Heckmann kocht!

Suppen für Entdecker

Suppen für Feinschmecker

 

Ein Buch nicht nur für Hobbyköche und Gourmets

 

Letzthin habe ich bei einer Vernissage im Wissensturm, bei der auch meine Frau ein Bild ausgestellt hatte, einen langjährigen Bekannten getroffen. Wir haben natürlich viel geplaudert, allerdings weniger über Kunst, sondern mehr über Kochen und Essen. Aber "Kunst und Kochen haben eine Gemeinsamkeit: beides vereint Kreativität." Das steht zumindest im Vorwort eines Buches, von dem mir mein Bekannter Prof. Mairinger von der HTL 1 erzählt hat, und das ich ihnen heute kurz vorstellen möchte.

 

Er hat es mir in der Zwischenzeit zugeschickt, und es ist gleichermaßen schön und interessant. Schön wegen der Illustrationen, und interessant wegen der Rezepte. Es ist das Ergebnis eines Schulprojektes, in dessen Rahmen 31 SchülerInnen einer Abschlussklasse der HTL1 in der Goethestraße ein Buch über Suppen kreierten. Sie haben ihre 30 Lieblingsrezepte zusammengetragen, und die Suppen auch wirklich gekocht und verkostet. Daraus ist dann dieses Buch entstanden, das von den SchülerInnen gleichmaßen liebevoll und kreativ illustriert wurde. Die Suppen sind in drei Kategorien eingeteilt, nämlich in solche mit Fisch und Meeresfrüchten  (zB. eine Krabbensuppe), in solche mit Fleisch (zB. eine Sprossen-Hühnersuppe) und in Vegetarische  (zB. ein Kürbiscremesuppe). Die Rezepte sind eindeutig exotisch angehaucht, selbst die gute alte Kartoffelsuppe wird u.a. mit Zitronensaft, Safran, Kreuzkümmel, Chilisauce und einer Avocado zubereitet.

 

Aber, um die Sprache der Preisrichter beim Eislaufen zu strapazieren, ich kann bisher nur die Form, nicht aber den Inhalt beurteilen. Ich habe ja noch kein einziges Rezept probiert, obwohl mir beim Lesen des einen oder anderen schon das Wasser im Mund zusammengelaufen ist. Aber das werde ich schleunigst nachholen, solange noch Suppenzeit ist!

 

 

 

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Das Suppenbuch gibt es um unter 20 € im Handel und im Internet zu kaufen

 

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SchülerInnen der HTL 1 in der Goethestraße bei ihrem tollen Abschlußprojekt

 

 

 

 

Gourmet Weeks im Fortino Wels

Gourmet Weeks im Fortino

 

Im März versucht Nespresso in Kooperation mit Gault Millau, die österreichische Haubenküche einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Über einen Zeitraum von vier Wochen gibt es in über 60 österreichischen Spitzenrestaurants kulinarische Highlights und genussvolle Momente zu erleben. Die Preise richten sich dabei einerseits nach den Hauben und andererseits nach der Anzahl der Gänge des Menüs und bewegen sich zwischen € 17 und € 59.- Als perfekter Abschluss jedes Menus werden die Gäste mit einem Nespresso Grand Cru Kaffee nach Wahl verwöhnt.

 

Nachdem uns unsere Freunde Christa & Joe letztes Jahr ins Tanglberg nach Vorchdorf mitgenommen hatten, ging es heuer ins Fortino nach Wels. Dieses Restaurant habe ich schon einmal sehr positiv bewertet, und ich muss sagen, es hat sich kaum etwas verändert. Das kann man positiv oder negativ sehen. Sicher ist, dass auch der neue Küchenchef Breitwieser im Fortino ausgezeichnete Arbeit leistet. Und das Ergebnis kann sich durchaus sehen lassen, wie das große Nespresso-Menu um 44.- € bewiesen hat.

