Heckmann kocht!

Resteküche - Genießerrunde

Restessen – nicht nur etwas für arme Leute

 

Heute gibt es für alles eine neumodische Bezeichnung. Was früher ein Treffen der pensionierten Altdirektoren mit anschließenden Mittagessen war, ist heute ein Senior Executive Lunch. Und was wir früher einfach unter Restl-Verwertung bzw. Restl-Essen verstanden haben, hat sich heute ganz sexy zur „Eat Smarter“ Bewegung gemausert. Da findet man dann Rezepte für Gerichte wie bayrische Brotsuppe, Gröstl, Gemüseeintopf oder Arme Ritter.

 

Genau zu einem solchen deftigen Restl-Essen hatten Silvia und Walter unsere Genießer-Runde nach Kremsdorf eingeladen. Es war das erste Treffen nach über einem halben Jahr, und wir waren entsprechend „ausgehungert“. Warum aber Restl-Essen, werden sie fragen? Ja, das ist ganz einfach: Silvia und Walter wollen Walters bestehendes Elternhaus abreißen und einen Neubau wagen. Und wenn man ein Haus abreißt, dann muss alles raus, und es fallen entsprechend viele Restln an. Nun, der Abbruch soll erst in einigen Monaten erfolgen, trotzdem fanden wir Motto und Menuplan originell. Dieser stellte mich - als Verantwortlicher für die Weinbegleitung - auch nicht wirklich vor große Probleme. Für Bier und alkoholfreie Getränke hatten die Gastgeber in ausreichender Menge und mit angenehmer Trinktemperatur gesorgt. Bier war natürlich auch ein idealer Begleiter zum folgenden, deftigen Essen.

 

Der Samstagabend war schön und warm, so konnte die herrliche Terrasse mit Ausblick auf den großen Garten genutzt werden. Für ein bodenständiges Essen hatte ich auch einen österreichischen Aperitif mitgebracht, und zwar einen Frizzante Sparkling vom Sax aus Langenlois. Wirkte erfrischend bei diesem warmen Wetter, und bereitete Gaumen und Mägen gut auf das vor, was da noch alles kommen sollte. Als Vorspeise wurde kurz der Griller angeworfen, denn es gab gegrillte Brote. Bratenreste mit Knoblauch und Zwiebel angeschwitzt, mit Topfen, Kren und Dotter verschmischt, gut abgeschmeckt und auf Schwarzbrotschnitten gestrichen. Diese dann kurz auf den Griller und fertig! Dazu passte sehr gut ein Riesling Federspiel vom Jamek aus der Wachau, der uns dann noch ein weiteres Stück begleitete. Es folgte nämlich eine wirklich einmalig köstliche Brotsuppe, gut und sämig, aus vielen würzigen „Scherzln“ zubereitet. Dazu im wesentlichen Rindsuppe, Zwiebel und Knoblauch, Karotte und Tomate, sowie Joghurt zum Dekorieren und Schweineschmalz.

 

Dann kam - wie sollte es auch anders sein - der Hauptgang, der aber eigentlich aus zwei Gängen bestand. Zunächst gebratene Tomaten-Speck-Brotknödel mit Krautsalat. Die Knödel sehr fleischig, im Aussehen ein bisschen an Leberknödel erinnernd. Natürlich war keine Leber dabei, die dunkle Farbe stammte von den braunen Chamipignons und vom Braten. Vielmehr bgestanden sie hauptsächlich wieder aus Brot, getrockneten Tomaten, Speck, Eiern und Milch. Gewürzt mit Petersilie, Zwiebel, Muskatnuss, Salz und Pfeffer. Der Krautsalat knackig und frisch, für mich aber etwas zu wenig gewürzt. Dazu passte der langsam zu Ende gehende Riesling noch, und auch der Südtiroler Vernatsch hätte gut gepasst. Davon hatte ich allerdings nur mehr ein „Restl „(1 Flasche) übrig. Nun reklamierte ich eine erste Runde vom „Verdauerling“, und die meisten Gäste schlossen sich diesem Wunsch an. Dafür hatte ich einen Williams vom Zehetner, vom Altbürgermeister aus meinem Nachbarort Jebenstein, mitgebracht. Und der leistete gemeinsam mit Averna und Fernet dort erste Hilfe, wo es notwendig war.

 

Die Erholungsphase war nur kurz, denn jetzt folgt der zweite Teil des Hauptganges, ein Original Tiroler Gröstl. Und es sah - zubereitet mit Erdäpfeln, Rindfleisch und Spiegeleiern genau so aus, wie ein Gröstl eben ausschauen sollte. Und es schmeckte auch so, wie ein gutes Gröstl schmecken muss. Mit dem Wein hatte ich aber jetzt die liebe Not, denn der Südtiroler war aus und der mitgebrachte Grüne Veltliner – ein Spiegel 2014 vom Hiedler - passte leider nicht. Gottseidank hatte Gastgeberin Silvia auf meine Empfehlung auch für einen frischen Rosé vom Jurtschitsch gesorgt. Ein Rosé vom Zweigelt 2015, leuchtend rosa, frisch und mit angenehmer Säure. Jetzt war die Welt wieder in Ordnung.

 

Wir waren aber natürlich noch nicht fertig, denn es fehlte noch die Nachspeise. Auch die sollte eigentlich wieder aus zwei Gängen bestehen, aus einem Scheiterhaufen und aus Omas Pofesen. Aber unsere aufmerksamen Gastgeber hatten den Ernst der Lage erkannt: Sie schätzen unsere Aufnahmefähigkeit richtig ein und beschränkten sich auf den wirklich köstlichen Scheiterhaufen, allerdings gab es davon eine Riesenportion. Ein Scheiterhaufen besteht bekanntlich u.a. aus (alten) Semmeln, Milch, Eiern, Zucker und Salz, Äpfeln und Rosinen sowie Zucker. Dafür hatte ich zwei Weine mitgebracht, nämlich einen leichteren – einen süßen Weißburgunder Qualitätswein vom Schweifer aus Eisenstadt - und einen schwereren, in diesem Fall eine Welschriesling Auslese vom Sommer aus Donnerskirchen. Beide passten gut, der leichtere vielleicht sogar etwas besser.

 

Und damit war es vollbracht. Ein Espresso und natürlich noch der eine oder andere Digestif, und natürlich auch das eine oder andere Plauscherl. Gratulation an die Gastgeber, die ja auch alles selbst gekocht haben. Restekochen kann ganz schön aufwändig sein, überhaupt in der gebotenen Qualität!

 

 

Terrasse gebratene Brote

Die gebratenen Brote sind serviert - das große Reste-Essen kann beginnen!

