Heckmann kocht!

Big Green Egg

Ein „Großes Grünes Ei“ in Kematen

 

„Ihr müsst unbedingt vor Ostern noch einmal zum Abendessen kommen“, meinte mein Freund Joe, „noch bevor wir zu unserem Badeurlaub nach Hurgada abreisen“. Auf die Frage nach dem Anlass und warum diese Eile bekam ich nur die kryptische Antwort „es gibt eine Überraschung“.

 

Trotz des relativ schlechten Wetters erwarteten uns beim Aussteigen aus dem Auto schon eine zarte Rauchfahne und ein feiner Grillgeruch, die beide aus dem kleinen Garten des Reihenhauses kamen. Dort stand sie dann auch, die Überraschung: Ein funkelnagelneuer Big Green Egg, allerdings in rot. Dieses amerikanische, multifunktionale BBQ-Wunder aus Keramik hatte also auch seinen Weg nach Kematen gefunden. Und er wurde gleich standesgemäß eingeweiht.

 

Es gab keine Vorspeise, dafür aber zwei auf bzw. im neuen Griller zubereitete Hauptspeisen. Den Anfang machte ein asiatisch gewürzter Lachs gegart auf Zedernholzbrettchen. Dazu in Alufolie gebratene Kartoffel, gefüllt mit Kräutern und umwickelt mit Speck. Und natürlich eine Dipp-Sauce und Salat. Das zweite Gericht war ein mit Spinat gefüllter Hasenrücken mit Wildreis, zart und köstlich. Und als Nachspeise dann traditionelle, in der Pfanne auf dem Herd zubereitete Palatschinken mit Topfen und Marmelade. Und weil den gesamten bisherigen Abend nur Weißwein gepasst hatte (ein kräftiger Vernaccia die San Gimignano und ein ebenfalls voller Chenin blanc aus Südafrika), gab es zum Abschluss noch Käse mit einem guten Roten aus dem Piemont.

 

  

 

     Lachs und Folienkartoffel im roten Big Green Egg                       Der mit Spinat gefüllte Hase mit Wildreis

 

 

 

 

Familientreffen auf Tschechisch

Familientreffen auf Tschechisch

 

Eigentlich fand das Familientreffen am 22. Februar 2014 statt, um die Geburtstagsfeierlichkeiten für meine Gattin Monika zu besprechen. Ich machte mir und meinen Gästen bei dieser Gelegenheit aber das Vergnügen, die Familie wieder einmal tschechisch zu bekochen.

 

Zur Vorspeise gab es Würstchen im Schlafrock, wie sie bei uns heißen und wie man sie in Prag in jedem besseren Imbissgeschäft kaufen kann. Blätterteig in streifen schneiden, kleine oder halbe Würstchen umwicklen und ab ins Rohr. Für unsere Vegetarier wurde Camembert im Knuspermantel serviert, ebenfalls mit fertigem Blätterteig schnell herzustellen.

 

Noch ist es Winter und daher Suppenzeit. Ich habe mich für eine tschechische mit einer hellen Einbrenn gebundene Hühnersuppe entschieden (Khaldoun). Basis dafür war eine klare Hühnersuppe aus einem Suppenhuhn und viel Gemüse. Wieder wurde auf unsere Vegetarier Rücksicht genommen: Ein Teil der Suppe wurde mit Hühnerfleischeinlage, der andere mit viel Gemüse und Karfiolröschen serviert. Beiden gemeinsam war die Einlage: Köstliche, kleine Griesknödel.

 

Die Hauptspeise war ein klassischer Lendenbraten (Svickova) mit Gemüse-Rahmsausce. In meinem Fall ein Schweinslungenbraten mit Speck umwickelt. Kurz angebraten und dann mit viel Gemüse geschmort. Dazu die typisch böhmischen Mehlknödel aus Germteig mit Semmerlstückerl und in Scheiben geschnitten. Dazu drei Salate, ein Kraut-, ein Grüner und ein Karottensalat.

 

Als Nachspiese dann frische Liwanzen ebenfalls aus Germteig aus der Liwanzenpfanne, dazu natürlich Preiselbeeren wie übrigens auch bereits zum Lendenbraten. Und ein bisschen später zum Kaffee eine Prager Nusstorte, die sie eigentlich schon kennen sollten.

 

Es war ein in jeder Hinsicht erfolgreicher Samstagabend. Wir haben alle erforderlichen Vorbereitungen für die 60iger Feier meiner Gattin durchbesprochen und nebenbei noch köstlich gespeist. Rezepte gibt´s gerne auf Anfrage bzw. finden sie natürlcih auch in einem tschechischen Kochbuch. Die gute Hühnercremesuppe gibt´s allerdings auf dieser Homepage!

 

 

     

 

    Ein ganzer Topf voll guter Hühnercremesuppe                  Svickova mit viel Gemüse, Orangen und Preiselbeeren

 

 

 

 

Wien einmal anders

Wien – Wein

Ziel der heurigen Erkundungsreise unseres Weinquartetts vom 21.-24. Juni 2013 war das Weinbaugebiet Wien. Nach einer stressfreien Anreise war unser erster Halt Grinzing, wo wir im wunderschönen und ruhigen Garten des typischen Wiener Vorstadtrestaurants „Liebstöckl & Co“ Hausmannskost vom Feinsten speisten: Gebackenes Beuschl , paniertes Kalbsbries oder Zwiebelrostbraten zum Beispiel, und uns dazu vorläufig noch an einem  frischen, kleinen Zwicklbier labten. Der Weg zum Quartier ins Landhaus Fuhrgassl-Huber nach Neustift war dann nicht mehr weit und die hübschen Zimmer schnell bezogen. Ein kleines aber feines Haus, mit einem reichhaltigen Frühstücksbuffet und mit eigener Garage. Nur leider die Zimmer nicht klimatisiert und daher in der Nacht sehr lange sehr warm…..