 

Nach einem ordentlichen Gedeck mit frischem Brot und Gebäck und Aufstrich folgte ein Gruß aus der Küche, ein Hauch von einem Vitello Tonnato. Sehr zart und dezent im Geschmack. Beim Kalbfleisch mag ich das gerne, die Thunfischsauce könnte für meinen Geschmack etwas kräftiger sein. Der erste Gang war ein Saibling, mit delikatem roten Essigapfel, Amarant, Buttermilch und Kräutersalat. Zu wenig Saibling, zu viel Salat würde ich sagen. Der Saibling etwas glasig und mit wenig Geschmack, und auch der Salat war so gut wie gar nicht mariniert. Dann folgte eine Petersilienwurzelsuppe mit Croutons, sämig und kräftig im Geschmack, einfach vorzüglich. Die Croutons waren allerdings nur als kleine dunkle Punkte sichtbar, aber wahrscheinlich war das so beabsichtigt. Ausgezeichnet und ohne Fehl und Tadel der Hauptgang, ein zarter Kalbsrücken mit Erdäpfelkrapferl, Ofengemüse und Rotwein-Zwiebeln. Das Fleisch noch rosa aber doch durch, das Gemüse vielleicht ein bisschen zu al dente und wieder zu wenig gewürzt. Die Schoko-Nachspeise mit den marinierten Zwergorangen war wiederum ausgezeichnet. Und zur Überraschung gab es auch noch einen süßen Gruß aus der Küche, eine Topfencreme mit Beerensoße und eine Amaretto-Praline.

 

Über das Getränkeangebot möchte ich diesmal nicht viel sagen. Mein Muskateller als Aperitif war in Ordnung, aber keine Sensation. Dasselbe trifft auch auf meine Rotwein-Cuvée Noir vom Schneider aus der Thermenregion zu. Über den Prosecco lohnt es sich nicht, sich auszulassen. Der Grüne Veltliner vom Schloß Gobelsburg meines Freundes hat ebenso wie sein „Roter“ (ein Blaufränker vom Triebaumer aus dem Burgenland) Anklang gefunden. Wir haben uns diesmal aus den verschiedensten Gründen entschieden, den Wein nur glasweise zu wählen. Der abschließende Nespresso war natürlich ein Gedicht!

 

Alles in allem ein Abendessen auf gehobenem Niveau, in einem zwar sehr stylischen aber nicht ungemütlichem Ambiente. Das größte Lob verdient in diesem Lokal das Service, das stets unaufdringlich und höflich zur Stelle war.

 

Fortino 1 - klein

 

Ein sehr gemütlicher Platz am Tisch des Ferrari Clubs im Fortino in Wels

 

Fortino 2 - klein

 

Ein sehr lobenswerter Gruß aus der Küche: Ein Hauch von einem Vitello Tonnato

 

Fortino 3 - klein

 

Rosa Kalbsrücken mit Erdäpfelkrapferl,  Ofengemüse und Rotwein-Zweibeln

Haltestelle z´Oftering

Haltestelle z´Oftering

 

Was lange währt, wird endlich gut

 

Wenn ich bzw. unsere Familie überhaupt ein sogenanntes Stammlokal haben, dann ist es mit Sicherheit das ehemalige Gasthaus zur Haltestelle in Oftering. Ob im Rahmen von Vereinen oder der Gemeindepolitik, ob mit Freunden oder mit der Familie, ob im wunderschönen Gastgarten oder im neuen Wintergarten, die „Haltestelle z´Oftering“, wie sie nach der Übernahme durch die nächste Generation (Claudia und Wolfgang, Humer und Rohregger) jetzt heißt, ist stets ein geeigneter und beliebter Rahmen. Nachdem wir erst letztes Jahr mit einer großen Gesellschaft einen runden Geburtstag meiner Gattin gefeiert hatten, sind wir letzten Samstag mit der Familie wieder dort gewesen. Anlass war auch diesmal der Geburtstag von Monika, wenn auch ein "unrunder".

 

Für uns sechs wurde das kleine Extrazimmer reserviert mit dem Vorteil, dass man dort auch rauchen kann. So weit, so gut. Nicht so gut war, dass wir schon bei unserer Ankunft um 18.00 h eine größere Taufgesellschaft vorfanden, die sich etwas verspätet hatte. Servierpersonal war zwar ausreichend vorhanden, aber die Küche war eindeutig überfordert. So dauerte es bis knapp nach 19.30 h, bis wir endlich den Hauptgang auf unseren Tellern hatten. Aber nun zu etwas Erfreulicherem,  zum Essen und Trinken. Das aufmerksame Serviceteam war schnell mit einem Aperitif zur Stelle. Neben dem üblichen und stets frisch gezapften Trummer Pils gab es einen interessanten und köstlichen Lillet Rosé, dem insbesondere die Damen zusprachen. Auch die Vorspeisen waren durchaus noch in der Zeit, wobei insbesondere die köstlichen Suppen hervorzuheben waren. Die klare Fischsuppe vom Barsch, Zander und Hecht mit viel Fisch schmeckte ebenso gut wie die würzig paprizierte Ruster Krautsuppe mit Rahm Dipp. Die kräftige Rindsuppe mit Frittaten ist ohnehin ein bewährter Dauerbrenner. Dann kam die große bzw. lange Pause….

