tanzte aus der Reihe und wählte ein Carpaccio vom Hirschrücken mit getrüffelter Eierspeis, Kräuterpesto, Ruccola und Parmesan: Mit 13 € zwar sau teuer, aber auch sau gut (siehe Bild). Das heißt jetzt aber nicht, dass die Suppenesser unzufrieden waren, ganz im Gegenteil.

 

Carpaccio

Eine einmalig raffinierte Vorspeise: Carpaccio mit getrüffelter Eierspeis

 

Bei den Hauptspeisen herrschte Vielfalt. Von den beiden Geburtstagskindern wählte die Vegetarierin getrüffelte Fettuccine (mit 20 € natürlich auch nicht gerade wohlfeil) , die andere eine Maishendlbrust. Mein Bruder nimmt sehr gerne Zwiebelrostbraten, was er auch in diesem Fall tat. (siehe Bild) Er war begleitet von Speckbohnen, Kartoffeln und den unvermeidlichen Röstzwiebeln. Mein Sohn hatte außerhalb der Karte das Dry Age Rib-Eye Steak gewählt, mit nahezu € 30.- das mit Abstand teuerste Gericht, aber die Fleischqualität war natürlich exzellent. Seine Gattin hatte die Rinderfiletspitzen mit Pilzen und Polenta genommen. Ich blieb beim Premium-Schulterscherzl hängen, mit Apfelkren und einer guten Sauce Tatar, und meine Gattin beim Zanderfilet mit Erdäpfel-Lauch-Gröstl und grünem Salat. Zum Schulterscherzl schmeckte der offene Grüne Veltliner ganz ausgezeichnet, was man dem Blaufränkischem zum Steak auch zugestehen muss. Übrigens: Die Weinkarte ist durchaus in Ordnung!

 

 

Getrüff.Fettuccine 

Ein zeitloser Klassiker der österreichischen Küche: Zwiebelrostbraten mit Speck-

bohnen, Kartoffeln un dden unvermeidlichen Röstzwiebeln

 

Höhepunkt und Abschluss des Geburtstagsessen für meine beiden Nichten waren natürlich die Nachspeisen. „Bitte frage Sie nach dem Dessert“ stand am Ende der Speisekarte. Und wir fragten, und bestellten dann wie so oft alles, was im Angebot war. Ich glaube, es waren genau sieben Speisen für uns sieben Personen, wobei mein Bruder sich beim Süßen eine Auszeit nimmt. Und so machten die Dessertteller mit den süßen Köstlichkeiten wie immer ihre Runde, und wir delektierten uns an Jägertorte ebenso wie an Schokoflan, und an einer Eispalatschinke genauso wie an einer Kardinalschnitte (siehe Bild). Und hätte sich der Reif bei den bisherigen Speisen nicht ohnehin schon qualifiziert, dank des ausgezeichneten Dessert-Angebots hätte er es spätestens jetzt geschafft.

Kardinalschnitte

Ebenso klassisch wie köstlich: Eine Kardinalschnitte vom allerfeinsten!

 

Bleibt noch zu sagen, dass wir inklusive dem einen oder anderen alkoholfreien Getränk und sechs Kaffees sowie zwei Schnapserl mit 70 € pro Person das Auslangen gefunden haben. Nicht gerade billig, aber durchaus angemessen. Womit sich der Schluss meiner ersten Rezension aus dem Sommer durchaus bewahrheiten dürfte, wo ich den Anfang einer dauerhaften Beziehung vorausgesagt habe!