 

Brotknödel

Eine echte Delikatesse: Gebratene Tomaten-Speck-Brotknödel mit Krautsalat

 

Scheiterhaufen

Claudia strahlt, als Gastgeber und Chefkoch Walter den Scheiterhaufen serviert!

Floriani Bräu

Frühschoppen im Floriani Bräu Dörnbach

 

Oder doch eine Kesselheiße in Oftering?

 

Lange haben wir schon davon geredet, jetzt haben wir es endlich einmal gemacht: Wir waren letzten Samstag mit einer kleinen Abordnung unseres Siedlervereins auf einen Frühschoppen im Floriani Bräu in Dörnbach.

 

Das Floriani Bräu ist eine kleine, im Familienbetrieb befindliche Bierbrauerei am Dorfeingang von Dörnbach. Es liegt gleich gegenüber dem Landgasthof Fischer, mit dem es eine intime Feindschaft verbindet. Die Besucher des Floriani Bräu verwenden nämlich gerne den Parkplatz des Wirtshaues, und das wir nicht geduldet und auch streng geahndet. Ich persönlich halte das für absolut lächerlich, weil das kleine Brauwirtshaus doch nur jeden ersten Samstag im Monat geöffnet hat. Und weil der Fischer-Parkplatz bis hinunter zur Feuerwehr eigentlich riesengroß ist. Aber das ist eine eigene Geschichte.

 

Im ehemaligen alten und hübsch renovierten Feuerwehrzeughaus wird also gebraut und ausgeschenkt. Gebraut wahrscheinlich öfter, ausgeschenkt wie gesagt nur jeden ersten Samstag im Monat von 9.00h-20h. Wir sind um 10.00h gekommen und das kleine Lokal war schon ziemlich voll. Gottseidank war Schönwetter, sodass di9e beiden Freiterrassen genutzt werden konnten. Gut und bequem sitzt man auf den Garnituren nicht, und selbst bedienen muss man sich auch und dabei noch Schlange stehen muss man auch. Trotzdem kommt man in Scharen her, um ein von der Hand gebrautes, offenes dunkles (gold-bernstein-färbiges) Landler oder ein helles Natur Pils zu trinken. Des Weiteren gibt es noch ein Bockbier und ein weißes. Die Biere können auch in der Flasche (z.B. in einer originellen Holzkiste), im Geschenkkrug oder im 154l Partyfass mit nach Hause genommen werden.

 

Vor Ort verzehrt werden sollte aber auf jeden Fall eine Weiße (eigentlich zwei Stück) oder eine Burenwurst mit Senf, selbstverständlich mit Laugen-Brezn (Brezel) und mit frischem Radi (Rettich), der hier nicht mit dem Messer geschnitten wird, sondern mit einer speziellen Radischneidmaschine. Und bitte gleich alles beim Bierausschank bezahlen und ein Markerl für die Wurst ausfassen, sonst stellt man sich nämlich nochmals an. Die Würste und das Bier sind ausgezeichnet, wie es sich für einen richtigen Frühschoppen halt gehört.

 

Weil sich hier alles auf kleinstem Raum abspielt, ist auch das Gedränge groß und der Lärmpegel hoch. Langes, gemütliches Sitzen ist da nur schwer möglich. Da lob ich mir die Kesselheiße von unserem Fleischhauer Führer in Oftering. Da kann ich im Hinterzimmer der Fleischerei sitzen oder gegenüber im Wirtshaus Hochmair mit angeschlossener Bäckerei. Hüben und drüben gibt es frisch gebrühte Würste mit Senf und frisches Gebäck. Natürlich auch mit einem gut gezapftem Bier. Und das vier Mal im Monat, nämlich jede Woche am Donnerstag so ab 10.00h.

 

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Das Floriani Bräu in Dörnbach - sein Bier und seine Gäste - Bilder von der Homepage

 

Floriani Bräu Dörnbach

Es war sehr schön ,es hat uns shr gefreut - und geschmeckt hat es uns außerdem auch noch!

 

Radischneider

Bei diesen Mengen braucht es einen professionellen Radischneider!

 

Piemont

Piemont fast ohne Trüffel

 

Wenn man aus kulinarischen Gründen ins Piemont - das angeblich größte Feinschmeckerparadies Italiens - reist, tut man dies meistens wegen der berühmten weißen Trüffel oder zumindest wegen der sehr bekannten roten Weine. Schon etwas weniger Besucher kommen auch wegen der Haselnüsse und der feinen Schokolade oder wegen des piemontesischen Käses und Grappas. Und noch weniger, aber immer noch viele, kommen auch wegen der Slow-Food-Bewegung.

 

Bei der jährlichen Reise einer Weinrunde wie der unsrigen war der Reisegrund von vornherein klar, noch dazu wo im Juni wirklich noch nicht Trüffelsaison ist. Zum dritten Mal hintereinander - nach Friaul-Julisch Venetien im Vorjahr und Südtirol vor zwei Jahren - war das Reiseziel unserer kleinen Weinrunde Italien. Bekannterweise zählt ja das Piemont zu den besten Weinbaugebieten der Welt. Aus den Rebsorten Nebbiolo (Barolo und Barbaresco), Barbera (DOC aus Alba, Asti und Monferrato) werden edle Rotweine, aus Dolcetto und Grignolino eher einfachere Tischweine gekeltert. Dazu kommt noch die eine oder andere Weißweintraube wie z.B. Arneis, Moscato oder Favorita, und die bestens bekannte Schaumweine aus Asti (Moscato d´Asti, Spumante). Unser Trip dauerte - inklusive An- und Rückreise - insgesamt 5 Tage und von denen möchte ich einiges erzählen.

 

Der 1. Tag

 

Nachdem sich ältere Herren die Anreise gerne etwas bequemer machen, war das Reiseziel am Anreisetag Saló am Gardasee. Dies allerdings erst nach einer gemütlichen Mittagsrast im Sterzing, die eigentlich schon am Achensee geplant war. Aber wir waren gut und schnell vorangekommen. Bei herrlichem Sonnenschein spazierten wir durch die autofreie Altstadt und ließen uns schließlich im Restaurant Goldenes Kreuz nieder. Unsere Bestellung spiegelte noch die Umstellungsphase wider, ging sie doch von der Tiroler Speckplatte bis zu den klassischen Spagetti mit ragù a la bolognese. Mein Freund Jakob und ich wählten das Tiroler Tris, ein Trio aus Spinatknödeln, Kaspressknödeln und Schlutzkrapfen.

 

So gestärkt war die Weiterfahrt - bis auf das immer schlechter werdende Wetter - ein einfaches Unterfangen. Am Gardasee angekommen, war das an sich reizende und direkt am See gelegene Hotel Duomo trotz Navi etwas schwierig zu finden. Außerdem verfügte es über keinen eigenen Parkplatz, was zusätzliche Umstände mit sich brachte.