 

Bei den Hauptspeisen gab es ein zu Recht unter der Rubrik „Gaumenfreuden“ angebotenes ofenfrisches Brat´l Mix (Schopf und Surschopf im eigenen Kümmelsaft), dazu Serviettenknödel und warmen Krautsalat. Deftig, saftig, urig und gut, nicht nur weil wir ohnehin bereits einen Mordshunger hatten, befanden mein Bruder und ich einstimmig. Viel Freude bereitete meinem Sohn auch das gekochte Schulterscherzl vom Premium-Rind mit Erdäpfelschmarren, Semmelkren und Rahmlinsen. Die Damen bevorzugten leichtere Kost. Meine Gattin nahm die Blattsalat-Variation in leichter Balsamico-Olivenmarinade, serviert mit gebackenen Ziegenkäse-Bällchen und dazu ein ofenfrisches Knoblauchstangerl. Alles perfekt bis auf das Knoblauchstangerl, da sind mir schon bessere untergekommen. Meine Nichte Lea – keine große Fleischesserin - setzte auf das Geschnetzelte von der Putenbrust in Birnen-Curryrahm mit Butterreis und kleinem Wok-Gemüse, und landete damit einen Volltreffer. Das Fleisch zart, der Reis noch körnig, die Birnen-Curry Sauce hervorragend. Und auch unsere Heidrun konnte und wollte sich über ihr gegrilltes Forellenfilet mit buntem Marktgemüse und Petersilienkartoffeln nicht beschweren.

 

Bleiben noch die Nachspeisen, auf die wir nach teilweiser Auflösung der Taufgesellschaft dann nicht mehr lange warten mussten. Der kleine Schoko-Guglhupf mit Vanilleeis und Schlagobers, der nicht mehr Mohr im Hemd heißen darf, war ebenso in Ordnung wie die Eispalatschinken mit Schokosauce, Mandelblättern und Schlagobers. Besonders erwähnenswert vielleicht noch das Walnuss-Eis mit eingelegten Rotweinzwetschken und ebenfalls mit Schlagobers, sehr zu empfehlen.

 

Alles in allem ein durchaus gelungener Abend, mit gemütlichem Ambiente, aufmerksamen Service (bei den Getränken hat alles bestens geklappt), gutem Essen und vernünftigem Preis-Leistungsverhältnis. Perfekt wäre er gewesen, wenn die Wartezeit auf den Hauptgang die Toleranzgrenze nicht etwas überschritten hätte. Da half auch die ehrliche Entschuldigung der sympathischen Chefin wenig. Was auch gefehlt hat und vielleicht einen kleinen Überbrückungsbeitrag hätte leisten können: Ein kleines Gedeck mit Aufstrichen zum Körbchen dazu und/oder der eine oder andere Gruß aus der Küche, als "Lebenszeichen" (es gibt uns noch)quasi....

 

Trotzdem werden wir wieder kommen, und das sogar sehr gerne!

 

Haltestelle 4 - klein

 

 

Anton, Heidrun & Christian beim Bestellen - da war die Welt noch in Ordnung

 

Haltestelle 2 - klein

 

Besser geht´s nicht: Schulterscherzl vom Feinsten, hevorragend auch die Rahmlinsen

 

Haltestelle 3 - klein

 

Wirklich eine Gaumenfreude: Ofenfrisches Bratl-Mix mit Serviettenknödel und Krautsalat

 

Monikas Geburtstagsessen

Eine "wilde" Angelegenheit: Monikas Geburtstagsessen

 

Letzten Sonntag konnte ich anlässlich des Geburtstages meiner Gattin wieder einmal so richtig aufkochen. Die Hauptrolle spielte dabei Wild, wobei ich zwei Hauptspeisen zubereitet habe. Zunächst einmal einen Rehrücken, klassisch in Rotwein gebeizt und dann in Speck umwickelt herausgebraten. Und nachdem meine GattinAlkohol meidet und unsere Alexandra eigentlich kein Reh mag, habe ich als zweites Hauptgericht einfach eine Art "Wildschweingulasch" in einer Paprikasauce gemacht. Was die Vor- und Nachspeise betrifft, hat der letzte Knödelkurs deutliche Spuren hinterlassen: Als Vorspeise wurden Räucherforellenknödel, und als Nachspeise Nugat-Marzipangrießknödel serviert. Die Torte schließlich war vom Vortag, eine Nußtorte mit einem Dekor zu einem aktuellen politischen Thema in unserer Gemeinde, dem Zebrastreifen vor der Schule.