Usedom - ein kulinarischer Kurzbericht

Usedom – ein kulinarischer Kurzbericht

 

Fisch, Fisch und noch einmal Fisch

 

Nach Usedom gelangt man von Linz aus schneller, als man landläufig annehmen würde: Man fliegt in einer guten Stunde nach Rostock, und von dort geht´s dann per Bus, Zug oder Leihwagen weiter auf die Insel Usedom. Wir – meine Gattin und ich - hatten eine Ruefa-Pauschalreise gebucht, mit Flug, Bustransfer, Hotel mit Frühstück in Heringsdorf und drei inkludierten Ausflügen. Aber darüber will ich ja gar nicht viel erzählen, sondern mehr über die Küche dieser Region. Wir waren in keinem Hauben- bzw. Sternelokal. Die besten resp. feinsten Restaurants, in denen wir so gut wie immer abends gegessen haben, waren das Heinrich´s in unserem Strandhotel, das benachbarte Restaurant Waterfront im Steigenberger Hotel und der Pommersche Hof, alle in Heringsdorf. Eher Durchschnitt waren das Restaurant Seebrücke in Ahlbeck (das Matjestratar war super, die Rote Grütze dagegen zum vergessen), die Hafenküche in Rankwitz (langsames Service, aber köstliche Fischsuppe) und das Bistro Don Hering im Maritim Hotel Kaiserhof in Heringsdorf. Nicht zu vergessen den Imbiss „Zur Molle“ an der Strandpromenade in Bansin, wo es Räucherfisch, Fischbrötchen und Bier gibt. Ganz köstliche Fischbrötchen mit Backfisch oder Lachs, übrigens.

Strandhotel Heringsdorf mit Heinrichs

Strandhotel Heringsdorf mit Restaurant Heinrich´s

 

 

Waterfront  

Hotel Steigenberger mit Bistro & Bar Waterfront

 

Da es bei Mecklenburg-Vorpommern um ein eher in jeder Hinsicht armes und landwirtschaftlich ausgerichtetes Bundesland handelt, ist auch die Küche eher deftig bis kräftig. Hausmannskost in üppigen Portionen füllt die Teller, und da Usedom ja eine Insel ist, natürlich auch Fisch. Ungekrönter König der Fische ist dabei der Hering, den es in den verschiedensten Variationen gibt: Als Bismarckhering mariniert mit Essig, Zwiebeln, Senfkörnern und Lorbeer, als Matjes mild gesalzen in jugendlichem Alter (einen solchen hatten wir mit Remouladensauce, Pellkartoffeln sowie einem Salatbouquet, oder als Rollmops, ein kopf-und schwanzloses Heringsfilet, handgewickelt, mit einem Holzstift zusammengehalten, und mit Gurken und Zwiebeln in Essiglake eingelegt. Ich hatte ihn auch gebraten als Pommerschen Ostseehering mit Bratkartoffeln und Salat oder als Ahlbecker Matjestartar mit Schwarzbrot uns Schmalz.

 

Pommerscher Hof Heringsdorf 

Hotel & Restaurant Pommerscher Hof

 

Don Hering

Bistro Don Hering im Maritim Hotel Heringsdorf

 

Andere köstliche Speisefische sind z.B. Scholle (meine Gattin hatte eine Kutterscholle nach Finkenwerder Art und ich eine Scholle gebraten mit Bratkartoffeln und Gurkensalat), Flunder, Steinbutt (auf den Teller kamen ein Steinbutt-Filet unter einer Steinpilzkruste mit Rosmarinkartoffeln und kleinem Salat sowie ein Duett von Steinbutt und Peenebarsch auf einem Eintopf von Kürbis und Kartoffeln mit Riesling-Schaum), und Seezunge (gebraten nach Müllerinnen-Art mit Petersilienkartoffeln und Gurkensalat. Einmal musste es bei einer einfachen Verkaufsbude auch ein Backfischbrötchen sein, ein panierter Fisch in einem Brötchen mit Salatblatt und Remouladen-Sauce oder Mayonnaise. Nicht probiert haben wir Aal oder geräucherten Fisch, wobei verschiedene, geräucherte Fische (Lachs, Hering, Aal) eigentlich Teil unseres täglichen Frühstücksbuffets waren. Natürlich gab es auch noch anderes Meeresgetier. So hatten wir z.B. einen respektablen Shrimps-Avocado-Salat mit Linsenbrot (Papadam) oder Penne mit Lachs.