 

Nach dem Einchecken und einer kleine Rast folgte dann ein nach dem vielen Sitzen wohltuender Fußmarsch durch die halbe Stadt ins Hotel Bellerive. Im dortigen Restaurant 100km – ebenfalls direkt am See gelegen – mussten wir aufgrund des Regens leider mit einem Tisch im Inneren vorliebnehmen. Das Restaurant ließ hinsichtlich Ambiente, Service und Speisekarte kaum Wünsche offen. Darauf fanden sich feine Vorspeisen wie Beef Tartare, Salat vom weißen Spargel mit Garnelen oder Auberginenauflauf mit Kirschtomaten und Mozzarella. Als Primi dann natürlich die verschiedenste Arten von Pasta, aber auch Erbsensuppe. Und als Secondi waren die Fische aus dem See ebenso prominent vertreten wie Rinderfilet, Entenbrust, Kalbsmedaillons und sogar Spanferkel. Die Dessertkarte war eher wieder klassisch, es waren Tiramisù, Panna cotta, Crème brulèe, Eis und frisches Obst darauf zu finden. Meine Wahl fiel auf Tempura vom Garda Seefisch mit Gemüse, Sojasauce und Zitronen-Mayonnaise und dann auf ein Rumpsteak in Balsamico-Essig mit Butterspinat. Auch für ein kleines Sorbet hat es noch gereicht. Meine Freunde schwelgten in Pasta, Heli zB in Fettucine mit Calamar. Und wir probierten auch einen lokalen Wein, nämlich zwei Flaschen vom köstlich-frischen Lugano.

 

Der 2. Tag

 

Am nächsten Tag wachten wir bei herrlichem Wetter auf, was nicht nur unser Frühstück, sondern auch unsere Weiterfahrt nach Neive sehr beflügelte. Dort erwartete uns unser Mittags-Restaurant Borgo Vecchio mit herrlichem Wetter, einem Traum-Panorama und einem delikaten Lunch. Leider waren wir nach dem reichlichen Frühstücksbuffet noch nicht in der Lage, so richtig zuzuschlagen. Unsere Auswahl beschränkte sich - abgesehen vom sehr originellen Gruß aus der Küche - daher auf einen Gang. Dabei entdeckten wir die mit 30 Dottern handgemachten, langen Nudeln (Tajarin) mit verschiedenen Saucen und Fleisch vom piemontesischen Fassone-Kalb auf drei Arten zubereitet. Und wir haben unseren ersten lokalen Wein probiert: Einen weißen, frischen Roero Arneis.

 

Über die Weiterfahrt nach Alba und das Beziehen unserer Zimmer im mir bereits sehr vertrauten Hotel I Castelli gibt es nichts Besonderes zu berichten. Leider auch nicht von unserer ersten Weinverkostung im Weingut von G.D. Varja in Vergne/Barolo. Die Führung durch unseren Guide Sofia war kurz und eher oberflächlich, fast ebenso die Verkostung. Die Weine zählen nach wie vor zu den Spitzenqualitäten, insbesondere der Dolcetto und der Barbera. Die Preise dafür sind allerdings spürbar angestiegen. Das Weingut ist inzwischen auf beträchtliche 60 ha Rebfläche angewachsen, bei meinem ersten Besuch vor einigen Jahren waren es noch weniger als die Hälfte. Erwähnenswert sind der „Riesling Pètracine" Langhe DOC 2013 - sogar ein DOC - der aber nicht ganz unserer Vorstellung von einem Riesling entspricht, und der „Kyè" Langhe Freisa DOC. Neu ist der fruchtige Sommer-Rosé „Rosabello Rosato“, der jetzt bei mir zuhause auf die richtige Gelegenheit zum Servieren wartet. Und nicht umhin gekommen bin ich, den Moscato d´Asti zu kosten und natürlich mitzunehmen. Wir trinken ihn gerne zu einem Dessert wie z.B. zu Eis oder Eispalatschinken. In Italien ist er der Begleiter zum weihnachtlichen Panettone.

 

Der Rest des Nachmittags reichte noch für einen kurzen Trip nach Barbaresco. Allerdings fehlte uns der Gusto für eine weitere Weinverkostung. So beschränkten wir uns auf eine kleine Erfrischung im Café, bevor es zurück nach Alba ging. Allerdings nicht ohne vorher einen kurzen Blick in die kleine Vinothek zu werfen, die originellerweise in einer ehemaligen kleinen Kirche untergebracht ist.

 

Der anstrengende Tag wurde mit einem Spaziergang durch Alba und einem Abendessen im Restaurant Ugo Gastronomia, das in der Via Alfieri etwas abseits des Mainstreams liegt, abgeschlossen. Das Besondere an diesem Lokal ist ein langes, nicht enden wollendes Vorspeisenbuffet, an dem schließlich auch alle meine Kollegen hängen geblieben sind. Nur ich habe es über die panierten und frisch frittierten Steinpilze (funghi fritte) und Zucchini-Blüten (Fiori di Zucca fritta) noch zu einem Kaninchen in Weißwein (Cosciotto di coniglio all´Arneis) geschafft. Und dazu haben wir zur Abwechslung erstmals einen Favorita verkostet, auch nicht schlecht!

 

Der  3.Tag

 

Der dritte Tag war der Samstag, und da war am Vormittag unser Kulturprogramm angesagt. Nach dem Frühstück ging es zunächst nach Asti, wo bereits unserer Stadtführerin Maria Chiara auf uns wartete. Wie fast überall in Italien am Samstag herrschte in der halben Stadt buntes Markttreiben. Unser Treffpunkt war auch auf der Piazza Libertá, direkt vor der Markthalle. Ein idealer Ausgangspunkt für einen kurzen Rundgang durch die Innenstadt und vor allem zur gotischen Kathedrale mit dem romanischen Glockenturm. Dann ging es zurück nach Alba und noch vor dem Mittagessen zeigte uns unsere Stadtführerin (die übrigens aus Turin kam) die wichtigsten Sehenswürdigkeiten. Die Führung endete – wie sollte es auch anders sein - in der Osteria Era Nuova, wo wir ein kleines, aber sehr gutes Mittagessen einnahmen. Kleine Karte, typische Gerichte, viele Einheimische und wenig Touristen im Lokal. Diesmal musste es für mich einfach ein Beef Tartare vom Fassone-Rind (tartare di carne cruda) sein, für meinen Freund Heli Trüffeln mit Ei (l'uovo è pronto), für Richard ein Gemüseflan und für Jakob die handgemachten, gefüllten Ravioli (ravioli del plin). Dazu ausnahmsweise ein Weißwein nicht aus der Region, sondern ein Greco di Tufo aus Kalabrien.