 

So sah dann im Endeffekt die Speisekarte aus:

 

Zum Aperitiv

 

Schinkenkipferl

 

Birnensekt vom Firlingerhof aus der Scharten

 

Vorspeise

 

Gmundner Räucherfischknödel mit Dill-Dipp

 

Riesling Kamptal DAC 2010 Weingut Sax, Langenlois

 

Hauptspeisen

 

Gebeizter Rehrücken mit Semmelknödeln mit Rotwein-Wildsauce

 

Geschnetzeltes vom Wildschwein mit Paprika-Rahmsauce und Nudeln

 

Kraut-, Gurken-, Tomaten- und grüner Salat

 

O´Dora 2011 Rotwein Cuvée aus dem Klosterkeller Siegendorf/Bgl

 

Rubin Carnuntum 2011 Rotwein Cuvée vom Markowitsch aus Göttlesbrunn/NÖ

 

Digestif

 

Dessert

 

Nugat-Marzipan Grießknödel in Butterbröseln mit Beerenröster und Erbeeren

 

Bohemia Sekt halbtrocken

 

Zum Kaffee

 

Walnußtorte

 

Ingwerkuchen

 

Kaffee und Liköre

 

 

Rehrücken klein

 

Der gebeizte Rehrücken wird mit Speck umwickelt und kommt zunächst für eine Stunde ins Rohr

 

Räucherforellenknödel klein

 

Räucherforellenknödel mit Dill-Dipp, Bratkartoffeln und Gemüse-Rohkost

 

Zebratorte klein

 

Die "Zebrastreifentorte": Eine amerikanische Walnußtorte mit tschechischer Vanillecremefüllung

Schloss Traun - Der nackte Wahnsinn

Abendessen im Restaurant Café Schloss Traun

 

"Der nackte Wahnsinn" war nur der Titel des Theaterstücks, das wir uns letzten Freitag im Schloss Traun  angesehen haben. Eine gute Gelegenheit, sich vorher im Schlossrestaurant zu einem gemütlichen Abendessen zu treffen. Und das "Bild" von diesem Haus zu erneuern oder eventuell sogar auszuwechseln, weil so gut waren die Erinnerungen an das Restaurant ehrlich gesagt nicht.

 

Erstens haben wir uns mit zwei Stunden genug Zeit genommen, weil Zeitdruck beeinträchtigt zweifellos die Beurteilung. Und zweitens waren wir im Turmzimmer sehr nett untergebracht, sodass die Vorraussetzungen eigentlich ideal waren. Ich habe mich für ein Verhackertes vom Räucherlachs mit Sauerrahm, Kapernbeeren und Kartoffelrösti als Vorspeise und für Spagetti mit Lammsugo als Hauptspeise entschieden. Alles prinzipiell gut, das Kartoffelrösti allerdings schon sehr dunkelbraun, dass es iin diesem Zustand eigentlich nicht mehr serviert hätte werden dürfen. Meine Gattin war mit ihrem "Lauwarmen Erdäpfel-Speck-Gröstl auf mariniertem Vogerlsalat mit Kiorschtomaten" sehr zufrieden. Die Portion war ordentlich groß, der Salat frisch und gut mariniert. Ebenso zufrieden war mein Freund Joe mit seinem klassischen Wiener Schnitzel vom Kalb. Bleibt noch die Lachscremesuppe mit gebratener Jakobsmuschel, ein absolutes Highlight für die beiden Damen, die sie bestellt hatten. Die Suppe sämig und deutlich nach Lachs schmeckend. Und das rosa gebratene Schweinefilet im Speckmantel mit Kartoffelroulade, glaciertem Gemüse und Pfeffersauce, das sehr gelobt wurde. Zur Nachspeise hat es mit Rücksicht auf die zwei Stunden Vorstellung dann leider nicht mehr gereicht.