 

Matjes mit Remouladensauce

Der berühmte Matjes mit Remouladensauce, Pellkartoffeln und Salatbouquet

Sehr wohl gekostet haben wir natürlich auch Fischsuppe, immer mit viel Fisch, aber einmal mit mehr und einmal mit weniger Sahne. Apropos Suppe: Von den deftigen, bodenständigen Gerichten haben wir eher nur die Suppen probiert, so z.B. eine eingedickte, pommersche Kartoffelsuppe, natürlich mit Kartoffeln, Karotten und Speck, gewürzt v.a. mit Petersilie. Lorbeerblatt und Beizkraut. Oder eine Soljanka, eine Restlsuppe aus passierten Tomaten und Paprika, mit Zwiebel, Gurkerl, Paprikastreifen und Wurstresten. Wild war wahrscheinlich aufgrund der Jahreszeit – es war erst Anfang September- kaum auf den Speisekarten zu finden, und vergeblich suchten wir auch nach dem berühmten „Lapskaus“ (ein Eintopf aus Kartoffeln, Rindfleisch, Heringsfilet und roter Beete).

 

Was die Nachspeisen betrifft ist das Eis nicht so schlecht, ich hatte ein Vanille-Stracciatella-Eis mit Schokosauce und ein Parfait von der Weinbergpfirsich. Probiert haben wir natürlich auch die berühmte Rote Grütze, serviert mit Vanillesauce und Pumpernickel. Ich glaube, bei diesem ersten Versuch werden wir es auch belassen. Ansonsten jede Menge Torten zu einem meist besseren Cappuccino. Auch den auf der Insel wachsenden Sanddorn habe ich verkostet: In Form damit gefüllter Schokolade und als Saft.

 

Soljanka

Soljanka: Restlsuppe aus passierten Tomaten mit Paprika und Wurst- oder Fleischresten

 

Bleibt noch ein letzter Absatz übers Trinken. Das Hauptgetränk an der Ostsee ist offensichtlich Bier, vorzugsweise lokal gebraut und frisch gezapft. Zwei Brauereien gibt es auf der Insel: Eine, das Usedomer Brauhaus in Heringsdorf, und die zweite im Wasserschloss Mellenthin. Beide probiert, beide sehr gut. Wasserschloss Mellenthin ist übrigens ganz interessant und das Bier ist gut, was man leider von den Mehlspeisen aus der hauseigenen Konditorei nicht behaupten kann. Dazu kommen noch aus der näheren Umgebung die Störtebecker Braumanufaktur in Stralsund und die Hanseatische Brauerei in Rostock. Auch die beiden durchaus empfehlenswert. Aufgrund unserer Vorliebe für Fisch habe ich die ganze Urlaubswoche ausschließlich Weißwein getrunken, und den offen. Das hier übliche Glas von 0,2 l kostet von € 5,90 (Riesling QbA in der Seebrücke Ahlbeck) bis € 9,50 (Sauvignon Blanc von Klaus Mayer/Pfalz im Restaurant Waterfront/Steigenberger). Ich habe auch Weißburgunder und Pinot Grigio getrunken, alle Weine waren ganz gut. Der vielfach erwähnten Köm – einen klaren Kümmelschnaps – habe ich mir allerdings erspart.

 

Résumé: Nach Usedom reist man sicher nicht des Meeres wegen, weil das ist kalt und schmutzig. Der Strand ist zwar wunderschön, aber es gibt weder Toiletten noch Duschen noch Umkleidekabinen. Die Strandkörbe sind sehr putzig, aber aber relativ unbequem. Wenn man hierher kommt, dann eher wegen des nahezu täglichen Sonnenscheins und der reinen und gesunden Luft. Was das Essen betrifft, so kommen Fischliebhaber auf Usedom voll auf ihre Rechnung, ebenso Liebhaber deftiger Gerichte. Allerdings müssen alle Geduld und Nachsicht haben, denn hier geht alles sehr langsam und manches geht überhaupt nicht, und man weiß eigentlich nicht warum. Manchmal glaubt man sich wirklich in die gute, alte DDR-Zeit zurückversetzt, mit absichtlich schleppendem Service und Sättigungsbeilage auf den Speisekarten.