 

Der Nachmittag stand wieder ganz im Zeichen einer Weinverkostung. Wir besuchten den Winzer Valeria Mossio, den wir letztes Jahr bei einem piemontesischen Abend und bei der Ausstellung “Wein und Kunst” in Linz kennen gelernt hatten. Der Empfang auf seinem Weingut in Rodello war herzlich und die Besichtigung des gesamten Betriebes – von den Weingärten bis zu den Kellern – höchst interessant. Höhepunkt war zweifellos die Verkostung mit dem Schwerpunkt Rotwein. Von zwei Dolcettos über den Langhe Rosso (eine lang lagerbare Cuvée aus Nebbiolo, Barbera und Dolcetto) und den Nebbiolo zum Gamus (Barbera aus einem Weingarten mit römischen Ausgrabungen). Für mich als Draufgabe noch den “Le Margherite”, ein süßer Wein aus getrockneten Trauben, gewidmet den Frauen im Betrieb. Aufgrund seiner moderaten Preise haben wir hier deutlich mehr eingekauft wie bei G.D. Varja. Und wir werden unseren Freund Valeria heuer nochmals treffen, denn er kommt mit seinen Weinen im Herbst wieder nach Linz.

 

Die Zeit bis zum Abendessen reichte gerade noch für einen Blitzbesuch in der Stadt Bra, dem Ausgangspunkt der international bekannten Slow-Food-Bewegung. Ein Kaffee bzw. ein Bierchen in Ehren, dann ging es zurück nach Alba und zum Dinner wieder in die Altstadt. An der Reihe war die Osteria dell Arco direkt auf der Piazza Savonna. Diesmal waren wir nur zu dritt, Freund Jakob hatte w.o. gegeben. Das Lokal war gesteckt voll, und der Abend war ziemlich heiß. Dennoch war der Service flink und das Essen gut, aber auch nicht mehr. Wir wählten Prosciutto di maiale cotto da noi, focaccia e salsa al basilico (gekochter Schinken mit Focaccia und Basilikumsauce), Coniglio "Grigio di Carmagnola" cotto all'Arneis (Kaninchen in Weißwein) und gegrillte Calamari und Zucchini. Und dazu ausnahmsweise eine Flasche Pinot bianco aus dem Friaul.

 

Der 4. Tag

 

Dieser Tag war zwar ein Sonntag, aber bei weitem kein Ruhetag. Am Vormittag stand die Erkundung des berühmten Ortes Barolo auf dem Programm. Zunächst die Enoteca in der Burg, dann das Korkenzieher-Museum und schließlich eine Kellerführung mit kleiner Weinverkostung beim Marchese di Barolo. In der Enoteca herrschte zumindest für italienische Verhältnisse rege Betriebsamkeit, es wurde eine allgemeine Weinverkostung vorbereitet. Schon viel ruhiger war es im kleinen aber sehr netten Korkenziehermuseum. Der Höhepunkt des Vormittags war aber zweifellos die Kellerführung beim Marchese di Barolo, die von unserem Guide Silvia mit großem Engagement und in tadellosem Deutsch durchgeführt wurde. Neben der langen Geschichte des Hauses wurde auch auf die Lagen und die Weine eingegangen. Ein Highlight waren zweifellos die verschiedenen Keller und Lagerräume. Jetzt wurden endlich auch die beiden noch in unserer Sammlung fehlenden Weine verkostet, nämlich der Barolo und der Bararesco. Und eingekauft haben wir auch, wenn auch nur wenig.

 

Für das Mittagessen ging es einen Katzensprung weiter nach La Morra in die Osteria More e Macine. Wir hatten einen sehr schönen Platz auf der Terrasse des Lokals, aber leider war es ziemlich voll und das Service daher nicht optimal. Ein Teil unserer Bestellung wurde schlicht und einfach vergessen, was uns viel Zeit kostete und großen Ärger verursachte. Schade, denn das Essen war gut und originelle, z.B. die Sardellen mit Pesto (Acciughe con pesto) und auch das Risotto mit Spargel (risotto con asparagi).

 

Der Nachmittag war etwas gemütlicher geplant, als er dann wirklich ausgefallen ist. Das lag einerseits am Wetter (es war extrem warm), andererseits an der mühevollen Anreise nach Cortemilia. Dieser kleine Ort in der Langhe ist zwar nur schwache 30 km von La Morra entfernt, aber nur über eine sehr bergige und kurvenreiche Straße zu erreichen. Auf dem Programm stand dort der Besuch von zwei Familienbetrieben, zunächst einer Haselnuss-Farm und dann einer Grappa-Destillerie.

 

Auf der Aziena Agricola Baberis Bruno erwartete uns bereits die gesamte Familie samt den beiden Hunden. Stefano und Christina führten uns durch den Betrieb und erzählten uns Geschichte und Rahmenbedingungen des Haselnussanbaus im Piemont. Für eine tadellose, englische Übersetzung sorgte Claire aus Neuseeland, die zurzeit auf dem Gut wohnt und arbeitet. Nach der Erläuterung der Ernte- und Röstprozesse durften wir die köstlichen Nüsse auch verkosten. Und als Draufgabe hatte Christina noch kleine Haselnusstörtchen gebacken, die wir mit einem Schluck Moscato d´Asti hinunterspülen konnten. Ein sehr interessanter Besuch, geprägt von ausgesprochener Freundlichkeit und Gastfreundschaft. Auf eine Besichtigung des zweiten Standbeines des Betriebes - den Weinanbau - wurde verzichtet, wir waren schon ein bisschen müde und außerdem in Zeitnot. Schließlich mussten wir vor der kurvenreichen Rückfahrt nach Alba noch in eine „Schnapsbrennerei“.

 

So schauten wir noch kurz in der Distilleria Castelli vorbei, wo uns die temperamentvolle Giulia schon erwartete. Sie erklärte uns ihre Brennanlage, den Ablauf von der Traubenanlieferung bis zur Flaschenabfüllung und von ihren Kämpfen mit der Finanz. Ihre Tochter übersetzte. Da wir dann doch noch den einen oder anderen Grappa verkosteten – und dazu auch einen guten, starken Espresso serviert bekamen, übernahm an meiner Stelle Helmut die Rückfahrt. Ich trinke halt eben gerne ein gutes Schnäpschen, und die Grappe waren wirklich sehr fein.