Die Getränke waren in Ordnung, vom Sommerspritzer bis zum Schlossbier und vom Aperol Prosecco bis zum Blaufränkischen. Die Bedienung war aufmerksam und freundlich, immer zur Stelle, wenn man sie gebraucht hat. Auch das Preis-Leistungs-Verhältnis hat gestimmt. Wenn ein Kritikpunkt bleibt dann jener, dass es weder ein Gedeck noch einen Gruß aus der Küche gab. Auf diesem Niveau hätte ich das eigentlich erwartet.

Wer hätte geglaubt, dass an diesem  Abend das Restaurant im Vergleich zum Theater die Nase eindeutig vorne gehabt hat.....

 

Schloss Traun 1 - klein

 

Schönes Ambiente und schlicht-elegant gedeckter Tisch im Turmzimmer - das "Körbchen" darf nicht fehlen

 

 

Schloss Traun 2 - klein

 

Lauwarmes Erdäpfel-Speck-Gröstl auf mariniertem Vogerlsalat mit Kirschtomaten

 

Schloss Traun 3 - klein

 

Rosa gebratenes Schweinsfilet im Speckmantel mit Kartoffelroulade, glaciertem Gemüse und Pfeffersauce

 

 

 

 

Raffinierte Knödelküche

Raffinierte Knödelküche

 

Entdecken sie das Knödelland Oberösterreich

 

Wenn wir zuhause internationalen Besuch zum Essen hatten, egal ob aus den USA oder aus Frankreich, herrschte in einem Punkt dieselbe Ratlosigkeit: Wenn es um unser „Eingemachtes“, nämlich um unsere Knödelküche ging. Während sich im Englischen die Übersetzung im Wesentlichen auf den Begriff „Dumplings“ einschränken lässt, gibt es im Französischen mehrere Möglichkeiten: Vom einfachen „Knödel“ über die „Quenelles“, bis zu den „Boulettes“ oder „Boulettes pochées“. Das alles spiegelt nicht im Geringsten die Vielfalt und vor allem die Bedeutung unserer heimischen Knödelküche wider. Grund genug, hier einmal eine gesunde Basis zu schaffen, und das geht am besten mit einem Kochkurs. Da kam das Angebot der Seminarbäuerinnen im Rahmen des LFI „Raffinierte Knödelküche - entdecken sie das Knödelland OÖ“ gerade recht. Gemeinsam mit meinem Freund Joe waren wir zwei von vier Männern in der insgesamt 16 TeilnehmerInnen umfassenden Gruppe von Lernwilligen.

 

Kursleiterin Elisabeth Streicher aus Dörnbach hatte wirklich nichts dem Zufall überlassen: Von der liebevollen Dekoration des Seminarraums über eine (antialkoholische) köstliche Bowle bis zu den fachlichen Vorbereitungen war alles perfekt. Nach einer kurzen theoretischen Einbegleitung ging es gleich zur Sache bzw. zu den Grundlagen. Kursleiterin Streicher zeigte der gesamten Gruppe, wie man die verschiedenen Knödelteige zubereitet. Das ging vom Griesknödel bis zum Spinatknödel und vom Knödel-Brotteig bis zum Topfenteig, den sie "Rucki-Zucki-Teig" genannt hat. Bestens vorbereitet hatte sie auch schon einen großen Topf mit Sauerkraut samt Rinderbratensaft als Beilage für die pikanten Knödel sowie einen Hollerröster für die süßen "Rundlinge".

 

Bei der Einteilung der Gruppen bildeten wie immer Joe & ich ein Team. Wir stürzten uns gleich auf das Rezept für gebackene Speckknödel. Dazu sind im wesentlichen drei Komponenten erforerlich: Man braucht einen Erdäpfelteig, eine Fülle aus Speckwürfeln und feingehackter Zwiebel und zuletzt einen Überguss aus Milch, Sauerrahm und Eiern. Das alles (nicht gleichzeitig, sondern nacheinander) in eine gefettete Backform und fertig ist die ganze Angelegenheit. Und weil uns noch etwas Zeit geblieben war, haben wir noch einen Topfengriesteig gemacht und ihn mit Zwetschken gefüllt.

 

Zum Abschluß des Kurses gab es ein wahres Festmahl. Und unsere Ergebnisse reichten auch noch, um die eine oder andere Kostprobe mit nach Hause zu nehmen. Mir ist es jedenfalls gelungen, damit meine Gattin noch um 22.00 h "hinter dem Ofen hervorzulocken". In der Zwischenzeit habe ich zuhause bereits die "Gmundner Räucherfischknödel" als Vorspeise und die Nugatknödel als Nachspeise probiert und mit großem Erfolg serviert. Wir Oberösterreicher wissen halt, was wir an unserer Knödelküche haben!