 

 

Weingut am Berg

Weingut am Berg

 

Ein schöner Abschluss eines abwechslungsreichen Ausfluges

 

Vor kurzem waren meine Gattin und ich mit den Ofteringer Wirtschaftstreibenden unterwegs. Wir waren auf einen Wochenendausflug in die Wachau und ins Kamptal eingeladen. Da wir Freitagabend beim Sommertheater auf der Rosenburg waren und in Krems übernachteten, stießen wir erst Melk zu den Ausflüglern. Am ersten Tag standen eine Schifffahrt nach Krems mit anschließender Stadtführung, und dann die Weiterfahrt ins Hotel nach Strass auf dem Programm. Am Abend schließlich besuchten wir die Aufführung der Operette „im weißen Rössl“ in Schloss Haindorf bei Langenlois.

 

Abschluss und Höhepunkt war am Sonntag zweifellos der Besuch des Weingutes am Berg in Mittelberg. Der Ort Mittelberg und das Weingut der Familie Gruber liegen 400 m über dem Kamptal. Schon im 12. Jh. wurde hier oben Weinbau betrieben, die Familie Gruber macht dies auf etwa 13 ha seit 3 Generationen. Unterschiedliche Böden, heiße Sommer mit kühlen Waldwinden und lange, sonnige Herbstperioden, begünstigen die außergewöhnliche Lage. Neben Wein werden auch Obst und Gemüse sowie Säfte und Marmeladen produziert. Der Braten kommt nicht mehr vom eigenen Schwein, sondern von dem einen oder anderen zugekauften. Und den gibt´s dann zum Heurigen, aber davon später.

 

Zunächst zu den Weinen, die wir nach einem wunderschönen Rundgang durch die Weingärten und einer kurzen Kellerführung verkosten durften. Die Weine werden in zehn unterschiedlichen Lagen angebaut, von denen die wichtigsten Kellerberg (Top-Lage v.a. für Grünen Veltliner und Riesling, Weine eher blumig-verspielt), Loiserberg (karge Bodenstruktur, Weine mit tiefer Fruchtigkeit und exotischer Note), Steinhaus (kleine, steile Terrassenlage, Weine mit einer sehr eigenen, karg-würzigen Aromatik) und Käferberg (luftige Lage, Weine mit intensiven Fruchtaromen und viel Würze) sind.

 

Begrüßt wurden wir mit einem Glas erfrischendem Sparkling Rose´. Dann kamen die Grünen Veltliner von den verschiedenen Lagen, alle Jahrgang 2015 und einer besser als der andere. Nach einem kurzen Abstecher zum Riesling tauchten wir in die Vielfalt des Weingutes ein: Bouvier (mit ein bisschen Rest-Süße), ein sehr frischer gelber Muskateller, ein den Wienern in nichts nachstehender Gemischter Satz und ein kräftig-aromatischer Chardonnay wurden verkostet. Beste Qualität zu moderaten Preisen, die Weißen (mit Ausnahme der Aus- und Spätlesen) alle zwischen € 6.- bis € 8,50.-, die Reserven bei € 12.- bis € 13,50.-. Wen wundert es da, dass für den Rosé vom Zweigelt und für die Rotweine (Zweigelt, Burgunder und Merlot) kein Platz mehr blieb. Von den guten Bränden musste ich leider ohnehin die Finger lassen, schließlich wartete ja in Melk mein Auto auf mich.