 

Der letzte Abend in Alba führte uns in die Osteria di Vicoletto, auch etwas abseits von der eigentlichen Fußgängerzone. Der Abend war lau, und so bekamen wir einen netten Tisch im kleinen Gastagarten und eine noch nettere Bedienung. Unsere Bestellung unterschied sich nicht wesentlich von den bisherigen Mahlzeiten. Wieder waren es die langen feinen Nudeln, mit der Hand mit 40 Eidottern gemachte Tajarin mit einem Ragout aus Salsicce oder Ravioli gefüllt mit Seirass-Käse aus Alpenbutter und Salbei. Es gab aber auch köstliche Lammracks und aufregende Dolce. Ein ruhiger und schöner Abschiedsabend.

 

 

 

Der 5. Tag

 

Über den Rückreisetag – das war der Montag - gibt es nichts Besonderes zu berichten, außer dass wir die gut 830 km mit der einen oder anderen Pause an einer Autobahnraststätte ohne problemlos bewältigen konnten. Das Verkehrsaufkommen war moderat, und wir hatten keine Staus oder Wartezeiten, auch nicht an den Mautstellen oder an der deutsch-österreichischen Grenze. So haben wir die Fahrt in etwa 10 Stunden geschafft, wobei wir einmal den Fahrer gewechselt haben.

 

Vielleicht abschließend noch ein Kommentar zum Hotel I Castelli. Es gibt sicher noblere und romantischere Hotels mit mehr Charme in Alba. Aber es gibt kaum eines, das sowohl mit dem Auto aus allen Richtungen sehr gut erreichbar ist. Und von dem man zu Fuß in wenigen Minuten in der Altstadt von Alba ist, während man sein Auto gleich gegenüber vom Hotel problemlos parken kann. Der Service und das Frühstücksbuffet sind gut, man spricht Englisch und meistens sogar Deutsch. Das Preis-Leistungsverhältnis ist somit bestens.

 

Ja, Piemont war eine Reise wert, auch wenn es etwas weit war. Im nächsten Jahr bleiben wir wieder einmal im Land. Die Vorbereitungen für unsere Weinreise 2017 ins Krems- und Traisental haben schon begonnen…..

 

Südtiroler Speckplatte in Sterzing

Eine Südiroler Speckplatte in Sterzing: Da lacht nicht nur das Herz!

 

Osteria Era Nuova

Die richtige Adresse für ein gutes Mittagessen nach zwei Stadt-

führungen: Die Osteria Era Nuova in Alba

 

La Morra Bestellung

Bei der Bestellung war die Welt noch in Ordnung: Mittagessen in

der Osteria More e Macine in La Morra

 

Abschiedsabend La Vicioletto

Time to say Goodbye to Piedmont - Abschiedsabend in der Osteria

del Vicoletto in Alba

 

 

 

 

Mamma Mia

Mamma mia

 

Mamma Mia heißt ja Deutsch übersetzt so etwas wie „Mein Gott“ oder besser gesagt „Oh mein Gott“ und bedeutet an sich nichts Gutes. Ganz so schlimm war der Besuch des gleichnamigen Restaurants nicht, aber die vielen Vorschusslorbeeren seit seiner Eröffnung erscheinen mir mehr als übertrieben. Aber schön der Reihe nach.

 

Anlass dieses Restaurantbesuches war ein Mittagessen mit einem guten Freund. Ein Österreicher der schon seit Jahren im Ausland arbeitet. Ich war zwar eingeladen, die Auswahl des Lokals wurde aber mir überlassen, und ich war einfach neugierig auf den neuen Italiener hinter dem Neuen Musiktheater. Von außen würde man hinter der Fassade eher eine typisch-österreichische Bierstube vermuten, wäre da die grün-weiß-rote Aufschrift nicht. Beim Eintritt wirkt das Lokal geräumig, dunkel und kühl, aber keineswegs unfreundlich. Freundlich war auch die Bedienung, die uns bei der Wahl des Tisches freie Hand ließ. Außer uns waren ohnehin kaum Gäste da, und für den plastikgrünen Gastgarten war das Wetter einfach nicht gut genug.

 

Die Tageskarte (Menu um € 8,90 war schnell abgearbeitet, dafür gibt es Gemüsesuppe oder Salat, und Lasagne mit Bolognesesauce oder Pizza Margherita. Als Aperitif schnell noch einen (sehr sauren, trockenen aber leider zu warmen) Prosecco mit Limoncello bestellt, und dann das Studium der Speisekarte. Ein Riesenangebot an Gerichten, die man eben so von den Italienern kennt, dazu noch eine umfangreiche Pizzakarte. Da wir uns viel zu erzählen hatten, brauchten wir für unsere Bestellung etwas länger. Hätten wir allerdings gewusst, wie lange wir auf das Essen warten mussten, hätten wir uns wahrscheinlich damit nicht so viel Zeit gelassen.

 

Schließlich entschied sich mein Freund für Vitello Tonnato und einen Wolfsbarsch im Ganzen gegrillt und ich für ein Carpaccio vom Kalb (Carpaccio di Vitello) und für eine Frittierplatte mit Meeresfrüchten und Gemüse. (Calamari e verde croccanti). Die sehr lange Wartezeit habe ich schon erwähnt, eine weitere Enttäuschung erwartete uns bei der Weinbestellung. Wir wollten einen offenen Weißwein trinken und mussten feststellen, dass ausschließlich Weine aus Kalabrien angeboten werden. Mein erster Versuch, ein Glas Ciro bianco von Zito, ging sowohl vom Geschmack als auch von der Temperatur her daneben. Übrigens ist auch das prickelnde Römerquelle-Mineralwasser „bacherlwarm“ und kaum trinkbar. Besser ging es mir dann bei meinem zweiten Glas, einem angenehm kühlen, sehr sortentypischen Chardonnay. Aber kein Soave, kein Lugano und auch kein Gavi zu Fisch oder Meeresfrüchten, das schmerzt schon etwas. Und noch etwas hat gefehlt: Ein Gedeck und oder ein Gruß aus der Küche, so etwas gibt es bekannter Weise sogar in Italien.

 

Ich möchte hier nur meine Gerichte komplett bewerten, die meines Freundes eher nur knapp, da ich nicht gekostet habe. Mein Carpaccio war fantastisch, und noch dazu eine Riesenportion. Zartes Kalbfleisch, appetitlich serviert mit frisch geriebenem Parmesan, ebenso frischem Ruccola und genug Zitronen. Sogar die eine oder andere Cocktailtomate hat sich auf dem Teller verirrt. Einziger Kritikpunkt ist das Angebot an Brot, da bin ich eigentlich mehr Vielfalt und besseres gewohnt. Mit meinen Meeresfrüchten mit Gemüse war ich weniger zufrieden. Die Calamariringe nicht schlecht, aber nichts Besonderes, ebenso die drei Garnelen. Die Beilage bis auf reichlich Zitronen eher spärlich, wenig Gemüse (was war das eigentlich?), schon wieder Ruccola, keine Kartoffeln. Das Vitello Tonnato hat meinem Freund geschmeckt, die Portion war aber eher bescheiden. Gott sei Dank konnte ich ihm mit etwas Carpaccio aushelfen. Der Wolfsbarsch ordentlich, und ebenso wie die Vorspeise war daran wenig auszusetzen. Aber auch hier die Beilagen – Cocktailtomaten und Oliven vom Vorspeisenbuffet - eher spartanisch und mit wenig Fantasie. Diesen Eindruck erweckte übrigens auch die Panna Cotta, die er noch als Nachspeise bestellte. Völlig überflüssig, wie er später bemerkte.