 

 

 

Knödel 2 klein -2.2015

 

Frau Streicher weiss, wie´s geht, und kann das auch der Gruppe ganz ordentlich vermitteln

Knödelkurs 2-klein

 

 

Neben allen anderen Zutaten darf im Teig auch eine Prise Muskatnuss nicht fehlen

 

 

Schlachtjause mit Stars

Schlachtjause mit vielen Höhepunkten

 

Es sollte eigentlich nur eine einfache Jause werden, aber es wurde ein ganz besonderer Abend. Das lag einerseits an den lieben Gästen, andererseits auch an der einen oder anderen originellen Überraschung. Eingeladen waren alle, die an der Verarbeitung des Kirchstettner Wiesenschweines - also am sogenannten „Schlachten“ - Anfang Dezember letzten Jahres mitgearbeitet hatten. Galt es doch, das Resultat = die fertigen geselchten und teilweise vorher gesurten Produkte zu verkosten. Gekommen sind alle „Schlachter“, die meisten davon mit Partner, sodass die Tafel im Endeffekt 16 Personen umfasste.

 

Aufgetragen wurde als erster Gang eine kalte Jause: Joes Reh- und Hirschwürste, geselchter Speck und Schinken (Karree) und Blunznradln sowie Schwartlmagen. Dazu Bratlschmalz, Verhackertes und ein selbstgemachter Kartoffelkäse. Senfgurken, Paprika, Pfefferoni, Frühlingszwieberl sowie Weiß- und Schwarzbrot durften selbstverständlich auch nicht fehlen. Der zweite Gang bestand dann aus gebrühten (abgekochten) Rumaer Bratwürsten, begleitet von frisch geriebenem Kren und Senf. Ein Gericht, das es so außerhalb von Rumaer Familien kaum mehr gibt. Es wird traditionell das erste Mal nach der Rückkehr von der Christmette aufgetischt. Der Heilige Abend war immer ein Fasttag, und die erste richtige Mahlzeit gab es erst spät in der Nacht. Sie haben gut geschmeckt, die Bratwürste. Und weil wir die Vorräte fast aufgebraucht wurden haben wir beschlossen, am Samstag, dem 28. März 2015, nochmals frische Bratwürste zu machen und anschließend auch zu selchen.

 

Die erste Überraschung ist dann meinem Freund Joe gelungen, der mir eine originelle IMI-Tafel überreichte. Er nahm damit Bezug auf meine berühmten Stehsatz „Was scheiss´ i mi“ und revanchierte sich für seinen IMI-Oskar, den er bei meiner Pensionsantrittsfeier erhalten hatte. Die zweite Überraschung kam dann von Ernst, der wieder mit zwei ausgewählten Gedichten brillierte. Das zweite vorgetragen in Doppel-Conference mit Evelin. Die Rollen waren so verteilt, dass sie die Optimistin und er der Pessimist war. Und die letzte Überraschung ist mir mit meinen beiden Mehlspeisen gelungen. Beide Rezepte stammen aus dem Buch „Die Oberösterreichische Küche“ von Ingrid Pernkopf und Christoph Wagner. Da war zunächst der Zitronengugelhupf im Gmundner Design, auch „Keramikgugelhupf“ genannt, und dann eine Gmundner Schokotorte. Insbesondere der Keramikgugelhupf hinterließ einen bleibenden Eindruck, er färbte nämlich die Zähne und die Lippen grün ein. Ansonsten schmeckte er ebenso wie der Schokoladenkuchen ganz ausgezeichnet.

 

Wir freuen uns schon alle auf den kleinen „Schlachtsamstag“, auch wenn wir da nur ein bisschen Bratwurst produzieren werden. Anlass genug für ein gutes Mittagessen mit saurer Suppe und allem was sonst noch dazugehört!

 

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Die Optimistin und der Pessimist - ein Gedicht in Doppelconference von Evelin und Ernst

 

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Schoss eindeutig den Vogel ab: Joe mit seiner originellen IMI-Tafel (Was scheiss´ i mi)

 

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Regionale Nachspeisen nach Rezepten von Frau Pernkopf aus Gmunden