 

Auch von der Qualität des Heurigen durften wir uns ausgiebig überzeugen, die Tische bogen sich nur so voll von lauter Köstlichkeiten. Hausgemachter Schweinsbraten, Geselchtes, Blunzn und Sulz gab es ebenso wie Aufstriche und Käse aller Art. Dazu frisches und eingelegtes Gemüse und - für jene die keinen Alkohol trinken – auch schonend gepresste Säfte.  Das Service war perfekt, freundlich und immer präsent. Aber betrachten sie ruhig die Bilder, denn ein Bild sagt ja bekanntlich mehr als 1000 Worte. Sie werden sehen, wie wohl wir uns gefühlt haben.

 

Neben den Weinen und Schnäpsen können im kleinen aber feinen Shop des Weingutes auch liebevoll gekochte Marmeladen und Kompotte gekauft werden, dazu handgemachte Schokoladen und Löwenzahnhonig. Einige Accessoires und Bücher ergänzen das Sortiment. Zur Erinnerung oder als kleines, originelles Mitbringsel für zuhause.

 

 

 

 Weingut am Berg

Weingut am Berg in Mittelberg – eine Adresse, die Sie sich merken sollten!

 

Sektempfang  Weingarten

Empfang mit hauseigenem Frizzante, dann Spaziergang durch die Weingärten

 

Weinkeller Weinverkostung

Kurze Theorie im Weinkeller, aber ausgiebige Praxis bei der Weinverkostung!

 

 

Heurigenbuffet Wirt am bERg

Die Tische biegen sich unter den Köstlichkeiten: Ein Teil vom Heurigenbuffet

Reif in Staudach

Reif in Wiesberg

 

Erstbesuch beim Landgasthaus Reif in Staudach/Alkoven

 

Lange hat es gedauert, bis wir - aufgrund mehrerer Empfehlungen von guten Freunden - hierher gefunden haben. Zunächst waren wir mit den Öffnungszeiten noch nicht vertraut und trafen den Ruhetag, das nächste Mal war Betriebsurlaub. Letzthin wollten wir für einen Sonntag reservieren, waren aber etwas zu spät dran. Aber vor kurzem an einem schönen Mittwochabend hat es dann endlich geklappt.

 

Herfinden wäre an sich schon das erste Problem, aber das nimmt uns ja gottseidank unser Navi ab. Freie Plätze im Gastgarten gab um 18.00 h auch noch genug, und setzten wir uns zu viert an den zentralen runden Tisch und versuchten, den wunderschönen Ausblick aufs Eferdinger Landl zu genießen. Das wurde uns allerdings durch einen schulungsfliegenden Hubschrauber und durch einen rekordverdächtig mit seinem Traktor ackernden Landwirt zunächst gründlich vermiest. Dafür kann der Wirt natürlich nichts, aber Liebe auf den ersten Blick kann sich unter diesen Umständen auch nicht entfalten.

 

Nachdem anfangs nur drei Tische besetzt waren, war das Service freundlich und flink, die Speisekarte und die Getränke – u.a. mein Seiterl vom Hirter – waren schnell auf dem Tisch. Es gab eine sehr interessante Speisekarte, dazu eine Jausenkarte und eine schwarze Tafel an der Hauswand mit den Mehlspeisen. Meine Frau entschied sich für das Bio-Surschnitzerl (€ 13.-), meine Nichte für die Maishendlbrust (€ 17,50). Beides eine sehr gute Wahl. Mein Enkerl gab sich mit einem (überdimensionalen) Speckbrot (€ 5.-) zufrieden, ich mit einer gemischten Jause (€ 10.-). Beides sehr gefällig anzuschauen und sehr gschmackig zu essen. Bei den Nachspeisen waren wir nicht ganz so zufrieden, am besten war noch die Jägertorte (viel Nüsse, kein Mehl, wirklich fluffig) und das Panna Cotta. Mein Marillen-Tiramisu erinnerte eher an einen Scheiterhaufen auf dem Teller und war fast geschmacklos.