 

Alles in allem keine Offenbarung, die ich da bei meinem ersten Besuch im Mamma Mia erlebt habe. Auch nicht vom Preis-Leistungsverhältnis her, denn immerhin haben wir beide dann inklusive zweier Espressi doch knapp über € 100 bezahlt. Obwohl ich dort so bald nicht wieder hingehen werde, eine zweite Chance bekommt das Mamma Mia noch. Und das trotz der sehr "überschaubaren" Weinauswahl. Übrigens: Diesmal haben wir nach 90 Minuten die Parkgebühr rechtzeitig nachbezahlt und uns damit eine Strafe erspart!

 

Bierstube

Das Mamma Mia: Schaut von außen eher wie eine Zipfer - Bierstube aus, 

nicht wie ein Italienier

 

Frittierte Meeresfrüchte

Bei der Frittierplatte mit Meeresfrüchten gibt es noch viel Potenzial nach oben

 

Panna Cotta

Schlicht und einfach Panna Cotta - gut geliert und in Form, aber letztlich

doch überflüssig!

 

 

Köglerhof

Köglerhof- Natur, die man schmeckt

 

Dieser Slogan ist nicht von mir, sondern stammt von der Homepage des Köglerhofes. Der Köglerhof ist ein Mostheuriger, der auf der sogenannten Koglerauer Spitze thront. Ein schöner Aussichtspunkt hoch über dem Eferdinger Becken, bei dem sich sowohl Wanderer und Radfahrer, als auch kleine Ausflugs- und Reisegruppen, gerne treffen. Dies ist allerdings nur Donnerstag und Freitag von 17.00h – 22.00h und Samstag von 14.00h – 22.00h möglich. Und da ist es - überhaupt wenn man eine größere Gruppe ist - wärmstens zu empfehlen, einen Tisch zu reservieren. Der Chef vergibt nämlich nur gerade so viele Plätze, wie das Lokal bietet, und da sind keine 40. Es könnte ja auch regnen, und dann steht die der schöne Aussichtsterrasse nicht zur Verfügung.

 

Der Chef heißt übrigens Klaus Bauernfeind und sorgt mit 1-2 Hilfskräften für eine reibungslose Bedienung. Seine Frau Silvia werkt in der Küche und sorgt dafür, dass aus hochwertigen biologischen Lebensmitteln auch schmackhafte Gerichte werden. Dazu kommen Säfte, Most und Cider aus Obst von den eigenen Streuobstwiesen. An den übrigen Tagen der Woche bewirtschaftet Familie Bauernfeind ihren Hof und ihre Felder und Wiesen.

 

Wir waren letzthin mit unseren Freunden aus Lichtenberg im Köglerhof zum Abendessen verabredet. Das Speiselokal samt Küche ist ein moderner Bau, mit viel Holz, der gut zum alten Bauernhof passt. Der Tisch war reserviert, der Empfang herzlich und die Ansprache ist direkt. Die Karte ist eher klein aber fein, eine Mischung aus feiner Jausen-Karte und bodenständigen, warmen Gerichten. Man findet dort Chutneys ebenso wie den traditionellen Schweinsbraten. Die Nachspeisen passen ebenfalls zum Charakter des Lokals, Tiramisu und Creme Brulé sucht man vergebens. Die Getränkeauswahl ist nicht unbedingt sehr groß, aber angemessen. Immerhin gibt es Bier aus Freistadt und aus Hofstetten, dazu Most, Cider und Säfte aus eigener Produktion und natürlich auch Wein.

 

Meine Gattin wollte dezidiert keine Vorspeisen bestellen, so verkosteten wir ein bisschen die Chutneys unserer Freundin Judith. Auf diesem Weg kam ich zum ersten Mal in meinem Leben zu einem Erdäpfelkäse-Chutney, und sogar das Rote Rüben-Chutney habe ich probiert. Als hauptspeise wählten mein Freund Wolfgang und ich den traditionellen Schweinsbraten, und wir habe es nicht bereut. Ein gschmackige und ordentlich Portion mit einem gsalzenem Saftl, einem fetten Randl und einer krossen Krustl. Und allem was sonst noch dazu gehört, also einem Semmelknödl, zwei Kartofferl und einem warmen Krautsalat. Meine Gattin hatte sich die mit Lammfleisch gefüllten Krautwickler ausgesucht. Das Gericht insgesamt sehr dezent, das Lammfaschierte exzellent, und auch eine ordentliche Portion mit kross gebratenem Speck, Kartoffeln, warmen Krautsalat und Schnittlauchsauce. Belebt noch Judith, deren köstliche Salatvariation bunt wie ein Blumenstraß serviert wurde.

 

Wir hatten ja keine Vorspeise, also durfte es eine Nachspeise sein. Für meine Gattin mussten es Apfelschlangerl mit Schlagobers sein, und für mich ein warmer Schokokuchen mit Eis. Für unsere Freundin Judih gab es lockerleichte Topfennockerl mit einer Erdbeersauce, und unser Wolfgang bekam - obwohl sie gar nicht auf der Karte waren- zwei frische Palatschinken mit Marillenmarmelade. Alles selbst gemacht, und alles köstlich.

 

Was die Getränke betrifft so war der Cider (Apfel oder Speckbirne) sehr fruchtig und eher trocken. Das trübe Seiterl aus Freistadt war bestens, und der Sommergspritzte zum und auf den deftigen Schweinsbraten dringend notwendig. Auch der Kaffee ist nur zu loben. Bei der Rechnung kamen wir ein bisschen ins Schwitzen, aber nicht aufgrund der Höhe des Rechnungsbetrages, sondern weil wir einfach schon lange genug gesessen waren und auch kräftig zugelangt hatten.

 

Beim Gehen noch einmal kurz die schöne Aussicht genießen und ein Wort mit dem Chef. Fürs Martinigansl kann heuer nicht mehr reserviert werden, das Lokal ist schon ausgebucht. Man kann jedoch auch kurzfristig anrufen, es fällt ja immer wieder jemand aus. Aber wir können ja auch bei einer anderen Gelegenheit wiederkommen!