Am Nachmittag mussten wir zunächst vor allem miteinander reden, ohne viel zu unternehmen. So wurde aus dem Nachmittagskaffee ein Nachmittagsheuriger beim Wolff gleich in der unmittelbaren Nachbarschaft. Aufgrund des ausgesprochen schönen und warmen Wetters lernte ich den „Sommergspritztn“ wieder schätzen, 1/8 Wein mit Sodawasser auf  ½ Liter aufgespritzt. Und auch am Abend schafften wir es nicht weit, gerade über die Straße zum Zeiler. Dort jausneten und tranken wir so lange gemütlich, bis uns die Gelsen in die Flucht schlugen.

Der Samstag war zunächst dem nahegelegenen Klosterneuburg gewidmet. Ein kurzer Spaziergang rund um den Hauptplatz und durch den Grünmarkt, dann ging es direkt weiter ins Stift. Mit einer sakralen Führung durch das Augustiner Chorherrenstift wurde unser Kulturbedarf für diesen Tag mehr als gedeckt. Nach eine kurzen Erfrischung  ging es weiter nach Stammersdorf. Zunächst zum Heurigen Wieninger um etwas gegen den Hunger zu unternehmen, und anschließend zum gleichnamigen Weingut ebenfalls in der Stammersdorfer Straße. Dort wurden wir trotz der Vorbereitungen für das tags darauf stattfindende Sommersonnwendfest freundlich empfangen und gut und kompetent betreut. Wir konnten uns davon überzeugen, dass biodynamischer Weinbau nicht nur gut klingt, sondern auch gut schmeckt. Und zwar sowohl der klassische, als auch der gehaltvolle Gemischte Satz  mit Lagenbezeichnung (Bisamberg oder Rosengartl). Und der Wieninger hat auch gehaltvolle Rotweine, wie zB. zwei Pinot Noir und zwei bemerkenswerte Cuvés (Wiener Trilogie und Danubis). Am Abend wollten wir nach so vielen Heurigenbuffets wieder einmal in ein richtiges Restaurant. Dafür bot sich in walking distance „s´Pfiff“ an, wo unsere Wahl nach dem vielen Schweinsbraten und gemischten Aufstrichen u.a. auf Beef Tartare, Carpaccio, gegrillten Ziegenkäse im Speckmantel und Eismarillenknödel fiel.

Sonntagvormittag war der Tag der Berge, denn nacheinander wurden der Cobenzl, der Kahlenberg und der Leopoldsberg besucht. Diese Mühe wurde zwar mit einer wundervollen Aussicht auf Wien belohnt, das im Besitz der Stadt Wien befindlich Weingut Cobenzl blieb jedoch wie immer am Wochenende geschlossen.  So schritten wir zum kulturellen Teil, der Besichtigung der Kartause Mauerbach. Zunächst noch eine (übrigens sehr schmackhafte) Stärkung im Café, dann ein Rundgang durch die Ausstellungsräume des Bundesdenkmalamtes. Klar dass nach so viel Kultur wieder ein Heuriger an der Reihe war, und dieses Mal ein ganz prominenter: Der Mayer am Pfarrplatz. Das schwierigste Unterfangen dabei war, einen Parkplatz für unser Auto zu finden. Aber auch das gelang und wir konnten in diesem besonderen Ambiente den einen oder anderen Sommergespritzten genießen. Zurück nach Neustift und einen Platz für die Nacht finden, nein nicht zum Schlafen, nur zum Essen. Die Wahl fiel auf das Schreiberhaus, ich fürchte vorwiegend wegen der Anmut der Kellnerinnen und nicht unbedingt wegen der Qualität des Speisenangebots….

Damit war es Montag geworden, und der letzte Tag war gekommen. Mit ihm hatte auch das Wetter von extrem schön auf extremen Regen gewechselt. Was blieb uns über, als nach einem Schlechtwetterprogramm zu suchen, und unsere Wahl fiel auf das Karrikaturmuseum in Krems. Keine schlechte Wahl an sich, aber ein schlechter Termin: In der letzten Schulwoche war das Museum von Schulklassen überbevölkert, sodass wir schnell wieder das Weite suchten. Suchen mussten wir auch nach einer passenden Gelegenheit zum Mittagessen. Nach zwei Fehlversuchen in Haag – das erste Restaurant hatte geschlossen und das zweite war überfüllt -  landeten wir schließlich im „Gasthaus zur Linde“ in St. Valentin. Und das war gut so, denn wir haben nicht nur ausgezeichnet gespeist (panierten Karpfen oder ein Herrengulasch zB.) und wurden freundlichst bedient, der Wirt hat uns auf dem Klavier auch noch eine Eigenkomposition vorgespielt.

So trennten sich für 2013 wieder die Wege des inzwischen auf 4 Mitglieder geschrumpften Weinquintetts, nur mehr ein Weinquartett sozusagen. Dem verstorbenen Freund Herbert wurde mehrfach gedacht und wir haben ihn sehr vermisst. Aber die Gedanken wurden auch in die Zukunft gerichtet, auf die Weinreise 2014. Und die soll erstmals ins Ausland, nämlich ins benachbarte Südtirol führen!

      

Alte Barriques im Keller des Weingutes Wieninger, Stammersdorf             Eine Empfehlung wert: Das Gasthaus zur Linde in St. Valentin