 

Die Rechnung für 4 Personen ohne Vorspeise bzw. Suppe, mit 2 kalten und zwei warmen Hauptspeisen sowie vier Nachspeisen mit zwei Kaffees war mit 85.- € nicht gerade preisgünstig, noch dazu wo bis auf zwei Seiterl Bier kein Alkohol im Spiel war. Also Liebe auf den ersten Blick ist es nicht geworden, aber vielleicht doch der Anfang einer dauerhafteren Beziehung. Immerhin war der Gastgarten gesteckt voll, als wir um etwa 20.00h den Heimweg antraten.

 

Gastgarten

Im Landgasthaus Reif erwartet sie ein schöner und gemütlicher Gastgarten

 

Monika und Lea

Zurücklehnen und genießen - ein Abendessen im Gastgarten beim Reif

 

 

 

 

 

 

 

Resteküche - Genießerrunde

Restessen – nicht nur etwas für arme Leute

 

Heute gibt es für alles eine neumodische Bezeichnung. Was früher ein Treffen der pensionierten Altdirektoren mit anschließenden Mittagessen war, ist heute ein Senior Executive Lunch. Und was wir früher einfach unter Restl-Verwertung bzw. Restl-Essen verstanden haben, hat sich heute ganz sexy zur „Eat Smarter“ Bewegung gemausert. Da findet man dann Rezepte für Gerichte wie bayrische Brotsuppe, Gröstl, Gemüseeintopf oder Arme Ritter.

 

Genau zu einem solchen deftigen Restl-Essen hatten Silvia und Walter unsere Genießer-Runde nach Kremsdorf eingeladen. Es war das erste Treffen nach über einem halben Jahr, und wir waren entsprechend „ausgehungert“. Warum aber Restl-Essen, werden sie fragen? Ja, das ist ganz einfach: Silvia und Walter wollen Walters bestehendes Elternhaus abreißen und einen Neubau wagen. Und wenn man ein Haus abreißt, dann muss alles raus, und es fallen entsprechend viele Restln an. Nun, der Abbruch soll erst in einigen Monaten erfolgen, trotzdem fanden wir Motto und Menuplan originell. Dieser stellte mich - als Verantwortlicher für die Weinbegleitung - auch nicht wirklich vor große Probleme. Für Bier und alkoholfreie Getränke hatten die Gastgeber in ausreichender Menge und mit angenehmer Trinktemperatur gesorgt. Bier war natürlich auch ein idealer Begleiter zum folgenden, deftigen Essen.

 

Der Samstagabend war schön und warm, so konnte die herrliche Terrasse mit Ausblick auf den großen Garten genutzt werden. Für ein bodenständiges Essen hatte ich auch einen österreichischen Aperitif mitgebracht, und zwar einen Frizzante Sparkling vom Sax aus Langenlois. Wirkte erfrischend bei diesem warmen Wetter, und bereitete Gaumen und Mägen gut auf das vor, was da noch alles kommen sollte. Als Vorspeise wurde kurz der Griller angeworfen, denn es gab gegrillte Brote. Bratenreste mit Knoblauch und Zwiebel angeschwitzt, mit Topfen, Kren und Dotter verschmischt, gut abgeschmeckt und auf Schwarzbrotschnitten gestrichen. Diese dann kurz auf den Griller und fertig! Dazu passte sehr gut ein Riesling Federspiel vom Jamek aus der Wachau, der uns dann noch ein weiteres Stück begleitete. Es folgte nämlich eine wirklich einmalig köstliche Brotsuppe, gut und sämig, aus vielen würzigen „Scherzln“ zubereitet. Dazu im wesentlichen Rindsuppe, Zwiebel und Knoblauch, Karotte und Tomate, sowie Joghurt zum Dekorieren und Schweineschmalz.