 

Köglerhof aussen

Der Köglerhof in Grammastetten - Eine gute Adresse für alle hungrigen

Spaziergänger, Wanderer und Ausflügler

 

Krautrouladen mit Lammfaschiertem

Mit Lammfaschiertem gefüllte Krautrouladen mit Kartofferl, warmen Kraut-

salat und Schnittlauchsauce

 

Topfennockerl mit Erdbeersauce

Perfekt zum süßen Abschluss: Pfluffige Topfennockerl mit Erdbeersauce

 

Adria Fischrestaurant Wels

Ein Hauch von Adria in Wels

 

Mediterrane Küche auf hohem Niveau

 

Ich hatte ja schon die verschiedensten Empfehlungen dafür erhalten. Letzten Dienstag war es dann endlich soweit: Wir haben unsere Freunde Christa & Joe ins Restaurant Adria in Wels, in der Bahnhofstraße 62,  eingeladen.

 

Die Gegend am Bahnhof ist nicht gerade die allerfeinste. Rundherum Kurzparkzone, allerdings für 2 Stunden und gebührenfrei, aber darauf möchte ich am Schluss nochmals zurückkommen. Das Lokal von außen unscheinbar, aber sehr ordentlich, im Gegensatz zur Ruine des Nachbarhaus des Alpenvereins. Auf der Eingangsseite, also leider an der befahrenen Straße, ein kleiner Gastgarten. Beim Betreten des Lokals kommt einem eine angenehme Atmosphäre entgegen, sowohl vom Empfang her als auch vom Ambiente. Man wird freundlich zum reservierten Tisch geführt, und die zum Aperitif bestellten Getränke - in unserem Fall jeweils ein kleines Bier – waren ebenso wie die Speisekarte schnell am Tisch. Die Bierauswahl eher bescheiden (Zipfer, Eggenberger oder Weißbier), aber wir sind ja in einem Fischrestaurant.

 

Die Speisekarte ist ebenso ordentlich wie das gesamte Lokal, und natürlich wie erwartet sehr fischlastig. An Fleischspeisen gibt es z.B. Wiener Schnitzel € 14,80), Pfeffersteak (€ 26,80), Lammkrone, Rib Eye Steak (€ 25,50) oder Pljescavica. Ansonsten wie gesagt viel Fisch, auch in Kombination mit Pasta oder Risotto. Aber beginnen wir nochmals von vorne: Zunächst stehen da drei Suppen zur Auswahl, nämlich Tomaten-, Bohnen und klare Fischsuppe. Dann kommt eine ganze Reihe von Vorspeisen, z.B. geräucherter Thunfisch, Oktopussalat, gegrillter Schafkäse, Jakobsmuscheln, etc.

 

Meine Entscheidung fiel – um nicht zweimal Fisch zu essen – auf das Carpaccio vom Primebeef als Vorspeise (€ 12,90), und auf die gefüllten Calamari als Hauptspeise. Auf die war ich besonders gespannt, weil ich die zuhause auch des Öfteren koche. Diese hier wurden auf „dalmatische Art“ angepriesen, mit Prosciutto, Reis, Käse und Shrimps. Joe nahm den Oktopus knusprig gebraten auf Rucola (€13,80) und als Hauptspeise den gegrillten Schwertfisch mit Gemüse und Kartoffeln, der zusätzlich zur Karte angeboten wurde. Für den haben sich dann schließlich auch die beiden Damen entschieden. Meine Gattin Monika wollte vorher eine Tomatensuppe (€ 4,50) und Christa die mit Mozzarella überbackenen Jakobsmuscheln (€ 8,80).

 

Als Getränk wurde uns von Bekannten der Hauswein empfohlen. Bei der Bestellung stellte es sich heraus, dass es sich dabei um einen Zlahtina (Schlachtina) handelt, einen offen ausgeschenkten Weißwein. Zlahtina ist eine autochtone Rebsorte, die nur auf der Insel Krk angebaut und kultiviert wird. Der Wein war gut gekühlt und süffig. Fein ausgedrückt schlank und trocken, mit anregender Mineralik und Frische. Er wird mit jedem Schluck besser, und zum Fisch ist er dann überhaupt nur mehr schwer zu überbieten. Mit Zlahtina (der Liter um € 26.-) und Lepina (ein serbisches Fladenbrot mit Knoblauch haben wir dann die erfrischend kurzen Wartezeiten zwischen den Gängen überbrückt. Man muss wirklich darauf achten, dass man dem guten Knoblauchbrot nicht zu sehr zuspricht….

 

Nun aber zum wirklichen Essen. Die Tomatensuppe meiner Gattin schmeckte gut und war cremig, aber nicht besonders spicy. Mein Rindscarpaccio war in Ordnung, der Rucola frisch und gut mariniert, der Parmesan hauchdünn darüber gehobelt. Perfekt in Verbindung mit dem Lepina. Der gebratene Oktopus von Joe war nicht nur schön anzuschauen, sondern hat auch sehr gut geschmeckt. Auf den Punkt gebraten, innen sehr zart, auch mit mariniertem Rucola garniert. Auch Christa war mit ihren überbackenen Jakobsmuscheln sehr zufrieden, selbst gekostet habe ich sie nicht. Von den Hauptspeisen war der dreimal gewählte Schwertfisch perfekt, ebenfalls auf den Punkt gebraten, innen noch zartrosa und leicht schwitzend beim Anschneiden. Leichte Kritik gab es für das etwas zu weiche Gemüse und für den eher verschwenderischen Umgang mit dem Salz. Die gefüllten Calamari optisch sehr ansprechend, von der Konsistenz her überaus zart, aber insgesamt zu stark gesalzen. Da hat natürlich der Schinken viel Schuld daran, aber dann muss man halt sparsamer mit ihm umgehen oder gleich einen anderen nehmen. Die Beilagen (der bestens bekannte Kartoffel-Mangold-Mix) waren bei mir in Ordnung. Dass der Koch etwas verliebt war, merkte man auch am gemischten Salat meiner Gattin, der mehr als gewürzt war. Umso besser schmeckte uns der Wein, von dem wir dann insgesamt einen Liter benötigt haben.