 

Dann kam - wie sollte es auch anders sein - der Hauptgang, der aber eigentlich aus zwei Gängen bestand. Zunächst gebratene Tomaten-Speck-Brotknödel mit Krautsalat. Die Knödel sehr fleischig, im Aussehen ein bisschen an Leberknödel erinnernd. Natürlich war keine Leber dabei, die dunkle Farbe stammte von den braunen Chamipignons und vom Braten. Vielmehr bgestanden sie hauptsächlich wieder aus Brot, getrockneten Tomaten, Speck, Eiern und Milch. Gewürzt mit Petersilie, Zwiebel, Muskatnuss, Salz und Pfeffer. Der Krautsalat knackig und frisch, für mich aber etwas zu wenig gewürzt. Dazu passte der langsam zu Ende gehende Riesling noch, und auch der Südtiroler Vernatsch hätte gut gepasst. Davon hatte ich allerdings nur mehr ein „Restl „(1 Flasche) übrig. Nun reklamierte ich eine erste Runde vom „Verdauerling“, und die meisten Gäste schlossen sich diesem Wunsch an. Dafür hatte ich einen Williams vom Zehetner, vom Altbürgermeister aus meinem Nachbarort Jebenstein, mitgebracht. Und der leistete gemeinsam mit Averna und Fernet dort erste Hilfe, wo es notwendig war.

 

Die Erholungsphase war nur kurz, denn jetzt folgt der zweite Teil des Hauptganges, ein Original Tiroler Gröstl. Und es sah - zubereitet mit Erdäpfeln, Rindfleisch und Spiegeleiern genau so aus, wie ein Gröstl eben ausschauen sollte. Und es schmeckte auch so, wie ein gutes Gröstl schmecken muss. Mit dem Wein hatte ich aber jetzt die liebe Not, denn der Südtiroler war aus und der mitgebrachte Grüne Veltliner – ein Spiegel 2014 vom Hiedler - passte leider nicht. Gottseidank hatte Gastgeberin Silvia auf meine Empfehlung auch für einen frischen Rosé vom Jurtschitsch gesorgt. Ein Rosé vom Zweigelt 2015, leuchtend rosa, frisch und mit angenehmer Säure. Jetzt war die Welt wieder in Ordnung.

 

Wir waren aber natürlich noch nicht fertig, denn es fehlte noch die Nachspeise. Auch die sollte eigentlich wieder aus zwei Gängen bestehen, aus einem Scheiterhaufen und aus Omas Pofesen. Aber unsere aufmerksamen Gastgeber hatten den Ernst der Lage erkannt: Sie schätzen unsere Aufnahmefähigkeit richtig ein und beschränkten sich auf den wirklich köstlichen Scheiterhaufen, allerdings gab es davon eine Riesenportion. Ein Scheiterhaufen besteht bekanntlich u.a. aus (alten) Semmeln, Milch, Eiern, Zucker und Salz, Äpfeln und Rosinen sowie Zucker. Dafür hatte ich zwei Weine mitgebracht, nämlich einen leichteren – einen süßen Weißburgunder Qualitätswein vom Schweifer aus Eisenstadt - und einen schwereren, in diesem Fall eine Welschriesling Auslese vom Sommer aus Donnerskirchen. Beide passten gut, der leichtere vielleicht sogar etwas besser.

 

Und damit war es vollbracht. Ein Espresso und natürlich noch der eine oder andere Digestif, und natürlich auch das eine oder andere Plauscherl. Gratulation an die Gastgeber, die ja auch alles selbst gekocht haben. Restekochen kann ganz schön aufwändig sein, überhaupt in der gebotenen Qualität!

 

 

Terrasse gebratene Brote

Die gebratenen Brote sind serviert - das große Reste-Essen kann beginnen!

 

Brotknödel

Eine echte Delikatesse: Gebratene Tomaten-Speck-Brotknödel mit Krautsalat

 

Scheiterhaufen

Claudia strahlt, als Gastgeber und Chefkoch Walter den Scheiterhaufen serviert!

Floriani Bräu

Frühschoppen im Floriani Bräu Dörnbach

 

Oder doch eine Kesselheiße in Oftering?

 

Lange haben wir schon davon geredet, jetzt haben wir es endlich einmal gemacht: Wir waren letzten Samstag mit einer kleinen Abordnung unseres Siedlervereins auf einen Frühschoppen im Floriani Bräu in Dörnbach.

 

Das Floriani Bräu ist eine kleine, im Familienbetrieb befindliche Bierbrauerei am Dorfeingang von Dörnbach. Es liegt gleich gegenüber dem Landgasthof Fischer, mit dem es eine intime Feindschaft verbindet. Die Besucher des Floriani Bräu verwenden nämlich gerne den Parkplatz des Wirtshaues, und das wir nicht geduldet und auch streng geahndet. Ich persönlich halte das für absolut lächerlich, weil das kleine Brauwirtshaus doch nur jeden ersten Samstag im Monat geöffnet hat. Und weil der Fischer-Parkplatz bis hinunter zur Feuerwehr eigentlich riesengroß ist. Aber das ist eine eigene Geschichte.

 

Im ehemaligen alten und hübsch renovierten Feuerwehrzeughaus wird also gebraut und ausgeschenkt. Gebraut wahrscheinlich öfter, ausgeschenkt wie gesagt nur jeden ersten Samstag im Monat von 9.00h-20h. Wir sind um 10.00h gekommen und das kleine Lokal war schon ziemlich voll. Gottseidank war Schönwetter, sodass di9e beiden Freiterrassen genutzt werden konnten. Gut und bequem sitzt man auf den Garnituren nicht, und selbst bedienen muss man sich auch und dabei noch Schlange stehen muss man auch. Trotzdem kommt man in Scharen her, um ein von der Hand gebrautes, offenes dunkles (gold-bernstein-färbiges) Landler oder ein helles Natur Pils zu trinken. Des Weiteren gibt es noch ein Bockbier und ein weißes. Die Biere können auch in der Flasche (z.B. in einer originellen Holzkiste), im Geschenkkrug oder im 154l Partyfass mit nach Hause genommen werden.

 

Vor Ort verzehrt werden sollte aber auf jeden Fall eine Weiße (eigentlich zwei Stück) oder eine Burenwurst mit Senf, selbstverständlich mit Laugen-Brezn (Brezel) und mit frischem Radi (Rettich), der hier nicht mit dem Messer geschnitten wird, sondern mit einer speziellen Radischneidmaschine. Und bitte gleich alles beim Bierausschank bezahlen und ein Markerl für die Wurst ausfassen, sonst stellt man sich nämlich nochmals an. Die Würste und das Bier sind ausgezeichnet, wie es sich für einen richtigen Frühschoppen halt gehört.

 

Weil sich hier alles auf kleinstem Raum abspielt, ist auch das Gedränge groß und der Lärmpegel hoch. Langes, gemütliches Sitzen ist da nur schwer möglich. Da lob ich mir die Kesselheiße von unserem Fleischhauer Führer in Oftering. Da kann ich im Hinterzimmer der Fleischerei sitzen oder gegenüber im Wirtshaus Hochmair mit angeschlossener Bäckerei. Hüben und drüben gibt es frisch gebrühte Würste mit Senf und frisches Gebäck. Natürlich auch mit einem gut gezapftem Bier. Und das vier Mal im Monat, nämlich jede Woche am Donnerstag so ab 10.00h.

 

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Das Floriani Bräu in Dörnbach - sein Bier und seine Gäste - Bilder von der Homepage

 

Floriani Bräu Dörnbach

Es war sehr schön ,es hat uns shr gefreut - und geschmeckt hat es uns außerdem auch noch!

 

Radischneider

Bei diesen Mengen braucht es einen professionellen Radischneider!