 

Zum Drüberstreuen studierten wir auch noch die Dessertkarte, aber die Auswahl war nicht sehr groß und passte meiner Meinung nach auch nicht zur Ausrichtung der Speisekarte. Eierlikör-Schokotorte, Nougat-Parfait mit Schokosauce, Eis- und Nuss-Palatschinken, Walnuss- oder Vanille-Parfait. Das Preisniveau liegt so zwischen € 6,20 – 7,20, aber das meiste – vielleicht sind ja wenigstens die Palatschinken selber gemacht - sah ein bisschen nach Fertigware aus. Dennoch haben sich die beiden Damen für ein Dessert entschieden: Monika für ein Nougat-Parfait und Christa hat sich eine eigene Variation zusammenstellen lassen. Dazu Espresso und Cappuccino, und zunächst zwei Sliwowitz für Joe und mich auf das Haus. Zusammen mit noch zwei weiteren Edelbränden vom Apfel machte dann die gesamt Rechnung inkl. Trinkgeld € 220.- aus. Nicht gerade billig, aber das Preis-Leistungsverhältnis war in Ordnung. Das bewies nicht zuletzt der gute Besuch des Lokales an einem Dienstagmittag.

 

Wir werden also mit Sicherheit wiederkommen. Für das nächste Mal haben wir uns vorgenommen, die Parkzeit besser zu beachten. Wir haben nämlich die erlaubten 2 Stunden um 16 Minuten überschritten, was Joe und mir jeweils ein Organstrafmandat in Höhe von € 21 eingebracht hat. Dies obwohl die gesamt Kurzparkzonen nur schwach ausgelastet war. Aber die Zettel waren schon ausgedruckt, in Folie verschweißt und wurden gerade hinter die Scheibenwischer geklemmt. Beim Magistrat Wels muss schließlich alles seine Ordnung haben, auch wenn man in der Zeitung manchmal ganz andere Dinge liest!

 

Oktopus gebraten

Ein Genuss fürs Auge, für den Gaumen und für den Magen: Der gebratene Oktopus

 

Schwertfisch

Nicht auf der Karte, aber eine gute Empfehlung: Gegrillter Schwertfisch mit

Gemüse und Kartoffen

 

Nougatparfait

Sieht sehr gut aus und schmeckt auch ganz leidlich. Aber ist das Nougat-

Parfait wirklich hausgemacht?

Pranzo Piemontese

Guten Appetit - Piemontesisches Mittagessen

Buon appetito - Pranzo Piemonte

 

Sonntag, 24. April 2016 – Domenica, 24. Aprile,

 

bei Familie Heckmann /a casa di famiglia Heckmann

 

 

Die Vorgeschichte für dieses Mittagessen haben sie auf der Startseite sicher schon gelesen. Es war nicht schwierig, passende Rezepte zu finden. Ich wollte mich aber auf keinen Fall auf Carpaccio, Vitello Tonnato oder Bagno Cauda, Bollito Misto oder Semifreddo beschränken, sondern auch ein bisschen was Neues machen. Freilich ist auch dabei wieder ein Kompromiss heraussgekommen, man kann ja nicht schließlich alles an einem Sonntag Vormittag frisch zubereiten. Aber ich habe doch einiges probiert, und das eine oder andere ist ganz gut gelungen.

 

Die beiden größten Herausforderungen bei der Beschaffung waren Weißweine und trockener Sekt auf der einen Seite, sowie Käse auf der anderen. Aus dem Piempnt, versteht sich. Aber letztlich hat dann auch das geklappt. Im folgenden die Speisekarte mit einigen Kommenaren und einige Fotos.

 

 

Aperitif /Aperitifo

 

Martini brut 2015, Martini & Rossi, Turin, Piemont

 

Die meisten Schaumweine aus dem Piemont sind "Dolce" (Asti Spumante, Moscato d´Asti, etc.). Es ist gar nicht so leicht einen trockenen ("brut") zu finden.

 

 

Vorspeise / Antipasta

 

Bresaola mit Rucola – Bresaola con Rucola

 

Parmaschinken mit Feigen - Prosciutto di Parma con Fichi

 

Grissini

 

Schinken und Bresaola sowie Feigen und Melonen wurden natürlich frisch gekauft. Lediglich die Grissini waren selbst gemacht, dafür aber umso köstlicher.

 

Roero Arneis 2014 DOCG, Prunotto, Alba, Piemont (Rebsorte: Arneis)

Amare Bianco Terra die Celti 2015, Neviglie, Piemont (Rebsorte: Cuvée Arneis-Chardonnay-Cortese)

 

 

Erster Gang / Primo

 

Spargel-Risotto mit Garnelen

Risotto con Asperagi e Gamberi

 

Ein ganz besonderes Risotto, bei dem die gekochten Stangen vom grünen Spargel in der Suppe, mit der aufgegossen wird, püriert werden.  Das Risotto wird dadurch nicht nur grün, sondern es bekommt auch einen intensiven Spargelgeschmack.

 

Gavi DOCG 2014, Tenuta San Pietro, Tassarolo, Piemont (Rebsorte: Cortese)

 

 

Hauptspeise / Secondo

 

Ragout vom Rehkitz mit Polenta und getrüffelten Nudeln, gemischte Salate

Ragù di Capriolo con Polenta e Pasta al Tartufo, Insalate miste

 

Eigentlich ein Rezept für ein Kalbsragout, aber ich hatte noch zwei schöne Stücke von einem Rehkitz in der Gefriertruhe. Nichts für antialkoholiker, denn zum Schmoren braucht man eine Flasche vom guten, piemontesischen Rotwein. Die Polenta gekocht und dann überbacken, die Tagliatelle leicht getrüffelt (Sommertrüffel im Glas vom Pfeiffer).

 

Dolcetto d´Alba Coste & Fossati DOCG 2010, G.D. Varja, Barolo, Piemonte (Rebsorte Docetto)

Barbaresco DOCG 2009, Pros. del Barberesco, Barbaresco, Piemont (Rebsorte: Nebbiolo)

 

Nachspeise /Dolce

 

Mascarponecreme mit Schokoladensauce

Crema di Mascarpone con Salsa di Cioccolato

 

Mascarpone mit Zucker und Eigelb, dunkle Schokolade mit Espresso als Sauce, zum Garnieren frische Erdbeeren. Kann man schon am Vortag zubereiten.

Moscato d´Asti - Vino Spumante Dolce DOCG 2014 (Rebsorte: Moscato bianco)

Castina Castlet, Costiglione d´Asti,. Piemont

 

 

Espresso – Digestif

 

 

Käse / Formaggio

 

In Linz schwer zu bekommen. Letztlich war ich beim Non Solo Vino in der Bischofstraße erfolgreich und konnte u.a. einen Bra und einen Toma bekommen.

 

Barolo DOCG 2005 Prunotto, Alba, Piemont, (Rebsorte: Nebbiolo)

 

Zutaten Spargelrisotto 

Was sie fürs Spargelrisotto brauchen, bekommen sie bei uns in der Hof- 

kramerei. Im dazugehörigen Newsletter finden sie dazu auch das Rezept.

 

Marillentorte

War im Menuplan gar nicht vorgesehen: Marillentorte aus dem Piemont

als Bonusgericht auf besonderen Wunsch meiner Frau.